Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Sa 7. Mär 2015, 20:47

Ernst hat geschrieben:Erstens geht es hier gar nicht um Reihenfolgen, sondern um Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit. Zwischen zwei gleichzeitigen Ereignissen ist kein Zeitintervall für einen Vorganung, der dort möglich ist, wo die gleichen Ereignisse ungleichzeitig sind.

Doch. Du nimmst an, dass der Vorgang A zeitlich zwischen den Einschlägen der Blitze stattfindet, unabhängig davon, dass die Blitzeinschläge keinen kausalen Zusammenhang mit dem Vorgang A haben. Dann transformierst du die Situation in ein anderes IS und stellst fest, dass dass die Blitze gleichzeitig einschlagen. Da nach deiner Annahme der Vorgang A ja zwischen den Blitzeinschlägen stattfinden soll, kann dieser nicht mehr stattfinden. Wenn du das aber mal innerhalb der SRT nachrechnest, dann stellst du fest, dass der Vorgang A, dann vor bzw. nach den Blitzeinschlägen stattfindet. Das kann in der SRT sein, widerspricht aber dem Ernstschen Reihenfolgeaxiom. Wie gesagt, den Widerspruch gibt es zwischen der SRT und deinem Axiom. Man kann jetzt glauben, dass dieses Axiom so absolut gülitg ist, wie du behauptest, oder auch nicht.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Sa 7. Mär 2015, 22:38

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Erstens geht es hier gar nicht um Reihenfolgen, sondern um Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit. Zwischen zwei gleichzeitigen Ereignissen ist kein Zeitintervall für einen Vorganung, der dort möglich ist, wo die gleichen Ereignisse ungleichzeitig sind.

Doch. Du nimmst an, dass der Vorgang A zeitlich zwischen den Einschlägen der Blitze stattfindet, unabhängig davon, dass die Blitzeinschläge keinen kausalen Zusammenhang mit dem Vorgang A haben. Dann transformierst du die Situation in ein anderes IS und stellst fest, dass dass die Blitze gleichzeitig einschlagen. Da nach deiner Annahme der Vorgang A ja zwischen den Blitzeinschlägen stattfinden soll, kann dieser nicht mehr stattfinden. Wenn du das aber mal innerhalb der SRT nachrechnest, dann stellst du fest, dass der Vorgang A, dann vor bzw. nach den Blitzeinschlägen stattfindet. Das kann in der SRT sein, widerspricht aber dem Ernstschen Reihenfolgeaxiom. Wie gesagt, den Widerspruch gibt es zwischen der SRT und deinem Axiom. Man kann jetzt glauben, dass dieses Axiom so absolut gülitg ist, wie du behauptest, oder auch nicht.

Wenn du Vorgänge, welche nacheinander ablaufen, dahingehend manipulieren willst, daß sie je nach Koordinatensystem (Beobachtung) ihre Aufeinanderfolge verlieren, dann ist das aphysikalisch.

Es hilft dir nicht mal, weil ich das Beispiel verändere.

In S
t1 Ein Blitz schlägt in S bei x1 ein
t2-t3 Ein Vorgang A in S für alle x, kausal begründet im vorhergehenden Blitz
t4 Ein zweiter Blitz, kausal begründet durch den Vorgang A
t5-t6 Ein Vorgang B in S für alle x. kausal begründet durch den zweiten Blitz.

In S' ist t1'=t4
Der zweite Blitz kann gar nicht entstehen'

Bitte.

PS: "Vorgang für alle x" bedeutet z.B. , eine Linie im ganze Wertebereich von x wird "grün"
.
.
Zuletzt geändert von Ernst am Sa 7. Mär 2015, 22:46, insgesamt 1-mal geändert.
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Sa 7. Mär 2015, 22:46

Ernst hat geschrieben:Wenn du Vorgänge, welche nacheinander ablaufen, dahingehend manipulieren willst, daß sie je nach Koordinatensystem (Beobachtung) ihre Aufeinanderfolge verlieren, dann ist das aphysikalisch.

Falls das Ernstsche Reihenfolgeaxiom festlegt, was physikalisch ist.

Ernst hat geschrieben:In S
t1 Ein Blitz schlägt in S bei x1 ein
t2-t3 Ein Vorgang A in S für alle x, kausal begründet im vorhergehenden Blitz
t4 Ein zweiter Blitz, kausal begründet durch den Vorgang A
t5-t6 Ein Vorgang B in S für alle x. kausal begründet durch den zweiten Blitz.

In S' ist t1'=t2'

Bitte.

PS: "Vorgang für alle x" bedeutet z.B. , eine Linie im ganze Wertebereich von x wird "grün"
.
.

Es gibt dieses S' in der SRT nicht. Die LT wandeln nicht zeitartig in raumartig verbundene Ereignisse um.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Sa 7. Mär 2015, 22:54

contravariant hat geschrieben:Es gibt dieses S' in der SRT nicht. Die LT wandeln nicht zeitartig in raumartig verbunden Ereignisse um.


Das hat damit gar nichts zu tun, weil hier keine "Ereignisse", sondern Vorgänge im Kontinuum erfolgen.

