Ernst hat geschrieben:Damit sind alle deine früheren Einwürfe obsolet.
Unsinn, was soll diese Rabulistik? Ich habe meine Überlegungen begonnen mit dem Satz:"Nehmen wir mal an, es käme tatsächlich zu ungleichen Laufzeiten der beiden Teilstrahlen des MMI."
Meine weiteren Überlegungen haben die Conclusio, dass es auch bei dieser Annahme zu keiner Wanderung der Interferenzstreifen kommt. Dein Versuch, mich auf irgendeine Annahme festzunageln, ist m.E. schlechter Diskussionsstil. Meine früheren Einwände hatten die Aussage, dass es keine unterschiedlichen Laufzeiten gibt, und nun überlege ich eben mal, was passiert, WENN es sie gäbe! Man wird doch wohl noch über unterschiedliche Theorien nachdenken dürfen!
Ernst hat geschrieben:Die Breite der Wanderung. Also entweder direkt die Breite der Verschiebung (hin und her) der Sinuswellen gegeneinander oder indirekt interferometrisch die Breite der Verschiebung (hin und her) der Streifen.
Es gibt keine Wanderung! Und man kann die Breite einer Amplitude überhaupt nicht messen, weil sie gar nicht existiert sondern nur den Grad der elektr. Feldstärke bezeichnet. Man kann also nur die Intensität sichtbar machen und messen und ihre Verschiebung, falls ein Ortswechsel geschieht. Der kann schon mal nicht geschehen, also müsste man die ungemein winzigen Differenzen der Intensität messen. Auf diese Idee ist allerdings noch niemand gekommen, höchstwahrscheinlich weil diese kleinen Differenzen mit heutigen technischen Mitteln nicht messbar sind bzw. unter der Fehlergrenze liegen od. im Rauschen untergehen!
Ernst hat geschrieben:Nicht die Breite der Streifen Die Breite der Wanderung der Streifen
Die Streifen wandern nicht!
Ernst hat geschrieben:Das ist doch dasselbe. Die Verschiebung des Musters hin und zurück bezeichne ich als Breite der Wanderung. Das sollte doch verständlich sein.
Das ist nicht dasselbe. Entweder verschiebt sich ein Muster oder es verschiebt sich nicht. Verschiebung eines Musters und keine Verschiebung dieses Musters ist eben nicht dasselbe.
Ernst hat geschrieben:Von einer Breite der Intensität hab ich nicht gesprochen . Sondern von einer Breite der Wanderung des Interferenzmusters. Das ist die Verschiebung hin und her
Eine Verschiebung eines Musters nach irgendeiner Richtung hat keine Breite sondern die Länge einer Strecke. Michelson erwartete eine Verschiebung des Musters um eine optische Weglänge, die sich aus der Zeitdifferenz ergibt. Dass diese Länge nicht durchmessen wird, weil die Verschiebung gegenseitig erfolgt, hat er wohl übersehen. In seinem Paper ist davon auch keine Rede!
Ernst hat geschrieben:Man lenkt beide Strahlen auf einen gemeinsamen Punkt. Dann ergeben sich an diesem Punkt beim Drehen Helligkeitsänderungen bei deiner Animation von grau nach weiß und wieder nach grau. Die Intensität des Grau ist dabei das Maß für die Phasenverschiebung während der Drehung. Würde sich die Helligkeit von schwarz nach weiß und wieder nach schwarz ändern, dann betrüge diese Phasenschiebung gerade 2pi. Die Graustufe (grau über weiß nach grau) ergibt einen entsprechend kleineren Winkel.
Das wäre nichts anderes als eine Differenzmessung der Intensität und da müsste man zuerst auf die Idee kommen, dass sich keine Streifenverschiebung ergibt, sondern eine Intensitätsänderung der unverschobenen Streifen. Daran hat weder Michelson noch sonst wer gedacht! Sondern bisher hat man stets aus der Zeitdifferenz eine Verschiebung des Musters um eine bestimmte Strecke angenommen. Und das ist eben der Irrtum an der Sache!
Ernst hat geschrieben:Die interferometrische Auswertung, welche das gleiche Ergebnis eleganter und genauer liefert, ist nur eine ander Methode zur Erlangung des gleichen Meßwertes.
Detektoren (Photodioden) werden in der Interferometrie als Zähler eingesetzt, sie zählen die Durchgänge der Intensitäten z.B. bei Längenmessungen, machen aber keine graduellen Messungen einzelner Intensitäten. Bei dieser Zählung der Durchgänge wandernder Phasen auch noch eine temperaturstabilisierte relative Intensitätsmessung durchzuführen, wäre enorm aufwändig. Macht man in der Interferometrie auch nicht, weil hier nur Wellenlängen gezählt werden und das reicht völlig aus. Das ist bei normalen Anwendungen der Interferometrie möglich, weil hier Phasenverschiebungen gegenüber einer konstanten Phase gezählt werden. Diese Möglichkeit hat man offenbar auch beim MMI angenommen - aber hier gibt es sie nicht, weil die Phasenverschiebung im Falle ungleicher Laufzeiten gegenseitig erfolgt und die Intensitäten daher nicht wandern!
Deine Ausführungen angesichts der Erkenntnis dieser gegenseitigen Verschiebung (wobei die opt. Weglänge laut Zeitdifferenz eben nicht auftritt) sind daher m.E. ein recht fadenscheiniger Versuch, immer noch Recht zu behalten. Aber nicht wandernde Intensitäten kann man leider nicht zählen und auch nicht gucken, wie weit sie gewandert sind!
Michelson hatte aber kein Nullergebnis, sondern einen zu geringen Wert. Daraus muss man schließen, dass diese gegenseitige Phasenverschiebung nicht ganz symmetrisch erfolgt und je nach Lage des MMI einen geringen Überhang nach der einen und der anderen Richtung hat. Dafür gibt es auch eine Ursache, nämlich den Strahlteiler, an welchem die Transmission eines Strahls mit der Reflexion des anderen Strahls nur in der Neutralstellung an einem Punkt zusammentreffen, wogegen sich diese Punkte in allen anderen Lagen voneinander trennen. Daraus ergibt sich ein Effekt zweiter Ordnung, den man vernachlässigen könne, meinte Michelson, der ja eine weit größere Wanderung der Streifen erwartete.
Grüße
Harald Maurer