Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 17. Mär 2009, 23:25

Trigemina hat geschrieben:
Aus der Konstanz und Invarianz von c leitet sich die Lorentz-Transformation ab, so dass c nicht überschritten werden kann, auch nicht durch Addition zweier Geschwindigkeiten über zwei hintereinander geschaltete Lorentz-Transformationen.


Das habe ich schon die ganze Zeit verstanden, das wiederholt Ihr ja seit Jahren oft genug. :P
Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Konstanz und Invarianz von c - und damit c als Grenzgeschwindigkeit ein Postulat ist und bleibt. Und ein Postulat kann nicht von der Mathematik bewiesen oder hergeleitet werden. Es kann nur mathematisch beschrieben werden, mehr nicht. Die Mathematik hat keine Beweiskraft, außer für seine eigenen Regel. Die Mathematik beschreibt, sie ist eine Sprache. Sie kann etwas Richtiges beschreiben, oder etwas Falsches, wie mit allen anderen Sprachen auch. Mit der mathematischen Formulierung eines Postulats sind wir also keinen Schritt weiter mit dem Wahrheitsgehalt des Postulats. Einverstanden?


Trigemina hat geschrieben:
Und verzeih wenn du dich mathematisch voll belästigt fühlst. Aber Physik ohne Mathematik zu betreiben ist wie Fussball ohne Fussball zu spielen – oder nichts als ein Spiel um Worte.


Ich fühle mich überhaupt nicht mathematisch belästigt. Mathematik beschreibt die Physik. Und ich interessiere mich für die Physik. Also primär verstehe ich die Physik - oder versuche ich zumindest, die Physik zu verstehen. Dafür brauche ich keine Mathematik, die wörtliche Beschreibung der Phänomene und der Prinzipien in einer Sprache, die ich verstehe, ist völlig ausreichend für meine persönlichen Zwecke. Ich bin ja keine Physikerin, kein Ingenieur und keine Technikerin, möchte ich auch nicht werden, möchte ich auch keine Maschine bauen, ich kann ja hier ohne Problem und ohne Nachteile auf die Mathematik verzichten. Und ich lasse die Mathematiker die Physik beschreiben, ich habe überhaupt kein Problem damit. Ob jedoch die Fachleute sich mit der Mathematik besser verständigen können ist nach meiner Erfahrung seit 4 Jahren mehr als fraglich: Die führen unendliche Formelgefechte und sind dabei genauso wenig einig, als mit Wortgefechten... Das habe ich in Foren nur erlebt, seitenlang, bis man als Physiklaie vor Langeweile vom Stuhl fällt... ;) Aber sei's drum.

Um auf die Formel der relativistischen Addition zurückzukommen, die hier zur Diskussion steht, hast Du mir überhaupt nicht weiter geholfen:

Du sagst nur mit Worten: "Aus der Konstanz und Invarianz von c leitet sich die Lorentz-Transformation ab, so dass c nicht überschritten werden kann", also dass die Konstanz und Invarianz der LG von Einstein postuliert wurde, und das er dafür die Lorentz-Transformation verwendet hat. Und? Das verstehe ich gut, aber das weiß ich schon lange. Wo sind aber Deine Antworte zu meinen Fragen und Einwänden über die Formel der relativistischen Geschwindigkeitsaddition? Kein Wort darüber...

Und wozu wurde diese komplizierte Formel erfunden und gelehrt? Sie beschreibt nur das Postulat, sie hat überhaupt keine Beweiskraft für die Richtigkeit des Postulats, und sie beschreibt das Postulat unglaublich umständlich und ohne jegliche Nutzen. Eine leere Hülse so zu sagen. Mathematische Angeberei? So wie die Ärzte damals unter sich vor den Patienten Latein gesprochen haben, um sie zu beeindrucken und zu vertuschen, dass sie oft ratlos waren? Wozu soll so eine Formel gut sein? Ist das die "Exaktheit" und die "Klarheit" der Mathematik? Na denn.

