Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 01:05

Lübecker hat geschrieben:Ist ja nun wieder noch ein neues Beispiel, die anderen sind ja noch nicht geklärt. Sollte nicht vorab das Beispiel mit dem Zug nach Einstein geklärt sein? Immer neue Beispiele bringt vermutlich nicht wirklich weiter und könnte andere Leser verwirren. Es sei aber dennoch kurz gesagt, die Detektoren zeigen an einem Ort nicht unterschiedliche Werte. Schlägt der Blitz zum Beispiel am Zugende ein, und zerstört dort die Uhr und auch die Uhr an den Gleisen, zeigen die Uhren die Zeit des Einschlages in ihrem Ruhesystem für alle Beobachter an. Schlagen die Blitze beide für den Wärter in den Zug um 12:00 ein, wird auch der Schaffner auf den Uhren des Wärters 12:00 ablesen, auch wenn seine eigenen Uhren andere Zeiten anzeigen. Egal wie viele Beobachter nun den Einschlag auch sehen werden, sie werden für den Wärter immer 12:00 sehen. Gleiches gilt auch für den Wärter wenn er auf die Uhr des Schaffners im Zug schaut. Schlägt der Blitz dort um 11:59 ein, wird der Wärter das auch so auf der Uhr des Schaffners ablesen und jeder andere Beobachter auch.

Was brabbelst Du denn daher? Es ist kein neues Beispiel! Ob man Beobachter in den Mitten der Systeme hat oder Detektoren macht keinen Unterschied. Es sind Detektoren, die nichts anderes tun, als zu registrieren, ob an ihnen Photonen gleichzeitig oder ungleichzeitig eintreffen. Sonst registrieren die nichts. Kannst Du dir so etwas vorstellen?
Du sonderst in diesem Forum schon längst so ein wirres, breitgetretenes und redundantes Zeugs daher, dass sicher keiner mehr versteht, wovon Du predigst. Bist Du schon so verwirrt, dass Du Beispiele, die völlig analog aufgebaut sind, nicht als gleichbedeutend erkennst, weil einmal vom Schaffner und Wärter und ein andermal von Inertialsystemen die Rede ist? Verstehst Du nur Bahnhof? Es ist immer vom gleichen Versuchsaufbau die Rede, egal welchen Namen die beteiligten Systeme tragen. Es sei denn, Du hast noch andere Konstruktionen eingebracht, die ich nicht kenne, weil ich die meisten deiner Beiträge gar nicht lese! So viel Zeit habe ich nicht für uninteressantes Geschwätz.
Also sag mir lieber, was die Detektoren registrieren! Und denke daran, dass man sich entscheiden kann, welches der Systeme die Lichtsignale gleichzeitig empfängt. Dem Postulat nach muss man sich für beide entscheiden, und auch nach der Logik, denn wenn jedes System zur Wahl steht, stehen auch beide zugleich zur Wahl. Wieso sollte man irgendeines der Systeme bevorzugen? Nur die Detektoren können das natürlich nicht. Sie registrieren einlangende Photonen und können gleichzeitiges oder ungleichzeitiges Eintreffen unterscheiden. Also - was werden uns die Detektoren zeigen?

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 01:14

Lübecker hat geschrieben:Die Ruhelänge das Zuges ist vermutlich etwas größer als die Ruhelänge des Bahnhofs,

Nein, ist sie nicht. Sondern die Animation ist nicht ganz SRT-konform. Was nicht weiter stört, weil man dennoch versteht, was damit gezeigt werden soll. Sie zeigt jedenfalls eine reale Kontraktion. Und die gibt es nicht bei Einstein, sondern in der LET!
Und dort ist sie ebenso ein Unsinn!

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 09:47

Lübecker hat geschrieben:Im Beispiel von Einstein gibt es kein Ruhesystem in dem Bahndamm und Zug zueinander bewegt sind. Macht schon mal einen Unterschied.

