Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Scheinbar

Beitragvon rmw » Mi 9. Nov 2011, 22:19

Ernst hat geschrieben:Dreht sich das Karussel, so siehst Du einen kurvigen Flug. Obgleich keine Kraft anliegt, wird das Flugzeug nun beschleunigt.

Ja man sieht einen kurvigen Flug, und man hat den scheinbaren Eindruck dass das Flugzeug beschleunigt. Eine scheinbare Beschleunigung und eine tatsächliche Beschleunigung sind zwei grundverschiedene Dinge.
Natürlich muß ich wissen das ich mich drehe und dann kann ich auch bestimmen was das Flugzeug tatsächlich tut. Natürlich treffen die Newtonschen Gesetze auf scheinbare Beschleunigungen nicht zu. Überhaupt keine Frage. Aber auf tatsächliche Beschleunigungen treffen sie schon zu gleichviel aus welchen System ich sie betrachte. Ich muß dazu nur wissen in welchen System ich mich selbst befinde.
Bei allem Respekt Ernst, aber da redest du dir nun wirklich etwas ein.
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » Mi 9. Nov 2011, 23:07

Ich wittere hier ein allgemeines Missverständnis. Die Teilnehmer hier verstehen unter den Newtonschen Gesetzen offenbar die Newtonsche Mechanik. Auch ich habe den Ausdruck "Gesetze" missverstanden. Wenn man unter den Gesetzen seine 3 Axiome meint, dann ist es natürlich richtig, dass diese nur in Inertialsystemen gelten. Dagegen gilt die Newtonsche Mechanik freilich in Bezugssystemen ganz allgemein. Auch ich habe mich da verhaspelt und von Gesetzen gesprochen, obwohl ich die Newtonsche Dynamik meinte. Wenn Ernst betont, dass die Newtonschen Gesetze nur in IS gelten, hat er natürlich Recht. Aber die Newtonsche Dynamik (Mechanik) leitet sich von diesen Gesetzen ab.

M.E. nach kann man sehr wohl ein Inertialsystem so definieren, wie es in der letzten Animation von Chief durch das orange Rechteck angedeutet ist. Es könnte sich ja um eine Plattform handeln, die sich tangential an der Sagnac-Anordnung vorbeibewegt (wie die Animation zeigt, bewegt sie sich geradlinig und gleichförmig nach unten!) und von welcher aus die beiden Ereignisse, die Reflexion am oberen Spiegel und die Ankunft des Lichts am unteren Spiegel, wahrgenommen werden. Es bewegt sich demnach ein Lichtstrahl diagonal durch dieses Inertialsystem. Der Beobachter im Labor wird die Geschwindigkeit des Lichtstrahls mit c-v beurteilen, ein Beobachter auf der Plattform müsste hingegen lt. LT die Geschwindigkeit des Strahls mit c messen.

Grüße
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Do 10. Nov 2011, 16:26

rmw hat geschrieben:Ja man sieht einen kurvigen Flug, und man hat den scheinbaren Eindruck dass das Flugzeug beschleunigt. Eine scheinbare Beschleunigung und eine tatsächliche Beschleunigung sind zwei grundverschiedene Dinge.
Aber auf tatsächliche Beschleunigungen treffen sie schon zu gleichviel aus welchen System ich sie betrachte. Ich muß dazu nur wissen in welchen System ich mich selbst befinde.

Chief hat geschrieben: Wie rmw richtig schreibt können alle Zusammenhänge leicht erklärt werden wenn man eigene Beschleunigung kennt - und das ist praktisch immer der Fall. Eigene Beschleunigung hat keinen physikalischen Einfluss auf Ereignisse im System.

Das ist eine irreführende inkorrekte Darstellung. Ihr kommt einfach nicht klar mit dem Begriff Bezugssystem.
Daß ein rotierendes Bezugssystem als solches zu erkennen ist, steht außer Frage. Und daß ich aus diesem Bezugssystem daher in ein IS transformieren kann, wo dann Newton gilt, ist auch richtig.
Aber ein Bezugssystem ist ein Bezugssystem. Die Abläufe in diesem System sind bezüglich dieses Systems wahr, tatsächlich vorhanden. Und so sind im rotierenden Bezugssystem krummlinige Lichbewegung und kraftfreie aber beschleunigte Objekte eben tatsächlich vorhanden. Newton ist daher dort nicht gültig. Es gilt dort nicht F=m*d²s/dt².
Man kann aber aus diesem rotierenden System die Abläufe in ein IS transformieren. Und da genügen sie dann den Newtonschen Gesetzen. In diesem Bezugssystem IS sind dann wieder die Abläufe tatsächlich Newton verträglich.
Man kann jedoch nicht sagen, die Abläufe sind in einem Bezugssystem scheinbar und im anderen tatsächlich vorhanden.