Oder soll diese komplizierte Formel nur vernebeln und vertuschen, dass mit diesem Postulat ein schwerer Bruch der mathematischen Grundsätze vorliegt? Geschwindigkeiten von beliebigen Objekten lassen sich relativ zueinander überhaupt nicht addieren, beliebige Zahlen sind nicht mehr additionsfähig, mit der Lichtgeschwindigkeit und mit der Messung mit Lichtgeschwindigkeit gilt stillschweigend eine andere Mathematik, als die Mathematik, die uns allen offiziell gelehrt wurde: 1 + 1 = 1, wie der relativistische Poppphysiker Prof. Harald Lesch sehr didaktisch für uns Mathematik- und Physiklaien es in den Medien anlässlich des Einstein-Jahrs erklärt, siehe hier: http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2008/ ... tik-1-1-1/
Ist die verschleierte Mathematik der SRT 1 + 1 = 1 zulässig?


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Trigemina » Di 17. Mär 2009, 23:52

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Aus der Konstanz und Invarianz von c leitet sich die Lorentz-Transformation ab, so dass c nicht überschritten werden kann, auch nicht durch Addition zweier Geschwindigkeiten über zwei hintereinander geschaltete Lorentz-Transformationen.

Das habe ich schon die ganze Zeit verstanden, das wiederholt Ihr ja seit Jahren oft genug.
Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Konstanz und Invarianz von c - und damit c als Grenzgeschwindigkeit ein Postulat ist und bleibt.


Ja, die Konstanz und Invarianz von c sind “nur“ Postulate. Dennoch ergibt sich aus der mathematischen Konsequenz daraus abgeleiteter Rechenregeln ein brauch- und insbesondere verwertbarer Formalismus, der sich in der praktischen Anwendung elektrodynamischer Prozesse bestens bewährt hat. Man braucht das auch nicht unbedingt als “schlagenden Beweis“ ansehen, jedoch macht eine Theorie durchaus Sinn (und könnte evtl. auch alternativ erklärt werden), wenn sie die experimentellen Befunde (z.B. an den Teilchenbeschleunigern) korrekt beschreibt.

Ist die verschleierte Mathematik der SRT 1 + 1 = 1 zulässig?


Nein. Erstens stammt obige Gleichung nicht aus der SRT, zweitens fehlen sowohl der Bezug als auch die zu addierenden Einheiten. Unter Berücksichtigung weiter oben erwähnter Konstanz und Invarianz von c ist die physikalische Gleichung als Ergebnis der Geschwindigkeitsaddition zweier Lichtstrahlen

1c + 1c = 1c

korrekt.


Gruss
Trigemina
 
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Faber » Mi 18. Mär 2009, 05:29

Trigemina hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Wir kennen keine Welt, die von der SRT beschrieben wird.

Ich denke die Welt der Elektrodynamik lässt sich hervorragend mit der SRT erklären.


Ich habe hier einen "Küpfmüller" in der 11. Auflage aus dem Jahre des Herrn 1984 vorliegen: "Einführung in die theoretische Elektrotechnik". Die erste Auflage ist A.D. 1932 erschienen, die jüngste A.D. 2006.

Auf Seite 463, kurz nachdem der Feldwellenwiderstand des leeren Raumes vorgestellt wurde, ist eine kleiner gesetzte Bemerkung angefügt:

Prof. Küpfmüller hat geschrieben:Bemerkung: Die Frage nach dem Bezugssystem für die Ausbreitungsgeschwindigkeit c wird heute folgendermaßen beantwortet. Die Ausbreitungsgesetze der elektromagnetischen Wellen gelten in allen Inertialsystemen (s.S. 458). Das heißt, daß in jedem Koordinatensystem, das sich mit beliebiger Geschwindigkeit translatorisch (ohne Drehung) gegen das Inertialsystem der Fixsterne bewegt, für die Ausbreitung nach allen Richtungen im Vakuum die gleiche Geschwindigkeit c beobachtet wird (Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, A. Einstein 1905). Die Folgerungen hieraus behandelt die Relativitätstheorie (Literatur s. Bec, Ei1, Ei2, Lan).

Im Stichwortverzeichnis taucht das Wort "Relativitätstheorie" auf. Es kommt in dem ganzen knapp 600-seitigen Lehrbuch genau einmal vor, nämlich in der o.g. Bemerkung.