In der RSRT gibt es nur Systeme, die zueinander bewegt sind! Die "Ruhe" des einen oder anderen ist nur eine Definition. Nur die Relativgeschwindigkeit ist entscheidend für die Effekte. Daher gibt es in den beiden Darstellungen keinen Unterschied, eine zeigt, wie sie sich für einen 3. Beobachter darstellen, die andere, wie sie sich ergibt, wenn sich ein Beobachter ruhend definiert und den anderen bewegt sieht - was für jeden Beobachter möglich ist.

Da scheint überhaupt der große Holzweg vorzuliegen. Es gibt ja nur ein Ereignis, entweder beim Wärter (er absorbiert die Photonen endgültig!) ODER beim Schaffner. Ist das Ereignis im Bahnhof, findet es beim Schaffner ja nicht statt (er kann dieselben Phtonen ja nicht auch absorbieren)! Definiert man den Wärter als ruhend, so findet das Ereignis bei ihm gleichzeitig statt, und beim Schaffner ein anderes Ereignis! Beide können doch nicht dasselbe Ereignis erleben, wenn sie kilometerweit voneinander entfernt sind! Man kann also nur transformieren, wo aus der Sicht des jeweils anderen dieses Ereignis, das man zuvor definiert hat (also entweder beim Wärter oder beim Schaffner), stattfindet und nicht dieses eine Ereignis auf den anderen Beobachter übertragen, mit denselben Wellenfronten der SIgnale. Die LT kann keine Ereignisse von einem Beobachter auf den anderen übertragen, sondern nur, wo sich die Beobachter in ihrem Koordinatensystemen befinden und was ihre Uhren zeigen, wenn das Ereignis (entweder einlangende Photonen beim Wärter ODER ANDERE einlangende Photonen beim Schaffner!) stattfindet - und bei wem es gleichzeitig stattfindet, hängt von der Definition ab, welcher ruhend sein soll - und in dem ist das Eintreffen der Photonen dann für immer und ewig gleichzeitig. Und ist es das, ist es das für jeden anderen Beobachter im Universum!

Die Folgerung, beim Schaffner fände dieses Ereignis ungleichzeitig statt. wenn's beim Wärter gleichzeitig wäre, führt auf einen Irrweg. Denn beim Schaffner findet gar nichts statt, außer dass er andere Photonen absorbieren wird!
Wenn beim Wärter Photonen gleichzeitig am selben Raumpunkt eintreffen, kann niemand dieses Ereignis durch einen anderen Standort anders sehen ein gleichzeitiges Eintreffen der Photonen - sondern nur von woanders sehen! Und dieses eine gleichzeitige Ereignis am selben Raumpunkt des Wärters kann auch kein Beobachter im Universum anders messen als ein gleichzeitiges Eintreffen zweier Photonen beim Wärter! Und niemand kann nirgendwo dasselbe Ereignis erleben, weil jene zwei Photonen auf einer Linie zum Raumpunkt des Wärters liegen und jeder andere Beobachter sie je nach Standort vorher erwischen könnte und damit das Ereignis verhindert. Das nennt man Schatten!

Es ist also ein kompletter Blödsinn zu sagen, der Wärter würde die Signale gleichzeitig empfange und der Schaffner ungleichzeitig! Was der Schaffner erlebt, ist ein anderes Ereignis! Er kann nicht dasselbe Ereignis erleben - er kann aber das andere Ereignis beurteilen oder messen. Und da wird sofort klar, dass sich das Ereignis selbst beim Wärter dadurch nicht verändern wird. Wenn der Wärter also darüber nachdenkt, wie der Schaffner das Ereignis erlebt - kann Ungleichzeitigkeit der Photonen gar nicht herauskommen, weil das Ereignis ja nicht zum Schaffner wandert, sondern mit dem Wärter verbunden bleibt. Und daher werden beide Beobachter gar keine andere Möglichkeit haben, als dieses eine Ereignis von ihren Standorten aus beide unverändert entweder zu messen oder "wahrzunehmen". Deshalb wird eine Transformation auch nichts anderes ergeben können als ein unverändertes Ereignis.
Klassisch entsteht das Problem, dass just diese Unveränderlichkeit des Ereignisses für den Schaffner, der das Ereignis beim Wärter beurteilt zur LG v+/-v führen müsste, weil ja das gleichzeitige Eintreffen der Photonen beim Wärter mit Galileitransformation zur Sicht des Schaffners zur LG c+/-v führt, führen muss, weil sich das Ereignis selbst sich auch klassisch nicht verändern darf. Und c+/-v darf laut Postulat nicht sein. Daher wird die LT angewandt, wo die LG in beiden IS konstant bleibt - aber das Ereignis als gleichzeitiges Ereignis an einem Raumpunkt natürlich auch!

