Hannes hat geschrieben:Hallo Jocelyne !
Da die Galaxie und das Teleskop eine Relativgeschwindigkeit unter sich haben, muss es zwangsläufig einen Einfluß auf die Laufzeiten des Lichts haben, egal ob der hier errechnete Wert der LG richtig ist oder nicht - auf jeden Fall steht eins fest: c ist nicht konstant, wenn Beobachter und Licht sich relativ zueinander bewegen.
Ich habe die mathematischen Hausübungen unserer Diskussionskollegen aufmerksam verfolgt. Aber so lange man annimmt, dass die LG überall invariant ist, kann man rechnen was man will, man wird die SRT nicht widerlegen können.
Ja, das stimme ich zu.
Die Mathematik hat keine Beweiskraft für physikalische Phänomene,
die Mathematik ist eine Sprache, sie
beschreibt nur physikalische Beobachtungen oder Annahmen, sie vermag sie nicht nachzuweisen. Man kann auch etwas Falsches und etwas Richtiges beschreiben, man kann etwas Reales und etwas Fiktives beschreiben, man kann eine Beobachtung oder eine Annahme beschreiben. Die Mathematik beschreibt eine Beobachtung oder eine Annahme, wie eine andere Sprache auch, sie hat keine Beweiskraft und sie hat kein besseres Veranschaulichungsvermögen als eine andere Sprache auch, sie ist im Gegenteil viel weniger aussagekräftig, weil sehr wenige Menschen in der mathematischen Sprache ausgebildet sind, wobei im Gegensatz dazu alle Menschen eine natürliche Sprache lernen. Deshalb sind mathematische Austausche zwischen Kontrahenten, die die Konstanz von c zum Beobachter oder im Gegenteil die Varianz von c zum Beobachter vertreten genauso zum scheitern verurteilt wie die Austausche zwischen Kontrahenten, die in der deutschen Sprache die Konstanz von c zum Beobachter oder im Gegenteil die Varianz von c zum Beobachter vertreten, das ist ja dasselbe in grün.
Die Konstanz von c zum Beobachter zu vertreten bedeutet, dass man der Meinung ist, dass die Längenkontraktion und die Zeitdilatation, reale, physische, materielle Effekte sind, die sich in der Wirklichkeit realisieren. Nur unter Voraussetzung, dass ZD und LK sich physikalisch realisieren kann c konstant zum bewegten Beobachter sein.
Die Varianz von c zum Beobachter zu vertreten bedeutet, dass man der Meinung ist, dass die Längenkontraktion und die Zeitdilatation virtuelle, scheinbare Effekte sind, die sich in der Wirklichkeit nicht realisieren. Unter Voraussetzung, dass ZD und LK sich physikalisch nicht realisieren kann c variable zum bewegten Beobachter sein.
Hannes hat geschrieben:
Ich habe es Faber gesagt: Man kann den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben.
Solange die Mathematik falsche Angaben verwendet, wird nichts besseres herauskommen.
Natürlich nicht, was soll mit der Mathematik was besseres herauskommen?
Es gibt seit Jahren und in allen Diskussionen um die SRT im Grunde genommen nur zwei Positionen zu vertreten, ob man dabei mit Mathematik hantiert oder mit einer natürlichen Sprache spielt keine Rolle:
1. Diejenige, die eine physische Realisierung von LK und ZD vertreten - also auch c konstant zum bewegten Beobachter
2. Diejenige, die keine physische Realisierung von LK und ZD vertreten, also c nicht konstant zum bewegten Beobachter
So einfach ist die Beschreibung der Lage bei der Kritik der SRT, die Mathematik ändert absolut nichts daran. Wie könnte sie es? Deshalb drehen sich mathematische Gefechte genauso wie sprachliche Gefechte im Kreise:
- LK und ZD physisch, Konstanz von c.
versus
- LK und ZD nicht physisch, keine Konstanz von c.
Etwas Neues kommt seit einem Jahrhundert in der Debatte nicht, Mathematik hin oder her.
Hannes hat geschrieben:
Deine Annahme, dass zwischen zwei gegeneinander bewegten optischen Systemen die LG nicht konstant sein kann, wird sich auch durchsetzen.
Es ist nicht "
meine" Annahme: Das ist die Position aller Kritiker der SRT seit 100 Jahren. Kein einziger Kritiker weltweit vertritt die beobachterunabhängige LG, das ist der gemeinsame Nenner aller Kritiker. Und dass die Kritiker den virtuellen Charakter der Längenkontraktion und der Zeitdilatation nachgewiesen haben (und dadurch die Gültigkeit von c +/-v und die Unhaltbarkeit von c=konstant) ist auch nicht mein Verdienst. Sogar Dr. Markus Pössel vom Albert Einstein Institut vertritt nicht die physische Natur der Längenkontraktion (folglich nicht c = konstant zum bewegten Beobachter), und sein ehemaliger Vorgesetze Prof. Dr. Jürgen Ehlers
glaubte nicht an die Realisierung der Zeitdilatation, das will schon was sagen.
Sicher wird sich die Gültigkeit von c +/v durchsetzen, sicher wird man die Laufzeiten des Lichts als endliche Geschwindigkeit berücksichtigen müssen und nicht simsalabim unter dem Teppich kehren, das ist nur eine Frage der Zeit, ich bin da zuversichtlich. Und wenn ich das persönlich nicht erlebe, ist es für mich nicht wichtig und nicht maßgebend, die nächsten Generationen werden es mit Sicherheit erleben und sich wundern, was für Kröten die Generationen davor 100 Jahren lang schlucken mussten.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez