Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon fallili » So 28. Jul 2013, 14:56

fallili hat geschrieben:Ein Beitrag der ganz besonders Lübecker betrifft.

Ich bin derzeit nur mit Laptop unterwegs und kann daher kein Minkowski Digramme zeichnen - zumindest nicht ohne viel zu viel Mühe.

Hab das aber mal auf Papier gemacht und dabei folgendes gesehen.

1) Ich hatte bisher mit ALLEM recht was ich gesagt habe!
2) Die bewegten Uhren desynchronisieren DEFINITIV NICHT bei der Beschleunigung. Daher ist es gar nicht nötig hier die ART zur Berechnung heranzuziehen.

ABER:

Aus dem bewegten System heraus betrachtet, sind die Uhren VON ANFANG AN NIEMALS SYNCHRON !!!!!
(Lübecker wird verstehen was ich da meine).

Es ist daher völlig überflüssig hier irgendwo verzweifelt nach einer "Desynchronisation" zu suchen, da die SRT die Situation völlig richtig beschreibt!

Aber ich muss leider gestehen, das trotz Lübeckers Beipiels mit der "Relativität der Gleichortigkeit" - welches ich verstehe - ich weiterhin Probleme habe mir diese "Relativität der Gleichzeitigkeit" vorzustellen.

ich "seh" da vor meinen Augen auch bei meinem Beispiel immer noch zwei Uhren mit der selben Zeigerstellung (bzw. 4 Uhren von denen die bewegten 2 und die ruhenden jeweils die selbe Zeigerstellung haben) und kapier nicht, wieso dies nicht heißt, dass BEIDE (also sowohl bewegter als auch ruhender Beobachter) diese Zeit jeweils als gleichzeitig beurteilen können.

Und insbesondere eben, das die variablen Uhren für das bewegte IS von Anfang an eben NICHT synchron sind!

Da wird Lübecker noch etwas Geduld mit mir haben müssen.
Aber jedenfalls ist mir nun klar, dass NICHT die SRT was falsches sagt, sondern ICH etwas einfach nicht und nicht verstehen kann.
(Hätte mich aber auch sehr gewundert, wenn es anders gewesen wäre)



So, auch wenn da von den Teilnehmern hier nichts beonders hilfreiches kommt, hindert mich das nicht daran weiter zu denken.
Und, wie es aussieht - sind die SRT Befürworter auch nicht immer in der Lage das Richtig auszusagen - bzw. die Fehler in den Überlegungen Anderer zu finden.
Und daher wird hier nur weiter über Desynchronissation geredet, ohne zu sehen, dass diese nicht nötig ist.

Dazu ein NOCHMALS EINFACHERES Beispiel. (Meine Meinung ist, soweit wie möglich immer einfacher machen und, ich sag es jetzt schon mal voraus - es zahlt sich aus)


Jetzt gibt es nur mehr zwei Uhren vorne und hinten an einem Bahnhof:
Wenn beide Uhren die selbe Zeit anzeigen z.b. exakt 12 Uhr - sagt dies etwas über Gleichzeitigkeit aus?
Anders gefragt: Reicht es zwei in EINEM IS Uhren zu betrachten, festzustellen das beide 12 Uhr anzeigen, um dann zu sagen, alles was um 12 Uhr in diesem IS geschieht, ist für jeden beliebigen Beobachter gleichzeitig, weil er ja "sehen" kann, dass es um exakt 12 Uhr passiert ist ?

Darf das also auch ein bewegter Beobachter so machen? Genau Beispiele dieser Art mit "Uhren ablesen", gibt es ja seit Wochen.

Und da sieht es eben sehr traurig aus.
Die SRT sagt (wieder verkürzt, aber alle wissen was ich meine)
Zwei Ereignisse die in einem IS gleichzeitig sind sind es in KEINEM anderen dazu bewegten IS.

