Braun hat geschrieben:Was ist denn deiner Meinung nach die Ursache der Gedanken?
Wie du es bereits angedeutet hattest, verlässt man mit der Beantwortung solcher Frage den Gegenstandsbereich der Physik. Hier mag mancher widersprechen, doch was als Gegenstand der Physik betrachtet wird, ist das, was bisher in der Physik Thema war - und das waren nicht Fragen nach Sinn des Lebens oder Entstehung von Gedanken. Es gibt also nach meiner Ansicht in jeder Fachdisziplin eine Art von Ranking bezüglich "ganz wichtig und oft erwähnt" und "völlig am Rande, kaum erwähnt". Dies sei einmal bezüglich der Mathematik erläutert, man kann rechnen:
beides ist richtig. Im Falle a) ist z.B. gemeint, dass man
1 Apfel
und noch
1 Apfel in eine leere Tüte tut und sich somit
2 Äpfel in der Tüte befinden. Im Falle b) ist z.B. gemeint, dass man
1 Schneeball in die eine Hand nimmt
und 1 Schneeball in die andere
und dann beide Schneebälle zusammen in beide Hände nimmt und dann sieht, dass man dann
1 Schneeball hat. Beide Additionen genügen z.B. dem Assoziativgesetz, was sie wirklich unterscheidet ist das
Ranking die Addition im Falle a) wird als nützlich angesehen und deshalb ständig unterrichtet und findet im praktischen Leben und auch in elektronischen Rechenwerken ständig Anwendung, während die Addition im Falle b) nur sehr selten unterrichtet wird oder Anwendung findet.
Insofern wird man eine neue Kategorie erfinden müssen, wo man Fragen zur "Entstehung von Gedanken" einordnen könnte. Oder man sagt, es handelt sich um ein interdisziplinäres Thema, welches zwischen Esoterik, Biologie, Physik, Informatik, Philosophie, Religion und X angesiedelt ist.
Wir könnten uns allerdings auch selber an die Beantwortung wagen und würden dann sagen, dass für die Übertragung und Schaffung von Gedanken - ach - das Gehirn zuständig ist. Dies ist erwiesen, da man bei entsprechender Beeinflussung durch Psychopharmaka oder Elektroschocks nicht mehr denken kann. Weiter ist ziemlich klar, dass es sich beim Gehirn um ein Neuronales Netzwerk handelt, d.h. jeder Gedanke eine andere Binnenstrukturierung der Gesamtheit erzeugt. Interessant wird dann die Frage der Abgegrenztheit dieses Denkapparates zur näheren und weiteren Umgebung. Hier wird man eine prinzipielle Durchlässigkeit feststellen können, da auf atomarer Ebene jedes Stück Materie in Wechselwirkung zu anderer Materie steht, z.B. Gravitation, EM-Wellen und Strahlungsarten. Also wird man modellhaft vermutlich das Gehirn als eine Art von Smartphon ansehen können, dass viele Funktionen zulässt, ohne mit anderen Teilnehmern verbunden zu sein, welches allerdings durchaus über weiteste Entfernung auch Infos von anderen abschöpfen kann. Dann käme auch noch die Frage, ob die Dingwelt tatsächlich existiert, was nicht unbedingt geklärt ist. Das Gehirn käme ohne Dingwelt aus, es bräuchte nur Inputs, die eine Dingwelt simulieren, dazu der alte Spruch: "Klemmen sie Drähte an die Nerven Dir, in der Wüste, Du siehst ein Meer aus Bier!" Wenn keine Dingwelt existiert, dann existiert natürlich auch kein Gehirn an sich, dann wäre die Seinsgrundlage vermutlich irgendeine Festplatte oder ein Arbeitsspeicher und ein Gedanke wäre dann eine Änderung von Zahlen in irgendeinem Segment.

Über solche Sachen kann man quatschen, aber einen Nutzeffekt sehe ich nur, wenn es ernsthaft los gehen soll mit Hybridgehirnen, Ersetzung des menschlichen Gehirns durch Chips oder Implementierung aller Handyfunktionen in einem Chip, der gehirnnah untergebracht wird - nur wer mag das schon. Da wird dann nicht mehr auf einer Tastatur geklickt, sondern man hat im Gehirn ein Auswahlmenue und "klickt" irgendeine Funktion gedanklich an.
mfg