Michelson Morley Experiment

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon Harald Maurer » Di 27. Mai 2014, 11:55

Chief hat geschrieben:Das Gleiche ergibt sich wenn beide Strahlen unterschiedlich schnell unterwegs sind.

SInd sie ja nicht. Vom Umlenker zur Aufweitungslinse sind sie gleich schnell, haben die gleiche Periodendauer, gleiche Wellenlänge und die gleiche Phasenlage in der Neutralsituation! Ungleiche Laufzeiten auf den Teilstrecken verändern nur die Phasenlage und sonst nichts. Diese Phasenlage verändert sich abhängig vom Drehwinkel des MMI aber nicht jeweils relativ zu einer konstanten Phasenlage, sondern eben entgegen gesetzt um einen Bruchteil der Wellenlänge. Fazit: das Maximum der Amplitudenaddition bleibt in der Mitte der beiden entgegen gesetzten Phasenverschiebungen!
Bild
Eine Verschiebung der Intensität kann sich aber nur ergeben, wenn eine der Phasen unbewegt bleibt.
Bild
Dann verschiebt sich ein heller Streifen in jene Richtung, in welche sich die andere Phase verschiebt. Im MMI bleibt aber keine der Phasen konstant am gleichen Ort, sondern sie verschieben sich gleichzeitig voneinander weg oder zueinander zu. Es gibt demnach keine bevorzugte Richtung, in welche sich die Intensität der addierten Amplituden verschieben könnte.


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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon Ernst » Di 27. Mai 2014, 13:20

Harald Maurer hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:Das Gleiche ergibt sich wenn beide Strahlen unterschiedlich schnell unterwegs sind.

SInd sie ja nicht. Vom Umlenker zur Aufweitungslinse sind sie gleich schnell, haben die gleiche Periodendauer, gleiche Wellenlänge und die gleiche Phasenlage in der Neutralsituation!

Beide Strahlen haben ja ihre Wege mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bereits hinter sich, wenn sie parallel vom Umlenker zur Linse laufen. Periodendauer und Wellenlänge sind gleich, aber die Phasen sind bereits gegeneinander verschoben.

Ungleiche Laufzeiten auf den Teilstrecken verändern nur die Phasenlage und sonst nichts.

Und sonst nichts :?: :?: :?:
Das ist der Meßwert :!: :!: :!: Und sonst nichts.
Jedenfalls ist dieses dein Eingeständnis fundamental erfreulich :)

Diese Phasenlage verändert sich abhängig vom Drehwinkel des MMI aber nicht jeweils relativ zu einer konstanten Phasenlage, sondern eben entgegen gesetzt um einen Bruchteil der Wellenlänge. Fazit: das Maximum der Amplitudenaddition bleibt in der Mitte der beiden entgegen gesetzten Phasenverschiebungen!

Der Meßwert ist das shift der Streifen :!: :!: :!: Die Breite der Wanderung der Streifen :!: :!: :!:

Genau wie du es hier zeigst:

Bild

Eine Verschiebung der Intensität kann sich aber nur ergeben, wenn eine der Phasen unbewegt bleibt.
Bild
Dann verschiebt sich ein heller Streifen in jene Richtung, in welche sich die andere Phase verschiebt. Im MMI bleibt aber keine der Phasen konstant am gleichen Ort, sondern sie verschieben sich gleichzeitig voneinander weg oder zueinander zu. Es gibt demnach keine bevorzugte Richtung, in welche sich die Intensität der addierten Amplituden verschieben könnte.

Richtig. Es bleibt keine Phase am gleichen Ort.
In deiner unteren Animation bleibt die schwarze Phase nicht konstant, sondern wandert ebenfalls. Beide wandern aber in entgegengesetzter Richtung. Geanau wie in deiner oberen Animation.
Und die Breite dieser Wanderung ist der Meßwert.