Also nehmen wir mal zwei Ereignisse.
1) Die Zeiger an der hinteren Uhr erreichen die Stellung 12 Uhr (ohne Zweifel ein Ereignis - noch schöner bei Digitaluhren, da könnte man sagen die Anzeige springt von 11:59:59 auf 12:00:00, da ist es also sogar ein punktuelles Ereignis)
2) Die Zeiger der vorderen Uhr erreichen die Stellung 12 Uhr

Also - laut SRT MÜSSEN diese Ereignisse im bewegten System ungleichzeitig sein !
Es geht also überhaupt nicht um irgendwelche Zeigerstellungen - obwohl vom BEWEGTEN System aus, zwei mal 12 Uhr abgelesen wird, kann dies nicht mehr als "Gleichzeitig" beurteilt werden.

Ich gehe nicht davon aus, dass diese Erkenntnis neu ist - hab es aber in dieser Form hier im Forum nie gelesen und mich daher bei meinen Versuchen, die SRT zu verstehen, viel zu viel von solchen "Zeigerstellungen" bzw. "Was zeigt denn die Uhr" ablenken lassen.

Daher auch meine oben nochmals zitiertes Posting.
Dass auch die Uhren in den variablen Kontakt-Uhren Kombinationen nachweislich die selbe Zeit anzeigen sagt gar nix aus, auch die "Zeigerstellungen dieser Uhren" sind, betrachtet von einem bewegten Beobachter (oder eben aus dem bewegten System) KEIN Hinweis, das etwas für ihn gleichzeitig ist.

Hab schon angekündigt - irgendwann kommt ein Minkowski Diagramm, da ist es definitiv schön zu sehen.

Und es geht nicht mehr um eine Uhren-desynchronisation sondern beim Wechsel von ruhenden ins bewegte Bezugsystem geschieht etwas ganz anderes.

Die beiden Uhren im bewegten System zeigen nach der Beschleunigung selbstverständlich die selbe Zeit an (hab ich nun schon oft genug "beweisen"- aber wie da oben schon für die ruhenden Uhren gezeigt wurde - NACH der Beschleunigungsphase ist es der Beobachter im BEWEGTEN System für den dies auch "wirklich" gleichzeitig ist.
Für jemanden am Bahnhof ist dies nicht mehr als gleichzeitig interpretierbar.

Das ist es was die SRT in diesem Fall zu meinem Kontakt-Beispiel aussagt, ich werde nicht behaupten das ich es schon vollständig verstehe - aber ich nähere mich dem Verstehen immer mehr.
fallili
 
Beiträge: 2977
Registriert: Sa 1. Jun 2013, 13:08

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon Kurt » So 28. Jul 2013, 15:34

fallili hat geschrieben:Die beiden Uhren im bewegten System zeigen nach der Beschleunigung selbstverständlich die selbe Zeit an (hab ich nun schon oft genug "beweisen"- aber wie da oben schon für die ruhenden Uhren gezeigt wurde - NACH der Beschleunigungsphase ist es der Beobachter im BEWEGTEN System für den dies auch "wirklich" gleichzeitig ist.
Für jemanden am Bahnhof ist dies nicht mehr als gleichzeitig interpretierbar.
.


Du brauchst ja nur denen am Bahnhof das selbe sehen lassen wie denen die sebstverständlich sehen das beide Uhren der Rakete noch synchron laufen.

NACH der Beschleunigungsphase ist es der Beobachter im BEWEGTEN System für den dies auch "wirklich" gleichzeitig ist


Mich würde es mal wirklich interessieren wie dieser zu der Gewissheit gekommen ist, wie dieser die Uhren abliest!!
Wie dieser die "Wirklichkeit" erkennen kann.