Ich denke, Prof. Küpfmüller -Gott hab ihn selig- war der Meinung, dass die Welt der Elektrodynamik hervorragend ohne Relativitätstheorie auskommt.

Der Bereich der Mechanik scheint mir hier geeigneter, um über Einsteins SRT zu debattieren. Und zwar deswegen, weil die tranzendenten (nur indirekt erschließbaren) Kräfte, die in der Mechanik eine Rolle spielen, deutlich weniger komplex sind, als die weitgehend ebenfalls transzendenten elektromagnetischen Vorgänge. Wie wir sehen, bereitet einigen ja bereits die Mechanik erhebliche Probleme. Und zumindest die Allgemeingültigkeit der Elektrodynamik ist unter den Beteiligten hier -so weit ich das mitbekommen habe- offenbar bereits ohne Einstein strittig.

Trigemina hat geschrieben:Zudem muss man unterscheiden was man aus einem anderen Bezugssystem misst und sieht. Ein auf einen Beobachter zufliegender Stab (oder der Zeiger einer Uhr) wird visuell um die Strecke

dl = v * t/2 = (l_0 / 2) / (1+v/c)

verlängert als es eine Messung ergäbe, während ein davonfliegender Stab um den gleichen Betrag dl verkürzt wird.

So sagt es die SRT. Angenommen, das korrespondiere mit der Wirklichkeit.

Wir können ein geeignetes einfaches mechanisches Experiment aufbauen, und dabei auftretende mechanische Kräfte messen, aufzeichnen und auf einem Bildschirm darstellen. Ein Beobachter, der unser komplettes Labor aus einem anderen Inertialsystem beobachtet, und dabei den gesamten Aufbau inklusive laufender Aufzeichnungen auf den Bildschirmen sieht, wird feststellen, dass er etwas Irreales beobachtet. Er sieht ein Experiment, das gegen das 1. Newtonsche Gesetz verstösst, während die Bildschirmanzeige seine Beobachtung Lügen straft. Daran erkennt er, dass er nicht die Realität sieht/misst, sondern ein Zerrbild davon. Dieser Beobachter und ein anderer Beobachter im Inertialsystem des Labors werden sich schnell einig, dass keine gleichberechtigten Beobachtungen vorliegen. Und das widerspricht der SRT.

Bei den typischen Einstein-Gedankenexperimenten geht es meist um einzelne Lichtblitze, Zeitpunkte, Längen etc. pp. Dabei mag es so sein, dass Beobachter anhand dieser wenigen Messwerte nicht entscheiden können, ob und welche Beobachtung zu bevorzugen ist.

Schaut man sich hingegen größere Mengen an Daten an, wie sie z.B. bei Filmaufnahmen interessanterer Beobachtungsobjekte anfallen, dann wird klar, dass von Gleichberechtigung der Beobachter keine Rede mehr sein kann. Das hat Harald Maurer anhand der Lochkamera gezeigt und auch das Jupiter-Experiment basiert darauf, dass größere Datenmengen (nämlich längere Radiosignalverläufe) ausgewertet werden.

Gruß
Faber
Zuletzt geändert von Faber am Mi 18. Mär 2009, 16:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Mathematik?

Beitragvon Faber » Mi 18. Mär 2009, 06:29

Hannes hat geschrieben:In Sachen Mathematik bin ich der Ansicht, dass das Experiment und die Messung Vorrang hat ! Mathematik kann nichts beweisen !Nur berechnen.
Und wenn die Mathematik falsche Angaben hat, ist die schönste Rechnung falsch.

Geometrie bedeutet dem Wort nach genau das, was Sie sagen: Welt (bzw. Erde) (ver-)messen.

Wir können aber nicht einfach nur Messdaten sammeln. Täten wir nur das, dann könnten wir Festplatten damit voll schreiben und hätten trotzdem nichts verstanden. Wir müssen abstrahieren. Ohne Abstraktion kein Verständnis. Unser Verstand wird auch Ratio genannt. Das bedeutet: ins Verhältnis setzen. Proportionen erkennen. Vergleichen. Messen. Abstraktion bedeutet, Messwerte ins Verhältnis zu Ideen setzen. Geometrie ist genau das.