Noch ein letztes Beispiel. Es gibt so Tangentialplattenspieler, wo kein Arm vorhanden ist, sondern die Nadel auf einer Schiene radial von außen nach innen mit gleichförmiger Geschwindigkeit geführt wird. Die Nadel verhält sich also im Bezugssytem des Plattenspielergehäuses wie ein kräftefreier Körper mit gleichförmiger Geschwindigkeit. Also Newton-Verträglichkeit im IS des Plattenspieler-Gehäuses. Im Bezugssystem Platte beschreibt diese kräftefrei bewegte Nadel aber eine Spirale, d.h eine Bahn, für welche nach Newton eine Beschleunigung, d.h. eine Kraft vorhanden sein. Ein Widerspruch; Newton gilt nicht im rotierenden Plattensystem.
Nun kann ja niemand sagen, die gerade Nadelbewegung sei die tatsächliche Bewegung und die Bewegung im Plattensystem nur eine scheinbare Bewegung. Jeder kann ja die Platte in die Hand nehmen und sich die tatsächlich vorhandene Spirale ansehen oder gar betasten. Sie ist genauso real, wie die gerade Bewegung der Nadel im Bezugssystem des Gehäuses.

So, ich laß das jetzt. Das ist alles Konsens in der klassischen Physik ala Newton. Wenn ihr wollt, könnt ihr sonstwas konstruieren. Aber in der etablierten Physik gilt nun mal:

In rotierenden Bezugssystemen sind die Newtonschen Gesetze ungültig. Bezugssysteme, in welchen die Newtonschen Gesetze gelten, sind immer IS

Da können eure Gedanken noch so schnell rotieren :)

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » Do 10. Nov 2011, 17:13

Ernst hat geschrieben:Die Nadel verhält sich also im Bezugssytem des Plattenspielergehäuses wie ein kräftefreier Körper mit gleichförmiger Geschwindigkeit.

Die Nadel ist nicht kräftefrei. Entweder wird der Nadelschlitten motorisch der Rille nachgeführt, oder bei aufwändig konstruierten Plattenspielern von der Rille selbst gezogen. In beiden BS ist deshalb eine Kraft die Ursache für die Nadelbewegung. Es spielt keine Rolle, ob im BS Plattenspieler die Platte rotiert oder im BS Platte der Plattenspieler rotiert - in beiden Fällen ist es die Rille, welche die Nadel nach innen schiebt. Wieso sollte man die Kraft, die durch die Bewegung der Rille nach innen an der Nadel anliegt, nicht mit Newton berechnen können?

Grüße
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Do 10. Nov 2011, 17:23

Harald Maurer hat geschrieben: Die Nadel ist nicht kräftefrei.

Den Einwand habe ich erwartet, allerdings nicht von dir. ;) Da sollte man schon etwas abstrahieren. Die Nadel wird ersetzt durch eine gleichförmig geradlinig fliegende Fliege (kräftefrei im Gleitflug) und ihr Schatten auf der Platte brennt sich ein.
Also das Argument ist wirklich für die Katz. ;)

Gruß
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Newton

Beitragvon rmw » Do 10. Nov 2011, 20:19

Ernst hat geschrieben:Nun kann ja niemand sagen, die gerade Nadelbewegung sei die tatsächliche Bewegung und die Bewegung im Plattensystem nur eine scheinbare Bewegung.

Das sich eine Bewegung aus zwei Komponenten zusammensetzen kann, in diesem Fall aus einer radialen Bewegung der Nadel und der Drehbewegung der Platte, ist schon richtig. Davon bewegt sich die Nadel noch nicht auf einer Spirale, auch dann nicht, wenn jemand der auf der Platte sitzt den Eindruck haben sollte, die Nadel bewege sich auf einer Spirale.
Diesen Eindruck kann nur haben wer glaubt er befände sich auf der Platte in einem kräftefreien System. Es soll so Experten gegeben haben die wollten sich das so in etwa auch vorstellen.
Die Gesetze für kräftefreie Systeme (Inertialsysteme) gelten nicht für eine Drehbewegung, die Drehbewegung ist ja auch nicht kräftefrei. Newton im Allgemeinen gilt schon für beschleunigte System auch sie sind Teil der Newtonschen Gesetze.

Ernst dein gelegentlicher Hang die SRT dann doch wieder zu verteitigen führt dich mitunter schon auf etwas eigenartige Argumentationsmuster.
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Do 10. Nov 2011, 20:22

Chief hat geschrieben: Die Abläufe sind nicht wahr weil sie keine Physikalische Wirkung hervorrufen. Sie sind tatsächlich NICHT vorhanden.

Unsinn. Die Schallplattenrille ist keine Enbildung. Im rotierenden Bezugssystem werden solche Dinge real wahrgenommen. Im Bezugssystem Erde umrundet der Mond die Erde 24 stündlich. Das ist im Erdsystem real. Wenn Du sagst, das ist nicht real, dann nur deshalb, weil Du weißt, daß es nach Transformation ins IS real ist. Dann meinst Du, nur was im IS passiert, ist real. D.h. alles was nach Newton passiert ist real. Wobei du dann ja voraussetzt, daß Newton nur im IS gilt. Also.