Kurt
Kurt
 
Beiträge: 21797
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 14:07
Wohnort: Bayern

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon fallili » So 28. Jul 2013, 17:58

Lübecker hat geschrieben:Nein, nach der SRT zeigen sie nicht mehr nach der Beschleunigung gleiche Zeiten, sie gehen dann asynchron, so ist nun mal die Aussage der SRT, und es wurde nicht nur behauptet, es wurde auch mehrfach erklärt, darauf wird nur nicht eingegangen, es wird einfach stur weiter bei der eigenen Aussage neu begonnen. Jeder Hinweis, wo das Problem ist, warum die Uhren der beiden Schlitten nicht mehr synchron gehen, wird überlesen. Auch gut, dann können sich weitere Erklärungen dazu gespart werden. Glaube einfach jeder was er will, und gut ist, zu Not frage er bei den Zweiflern nach, die glauben eh alles besser zu wissen.
.....................
Nur Zeit wohl weniger, die Aussagen zum Kontaktbeispiel sind im Rahmen der SRT einfach falsch.


Machen wir es ganz einfach:

1)Zwei am Bahnhof befindliche voneinader entfernte Uhren zeigen für zwei Ereignisse die selbe Zeit
Folgt: im IS des Bahnhofs sind die Ereignisse GLEICHZEITIG, in anderen dazu relativ bewegten IS sind die Ereignisse NICHT gleichzeitig

2) nun schaun wir uns die selbe Situation für das bewegte System an.
Zwei im bewegten System befindliche voneinander entfernte Uhren zeigen für zwei Ereignisse die selbe Zeit
Folgt: im IS des bewegten Systemes sind die Ereignisse GLEICHZEITIG, in anderen dazu relativ bewegten IS sind die Ereignisse NICHT gleichzeitig

Das sagt die SRT - die beiden Aussagen da oben sind identisch, daher auch völlig logisch und es gibt ABSOLUT KEINEN Grund warum bei Beispiel 2 irgendwelche Uhren desynchronisiert sein sollten. Die MÜSSEN sogar die SELBE Zeit zeigen, sonst wären die beiden Ereignisse AUCH im bewegten System nicht gleichzeitig!

Es ist schlimm, dass der einzige die SRT konstant verteidigende Vertreter, anscheinend selber nicht versteht was die SRT aussagt.
Das ist natürlich ein "gefundenes Fressen" für die SRT Kritiker.

Aber genauso, wie Du "Deinen" 2,3 ls langen Zug ständig vertrittst, wirst Du nun auch weiterhin der Meinung bleiben, das hier die Uhren desynchronisieren müssen.
Schade - die Kritiker freuts und wer sich wirklich bemüht die SRT zu verstehen wird dadurch nur im Verständnis zurück geworfen.

Deinem Satz "die Aussagen zum Kontaktbeispiel sind im Rahmen der SRT einfach falsch" muss ich daher vehement widersprechen.
Da ist alles bestes - alles im Rahmen der SRT - alles klar nachvollziehbar - und alles tut genau so wie es die SRT "verlangt" und vorhersagt.

Für die Kritiker: Das heißt noch immer nicht, das die SRT die beste Theorie ist um das alles zu beschreiben - es heißt nur weiterhin, dass es im Rahmen der SRT zu keinen WIDERSPRÜCHEN kommt.
fallili
 
Beiträge: 2977
Registriert: Sa 1. Jun 2013, 13:08

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon Harald Maurer » So 28. Jul 2013, 18:07

fallili hat geschrieben:Es ist schlimm, dass der einzige die SRT konstant verteidigende Vertreter, anscheinend selber nicht versteht was die SRT aussagt.
Das ist natürlich ein "gefundenes Fressen" für die SRT Kritiker.

Ja danke für das Tschappi! :D

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon Jondalar » So 28. Jul 2013, 18:15

fallili hat geschrieben:Es ist schlimm, dass der einzige die SRT konstant verteidigende Vertreter, anscheinend selber nicht versteht was die SRT aussagt.

Schade - die Kritiker freuts und wer sich wirklich bemüht die SRT zu verstehen wird dadurch nur im Verständnis zurück geworfen.

Das heißt noch immer nicht, das die SRT die beste Theorie ist um das alles zu beschreiben - es heißt nur weiterhin, dass es im Rahmen der SRT zu keinen WIDERSPRÜCHEN kommt.