Ob wir uns nun -was die Ideen angeht- nur der gemeinen Sprache bedienen oder auch der Sprache der Mathematik, spielt keine wesentliche Rolle. Die Sprache der Mathematik dient eigentlich nur der Abkürzung. Sie ist eine labour-saving-method, eine arbeitssparende Methode.

Wir können sowohl in der gemeinen Sprache als auch in der Sprache der Mathematik sowohl diese Welt beschreiben als auch Phantasiewelten. Nicht nur die schönste Mathematik mag nicht mit der Realität korrespondieren, auch beim schönsten Roman, bei der schönsten Lyrik oder der schönsten Prosa mag das gleichermaßen der Fall sein. (Jeden Tag in ARD und ZDF!)

Wahre Ideen korrespondieren mit der Realität, mit den Messdaten, egal in welcher Sprache sie formuliert sind. Die Mathematik wird aber schnell aus praktischen Gründen unerlässlich. Sie dient der Übersichtlichkeit. Man kann sich aber auch darin verlieren.

Gruß
Faber
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Hannes » Mi 18. Mär 2009, 09:27

Hallo Faber !


    Wahre Ideen korrespondieren mit der Realität, mit den Messdaten, egal in welcher Sprache sie formuliert sind. Die Mathematik wird aber schnell aus praktischen Gründen unerlässlich. Sie dient der Übersichtlichkeit. Man kann sich aber auch darin verlieren.

Deinem Beitrag kann man in allen Richtungen zustimmen.
Die Mathematik als Sprache soll nicht bedeuten, die Mathematik als
^Geiselnehmer" der Physik.
Wenn Trigemina eine optische Täuschung mit Mathematik "beweisen" will,
darf man das nicht unwidersprochen gelten lassen,

Pauli schreibt:
    der Beobachter im Labor sieht das Raumschiff verzerrt, sein Labor aber völlig normal. Und diese Gegenseitigkeit hat zur Folge, dass keiner entscheiden kann, wer nun "ruht" und wer sich "bewegt".

Eigentlich sagt das Relativitätsprinzip, dass sich jeder gegenüber dem anderen bewegt.

Mit Gruß Hannes
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Mi 18. Mär 2009, 10:25

Trigemina hat geschrieben:Ein auf einen Beobachter zufliegender Stab (oder der Zeiger einer Uhr) wird visuell um die Strecke

dl = v * t/2 = (l_0 / 2) / (1+v/c)

verlängert als es eine Messung ergäbe, während ein davonfliegender Stab um den gleichen Betrag dl verkürzt wird.

............... :? :? :?

l´ = l * sqr (1 - v²/c²)

Δl = l - l` = l (1 - sqr (1 - v²/c²))

da steht v²
daher keine Richtungsabhängigkeit

O-Ton Einstein:
Der bewegte starre Stab ist also kürzer als derselbe Stab, wenn er im Zustande der Ruhe ist

Keine Rede von Richtungsabhängigkeit.

Gruß
Ernst
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon mmgarbsen » Mi 18. Mär 2009, 10:35

Auch auf die Gefahr hin, daß ich wegen unerwünschter Einmischung wieder gedeckelt werde, möchte ich JoLo in jedem Falle recht geben.

Aus der mathematischen Konsequenz, daß a + b = c ergibt, leiten gewisse Personenkreise den Taschenspielertrick ab: a ( Annahme ) plus b ( Ungewißheit ) ergibt c ( die unerschütterliche Tatsache ). Mit solchen Mätzchen wird schon seit Jahrhunderten die angebliche Beweiskraft der Mathematik belegt.
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 18. Mär 2009, 10:49

Trigemina hat geschrieben:
Ja, die Konstanz und Invarianz von c sind “nur“ Postulate. Dennoch ergibt sich aus der mathematischen Konsequenz daraus abgeleiteter Rechenregeln ein brauch- und insbesondere verwertbarer Formalismus, der sich in der praktischen Anwendung elektrodynamischer Prozesse bestens bewährt hat.


