Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » So 8. Mär 2015, 19:43

contravariant hat geschrieben:Analog kann man ja auch eine Geschindigkeitsbombe bauen. Die Geschwindigkeitsbombe explodiert, wenn sich ein Objekt mit v>100km/h bewegt. Nach Newton kann sich jetzt ein Objekt in einem IS S mit v=50km/h und in einem anderen IS S' mit v'=150km/h bewegen. Ein explodiert die Bombe und einmal nicht. Newton widerlegt, aber vielleicht habe ich auch ein IS ausgezeichnet, was Newton dann ja auch widerlegt.

Nein, es geht um Differenzen. Wäre eine Geschwindigkeitsdifferenz in dem einem IS anders als in einem anderen IS, dann könnte man das nutzen. Die Geschwindigkeitsdifferenz ist aber bei Newton invariant. Und hier geht es um eine Zeitdifferenz. Die ist nach Newton auch invariant und daher nicht nutzbar. Nach LT ist die Zeitdifferenz aber variant. Sie kann sich vergrößern, verkleinern, auch auf Null und sie kann sich umdrehen. Das ergibt real andere zeitliche Abläufe. Und das führt zu den angegebenen Paradoxa.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » So 8. Mär 2015, 19:56

Ernst hat geschrieben:Nein, es geht um Differenzen. Wäre eine Geschwindigkeitsdifferenz in dem einem IS anders als in einem anderen IS, dann könnte man das nutzen. Die Geschwindigkeitsdifferenz ist aber bei Newton invariant. Und hier geht es um eine Zeitdifferenz. Die ist nach Newton auch invariant und daher nicht nutzbar. Nach LT ist die Zeitdifferenz aber variant. Sie kann sich vergrößern, verkleinern, auch auf Null und sie kann sich umdrehen. Das ergibt real andere zeitliche Abläufe. Und das führt zu den angegebenen Paradoxa.

Aha. Dann wird halt die kinetische Energie gemessen. In einem IS S ist die dann größer als die 100J und die Bombe explodiert, in einem anderen IS S' ist sie aber nur 1J und die Bombe explodiert nicht. Newton widerlegt, oder IS ausgezeichnet, dann ist Newton auch widerlegt.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » So 8. Mär 2015, 20:17

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Nein, es geht um Differenzen. Wäre eine Geschwindigkeitsdifferenz in dem einem IS anders als in einem anderen IS, dann könnte man das nutzen. Die Geschwindigkeitsdifferenz ist aber bei Newton invariant. Und hier geht es um eine Zeitdifferenz. Die ist nach Newton auch invariant und daher nicht nutzbar. Nach LT ist die Zeitdifferenz aber variant. Sie kann sich vergrößern, verkleinern, auch auf Null und sie kann sich umdrehen. Das ergibt real andere zeitliche Abläufe. Und das führt zu den angegebenen Paradoxa.

Aha. Dann wird halt die kinetische Energie gemessen. In einem IS S ist die dann größer als die 100J und die Bombe explodiert, in einem anderen IS S' ist sie aber nur 1J und die Bombe explodiert nicht. Newton widerlegt, oder IS ausgezeichnet, dann ist Newton auch widerlegt.

Nee, überall wird ja die eine absolute invariante Zeit verwendet. Es macht gar keinen Sinn, wenn du die Folge von zeitlichen Abläufen vergleichst mit einzelnen Parametern.
Werden Abläufe zeitlich verdreht, dann sind es andere Abläufe und wie gezeigt, geht dabei die Kausalität verloren, auch bei raumartigen verbundenen Ereignissen. Ich glaub allmählich, einige wollen das nicht wahrhaben, obgleich sie es verstehen.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » So 8. Mär 2015, 20:29

Ernst hat geschrieben:Nee, überall wird ja die eine absolute invariante Zeit verwendet. Es macht gar keinen Sinn, wenn du die Folge von zeitlichen Abläufen vergleichst mit einzelnen Parametern.
Werden Abläufe zeitlich verdreht, dann sind es andere Abläufe und wie gezeigt, geht dabei die Kausalität verloren, auch bei raumartigen verbundenen Ereignissen. Ich glaub allmählich, einige wollen das nicht wahrhaben, obgleich sie es verstehen.

Es ging rein um die Newtonsche Physik. In einem IS ist die kinetsiche Energie des Objektes Ekin=100J und die Bombe explodiert, in dem anderen IS S' ist die kinetische Energie Ekin'=1J und Bombe xplodiert nicht. Und nun?
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Mikesch » So 8. Mär 2015, 21:50

Highway hat geschrieben:Das stimmt ja nicht. Nach der Transformation, also nach Newton, ist die Geschwindigkeit des Objektes ja gleich. Wieso sollte es dann eine andere kinetische Energie haben? Das ist doch der Sinn der Transformation.
In der SRT ist das allerdings nicht so. Dort sind die Geschwindigkeiten ungleich, und das nach der Transformation!

In einem IS fährt ein Auto von 1000kg mit 10m/s (36km/h). Kinetische Energie: 1/2 m v² = 50.000J
Im IS' des Autos hat es die kinetische Energie 1/2 * 1000kg * 0m²/s² = 0J
Das dazu.
Mike
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » So 8. Mär 2015, 22:06

contravariant hat geschrieben:Es ging rein um die Newtonsche Physik.

Es geht um Kausalitätsbruch infolge Verdrehung zeitlicher Abläufe in der SRT. Und du lenkst davon ab, indem du suggerierst, nach Newton wäre sowas ebenfalls möglich. Ist es nicht.
Deine angeführten Parameter Geschwindigkeit und Kinetische Energie haben überhaupt nichts damit zu tun. Niemand bestreitet, daß es bei Newton variante Parameter gibt. Aber darunter ist nicht die Zeit. Und nur die Zeit ist für Kausalitäten entscheidend.
Deine Ablenkungen sind ein durchsichtiger Versuch, da zu vertuschen.

