Scheinkräfte

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Mo 30. Jan 2012, 21:12

scharo hat geschrieben:Das Ganze hat mit der Neigung der Kette und Gewichtskraft nichts zu tun – es ereignet sich in einer anderen Ebene - in der horizontale Ebene. Die dämliche Zeichnung und Text sprechen jedoch von der vertikalen Ebene, die reine Statik ist und „erklären“ eine angebliche Zentripetalkraft aus der unausgeglichenen Gewichtskraft

Ich habe Dir ja gerade erklärt, daß die Zeichnung den dynamischen Fall (BS IS) darstellt und die dazugehörenden Kräfte in der senkrechten Ebene veranschaulicht. Ich sagte ja, daß Du's vermutlich wieder nicht nachvollziehen kannst. Räumliches Denken ist angesagt.

Wo zum Teufel ist in allen von Dir präsentierten „Zeichnungen“ diese „Reaktionskraft“ enthalten???

Ja die "Zeichnungen" und die anderen 333 Original-Zitate und -Kopien. Alle verstehen nicht, was Du da an Vorstellungsphysik entwickelst, eben so wie sie alle die Federmasse oder die Orthogonalität Umfangseschwindigkeit/Zentripetalkraft nicht kapieren. Los, zeigs Ihnen, was Deine Vorstellungsphysik so zur Revision der 1000 lehrquellen leisten kann.
Die Reaktionskraft ist in einigen Zeichnungen deshalb nicht enthalten, weil niemand auf den Gedanken kam, daß da was unklar wäre. Sie haben eben nicht mit solcher Fabulierung der Physik gerechnet, wie Du sie hier aufführst. Aber das könnte Dir helfen, wenn Du endlich mal nachdenken würdest:

Kugel am Seil.png
Kugel am Seil.png (47.62 KiB) 3773-mal betrachtet


Links BS IS, rechts rotierendes BS

Im übrigen habe ich keine Lust mehr, auf Deine elementaren physikalischen Fehler zu reagieren.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Mo 30. Jan 2012, 21:58

Highway hat geschrieben: Mal eine Frage Ernst, wieso kann man in der linken Zeichnung (IS) die Kraft Ff nicht aus einer Vektoraddition von Fg und Fz gewinnen? Fb ebenso wenig. Sieht eher aus wie eine Vektorsubtraktion.

Die Zentripetalkraft ist keine eigenständige Kraft. Sie ist nur ein Platzhalter für reale Kräfte. Sie wird durch eigenständige Kräfte gebildet. Durch Seilkraft, Gravitation, Zwangskraft etc. Solche Kräfte bilden allein oder kombiniert die Zentripetalkraft. Hier bilden Schwerkraft und Seilkraft die Zentripetalkraft.
Bei einer Kugel am Faden ist es alleine die Fadenkraft. Bei Satelliten ist es allein die Schwerkraft. Bei der Kugel im Roulette ist es die Zwangskraft der äußeren Bande.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Mo 30. Jan 2012, 22:22

Highway hat geschrieben:Was ist das denn jetzt für ein Argument? das ist doch eine Ausrede, und eine schlechte dazu. Durch was die Kräfte gebildet werden ist doch egal. Man kann doch wohl erwarten, dass die resultierende Kraft durch vektorielle Addition darstellbar ist. Ich lasse mir ja erzählen, dass vielleicht nicht alle Kräfte eingezeichnet sind. Wenn dem so ist, dann bitte ich diese Kräfte nachzutragen.

Ich hab's doch beantwortet. Die resultierende Kraft aus Fg und Ff ist Fz.
Fg + Ff = Fz
Ff=Fz-Fg

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Mo 30. Jan 2012, 22:36

Highway hat geschrieben: Das sehe ich auch. Aber du verwendest doch überhaupt nicht alle auftretenden Kräfte aus der Zeichnung. Alle zusammen ergeben die Resultierende! :?