So? Das Postulat hat sich in der "praktischen Anwendung" bestens bewährt?
Ich höre dagegen seit Jahren aus beiden Lagern, dass in der Praxis die newtonsch’se Physik völlig „ausreichend“ sei bzw. sich selbst bestens bewährt und die SRT in der Praxis nicht benötigt wird. Was nun??
Kann es sein, dass die SRT nur da ist, um sich rein formell über die gesamte Physik zu überstülpen und um sich mit fremden Federn zu schmucken?

Sogar eine Autorität aus dem Lager der Relativisten, Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, antwortete mir im Rahmen meines Gedankenexperiments, dass die SRT nicht brauchbar sei und keine Relevanz in der Praxis habe, siehe:
Antwort von Prof. Dr. Ernst Peter Fischer zu meinem Gedankenexperiment ‘Was würde am Strand passieren?’

Zitat Prof. Dr. Ernst Peter Fischer:

ich danke für Ihre Mail und denke, daß Ihre vorgeschlagene Situation tatsächlich unvorstellbar ist. Ich meine dies so: Wasserwellen tun nur, was Sie sagen, wenn Sie sich der Lichtgeschwindigkeit nähern; dann wären es aber keine Wasserwellen mehr. Im Normalfall am Strand gilt eine Physik ohne relativistische Effekte (wie überhaupt im Alltag, selbst wenn wir bis zum Mond reisen).


Dagegen habt Ihr mir seit Jahren in Foren versichert, dass die relativistischen Berechnungen Gültigkeit in der Praxis haben. Dein Kollege der gute Joachim Schulz hat mir sogar zum Beispiel in einem Forum mit zig Kommastellen vorgerechnet, wie die Achse eines fahrenden Autos sich „kontrahiert“, samt alle seiner Insassen.

Auch der gute Dr. Markus Pössel vom Albert Einstein Institut hat ausgesagt, dass die relativistischen Berechnungen sich genauso gut auf die Ausbreitung einer Wasserwelle mit 70 km/h anwenden lassen und "korrekt" seien, und Du hast mir auch persönlich die relativistischen Voraussagen der Begegnung mit den jeweiligen Beobachtern vorgerechnet, die sich von den Voraussagen der klassischen Physik jedoch unterscheiden.

Was nun? Wie hat sich also in „praktischen Anwendungen“ das Postulat der Beobachterunabhängigkeit des Lichts „bestens bewährt“?

Vielmehr soll man wohl diese Aussage "bestens bewährt" als die übliche sinnfreie Floskel der Relativisten ansehen, wenn sie in Erklärungsnot geraten: Wie könnten nämlich Scheineffekte und Meßillusionen, die nicht auf materiellen Veränderungen und auf physikalischen Kräften beruhen, sich in der Praxis „bestens bewähren“??? Kannst Du mir das Wunder erklären?


Trigemina hat geschrieben:
Ist die verschleierte Mathematik der SRT 1 + 1 = 1 zulässig?


Nein. Erstens stammt obige Gleichung nicht aus der SRT, zweitens fehlen sowohl der Bezug als auch die zu addierenden Einheiten.


Doch, die obige Gleichung ist in einer schlichten Formulierung die Beschreibung des Postulats der Beobachterunabhängigkeit des Lichts und beschreibt nichts Anderes, als die umständlich formulierte „relativistische Geschwindigkeitsaddition“ (v1+v2)/(1+v1*v2/c²)=(10+70)/(1+10*70/70²)=70, das haben wir ja weiter oben gesehen. Kannst Du das nicht erkennen? Die Mathematik ist ja eine Sprache und man darf ruhig wie in allen Sprachen auch durchaus einfache Formulierungen vorziehen. Warum denn nicht? Ich würde sogar sagen, dass die von Prof. Harald Lesch als erfahrener Didaktiker (auch wenn er was Falsches lehrt…) gewählte Formulierung sehr elegant ist, wie Mathematiker oft über Formel sagen, sie legen ja viel Wert auf Eleganz. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 18. Mär 2009, 11:40

Trigemina hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Wir kennen keine Welt, die von der SRT beschrieben wird.