Daher wird der Wärter das Ereignis der gleichzeitig eintreffenden Photonen erleben, und der Schaffner könnte es niemals anders sehen, wahrnehmen oder messen, als an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit, die gerade mit der LT so verschoben werden, dass c konstant bleibt! Beide Beobachter werden das Ereignis selbst unverändert, also als gleichzeitiges Eintreffen zweier Photonen beim Wärter sehen!!!!

Nachdem man das Ereignis aber jedem Beobachter zuschreiben kann, wenn man sein IS als ruhend definiert, und das völlig beliebig ist, kann sich auch hier dadurch gar nichts ändern. Es ist ziemlich dumm, einen Beobachter zu definieren, welcher Photonen gleichzeitig empfängt und daneben ein bewegtes IS mit Beobachter hinzuzeichnen, welcher die Photonen ungleichzeitig empfängt - welche Photonen denn? Natürlich andere! Und dieselben Photonen kann nur ein Detektor detektieren und nicht die anderen!

Nun kann man natürlich so einen Versuch aufbauen, in die Mitten der IS jeweils einen Detektor hinstellen und zwei Blitze an den gleich weit entfernten Koordinatenpunkten der in der Anfangssituation sich deckenden Koordinaten auslösen. Jetzt kann es für beide Detektoren keinerlei Unterschied geben, weil sie ja nichts definieren und keiner von ihnen ohnehin nicht dieselben Photonen wie der andere detektieren kann. Das Ergebnis muss nach SRT daher lauten, dass jeder der Detektoren die Signale gleichzeitig registrieren wird - und damit das Postulat Einsteins bestätigen müsste! Damit das auch zustande kommt, werden jene Photonen, die der ruhende Detektor misst, gleichzeitig emittiert und jene Photonen (zwei andere!) für den bewegten Detektor ungleichzeitig. Die RdG, die im Grunde nur ein Rechentrick zur Erhaltung des Postulats ist, findet stets nur an räumlich entfernten Ereignissen (an zwei Ereignissen und niemals an ein und demselben!) statt. Im beschriebenen Versuch werden die Beobachter daher in ihren Ruhesystemen das Eintreffen zweier in gleichem Abstand emittierter Signale gleichzeitig wahrnehmen. Und das sind dann zwei Ereignisse! Und da kann keine Sicht eines anderen Beobachters daran etwas ändern.

Die(der) einzige Teilnehmer(in) in diesem Forum ist Trigemina, die das Spiel sofort erkannt und die richtige Antwort gegeben hat. Ganz trocken und kurz: Der Schaffner wird das Ereignis an der Koordinate soundso zur Zeit soundso wahrnehmen! Und das war's auch schon. Das Ereignis beim Wärter - und nicht bei sich selbst!
Ist einer am Bahnhof und einer im Zug und werden just im Augenblick gleicher Höhe zwei Lichtblitze so ausgelöst, dass jeder der Beobachter sie wahrnehmen kann, dann bekommt jeder sein eigenes Ereignis. Und das lautet für jeden: ihn werden zwei Signale gleichzeitig erreichen! Weil jeder andere Photonen absorbieren wird und das Postulat in jedem der Systeme gilt!
In jedem Zug kommen Lichtsignale in der Mitte an, wenn sie gleichzeitig von Vorder- und Rückwand emittiert werden, ganz gleich ob sich der Zug bewegt oder "ruht". Und in jedem Bahnhof kommen zwei räumlich entfernte gleichzeitig emittierte Photonen gleichzeitig in der Bahnhofsmitte an - ganz gleich, ob der ruhend oder bewegt gesehen oder definiert wird. Das Postulat kann nichts anderes ergeben! In der beschriebenen Versuchssituation wird daher jeder Beobachter SEINE Signale gleichzeitig empfangen - aber die des anderen gar nicht!

