Highway hat geschrieben:Ja, allerdings bezweifele ich das es ein Wunder ist. Sein Experiment funktioniert anders. Es funktioniert nicht mittels Interferenz oder mittels Dehnung oder Stauchung von Wellenzügen. Es funktioniert nach der Badekappenmethode, die du dem MMI gerne andichten möchtest.
Richtig, das Jupiter Experiment hat nichts mit dem MMI (da wurde nach dem Effekt aus v²/c² gesucht) zu tun, sondern ist ein Experiment
erster Ordnung - genau ein solches, wie es Michelson vorgeschlagen hat, nachdem er seinem Experiment misstraute.
Nach einer Phasendifferenz zu suchen, wäre uns nie in den Sinn gekommen, weil wir wissen, dass konstante Frequenz bzw. konstante Periodendauer sowohl bei Sender als auch beim Empfänger ja just deshalb zustande kommen, weil einer langen Welle mit v entgegen gefahren wird (daher c+v) und einer kurzen Welle davon gefahren wird (daher c-v), und das heißt eben, dass, obwohl z.B. eine Modulation mit c+v bzw. c-v über die Strecke bewegt wird, dies nur bei direkter Messung der Laufzeiten dieser Modulation erkennbar ist, aber nicht an der konstanten Frequenz beim Empfänger, die unabhängig von v eben immer gleich bleibt. Konstante Frequenz bei Sender und Empfänger bedeutet eben, dass sich an diesen beiden Punkten immer dasselbe abspielt. Da werden im Takt der Periode Amplituden abgesetzt und welche empfangen -
unabhängig von v immer in gleichen Perioden . Und woher soll dann da eine Phasenverschiebung kommen? Jede Änderung der Phasenlage wäre eben eine Änderung einer Periode.
Einen Pistolenschuss wird man je nach Entfernung nach einiger Zeit hören. Und die Laufzeit kann man messen. Bei einem bereits laufenden Sinuston geht das eben nicht - denn bei welcher Amplitude soll man das Mascherl denn befestigen?
Ernst begreift nicht, was es eigentlich bedeutet, wenn es heißt, die Frequenz oder Kreisfrequenz bleibt im MMI konstant. Eine Differenz in der Phasenlage soll sich bei Drehung des MMI auf den anderen Lichtstrahl übertragen. Wenn Ernst bereit wäre, etwas darüber nachzudenken, müsste ihm klar werden, dass genau das bei konstanter Frequenz nicht möglich ist. Wenn man am Endpunkt des MMI einen Ziel-Punkt bei einem der beiden Strahlen festlegt, dann haben die einlangenden Amplituden denselben Takt T. Würde nun dieser Strahl eine allfällige andere Phasenlage vom anderen Strahl übernehmen, weil der Apparat gedreht wird, so hätten diese einlangenden Amplituden plötzlich einen
anderen Takt, denn mit der Änderung einer Phasenlage ändern sich auch die Zeitpunkte, an welchen bei diesem festgelegten Punkt die Amplituden ein Maximum haben. Von einer konstanten Frequenz könnte dann keine Rede sein.
Ernst hat geschrieben:Auf die Länge des Meßarms passen bei unterschiedlichem Ätherwind unterschiedlich viele Wellen. Allein daraus ergibt sich ein Phasenversatz am Ziel.
Irrtum! Es kommt nicht darauf an, wieviel Wellen auf den Meßarm bei einer Momentaufnahme "passen", sondern darauf, wieviele Wellen innerhalb einer Zeiteinheit über den Meßarm
laufen! Bei einigem Nachdenken wirst Du vielleicht dahinter kommen, dass es angesichts einer konstanten Frequenz keinen Unterschied geben kann. D.h. während z.B. in einer Sekunde 1000 verkürzte Wellen langsam über die Strecke laufen, laufen auch in der gleichen Sekunde 1000 lange Wellen über die Strecke! Die Amplituden der längeren Wellen liegen zwar etwas weiter auseinander als bei den kurzen,
aber dafür sind sie schneller unterwegs als die kurzen!
Bei solchen Aussagen merkt man, dass Du die dynamischen Vorgänge nicht vor Deinen Augen hast.
Aber wenn ich zu einem Spiegel 1000 Hz schicke und der schickt unabhängig ob Ätherwind oder nicht 1000 Hz zurück und es kommt auch diese Frequenz zum Sender zurück, dann können nicht ungleiche Wellenanzahlen über die Strecke gelaufen sein! Denn bei ungleichen Anzahlen innerhalb gleicher Zeiteinheiten bliebe die Frequenz nicht konstant.
Mit Momentaufnahmen von "passenden" Wellen kommt man da nicht weiter. Man muss schon sehen, dass innerhalb einer Sekunde 1000 Amplituden in beiden Richtungen über die Strecke sausen und für die Konstanz der Frequenz sorgen. Mit oder ohne Ätherwind!
Grüße
Harald Maurer