Schade ist, das habe ich auch schon mehrfach aufgeworfen, dass man anscheinend hier gar nicht diskutieren kann. Die Kritiker - dazu zähle ich mich jetzt einfach mal, also bitte auch bei Dir: nicht verallgemeinern! - freut das gar nicht. Vor allem nicht, weil Dein Gesprächspartner einerseits wirklich nicht versteht, was nun genau aus der RT folgt, und andererseits das auch niemals zugeben würde. Da ist jede Diskussion obsolet, Du siehst auch, dass ich mich immer mehr zurück halte. Auf beiden Seiten, nahezu ausnahmslos - auch ich fasse mich da an die eigene Nase - werden immer weniger Argumente, immer mehr "Komplimente" ausgetauscht.

Ich habe auch schon mehrfach geschrieben, dass natürlich INNERHALB der RT alles in bester Ordnung ist. Das Problem ist aber, dass die RT nicht die Realität beschreibt. Ich glaube noch nicht einmal, dass alle Relativisten die RT aus irgendwelchen verschwörerischen Gründen verteidigen, sie kennen nur einfach nicht den Unterschied zwischen Mathematik und Physik. Da werden Versuche unternommen, die RT mit RT-Formeln zu "beweisen" was ja wieder nur ein erweiterter Zirkelschluss ist, so kommt man halt nicht weiter.

Alleine das Beispiel mit der einen Lampe an der Bahnhofsmitte zeigt doch klar auf, was los ist. Harald hat sich jetzt ja auch die Mühe gemacht, das ausführlich und sachlich völlig richtig dar zu stellen, aber es kommt keinen mm voran mit der Diskutierei.

Das Problem ist nicht, wie gesagt, dass keiner die RT versteht, das Problem ist, sie als die Wahrheit im physikalischen Sinne zu verkaufen - da kann man noch jahrelang diskutieren, das Ergebnis wird immer gleich bleiben.

Das war auch schon wieder mein Wort zum Sonntag.

Herzliche Grüße
Jondalar
 
Beiträge: 1592
Registriert: Di 25. Jun 2013, 17:03

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon fallili » So 28. Jul 2013, 19:41

Jondalar hat geschrieben:Alleine das Beispiel mit der einen Lampe an der Bahnhofsmitte zeigt doch klar auf, was los ist. Harald hat sich jetzt ja auch die Mühe gemacht, das ausführlich und sachlich völlig richtig dar zu stellen, aber es kommt keinen mm voran mit der Diskutierei.

Harald Maurer hat geschrieben:Und nehmen dabei an, dass im ruhenden IS die Zieluhr gleichzeitig mit der Startuhr auf "0" steht. Beide Uhren beginnen also bei 0 Uhr zu laufen, die Zieluhr auf der Koordinate x=1 LS. Wir erhalten mit der LT zu Beginn den Ort dieser Uhr mit x'= 1,1547 LS und die Zeit mit t'= 0,57735 s! Die Uhr wird aus Sicht des IS' also um 0,57735 s später mit der Anzeige "0" zu laufen beginnen! Das ist genau der Wert, welcher das c-v zum Verschwinden bringt! Denn die Uhr kann nur noch 0,57735 s lang laufen, bis sie vom Licht erreicht wird. Und so ergibt die LT für dieses Ereignis auch prompt, dass die Uhr auf der Koordinate x'=0,57735 LS nach t'= 0,57735 s vom Licht getroffen wird. Der "üble Trick" wird daher tatsächlich eingesetzt. Das Licht bewegt sich ebenso wie in der klassischen Variante nur im IS mit c, hat im IS' c-v, und dieses "v" wird zum Verschwinden gebracht, indem die Uhr einfach um den Betrag später startet, welcher nötig ist, um im IS' das gewünschte Ergebnis, nämlich c=const zu erzielen.
............



Das Problem ist nicht, wie gesagt, dass keiner die RT versteht, das Problem ist, sie als die Wahrheit im physikalischen Sinne zu verkaufen - da kann man noch jahrelang diskutieren, das Ergebnis wird immer gleich bleiben.