Um die resultierende Kraft an die Gondel zu ermitteln, werden alle Kräfte berücksichtigt, welche an die Gondel wirken. Und das sind nur Fg und Ff. (im BS IS)

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Zuletzt geändert von Ernst am Mo 30. Jan 2012, 22:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Di 31. Jan 2012, 00:15

Hallo Highway !
Bitte schau dir meine Erklärung zur Bahnregulierung der Satelliten an und gib eine Stellungnahme.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Di 31. Jan 2012, 08:36

Hallo Highway,Chief,Scharo ! !

Hannes hat geschrieben:Hallo Highway !
Bitte schau dir meine Erklärung zur Bahnregulierung der Satelliten an und gib eine Stellungnahme.

Hallo Hannes, ich weiß nicht genau worauf du hinaus willst,

Ich will zeigen, dass Fliehkraft mit STATIK nicht erklärt werden kann, wie es Ernst mit seinen Zeichnungen versucht. In der Statik ist Fliehkraft wirklich nicht vorhanden.Aber auch nicht Zentripetalkraft.
Fliehkraft ist eine höchst dynamische Kraft und kann daher nur mit Dynamik erklärt werden.
Mit Gruß
Hannes
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Di 31. Jan 2012, 12:33

Highway hat geschrieben:Für mich wird das auch immer merkwürdiger.

Da hatte ich bei Dir den gegenteiligen Eindruck. :(

Schon die Richtung der angeblichen Zentripetalkraft ist schon völlig willkürlich.


Bild

Was ist denn daran merkwürdig? In Deinem Bild ist die vertikale Komponente der Seilkraft kleiner als die Gewichtskraft. Die Differenz aus der Gewichtskraft und der vertikalen Seilkraftkomponente zieht die Gondel nach unten. Dadurch wächst die vertikale Seilkraftkomponente, solange bis sie der Gewichtskraft das Gleichgewicht hält und ein stabiler Kreis vorliegt.

Passiert praktisch, wenn eine Windboe eine Gondel plötzlich anhebt. Danach kehrt die Gondel in die stabile Kreisbahn zurück.

Gruß
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Lothar Pernes » Di 31. Jan 2012, 12:39

Highway hat geschrieben:…Das bedeutet: Nur eine Zentripetalbeschleunigung ohne Zentrifugalbeschleunigung ist erforderlich um dies [gemeint ist eine Kreisbahn] zu erreichen, die gleichzeitige Annahme einer zentrifugalen Beschleunigung gleichen Betrages (im IS) würde den Körper tangential von der Kreisbahn wegführen.

viewtopic.php?f=6&t=353&p=34779&hilit=Killerargument#p34779

Leider hat Highway meinen sich darauf beziehenden Beitrag, in dem ich ihn auf den Trugschluß hinweise und den richtigen Sachverhalt darstelle, nicht beachtet oder nicht begriffen.

Ich muß deshalb nochmal zu diesem Trugschluß und zu diesem Fehler zurückkommen. Auch deshalb, weil es sich hierbei um einen Hütchenspielertrick von Ernst und Co. handelt, der aufgedeckt werden muß, da er ständig wiederholt wird, zuletzt von Harald.

Dieser Trick ist die (bewußt) falsche Behauptung, daß wenn die Zentripetalkraft durch die Zentrifugalkraft ausgeglichen wäre, sich der umlaufende Körper tangential von der Kreisbahn entfernen würde.

Diese Behauptung läßt sich auch ohne mathematische Hilfsmittel „per Experiment“ als ganz offensichtlich falsch widerlegen wie folgt:

Längs des Äquators verlaufe eine Autobahn auf überall gleicher Höhe, also überall absolut waagrecht und horizontal, und dem entsprechend überall stets senkrecht zur radialen Richtung.
Ein Auto steht auf dieser Straße. Es wird in radialer Richtung zum Erdmittelpunkt hin zentripetal beschleunigt. Es fällt aber nicht dorthin, weil die gleich große Gegenkraft der Straße die Zentripetalkraft ausgleicht.
An diesem Gleichgewicht der radialen Kräfte ändert sich überhaupt nichts, wenn das Auto nun hundert Meter oder hundert Kilometer weiter wegfährt, oder langsam oder auch etwas schneller auf dieser Straße fährt: Stets wird die Zentripetalkraft durch eine entsprechende Gegenkraft ausgeglichen. Daß bei zunehmender Geschwindigkeit die Gegenkraft der Straße allmählich durch eine Zentrifugalkraft ersetzt wird, ändert auch nichts daran.