"Vorgang für alle x" bedeutet z.B. , eine Linie im ganze Wertebereich von x wird "grün"

.
.
Zuletzt geändert von Ernst am Sa 7. Mär 2015, 22:55, insgesamt 2-mal geändert.
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Sa 7. Mär 2015, 22:56

Ernst hat geschrieben:Das hat damit gar nichts zu tun, weil hier keine "Ereignisse", sondern Vorgänge im Kontinuum erfolgen.

Dann mach ein Zahlenbeispiel.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Sa 7. Mär 2015, 23:01

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Das hat damit gar nichts zu tun, weil hier keine "Ereignisse", sondern Vorgänge im Kontinuum erfolgen.

Dann mach ein Zahlenbeispiel.


Zahlen brechen keine geschlossene Lösung

t2'-t1'=0
(t2-v*x2/c²)gamma - (t1-v*x1/c²)gamma = 0
t2 - v*x2/c² - t1 + v*x1/c² = 0
t2-t1=v*x2/c²- v*x1/c²
t2-t1=(x2-x1)v/c²

Der Vorgang A im Kontinuum erfolgt in S im Zeitraum t1 bis t2.

Der Trugschluß Eurer Betrachtung besteht darin, daß ihr grundsätzlich nur zeitlich und räumliche punktuelle Ereignisse kennt. Anderes gibt's in der Kommunikation der SRT gar nicht.
In der realen Welt der Physik gibt's aber zeitlich endliche Vorgänge im räumlichen Kontinuum. (Die ganze Nebelkammer werde gleichzeitig nebelig etc). Da versagt die SRT, weil sie gleichzeitige Vorgänge an unendlich vielen Punkten überhaupt nicht kennt.
.
.
Zuletzt geändert von Ernst am Sa 7. Mär 2015, 23:09, insgesamt 1-mal geändert.
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Sa 7. Mär 2015, 23:06

viewtopic.php?f=6&t=562&start=760#p88614
Ernst hat geschrieben:In S
t1 Ein Blitz schlägt in S bei x1 ein
t2-t3 Ein Vorgang A in S für alle x, kausal begründet im vorhergehenden Blitz
t4 Ein zweiter Blitz, kausal begründet durch den Vorgang A
t5-t6 Ein Vorgang B in S für alle x. kausal begründet durch den zweiten Blitz.

Blitzeinschlag (t1,x1) löst also den Vorgang A, der bei (t2,x2) beginnt, aus. Dann sind wohl (t1,x1) und (t2,x2) zeitartig verbunden. Damit ist (x2-x1)/(t2-t1) <= c (1).

Ernst hat geschrieben:Zahlen brechen keine geschlossene Lösung

t2'-t1'=0
(t2-v*x2/c²)gamma - (t1-v*x1/c²)gamma = 0
t2 - v*x2/c² - t1 + v*x1/c² = 0
t2-t1=v*x2/c²- v*x1/c²
t2-t1=(x2-x1)v/c²

Der Vorgang A im Kontinuum erfolgt in S im Zeitraum t1 bis t2.
.
.

v = (t2-t1)/(x2-x1)*c^2
In (1) hatten wir (x2-x1)/(t2-t1) <= c (1).
=> v = (t2-t1)/(x2-x1)*c^2 >= c^2/c = c.
Damit t2' = t1' müsste also die Geschwindigkeit zwischen den beiden IS größer oder gleich der LG sein. Das geht in der SRT aber nicht. Wie gesagt, das Szenario, das du hier zu konstruieren suchst, kann es in der SRT nicht geben.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Sa 7. Mär 2015, 23:18

contravariant hat geschrieben:Damit t2' = t1' müsste also die Geschwindigkeit zwischen den beiden IS größer oder gleich der LG sein. Das geht in der SRT aber nicht. Wie gesagt, das Szenario, das du hier zu konstruieren suchst, kann es in der SRT nicht geben.

Siehe meinen sich zeitlich überschneidenden Beitrag.

Man kann die Kausltätsverletzung auch einfach dadurch veranschaulichen, wenn man die Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse selbst als Kausalität für einen nachfolgenden vorgang setzt.
Gleichzeitige Ereignisse E1 und E2 >>>>>> Vorgang V findet statt.
Ungleichzeitieg Ereignisse E1' und E2`>>>>>>> Vorgang V findet nicht statt.

Nacht erstmal
.
.
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Sa 7. Mär 2015, 23:19

Highway hat geschrieben:Deshalb ist die SRT ja auch Mist! ;-)

Weil die SRT also keine Verletzungen der Kausalität zulässt, ist sie Mist. Ich habe schon eine Menge Gründe gehört, warum die SRT Mist ist, aber der ist richtig gut!
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Sa 7. Mär 2015, 23:22

Ernst hat geschrieben:Man kann die Kausltätsverletzung auch einfach dadurch veranschaulichen, wenn man die Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse selbst als Kausalität für einen nachfolgenden vorgang setzt.

Wie gesagt, du machst ständig äußere Annahmen (Reihenfolgeaxiom, Umdefinition der Kausalität) um einen innen Widerspruch in der SRT zu konstruieren.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

VorherigeNächste

Zurück zu Relativitätstheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 20 Gäste