Du bist ganz nah dran an der Erkenntnis :!: :)
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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon Harald Maurer » Di 27. Mai 2014, 16:01

Ernst hat geschrieben:Und sonst nichts
Das ist der Meßwert Und sonst nichts.
Jedenfalls ist dieses dein Eingeständnis fundamental erfreulich

Was für ein Eingeständnis? Ich untersuche den Fall ungleicher Laufzeiten und komme zum Ergebnis. dass auch in diesem Fall keine Streifenverschiebung auftreten kann!
Ernst hat geschrieben:Der Meßwert ist das shift der Streifen Die Breite der Wanderung der Streifen

Nein, die Breite der Intensitäten wird nicht gemessen. Man erwartet eine Verschiebung eines hellen Streifens im Ausmaß einer optischen Weglänge, die sich aus der Zeitdifferenz ergeben sollte! Eine Verschiebung in eine bestimmte Richtung kann es aber nicht geben!

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Michelson- ... Experiment
"Dreht man das Experiment beispielsweise um 90 Grad, vertauscht die obigen Formeln für die Laufzeiten von und , erhält man einen Zeitunterschied von
Bild
Somit ergibt sich ein Laufzeitunterschied von Bild zum Ausgangsexperiment. Dies entspricht einem optischen Weglängenunterschied von
Bild
falls wie im Experiment von 1887 eine effektive Armlänge des Interferometers von L = 11 m gewählt wird. Die relative Verschiebung der Interferenzmuster ergibt sich mit z.B. einer Wellenlänge Bild als
Bild
Der Mittelwert von sechs Messreihen, die am 8., 9. und 11. Juli 1887 durchgeführt wurden, betrug statt 0,44 jedoch mit Sicherheit weniger als 0,02 (oder vielleicht sogar weniger als 0,01), was einer Geschwindigkeit von 8 km/s (bzw. 5 km/s) entsprach. Das Ergebnis war zwar nicht vollständig negativ, jedoch wurde es angesichts des erwarteten, sehr viel größeren Wertes allgemein als ein Nullresultat gewertet."
-----------------
Die relative Verschiebung der Interferenzmuster ! Und nicht die Breite irgendwelcher Streifen! Das Muster verschiebt sich nicht. Werden die hellen Streifen breiter, so werden die dunklen Streifen schmäler! Aber das Muster bewegt sich nicht.
Ernst hat geschrieben:Und die Breite dieser Wanderung ist der Meßwert.

Nein, das ist er nicht. Lies den Wikipedia Abschnitt. Man erwartet eine Verschiebung des gesamten Musters im Betrag von 0,44 der Wellenlänge. Das ist der optische Weg aufgrund der Zeitdifferenz in eine Richtung!
Ernst hat geschrieben:Du bist ganz nah dran an der Erkenntnis

Ja, an der Erkenntnis, dass man mit dem MMI keinen Äther nachweisen kann! Wenn Du jetzt von der Messung einer Breite der Intensität sprichst, bist DU sehr nahe an dieser Erkenntnis!

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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon Harald Maurer » Di 27. Mai 2014, 16:20

Chief hat geschrieben:Das sieht dann so aus.

Bild
Unsinn. Es gibt keine Lichtquelle, in der die Wellenfronten zum Zentrum laufen! Außerdem geht die Phasenverschiebung nur um den Bruchteil der Wellenlänge hin und her! Michelson erwartete eine relative Verschiebung des Musters im Ausmaß von 0,44 der Wellenlänge in eine Richtung und wieder zurück! Und genau diese Art von Verschiebung kann es nicht geben! Weil sich die Intensitäten nicht von der Stelle rühren.

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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon Ernst » Di 27. Mai 2014, 17:38

Harald Maurer hat geschrieben:Was für ein Eingeständnis?

Dieses:
Haralld Maurer hat geschrieben:Ungleiche Laufzeiten auf den Teilstrecken verändern nur die Phasenlage....

Damit sind alle deine früheren Einwürfe obsolet. :!:
Es geht nun nur noch darum, ob und wie man die Phasenlagen messen kann.
Man kann sie messen. Mit unterschiedlichen Mitteln.

Ernst hat geschrieben:Der Meßwert ist das shift der Streifen Die Breite der Wanderung der Streifen

Nein, die Breite der Intensitäten wird nicht gemessen.