Ich denke die Welt der Elektrodynamik lässt sich hervorragend mit der SRT erklären. Zudem muss man unterscheiden was man aus einem anderen Bezugssystem misst und sieht. Ein auf einen Beobachter zufliegender Stab (oder der Zeiger einer Uhr) wird visuell um die Strecke

dl = v * t/2 = (l_0 / 2) / (1+v/c)

verlängert als es eine Messung ergäbe, während ein davonfliegender Stab um den gleichen Betrag dl verkürzt wird.

Gruss



Da stehst Du aber im Widerspruch mit Deinem Guru Dr. Markus Pössel vom Albert Einstein Institut, siehe seine E-Mail vom 17.08.08 in der Korrespondenz, die hier zur Diskussion gestellt wurde: http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2008/ ... -17190808/

Zitat Dr. Markus Pössel:

Die gemessenen Laengenwerte sind selbstverstaendlich real - so real wie die Messungen von Relativgeschwindigkeiten. Es handelt sich nicht um optische Taeuschungen oder dergleichen, sondern um die Ergebnisse konkreter Messungen.


Mit Deinen visuellen Wahrnehmungen bzw. optischen Täuschungen bist Du also leider auf dem falschen Dampfer, das ist amtlich: Das Albert Einstein Institut in Potsdam hat die Deutungshoheit über die Relativitätstheorie, Pech für Dich. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Coriolis

Beitragvon scharo » Mi 18. Mär 2009, 11:52

Lieber Ernst,

„Ich weiß nicht, was ich noch alles zitieren soll, um die Irrtümer Deine Privatphysik zu verdeutlichen. Ich habe Dir die bekannten Beziehungen zur Beschleunigung eines Massenpunktes zitiert und erläutert.“

Hör bitte endlich mit diesem Blödsinn auf! Kein Mensch bestreitet das alles.
Es geht nur um die Benennung – ob sie zu recht für zwei verschiedene Effekte, Kräfte verwendet wird.
Du schreibst selbst für den Fall, wo der Körper frei von Kräften fliegt: „Und Deine "unechte" Corioliskraft ist ganz einfach "keine" Coriliskraft. Corioliskraft=0.“
Und ich empfinde es als Unverschämtheit, wenn Du diese „unechte“ Corioliskraft, als meine Erfindung oder „Unverständnis“ darstellst. Entgegen Deiner Behauptung, wird diese nicht existierende, nur eingebildete Kraft IN JEDER PUBLIKATION implementiert. Zeige mir mindestens eine Publikation, wo das nicht der Fall ist! Erst an zweiter Stelle wird die echte, wirkende Kraft, auch Coriolis genannt, aufgeführt. Umgekehrt habe und kann Dir Publikationen vorzeigen, wo nur die „unechte“ als Coriolis benannt wird, wo aber auch angegeben ist, dass es sich um keine echte Kraft, sondern um eine optische Täuschung handelt.

Schreibe es Dir endlich an die Ohren: Weder habe ich was gegen die Formeln, Bezeichnungen, tatsächlich wirkende Kräfte usw., noch habe ich was gegen Deine bisherigen Erklärungen betreffend die „reale“ Corioliskraft.

Nochmals gaaanz langsam:
1.) Der optische Effekt – ein Körper fliegt kräftefrei, für den mitrotierende Beobachter scheint es, als ob der Körper seitlich durch eine Kraft abgelenkt wird. Diese Schein-, Fiktionskraft oder Effekt hat kein anderer Name, als Corioliskraft, Coriolisbeschleunigung. Die Berechnung dieser „nicht existierenden“ Kraft wird so ausgeführt, als ob sie tatsächlich existieren würde und entsprechend auch die Masse des Körpers miteinbezogen wird. Um die Ablenkung dieses Körpers zu berechnen, ist die Masse aber völlig irrelevant – es reichen nur die Geschwindigkeiten – unabhängig von der Masse werden alle Körper mit gleicher v gleiche Ablenkung beschreiben.