Chief hat geschrieben:Rotierende Bezugssysteme sind mathematische Konstruktionen welche die Physik nicht richtig beschreiben.

Na endlich. Physik ist ja wohl Newtonsche Physik. Rotierende Bezugssysteme beschreiben nicht richtig nach der Newtonschen Physik. Also

Ernst hat geschrieben:In rotierenden Bezugssystemen sind die Newtonschen Gesetze ungültig.

Die roten Inhalte sind doch wohl kongruent. Wieso hast Du denn so lange gezappelt :mrgreen:

Gruß
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Re: Newton

Beitragvon Ernst » Do 10. Nov 2011, 20:43

rmw hat geschrieben:Ernst dein gelegentlicher Hang die SRT dann doch wieder zu verteitigen führt dich mitunter schon auf etwas eigenartige Argumentationsmuster.

Das hier hat überhaupt nichts mit der SRT zu tun. Das ist klassische Physik. Zum anderen verteidige ich die SRT nicht, sondern erkläre Aussagen und Folgerungen, welche sie trifft. Es wird nämlich vielfach versucht, ihr Aussagen unterzuschieben, welche sie gar nicht trifft, um sie dann zu kritisieren. Ich kritisiere sie auch: Aber auf der Basis, daß ich sie erst genau kenne. Jedenfalls soweit mir das gelingt. Ansonsten versuche ich, die Dinge mit der Emitterthese zu deuten; weil ich Newton vertraue.

Ansonsten stehst Du mit den Bezugssystemen noch im Nebel.

Newton im Allgemeinen gilt schon für beschleunigte System auch sie sind Teil der Newtonschen Gesetze.

Selbstverständlich. Was denn sonst? Newton beschreibt ja gerade die beschleunigten Bewegungen infolge von Kräften. Aber er beschreibt sie aus einem Bezugssystem, welches ein IS ist. Seine Beziehungen gelten nicht zur Beschreibung von Beschleunigung infolge von Kräften aus einem beschleunigten Bezugssystem, welches also kein IS ist.
Die Anwendung der Newtonschen Physik ist nur auf ein Bezugssystem vom Charakter IS möglich.

Davon bewegt sich die Nadel noch nicht auf einer Spirale, auch dann nicht, wenn jemand der auf der Platte sitzt den Eindruck haben sollte, die Nadel bewege sich auf einer Spirale.

Natürlich bewegt sich für ihn die Nadel auf einer Spirale. Ganz objektiv tut sie das. Er kann ja die Rotation beenden und sich die Nadelspur absehen. Es ist tatsächlich eine Spirale, welche die Nadel eingekratzt hat.

rmw, es erstaunt mich schon, daß gerade Du solche Schwierigkeiten mit Bezugssystemen in der klassischen Mechanik hast. :(

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Do 10. Nov 2011, 21:05

Chief hat geschrieben: Sie sind nicht ungültig sondern sie werden mehr oder weniger verfälscht.

:? :? :?
Wenn sie verfälsch sind, sind sie ungültig :!:

Beispielsweise auf der rotierenden Erde sind die Gesetze fast exakt gültig.

So? Du meinst, die Tatsache, daß (im Bezugssystem Erde) der Mond, die Sonne und das ganze Firmament 24 stündlich die Erde umkreisen, irgendwie mit den Newtonschen Kraftwirkungen zwischen diesen Objekten erklärbar ist? Ptolemeus würde dich umarmen.

Eigentlich sind sie exakt gültig wenn man die Rotation berücksichtigt.

Mit "berücksichtigen" meinst Du wieder unbewußt die Transforamtion in ein IS. Du berücksichtigst die Rotation, transformierst ins IS und bestätigst im IS dann Newton. Im rotierenden Bezugssystem selbst findet aber keine Rotation statt. Man kann nur konstatieren, daß das System in einem IS rotiert. Im rotierenden Bezugssystem selbst laufen Dinge ab, die mit den Newtonschen Gesetzen niemals erklärbar sind.

Dein Fehler war und der der anderen ist immer noch die unbewußte gedankliche Transformation der Vorgänge im rotierenden Bezugssystem in ein IS Bezugssystem.

Gruß
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Re: Newton

Beitragvon Ernst » Do 10. Nov 2011, 21:07

Chief hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:...Ansonsten versuche ich, die Dinge mit der Emitterthese zu deuten ...

Trotz des Sagnac-Beweises dass die These lokal nicht gilt? Das ist schon erstaunlich!

Da steht. ....versuche ich....

Du versuchst ja auch, obgleich Dein mitgeführter Äther lokal (Aberration) nicht gilt :!:

Gruß
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