Die Breite der Wanderung. :!: Also entweder direkt die Breite der Verschiebung (hin und her) der Sinuswellen gegeneinander oder indirekt interferometrisch die Breite der Verschiebung (hin und her) der Streifen.

Die relative Verschiebung der Interferenzmuster ! Und nicht die Breite irgendwelcher Streifen! Das Muster verschiebt sich nicht. Werden die hellen Streifen breiter, so werden die dunklen Streifen schmäler! Aber das Muster bewegt sich nicht.

Nicht die Breite der Streifen :!: Die Breite der Wanderung der Streifen :!:
Die Streifen selbst bleiben immer konstant breit.


Ernst hat geschrieben:Und die Breite dieser Wanderung ist der Meßwert.

Nein, das ist er nicht. Lies den Wikipedia Abschnitt. Man erwartet eine Verschiebung des gesamten Musters im Betrag von 0,44 der Wellenlänge. Das ist der optische Weg aufgrund der Zeitdifferenz in eine Richtung!

Das ist doch dasselbe. Die Verschiebung des Musters hin und zurück bezeichne ich als Breite der Wanderung. Das sollte doch verständlich sein.

Ernst hat geschrieben:Du bist ganz nah dran an der Erkenntnis

Ja, an der Erkenntnis, dass man mit dem MMI keinen Äther nachweisen kann! Wenn Du jetzt von der Messung einer Breite der Intensität sprichst, bist DU sehr nahe an dieser Erkenntnis!

Von einer Breite der Intensität hab ich nicht gesprochen :!: . Sondern von einer Breite der Wanderung des Interferenzmusters. Das ist die Verschiebung hin und her :!:

Deine jetzt noch vorhandenen Zweifel beruhen lediglich auf einem Unverständnis der Messung der Phasenverschiebung. Daß es eine solche Phasenverschiebung infolge der unterschiedlichen Laufzeiten gibt, bestätigst du ja nun.

Man kann die Phasenverschiebung prinzipiell ganz ohne Interferometer direkt messen Dazu drei Schnappschüsse deiner Animation und zusätzlich zwei größere Ausschläge (pi) nach beiden Seiten:´
Man lenkt beide Strahlen auf einen gemeinsamen Punkt. Dann ergeben sich an diesem Punkt beim Drehen Helligkeitsänderungen bei deiner Animation von grau nach weiß und wieder nach grau. Die Intensität des Grau ist dabei das Maß für die Phasenverschiebung während der Drehung. Würde sich die Helligkeit von schwarz nach weiß und wieder nach schwarz ändern, dann betrüge diese Phasenschiebung gerade 2pi. Die Graustufe (grau über weiß nach grau) ergibt einen entsprechend kleineren Winkel.

Interferenz direkt.JPG
Interferenz direkt.JPG (44.77 KiB) 6171-mal betrachtet


Die interferometrische Auswertung, welche das gleiche Ergebnis eleganter und genauer liefert, ist nur eine ander Methode zur Erlangung des gleichen Meßwertes.
.
.
Zuletzt geändert von Ernst am Di 27. Mai 2014, 19:04, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon deejey » Di 27. Mai 2014, 18:37

Chief hat geschrieben:
Spacerat hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:Nix hypothetisch, sonst gibt es keine Elektrodynamik!
Das wage ich mal zu bezweifeln.

Tja dann musst du Elektrodynamik (Induktion, Magnetfelder etc.) komplett abschaffen! Nichts kann durch nichts wechselwirken - also ein Äther ist absolute Selbstverständlichkeit!

Das ist deine Behauptung, deine Privatansicht, wie Kurts BT
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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon deejey » Di 27. Mai 2014, 19:18

Highway hat geschrieben:
...
Das ist deine Behauptung, deine Privatansicht, wie Kurts BT


Die Wissenschaftler von heute sind die Deppen von morgen. War bisher immer so.