Das war auch schon wieder mein Wort zum Sonntag.

Herzliche Grüße


Zum Beispiel mit der Uhr hab ich mich noch kaum gemeldet und werde es wahrscheinlich gar nicht in aller Ausführlichkeit tun.

Harald beurteilt alles aus der "Äthersicht" (was ich durchaus OK finde - warum auch nicht), unterstellt aber der SRT Ausagen die nicht stimmen und will so zeigen, dass die "Äthersicht" dann doch die richtige Sicht ist.

Ich hab nur einen Absatz aus Haralds langem Post genommen und einen Satz in rot gekennzeichnet.

Da fängt "NIX SPÄTER AN ZU LAUFEN" die x t und die x' t' Koordinaten beschreiben exakt den SELBEN Punkt an dem etwas zu laufen beginnt. Nur eben aus unterschiedlicher Sicht.

Noch mal: Wenn Du im Westen eines Baumes stehst sei der Baum in + 20m Abstand VOR Dir.
Wenn ich im Osten stehe sei der Baum im Abstand -30 m HINTER mir.

Um einen Pfeil auf den Baum zu schießen muss ich 30 m hinter mich schießen, Du 20 m vor Dich. Wir werden ihn beide treffen.
Niemand wird nun behaupten, ich muss einen "Trick" anwenden, der diese "existierenden" 50 m Unterschied zwischen uns "zum Verschwinden" bringt, weil ich den Baum sonst in der "Realität" gar nicht treffen würde!
Da gibt es nichts was "zum Verschwinden zu bringen ist".

Und, vielleicht etwas schwerer vorstellbar, ist eben der "Zeitunterschied" zwischen Null und 0,577 oder welche Zeitkordinaten auch immer für die Beispiele gerade ermittelt werden können.
Auch da ist nix "trickreich zum Verschwinden zu bringen" und niemand muss eine Uhr früher oder später "starten" und keine Uhr "muss später zu laufen beginnen".

Wenn DU bereit bist anzuerkennen, dass der Abstand zum Baum für DICH +20 m ist und für MICH -30m - und dann auch noch bereit wärst anzuerkennen, dass in identischer Weise der "zeitliche Abstand" zu einem Ereigniss für DICH 0 ist und für MICH + 0,577 Sekunden könnte man über die SRT ganz "normal" diskutieren.
Bin nun nicht mal sicher, ob Du zu denen gehörst die sowas ja doch anerkennen, aber mit ALLEN die dies erst gar nicht anerkennen / verstehen oder sogar leugnen ist eine Diskussion eben absolut unmöglich.

Aber da Harald darauf nie eingeht, brauche ich dort gar nix zu schreiben.
Ausführlich war das ja, aber wo ist es "sachlich richtig"?

Ich kann nur sagen - eine falsche Beurteilung dessen, was die SRT aussagt, führt natürlich zu falschen Schlußfolgerungen.
fallili
 
Beiträge: 2977
Registriert: Sa 1. Jun 2013, 13:08

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon Jondalar » So 28. Jul 2013, 20:16

fallili hat geschrieben:
Jondalar hat geschrieben:Alleine das Beispiel mit der einen Lampe an der Bahnhofsmitte zeigt doch klar auf, was los ist. Harald hat sich jetzt ja auch die Mühe gemacht, das ausführlich und sachlich völlig richtig dar zu stellen, aber es kommt keinen mm voran mit der Diskutierei.