Wo sich auch das Auto gerade auf der Straße befindet, wie langsam oder schnell es auch gerade fährt, stets sind die radialen Kräfte im Gleichgewicht, und nirgendwo und zu keiner Zeit besteht ein Überschuß an einer zentripetalen Kraft; nirgendwo und zu keiner Zeit besteht eine nicht ausgeglichene zentripetale Kraft!

Trotzdem fährt das Auto auf einer Kreisbahn um die Erde herum. Und auch wenn es so schnell fährt, daß die Gegenkraft komplett von der Zentrifugalkraft kommt, fliegt es nicht tangential vom Äquator weg in die Höhe, sondern bleibt auf einer Kreisbahn!

Es ist hierbei völlig unerheblich, ob die zentripetale Kraft von einer Spiralfeder, einem Seil, oder von der Gravitation erbracht wird, oder ob die ausgleichende zentrifugale Kraft von dem Gegendruck der Straße, von einem entsprechenden Antrieb oder von der Zentrifugalkraft der Masse erbracht wird.

Wie dämlich also müssen Ernst und Co. sein, wenn sie behaupten, daß eine ausgeglichene Zentripetalkraft, d.h. ein Gleichgewicht zwischen den zentripetalen und zentrifugalen Kräften, zu einer tangentialen Entfernung von der Kreisbahn führen würde, und sich demnach das fahrende Auto tangential zur Erdkugel in die Lüfte erheben müßte, wenn die Gravitationskraft durch eine entsprechende Gegenkraft, z.B. eine vertikale Schubdüse, ausgeglichen wäre.

Nach Ernst und Co. müßte sich auch ein horizontal bewegender Hubschrauber, bei dem die Schwerkraft durch die Rotorblätter ausgeglichen wird, tangential zur Erdkugel in die Lüfte erheben.

Nach Ernst und Co. genügt also schon der bloße Ausgleich der zentripetalen Gravitationskraft, daß sich ein Hubschrauber oder eine Rakete in den Himmel erhebt.
Der Ausgleich der gravitativen Zentripetalkraft bewirkt aber lediglich, daß das Objekt auf gleicher Höhe über der Erdoberfläche bleibt. Besitzt das Objekt eine horizontale Geschwindigkeit, wird es deshalb stets eine Kreisbahnbewegung um die Erde ausführen.

Aus dem Experiment ist zu folgern, daß die Kreisbahn voraussetzt, daß Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft stets im Gleichgewicht sind.

Mit freundlichen Grüßen
L. Pernes
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Di 31. Jan 2012, 12:49

Lothar Pernes hat geschrieben: Aus dem Experiment ist zu folgern, daß die Kreisbahn voraussetzt, daß Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft stets im Gleichgewicht sind.

Aus dem Experiment ist zu folgern, daß Dein Stuß mit Physik nichts zu tun hat.

Eine kräftefreie oder kräfteausgeglichene Masse bewegt sich gleichförmig geradlinig. Das weiß jedes Schulkind.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Di 31. Jan 2012, 13:34

Hallo Highway !
Das bedeutet, dass mit zunehmender Flughöhe die Bahngeschwindigkeit abnehmen muss.

Das kann nicht stimmen, denn beim Bremsmanöver eines shuttles wird mit ABNEHMENDER Höhe die Bahngeschwindigkeit abnehmen.
Mit zunehmender Bahngeschwindigkeit steigt der Satellit, bis er bei genügend großer Bahngeschwindigkeit die Fluchtgeschwindigkeit erreicht und den Einfluss der Erde verlässt.Je größer die Bahngeschwindigkeit, umso größer die Fliehkraft, die ab einer gewissen Geschwindigkeit bewirkt, dass der Satellit die Erde verlässt.

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