Und nur wer sich die Sache mal genau anschaut wird bemerken, dass das Postulat niemals Realität sein kann. Aber das ist eine andere Geschichte.
772 Beiträge über 78 Seiten! Unglaublich, wie lange ein Holzweg sein kann! 8-)

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 09:50

Highway hat geschrieben:S meldet Gleichzeitigkeit bei t=1.000s und x=0.000Ls,
S' meldet Gleichzeitigkeit bei t'=1.155s und x'=0.577Ls

Richtig!
Und die Gründe dafür stehen in meinem vorhergehenden Beitrag!

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Sa 15. Jun 2013, 10:04

Harald Maurer hat geschrieben:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Das ist ein anderer Versuchsaufbau.

Nein, es ist ein und derselbe. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Schaffner die SIgnale gleichzeitig wahrnehmen wird, weil die Anfangssituation für jeden Beobachter identisch ist und keiner durch Lichtexperimente auf seinen Bewegungszustand schließen kann.

Nein der Schaffner nimmt die Signale nicht gleichzeitig wahr. Wie du in meiner Animation sehen kannst. Weder im IS Bahnhof, noch im IS Zug kommen die Lichtsignale gleichzeitig beim Schaffner an. Wie du außerdem sehen kannst, finden die Lichtblitze genau dann statt, wenn entweder der Anfang des Zuges mit dem Anfang des Bahnhofs am selben Ort ist bzw. wenn das Ende des Zuges mit dem Ende des Bahnhofs am selben Ort ist. Das gilt sowohl im IS Bahnhof, wie auch im IS Zug. Das muss auch so sein, weil es sich dabei um jeweils zwei gleichzeitige Ereignisse am gleichen (selben) Ort handelt und diese sind in allen IS gleichzeitig und gleichortig. Damit ist auch deine Forderung
Harald Maurer hat geschrieben:Überdies habe ich in meinem Szenario mit den Berührungskontakten die Bedingung für das Aufleuchten der Lichtquelle so bestimmt, dass jede Lampe nur dann aufleuchtet, wenn sie von beiden der jeweils an den Endpunkten der IS angebrachten Kontakten berührt wird.

erfüllt.

Harald Maurer hat geschrieben:Deine ansonsten beeindruckende Animation (in der allerdings im IS Bahnhof der bewegte Zug nicht kontrahiert ist, im IS Zug das Bahnhofsystems aber schon), kann daher nicht funktionieren.

Im IS Bahnhof ist der Bahnhof 2 x 600m lang, der Zug ebenfalls. Da der Zug im IS Bahnhof längenkontrahiert ist, ist er ganz gemäß der LT im IS Zug 2 x 750 m lang (v = 0.6 c, gamma = 5/4, 750 = 5/4 * 600). Dafür ist der Bahnhof im IS Zug verkürzt auf 2 x 480 m (480 = 4/5 * 600). Und natürlich funktioniert das, wie in meiner 2. Animation aus der Sicht des IS Zug deutlich wird.
fb557ec2107eb1d6
 
Beiträge: 1662
Registriert: Mi 1. Jul 2009, 16:19

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Sa 15. Jun 2013, 10:24

Harald Maurer hat geschrieben:Da scheint überhaupt der große Holzweg vorzuliegen. Es gibt ja nur ein Ereignis, entweder beim Wärter (er absorbiert die Photonen endgültig!) ODER beim Schaffner. Ist das Ereignis im Bahnhof, findet es beim Schaffner ja nicht statt (er kann dieselben Phtonen ja nicht auch absorbieren)!