Harald Maurer hat geschrieben:Und nehmen dabei an, dass im ruhenden IS die Zieluhr gleichzeitig mit der Startuhr auf "0" steht. Beide Uhren beginnen also bei 0 Uhr zu laufen, die Zieluhr auf der Koordinate x=1 LS. Wir erhalten mit der LT zu Beginn den Ort dieser Uhr mit x'= 1,1547 LS und die Zeit mit t'= 0,57735 s! Die Uhr wird aus Sicht des IS' also um 0,57735 s später mit der Anzeige "0" zu laufen beginnen! Das ist genau der Wert, welcher das c-v zum Verschwinden bringt! Denn die Uhr kann nur noch 0,57735 s lang laufen, bis sie vom Licht erreicht wird. Und so ergibt die LT für dieses Ereignis auch prompt, dass die Uhr auf der Koordinate x'=0,57735 LS nach t'= 0,57735 s vom Licht getroffen wird. Der "üble Trick" wird daher tatsächlich eingesetzt. Das Licht bewegt sich ebenso wie in der klassischen Variante nur im IS mit c, hat im IS' c-v, und dieses "v" wird zum Verschwinden gebracht, indem die Uhr einfach um den Betrag später startet, welcher nötig ist, um im IS' das gewünschte Ergebnis, nämlich c=const zu erzielen.
............



Das Problem ist nicht, wie gesagt, dass keiner die RT versteht, das Problem ist, sie als die Wahrheit im physikalischen Sinne zu verkaufen - da kann man noch jahrelang diskutieren, das Ergebnis wird immer gleich bleiben.

Das war auch schon wieder mein Wort zum Sonntag.

Herzliche Grüße


Zum Beispiel mit der Uhr hab ich mich noch kaum gemeldet und werde es wahrscheinlich gar nicht in aller Ausführlichkeit tun.

Harald beurteilt alles aus der "Äthersicht" (was ich durchaus OK finde - warum auch nicht), unterstellt aber der SRT Ausagen die nicht stimmen und will so zeigen, dass die "Äthersicht" dann doch die richtige Sicht ist.

Ich hab nur einen Absatz aus Haralds langem Post genommen und einen Satz in rot gekennzeichnet.

Da fängt "NIX SPÄTER AN ZU LAUFEN" die x t und die x' t' Koordinaten beschreiben exakt den SELBEN Punkt an dem etwas zu laufen beginnt. Nur eben aus unterschiedlicher Sicht.

Noch mal: Wenn Du im Westen eines Baumes stehst sei der Baum in + 20m Abstand VOR Dir.
Wenn ich im Osten stehe sei der Baum im Abstand -30 m HINTER mir.

Um einen Pfeil auf den Baum zu schießen muss ich 30 m hinter mich schießen, Du 20 m vor Dich. Wir werden ihn beide treffen.
Niemand wird nun behaupten, ich muss einen "Trick" anwenden, der diese "existierenden" 50 m Unterschied zwischen uns "zum Verschwinden" bringt, weil ich den Baum sonst in der "Realität" gar nicht treffen würde!
Da gibt es nichts was "zum Verschwinden zu bringen ist".

Und, vielleicht etwas schwerer vorstellbar, ist eben der "Zeitunterschied" zwischen Null und 0,577 oder welche Zeitkordinaten auch immer für die Beispiele gerade ermittelt werden können.
Auch da ist nix "trickreich zum Verschwinden zu bringen" und niemand muss eine Uhr früher oder später "starten" und keine Uhr "muss später zu laufen beginnen".

Wenn DU bereit bist anzuerkennen, dass der Abstand zum Baum für DICH +20 m ist und für MICH -30m - und dann auch noch bereit wärst anzuerkennen, dass in identischer Weise der "zeitliche Abstand" zu einem Ereigniss für DICH 0 ist und für MICH + 0,577 Sekunden könnte man über die SRT ganz "normal" diskutieren.
Bin nun nicht mal sicher, ob Du zu denen gehörst die sowas ja doch anerkennen, aber mit ALLEN die dies erst gar nicht anerkennen / verstehen oder sogar leugnen ist eine Diskussion eben absolut unmöglich.

Aber da Harald darauf nie eingeht, brauche ich dort gar nix zu schreiben.
Ausführlich war das ja, aber wo ist es "sachlich richtig"?

Ich kann nur sagen - eine falsche Beurteilung dessen, was die SRT aussagt, führt natürlich zu falschen Schlußfolgerungen.


