Hallo Lübecker,
nach meiner anfänglichen Euphorie bin ich nun nach einigem Nachdenken doch wieder der Meinung, dass ICH (klingt großspurig, ich weiß) die Situation doch richtig beurteile. Was bedeutet, dass ich mal ganz vorsichtig anfrage, ob Du das Ganze nicht auch noch mal überdenkst und vielleicht Deine Meinung ändern möchtest.
Zum "Beweis" möchte ich folgendes Bild zeigen:
Auf das Zeichnen von Koordinaten verzichte ich - es ist ja schon bekannt was da dargestellt wird.
Auch die genaue Längen der beiden Linien ist, wie Du siehst, für die qualitative Beschreibung nicht nötig.
Ich habe mal 3 mögliche (und entscheidende) Konstellationen betrachtet (Anfang, Mitte, Ende decken sich):
Das linke Bild zeigt doch eindeutig, das Zuganfang B und die entsprechende Position am Bahndamm B' gegenüber stehen. Wenn da nun ein Blitz einschlägt, dann sehen Ihn auch B und B' gleichzeitig.
(Leider ist in der ganzen Diskussion bisher immer B vorne, das will ich nicht ändern, find ich aber leicht verwirrend das B der Anfang und A das Ende ist).
Das rechte Bild zeigt ebenfalls eindeutig, das Zugende A und die entsprechende Position A' einander gegenüber stehen. Wenn da nun ein Blitz einschlägt, dann sehen Ihn daher auch nur dann A und A' gleichzeitig.
Das mittlere Bild zeigt O und O' gegenüber. Meiner Meinung nach ist es unmöglich, das z.b. das rechte Bild eine Gleichzeitigkeit von B und B' darstellt und das mittlere Bild aber AUCH eine Gleichzeitigkeit von B und B' (selbes gilt für A A')
Ich hab mich anhand Deines Linkes zum "gezeichneten Zug" voreilig gefreut.
Natürlich stimmt dort alles - das liegt aber daran, das der bewegte Zug auch konstant EXISTIERT.
Also das Ende des Zuges A existiert beliebig lange, daher kann eine Beobachter A' auch immer dieses Ende sehen und die Aussage - "Der Beobachter ( in unserem Beispiel A) sieht das Ende des Zuges (A'), weil er dabei das Bild des Zuges zu verschiedenen Zeiten sieht" - trifft zu und erklärt sich aus der zugehörige Grafik.
Für den Blitz gilt das aber nicht. Keine Ahnung wie lange der Blitz nun dauert - da es Femtosekundenlaser gibt, die Impulse von ein paar 100 Femtosekunden Dauer aussenden, kann der Blitz aber zeitlich extrem kurz sein.
Der Blitz zündet also, brennt z.B. 500 fsec, geht wieder aus und ab dann breitet sich nur mehr das Licht in Form einer 500 fsec * c dicken Kugelschale aus. Und nur dort wo ein Kugelschalenstück entweder die schwarze oder die grüne Linie ( fürs Zug-Bahndamm Beispiel) schneidet, kann das Licht gesehen werden.
Oder anders gesagt - ein extrem kurzer Blitz kann nicht durch die von Dir gezeigten "FLÄCHEN" dargestellt werden. Flächen in Anführungszeichen, weil es natürlich auch beim Blitz schon eine Fläche ist - aber eine dicke Linie ( tasächlich wäre sie xyz femtosec *c breit) ist eine deutlich bessere Darstellung.
Wenn also im linken Bild bei A' ein Blitz ausgesendet wird, und dieser extrem kurz ist, dann kann dieser Blitz in diesem Zug-Bahndamm Beispiel nur von jenen gleichzeitig gesehen werden, die sich auch auf diesem Raum-Zeit-Punkt A' befinden (bzw. in einem sehr kleinen Umkreis der der Blitzdauer proportional ist). Das wäre dann die Minkowski Darstellung rechts.
Fürs mittlere Bild, hab ich ja schon einen animierte Darstellung eingestellt und fürs rechte Bild gilt die Gleichzeitigkeit nur wenn A uns A' "zusammenfallen".
Ich bitte Dich darüber auch wieder nachzudenken - bin mir eben nicht mehr sicher, ob ich da wirklich einem Denkfehler unterliege.