2.) Es existiert aber auch eine reale, messbare Trägheitskraft, die bei v-radial eines Körpers, der durch Kraft-, Beschleunigungswechselwirkung mit einem rotierenden Bezugssystem verbunden ist. Diese reale messbare Trägheitskraft wird jedoch auch Corioliskraft benannt, die Berechnung ist identisch wie bei der „eingebildete“, hier ist die Masse des Körpers natürlich zwingend erforderlich und entscheidend.
Nochmals, niemand bestreitet, oder „nicht versteht“ was, wie, warum diese „echte“ Corioliskrfat ist oder zustande kommt. Also hört endlich auf mir zu verzählen, wie echt, existent, messbar, berechenbar oder wichtig für die Technik sie sei – das steht nicht zur Debatte.
Es geht nur um die gleiche Benennung für zwei verschiedene Phänomene, die von Dir und Faber auch differenziert werden, und daher meine Überlegung:
Fall 1 kann man nicht mit irgendwelchem verwandten Name auch beschreiben, daher trägt sie zu recht einen extra Name – Coriolis.
Fall 2 – bestreite ich nicht, dass auch Coriolis genannt wird und was darunter zu verstehen ist - kann aber zur Unterscheidung von Fall 1 jedoch auch mit verwandtem von Wirkung her Name benannt werden – egal ob als stinknormale Trägheitskraft, oder Eulerkraft infolge zusätzlicher v-radial. Meine weitere Überlegung: v-radial bewirkt keine tangentiale Kraft, sondern versetzt den Körper in einen anderen r, oder v = dr/dt. r oder dr bewirken aber auch keine Kräfte. Die Beschleunigungskraft, die eine Trägheitskraft (Coriolis oder Euler) hervorruft, hängt einzig und allen aus der Veränderung der Bahngeschwindigkeit – der Körper widersetzt sich der Scheibe, die ihn jetzt in eine andere Geschwindigkeit beschleunigen will. Dass diese Veränderung der Bahngeschwindigkeit zwei verschiedene ursprüngliche Ursachen hat, IST AUCH UNBESTRITTEN – die eine wäre dr die andere dw. Die Kraft jedoch, die hervorgerufen wird, basiert nur auf die Bahngeschwindigkeitsänderung. Aus einer konstanten v kannst Du keine Kräfte ableiten, nur aus dv/dt.
Und es geht eher um die geschichtliche Zuordnung des Namens Coriolis, wenn man zwischen dem optischen Effekt und der realen Trägheitskraft unterscheiden will. Dass die beiden heute Coriolis benannt werden ist bekannt, ist klar, steht überall, bestreitet niemand – habe ich ja schon längst Dir zugestimmt, bei mir im Kopf war eben die „scheinbare“. Die echte, unabhängig davon, ob durch v-radial (dr/dt) oder durch dw, war für mich die stinknormale Beschleunigungs- & Trägheitskraft, die durch eine Geschwindigkeitsänderung entsteht.

„Die Bahngeschwindigkeitsänderung ist nicht die gemeinsame Ursache, sondern das Resultat unterschiedlicher Ursachen.“

Ja und nein, lese ich hier. Die Bahngeschwindigkeitsänderung ist die alleinige und gemeinsame Ursache einer tangentialen Kraft. Und richtig - die Bahngeschwindigkeitsänderung ist das Resultat unterschiedlicher Ursachen.

„Dein Generalfehler ist aber die Aussage, ohne Bezug zur Außenwelt liefe gar nichts. Faber und ich haben Dir wiederholt erklärt, daß vom Sytem der rotierenden Scheibe aus die Rotation diagnostiziert und die Bewegung einer Kugel mit und ohne Corioliskraft prima berechnet werden kann.“

Was soll denn das jetzt heißen? Ich habe nur geschrieben, dass ohne sichtbaren Bezug zur Außenwelt (d.h. Du kannst nicht feststellen, ob Du dich mit v-radial bewegst – ist ja konstant) nicht unterscheiden (messen) kannst, ob eine Coriolis- oder Eulerkraft auf dich wirkt – und das kannst Du wirklich nie und nimmer.

Hoffentlich liest Du diesmal genau was ich schreibe und endlich verstehst, was ich meine, über was ich schreibe.