Abgesehen davon, dass Du nun auch schon anfängst "fremde" Dinge in meine Zitate zu mischen - was ich ganz und gar nicht abkann, das habe ich schon mehrfach geschrieben - sehe ich das Problem in diesem Fall auch nicht. Natürlich kann ich mich beliebige t vor einem Ereignis befinden. Ich befinde mich auch gerade ca minus 3 h vor morgen. Wenn also - ich habe das nicht richtig verfolgt - der Blitz einschlägt, wenn der Schaffner bei t=0 steht, dann ist selbstredend Zuganfang und -ende bei t+x und t-x. Ich denke, soweit ich das mitverfolgt habe, dass das Harald auch nicht moniert. Was Harald - ich mag mich da wirklich irren, weil ich das eben nicht genau verfolgt habe - aber berechtigt moniert, ist, dass der Blitz bei 0 einschlägt und dann die Uhr bei t=-x zu laufen beginnt. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Einmal eine Positionsbestimmung über die Zeit und einmal ein Ereignis IN der Zeit, da kann man nicht Ort und Zeit durchmischen, das ist gemogelt. Ich kann nicht sagen, JETZT ist der neue Tag, aber ich befinde mich -3h davon entfernt, das ist Quark und da moniert Harald eben völlig berechtigt. Nicht wegen der Position -3h, sondern wegen der Behauptung meine Zeit würde langsamer verstreichen, weil der JETZT neue Tag mich erst in 3h erreicht, das ist und bleibt Müll.

Herzliche Grüße
Jondalar
 
Beiträge: 1592
Registriert: Di 25. Jun 2013, 17:03

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon fallili » So 28. Jul 2013, 20:20

Highway hat geschrieben:
fallili hat geschrieben:...
Da fängt "NIX SPÄTER AN ZU LAUFEN" die x t und die x' t' Koordinaten beschreiben exakt den SELBEN Punkt an dem etwas zu laufen beginnt. Nur eben aus unterschiedlicher Sicht.
...

Das ist eindeutig falsch!

Wenn t=t'=0, dann ist -0.577s in S' früher und ebenso ist es in S früher. Dies wiederum führt zu Verletzungen der Kausalität! Darauf will er hinaus, denke ich zumindest und folge in diesem Punkt auch seiner Meinung.


Ja - werd ich auch nicht bestreiten.
Aber in fast allen Beispielen geht es doch immer darum, das nicht akzeptiert wird, das für einen Punkt t = 0 und t' = -0,577 gelten kann.

Und wieso führt die von Dir beschriebene Annahme "Wenn t=t'=0, dann ist -0.577s in S' früher und ebenso ist es in S früher" dann zu Verletzung der Kausalität?
Beide bestätigen damit doch die klare Aussage "liegt in der Vergangenheit".

Diskussionsprobleme gibt es doch nur, weil eine Aussage wie t = 0 und t' = -0,577 zu nicht erlaubten Interpretationsvermischungen führen.
Und was für den Beoabchter mit t' in der VErgangenheit liegt muss für den Beobachter aus t überhaupt nicht in der Vergangenheit liegen.

Mal als klassisches Beispiel zum Vergleich:
Wenn in 100 km ein Blitz einschlägt, dann wird der von einem Beobachter dort SOFORT gesehen, von mir später.
In dem Moment, wo also der Blitz FÜR MICH einschlägt, ist es für den Beobachter dort schon in der Vergangenheit geschehen.

Bei 100 km ist das nun schwer, aber bei größeren Entfernungen kann man sich vorstellen, das 0,2 Sekunden nach dem ersten Blitz ein weiterer einschlägt.
Dann kann es eben sein:
1) Dass der Beobachter dort den ersten Blitz sieht (der ist für mich noch in der "Zukunft" also ein: t= 0, t' = +irgendwas)
2) Dass ich den ersten Blitz sehen (nun meine Gegenwart und seine Vergangenheit: t' = 0, t = -irgendwas)
3) Der Beobachter dort den zweiten Blitz sieht (seine Gegenwart meine Zukunft: t = +0,2 s, t' = + 0,2 s mehr als irgendwas)
4) Dass ich den zweiten Blitz sehe (meine Gegenwart und seine Vergangenheit: t' = + 0,2 s mehr als irgendwas, t = - 0,2 s )