Es bleibt dabei, daß die variante Zeit in der SRT zu Kausalitätsverletzungen führt. Die "Raumartigkeit" ändert daran keinen Deut. Weil es eben so ist, daß eine Zeitinformation nicht nur über einen Lichtblitz über große Entfernungen transportiert werden kann, wie es die SRT mit ihrer "Ereignisrechnung" voraussetzt.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » So 8. Mär 2015, 22:21

Ernst hat geschrieben:Deine angeführten Parameter Geschwindigkeit und Kinetische Energie haben überhaupt nichts damit zu tun. Niemand bestreitet, daß es bei Newton variante Parameter gibt. Aber darunter ist nicht die Zeit. Und nur die Zeit ist für Kausalitäten entscheidend.

Wie gesagt, einmal ist die kinetische Energie in S Ekin=100J und die Bombe explodiert. Im anderen IS S' ist die kinetische Energie Ekin'=1J, die Bombe explodiert nicht. Das ist - nach deiner Argumentation! - ein klarer Widerspruch, da ja beide IS gleichberechtigt sind. Dein Argument widerlegt also auch die Newtonsche Physik. Also muss eines falsch sein, die Newtonsche Physik oder dein Argument. Vielleicht kannst du das ja aufklären.
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Beitragvon Yukterez » So 8. Mär 2015, 22:54

Ernsts "Argument" ist so falsch dass Chief es für richtig hält.

Damit schon alles dazu gesagt habend,

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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon fallili » Mo 9. Mär 2015, 01:55

Highway hat geschrieben:....
Was ist die eigentliche Intention hinter einer Transformation. Wieso transformiert man eigentlich?

Weil die meisten Menschen im Allgemeinen und Physiker im Besonderen neugierig sind.
Die möchten halt gerne wissen, wie eine Situation aus einem anderen Blickwinkel wie z.B. von einem bewegten Beobachter aus betrachtet, dann aussieht. Ganz simpel gesagt, sind Transformationen ein Hilfsmittel um zu erkennen was also dieser andere Beobachter dann sehen / erkennen / messen würde.

Mit einigen Einschränkungen (wie bei allen Vergleichen) kann man eine Transformation mit ganz simplen Sprachübersetzungen vergleichen.
Die Chinesen leben prima mit Ihren Schriftzeichen - wenn ich aber wissen will was in Ihren Zeitungen steht, geht das halt nur mit Übersetzungen ins Deutsche.
Und wenn die Chinesen in Ihren Zeitungen ankündigen, dass Sie in einer Woche eine Bombe zu uns schicken, ist es halt auch verdammt gut wenn man die Texte der Zeitungen übersetzen kann und weiß was geschehen wird.
Wie bei den Transformationen der SRT, hat die Übersetzung der Zeitung selbst keinen wie auch immer gearteten Einfluss auf das Abschicken. Wenn's soweit ist wird man den Knall bei uns problemlos erkennen, auch ohne Übersetzungen.
Aber wenn ich schon vorher was wissen will, oder womöglich vorher sogar in das Geschehen eingreifen möchte, sind Übersetzungen der Zeitungen (etc.) in eine uns verständliche Sprache eben sehr sinnvoll.

So viel anders sind Transformationen der SRT auch nicht.
Man kann prima ohne sie leben - was bei uns geschieht, geschieht auch ohne das man wissen muss, wie etwas aus bewegten Systemen betrachtet aussieht.
Wenn man aber auch systemübergreifend etwas beeinflussen möchte oder manches "Eigenartige" ( wie z.B Myonenzerfall) begreifen will, ist's halt auch besser man weiß, wie Etwas in einem zu uns bewegtem System aussieht.

Und daher sind Transformationen in Grunde nichts anderes als Hilfsmittel, die mir eben zeigen wie etwas von einem anderen System aus betrachtet aussieht. Sehr gut brauchbar, aber eben nichts, was die realen Vorgänge in irgendeiner Weise beeinflusst.
fallili
 
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Mikesch » Mo 9. Mär 2015, 06:45

Chief hat geschrieben:
Mikesch hat geschrieben:In einem IS fährt ein Auto von 1000kg mit 10m/s (36km/h). Kinetische Energie: 1/2 m v² = 50.000J
Im IS' des Autos hat es die kinetische Energie 1/2 * 1000kg * 0m²/s² = 0J
Das dazu.
Mike

Noch ein Klugscheißer! :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
Kinetische Energie relativ zu was? Zu sich selbst? :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Ich habe mich da an die >>Highways<< Methode gehalten:
http://www.mahag.com/neufor/viewtopic.php?f=7&t=690&start=1200&p=87545&view=show#p87545
Highway hat geschrieben:
Mikesch hat geschrieben:...
Dazu ist es nötig einen Beobachter festzulegen. Wie wollen Sie denn sonst transformieren?...

Blödsinn! Zur Transformation braucht man keine Beobachter. Wo hast du denn diesen Unfug her? :roll:

Highway hat geschrieben:Aha... Mal wieder der Klassiker.
Frage an dich: Was ist die eigentliche Intention hinter einer Transformation. Wieso transformiert man eigentlich?

Tja, wenn man mit den Großen spielt, kommt man schon unter die Räder. Lassen Sie sich einen Lolli :mgreen: von >>Chief<< geben. Vielleicht erklärt der Ihnen die Sache mit der Koordinatenübertragung. Obwohl...
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