Trigemina hat geschrieben:Die optischen Verzerrungen resultieren aus der unterschiedlichen Lichtlaufzeit und des verzögerten Eintreffens zweier Punkte eines bewegten Körpers auf der Netzhaut des Auges oder der Linse einer Kamera und wirken sich insbesondere bei schnell bewegten Objekten stark aus, verzerren ihre Winkel, und sind keine exklusive Spezialität der SRT (obwohl sie vorzugsweise dort behandelt werden), sondern als Differenzen zwischen gemessenen und gesehenen Strecken und ihrer verbogenen Winkel aufzufassen. Das sichtbare Bild eines Körpers wird durch die Lichtstrahlen bestimmt, die das Auge gleichzeitig erreichen.
Eine gute, erhellende Darstellung.
Nun gab es eine Zeit, da nahm man an, die Galilei-Transformation und nicht die Lorentz-Transformation sei geeignet, die optischen Verzerrungen zu korrigieren.
Man hat/hätte verzerrte Beobachtungen aus einem anderen Inertialsystem als Täuschung bezeichnet und angesehen. Das Bild einer Drehmaschine, die nicht-rotationssymmetrische Werkstücke herstellt, hätte jedermann als Täuschung entlarvt.
Einstein und in Folge die meisten Physiker nehmen nun an, die Galilei-Transformation sei nur eine Näherung mit begrenztem Anwendungsbereich für die unter allen Bedingungen gültige Lorentz-Transformation.
Einsteins Lichtmeßmethode und deren Konsequenzen sind nachvollziehbar. Dennoch verhindert sie nicht, dass wir unseren Messwilly losschicken, seinen Bulli oder sein SUV anzuwerfen, das relativ bewegte Objekt und den dortigen Beobachter einzuholen und dort vor Ort mit dem Zollstock nachzumessen und den Meßwert telephonisch zu übermitteln.
Mit welcher Begründung werden nun verzerrte Beobachtungen aus einem anderen Inertialsystem nicht mehr als Täuschung sondern als gleichberechtigte Sichtweise bezeichnet?
Haben Sie darauf eine überzeugende Antwort?
Gruß
Faber
P.S.: Mein Einwand gegen eine Gleichberechtigung: eine transformierte Mechanik benötigt i.a. fiktive Kräfte, die sich von realen Kräften dadurch unterscheiden, dass erstere garantiert niemals Verschleiß verursachen. Eine Mechanik, die ohne fiktive Kräfte auskommt, ist zu bevorzugen. Sie allein beschreibt objektiv die eine Realität.