Was für ein dummes Zeug :D :D :D
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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon deejey » Di 27. Mai 2014, 19:20

Spacerat hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:also ein Äther ist absolute Selbstverständlichkeit!
Veto! Absolute selbstverständlichkeit sind Objekte auf der einen und EM-WW auf der anderen Seite. Objekte "produziert" EM-WW und EM-WW regt Objekte zu dieser "Produktion" an. EM-WW kann ohne Objekte zwar nicht existieren, jedoch kann sie von einem Objekt ausgehend auch noch in Entfernung und in völliger Abwesenheit weiterer Objekte wirken (theoretisch jedenfalls, denn zur Feststellung dieser Wirkung werden wieder ein oder mehrere weitere Objekte benötigt). Objekte können rein hypothetisch nicht mehr Energie aufnehmen um selbstständig auf LG zu Beschleunigen. Mehrere (bzw eine Größere Masse) Objekte aber können auf ein kleineres (bzw eine geringere Masse) per EM-WW eine Kraft wirken, die das kleinere Objekt bzw. die Relativgeschwindigkeit zwischen beiden auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigt. Dadurch gibt es rein hypothetisch höher energetische EM-WW als Licht und diese EM-WW dürfte der gesuchte Äther sein. BTW.: Evtl. findet ihr diesen Äther ja im Plasmaversum, wo er allgegenwärtig überall zwischen den Ladungsträgern rumdümpelt (formlos, materielos, einfach nichts). Und das ist meine persönliche Ansicht, das muß mir keiner sagen.

Je mehr Yackmist du von Daniel Düsentrieb übernimmst desto sinnloser werden deine ... ja, ich weiß garnicht wie man das da oben nun nennen soll :shock:
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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon Harald Maurer » Di 27. Mai 2014, 21:46

Ernst hat geschrieben:Damit sind alle deine früheren Einwürfe obsolet.

Unsinn, was soll diese Rabulistik? Ich habe meine Überlegungen begonnen mit dem Satz:"Nehmen wir mal an, es käme tatsächlich zu ungleichen Laufzeiten der beiden Teilstrahlen des MMI."
Meine weiteren Überlegungen haben die Conclusio, dass es auch bei dieser Annahme zu keiner Wanderung der Interferenzstreifen kommt. Dein Versuch, mich auf irgendeine Annahme festzunageln, ist m.E. schlechter Diskussionsstil. Meine früheren Einwände hatten die Aussage, dass es keine unterschiedlichen Laufzeiten gibt, und nun überlege ich eben mal, was passiert, WENN es sie gäbe! Man wird doch wohl noch über unterschiedliche Theorien nachdenken dürfen!
Ernst hat geschrieben:Die Breite der Wanderung. Also entweder direkt die Breite der Verschiebung (hin und her) der Sinuswellen gegeneinander oder indirekt interferometrisch die Breite der Verschiebung (hin und her) der Streifen.

Es gibt keine Wanderung! Und man kann die Breite einer Amplitude überhaupt nicht messen, weil sie gar nicht existiert sondern nur den Grad der elektr. Feldstärke bezeichnet. Man kann also nur die Intensität sichtbar machen und messen und ihre Verschiebung, falls ein Ortswechsel geschieht. Der kann schon mal nicht geschehen, also müsste man die ungemein winzigen Differenzen der Intensität messen. Auf diese Idee ist allerdings noch niemand gekommen, höchstwahrscheinlich weil diese kleinen Differenzen mit heutigen technischen Mitteln nicht messbar sind bzw. unter der Fehlergrenze liegen od. im Rauschen untergehen!
Ernst hat geschrieben:Nicht die Breite der Streifen Die Breite der Wanderung der Streifen

Die Streifen wandern nicht!
Ernst hat geschrieben:Das ist doch dasselbe. Die Verschiebung des Musters hin und zurück bezeichne ich als Breite der Wanderung. Das sollte doch verständlich sein.