Was die Aussage „Corioliskraft wirkt immer senkrecht zur v“ betrifft, habe ich meine Bedenken. Bei der kräftefreien Bewegung (die scheinbare Coriolis) ist das klar. Aber bei mitgeführtem Körper komme nicht klar, wenn die Richtung von v nicht exakt radial ist. Ich sehe dort nur eine tangentiale Trägheitskraft und eine radiale Zentrifugalkraft. Aber bitte nicht aus dem Lehrbuch zitieren, sondern erklären, wie, woher die Coriolis senkrecht kommt. v ist keine krafterzeugende Komponente, da konstant.

An Faber:
„Die tangentiale Komponente der Kraft besteht aus zwei Summanden, deren einer proportional zur zeitlichen Ableitung der Winkelgeschwindigkeit ist und deren anderer proportional zum Kreuzprodukt aus Winkelgeschwindigkeit und Geschwindigkeit der Kugel in radialer Richtung ist. Der zweite Summand ist die Corioliskraft. Sie ist eindeutig identifizierbar.“

Die erste Hälfte des Satzes ist O.K. – Kraft infolge „zeitliche Ableitung der Winkelgeschwindigkeit“ – das kann nur die Eulerkraft sein – Winkelgeschwindigkeit.
In zweiter Hälfte des Satzes sehe ich aber keine Kraft – es sind nur Geschwindigkeiten angegeben – da fehlt was.

„Der mittlere Summand gibt die Fliehkraft an, die -entgegen Ihrer jüngsten Aussage- offensichtlich unabhängig von der Geschwindigkeit v der Kugel ist.“

Aber selbstverständlich, wenn dort nur ein fester Punkt und keine v-radial vorgesehen ist. Du betrachtest doch selbst eine reibungslose Kugel auf eine radiale Schiene – die Kugel fliegt nach außen infolge der Trägheit, d.h. in dem Fall ist die zentripetale Krfat = 0 – wir haben dann eine v-radial, die die zentripetale Kraft zu Null gebracht hat, oder umgekehrt – weil keine Zentripetal, entsteht v-radial. Was ist mit der Zentrifugalkraft? Also, hat eine v-radial Auswirkung auf die Größe der Fz? Man kann auch eine niedrigere v-radial nehmen – immer wird sie eine proportionale Auswirkung auf Fz nehmen.

„Dass Corioliskraft und Eulerkraft unverwechselbar sind, erkennt man am schnellsten daran, dass die Corioliskraft von der Geschwindigkeit v der Kugel abhängt, während die Eulerkraft unabhängig von v ist.“

Oben habe es bereits beschrieben – die Differenz zwischen beiden ist bis zur tangentialen Beschleunigung infolge Bahngeschwindigkeitsänderung – einmal ist sie Folge aus dr einmal aus dw. Die Formel sind aber aus den ursprünglichen Ursachen abgeleitet. Nichts dagegen, meine Gedanke war, beide Kräfte könnte man aus der tangentialen Beschleunigung ableiten, bzw. benennen. Und ununterscheidbar sind sie in Sinne von MESSEN – s. auch oben – ohne Kenntnis einer v-radial (die ist ja ohne Relation nicht messbar) misst man nur die Resultierende aus Coriolis- oder Euler- und Zentrifugalkraft.

„Deswegen ist die Diskussion darüber, ob die Corioliskraft eine reale, mechanische Kraft ist, in diesem Zusammenhang von Bedeutung.“

Ich diskutiere darüber nicht, sondern nur, ob der Name zurecht für eine reale aber auch für eine fiktive Kraft vergeben wurde. Dass die beiden mathematisch gleich berechenbar wären, ist noch keine Begründung für identischen Name – im einen Fall erfindet man eine nicht existierende Kraft, um den visuellen Eindruck des Beobachters rechtzufertigen. Die scheinbare Ablenkung ist aber auch mathematisch vollständig abgeschlossen mit v*w*t².

Ich habe noch keine Antwort über den Name der realen Zentralkraft, die Corioliskraft hervorruft. Ist sie nicht zufällig identisch mit der realen Zentralkraft für Eulerkraft?

Hoffentlich begreift Ihr beiden, dass ich nur über die Benennung dieser Kräfte spreche und Eure Tiraden über die reale Trägheitskraft auf einem rotierenden Bezugssystem, verbunden mit unverschämten Unterstellungen, völlig belanglos sind. :shock:

Liebe Grüße
Ljudmil
scharo
 
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