Achtung: t' und t stehen für mich und den Beobachter beim Blitz - hat nix mit "bewegt" zu tun


Und in der SRT ist es gar nicht soooooo viel schwerer, dies ebenfalls in so einem Sinn zu verstehen, nur das die Uhren halt nicht "gleich schnell" gehen - aber jede Uhr geht dennoch von der "Vergangenheit" in die "Zukunft" und niemals anders.

Und NIEMALS wird es vorkommen, das ein Beobachter, egal welcher Bewegung er auch unterliegt, den zweiten Blitz VOR dem ersten sieht. Es gibt daher keine Kausalitätsverletzung - kann man probieren was man will, schafft man nicht!

Wer das behauptet oder zu "beweisen" versucht, unterstellt nur selber trickreich der SRT, einen "Trick" den die SRT gar nicht nötig hat und daher gar nicht macht.
fallili
 
Beiträge: 2977
Registriert: Sa 1. Jun 2013, 13:08

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon fallili » So 28. Jul 2013, 20:27

Jondalar hat geschrieben:Abgesehen davon, dass Du nun auch schon anfängst "fremde" Dinge in meine Zitate zu mischen - was ich ganz und gar nicht abkann, das habe ich schon mehrfach geschrieben .......
Herzliche Grüße


Hab nun nicht gesehen, wo ich was "Fremdes" hineingemischt habe - und seh es weiterhin nicht.

Ich bitte aber selbstverständlich um Entschuldigung - damit da nicht immer längere und längere Texte zusammenkommen, muss ich ja Teile herausnehmen und die "entscheidenden" stehen lassen - da können schon Fehler passieren.
Ist definitiv nicht Absicht hier falsch oder mißverständlich zu zitieren.

Viele Grüße
fallili
 
Beiträge: 2977
Registriert: Sa 1. Jun 2013, 13:08

Re: Synchronisationsverlust beschleunigter Uhren

Beitragvon Jondalar » So 28. Jul 2013, 20:33

fallili hat geschrieben:
Jondalar hat geschrieben:Abgesehen davon, dass Du nun auch schon anfängst "fremde" Dinge in meine Zitate zu mischen - was ich ganz und gar nicht abkann, das habe ich schon mehrfach geschrieben .......
Herzliche Grüße


Hab nun nicht gesehen, wo ich was "Fremdes" hineingemischt habe - und seh es weiterhin nicht.

Ich bitte aber selbstverständlich um Entschuldigung - damit da nicht immer längere und längere Texte zusammenkommen, muss ich ja Teile herausnehmen und die "entscheidenden" stehen lassen - da können schon Fehler passieren.
Ist definitiv nicht Absicht hier falsch oder mißverständlich zu zitieren.

Viele Grüße


Ja, kann passieren, nur sollte es nicht, wie bei Anderen, zur Regel werden. Wenn einer das liest, meint er das Zitat ist von mir. In meinem Original ist aber Harald gar nicht zitiert.

Kleines Beispiel noch am Rande. Ich bin schon ab und an von Peking nach Amsterdam geflogen. Einmal hatte ich mit der Abflugzeit so Glück, dass ich über Russland einen 6h Sonnenuntergang gesehen habe. Würdest Du da auch auf die Idee kommen, dass in einem stinknormalen Airbus, der sicherlich NICHT mit relativistischer v unterwegs ist, meine Uhr um den Faktor 12 langsamer ging? Oder würdest Du das dem Umstand geschuldet sehen, dass ich mich einfach der Erddrehung entgegen bewegt habe?

Herzliche Grüße
Jondalar
 
Beiträge: 1592
Registriert: Di 25. Jun 2013, 17:03

VorherigeNächste

Zurück zu Relativitätstheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 28 Gäste