Das ist nicht dasselbe. Entweder verschiebt sich ein Muster oder es verschiebt sich nicht. Verschiebung eines Musters und keine Verschiebung dieses Musters ist eben nicht dasselbe.
Ernst hat geschrieben:Von einer Breite der Intensität hab ich nicht gesprochen . Sondern von einer Breite der Wanderung des Interferenzmusters. Das ist die Verschiebung hin und her

Eine Verschiebung eines Musters nach irgendeiner Richtung hat keine Breite sondern die Länge einer Strecke. Michelson erwartete eine Verschiebung des Musters um eine optische Weglänge, die sich aus der Zeitdifferenz ergibt. Dass diese Länge nicht durchmessen wird, weil die Verschiebung gegenseitig erfolgt, hat er wohl übersehen. In seinem Paper ist davon auch keine Rede!
Ernst hat geschrieben:Man lenkt beide Strahlen auf einen gemeinsamen Punkt. Dann ergeben sich an diesem Punkt beim Drehen Helligkeitsänderungen bei deiner Animation von grau nach weiß und wieder nach grau. Die Intensität des Grau ist dabei das Maß für die Phasenverschiebung während der Drehung. Würde sich die Helligkeit von schwarz nach weiß und wieder nach schwarz ändern, dann betrüge diese Phasenschiebung gerade 2pi. Die Graustufe (grau über weiß nach grau) ergibt einen entsprechend kleineren Winkel.

Das wäre nichts anderes als eine Differenzmessung der Intensität und da müsste man zuerst auf die Idee kommen, dass sich keine Streifenverschiebung ergibt, sondern eine Intensitätsänderung der unverschobenen Streifen. Daran hat weder Michelson noch sonst wer gedacht! Sondern bisher hat man stets aus der Zeitdifferenz eine Verschiebung des Musters um eine bestimmte Strecke angenommen. Und das ist eben der Irrtum an der Sache!
Ernst hat geschrieben:Die interferometrische Auswertung, welche das gleiche Ergebnis eleganter und genauer liefert, ist nur eine ander Methode zur Erlangung des gleichen Meßwertes.

Detektoren (Photodioden) werden in der Interferometrie als Zähler eingesetzt, sie zählen die Durchgänge der Intensitäten z.B. bei Längenmessungen, machen aber keine graduellen Messungen einzelner Intensitäten. Bei dieser Zählung der Durchgänge wandernder Phasen auch noch eine temperaturstabilisierte relative Intensitätsmessung durchzuführen, wäre enorm aufwändig. Macht man in der Interferometrie auch nicht, weil hier nur Wellenlängen gezählt werden und das reicht völlig aus. Das ist bei normalen Anwendungen der Interferometrie möglich, weil hier Phasenverschiebungen gegenüber einer konstanten Phase gezählt werden. Diese Möglichkeit hat man offenbar auch beim MMI angenommen - aber hier gibt es sie nicht, weil die Phasenverschiebung im Falle ungleicher Laufzeiten gegenseitig erfolgt und die Intensitäten daher nicht wandern!
Deine Ausführungen angesichts der Erkenntnis dieser gegenseitigen Verschiebung (wobei die opt. Weglänge laut Zeitdifferenz eben nicht auftritt) sind daher m.E. ein recht fadenscheiniger Versuch, immer noch Recht zu behalten. Aber nicht wandernde Intensitäten kann man leider nicht zählen und auch nicht gucken, wie weit sie gewandert sind!
Michelson hatte aber kein Nullergebnis, sondern einen zu geringen Wert. Daraus muss man schließen, dass diese gegenseitige Phasenverschiebung nicht ganz symmetrisch erfolgt und je nach Lage des MMI einen geringen Überhang nach der einen und der anderen Richtung hat. Dafür gibt es auch eine Ursache, nämlich den Strahlteiler, an welchem die Transmission eines Strahls mit der Reflexion des anderen Strahls nur in der Neutralstellung an einem Punkt zusammentreffen, wogegen sich diese Punkte in allen anderen Lagen voneinander trennen. Daraus ergibt sich ein Effekt zweiter Ordnung, den man vernachlässigen könne, meinte Michelson, der ja eine weit größere Wanderung der Streifen erwartete.

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Re: Michelson Morley Experiment

Beitragvon Kurt » Mi 28. Mai 2014, 07:55

Chief hat geschrieben:
Spacerat hat geschrieben:Ach nee.
Woher weisst du denn, wie die aussehen?

Das frage ich dich? Und wer zieht an den Enden und wie? Muskelkraft?


Das ist die "Geisteskraft".
Geisteskraft zieht an Geisterstricken.


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