Schon wieder werden im Vorbeigehen die Versuchsbedingungen geändert. Zu den zwei Ereignissen des linken und rechten Blitzeinschlags gab es bisher immer vier "Mess"ereignisse:
  1. Rechter Lichtblitz trifft beim Wächter ein
  2. Linker Lichtblitz trifft beim Wächter ein
  3. Rechter Lichtblitz trifft beim Schaffner ein
  4. Linker Lichtblitz trifft beim Schaffner ein
Wenn jeder Blitz jetzt aus nur einem Photon besteht, das vom Detektor (egal welchem) absorbiert wird, gibt es nur mehr zwei "Mess"ereignisse (Annahme: Zug fährt im IS Bahnhof mit v = 0.6 c nach rechts.Fährt er statt dessen nach links, sind in der Liste unten rechts mit links zu tauschen):
  1. Rechter Lichtblitz trifft beim Schaffner ein und wird absorbiert
  2. Linker Lichtblitz trifft beim Wächter ein und wird absorbiert
Wie man in meiner Animatioin sieht, funktioniert auch das korrekt, egal ob im IS Bahnhof oder im IS Zug. Da in diesem Versuchsaufbau jeweils nur entweder der rechte oder der linke Lichtblitz beobachtet wird, ist eine Aussage über Gleichzeitigkeit natürlich nicht möglich.
fb557ec2107eb1d6
 
Beiträge: 1662
Registriert: Mi 1. Jul 2009, 16:19

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 11:18

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Rechter Lichtblitz trifft beim Wächter ein
Linker Lichtblitz trifft beim Wächter ein
Rechter Lichtblitz trifft beim Schaffner ein
Linker Lichtblitz trifft beim Schaffner ein

Die Signale, die der Schaffner empfängt sind nicht dieselben, die der Wärter empfängt. Jeder empfängt an einem anderen Ort seine eigenen Signale - und die beiden Beobachter haben gar nichts miteinander zu tun. Laut Postulat empfängt jeder die Signale, die für ihn zutreffen, gleichzeitig. Die Annahme, der Schaffner könnte dieselben Signale empfangen wie der Wärter, aber ungleichzeitig, ist Nonsens. Jeder kann die Situation des anderen in seinem Koordinatensystem lokalisieren, an der Gleichzeitigkeit der SIgnale beim Wärter und jener anderen Signale beim Schaffner ändert das überhaupt nichts. Laut Postulat ist schon die Anfangssituation falsch beschrieben, weil keiner der Beobachter die Signale, die er selbst gleichzeitig empfängt, beim anderen Beobachter ungleichzeitig ankommen sehen kann. Das wäre von vornherein absurd. Es kann sich daher nur um andere Signale handeln. Die Lorentztransformation belässt die Einschlagspunkte der Blitze im jeweiligen IS und setzt nur die LK ein. So bleiben die Emissionsorte für jeden Beobachter in seinem IS gleich weit entfernt und er bleibt in der Mitte. Infolgedessen wird für jeden Beobachter das Postulat gelten und Detektoren müssen das bestätigen. Damit jeder Beobachter das Ereignis beim anderen Beobachter unverändert, aber ohne Verletzung des Postulats wahrnehmen kann, setzt die LT die RdG ein. Im IS Zug tritt die RdG an den Emissionspunkten des IS Bahnhof auf, nicht im IS Zug, denn da laufen alle Uhren gleich. Man kann zwar versuchen, diese RdG mit der LK zu erklären - das ist schon von vornherein absurd, weil sich an den Längen real nichts ändert und unterschiedliche Messergebnisse keinen Einfluss auf physikalische Prozesse haben können. Die Prozesse sind die Prozesse - und können unterschiedlich gemessen werden, aber dadurch verändern sich die Prozesse nicht. Es hat daher schon seinen Grund, weshalb Trigemina irgendwelche Signale beim Schaffner nicht erwähnt. Über diese muss man sich nicht den Kopf zerbrechen. Sie sind ein anderes Ereignis.

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 11:42

Artie hat geschrieben:@Ernst: ich heule doch gar nicht, meine Tränen in den Augen kommen vom Lachen, weil ich mich mein Popcorn verschluckt habe. ;)

Ja schon erstaunlich, egal wieviel Realos, das sagen, es wird auf einem unhaltbaren Punkt beharrt, der nicht zu halten ist. Die Logik wird umgedreht, an einem Beispiel wird rumgedreht und gedreht, und wenn sich eine Fachfrau meldet, dann fällt man ihr erst um den Hals, bis man merkt, das sie im total neutralen Ton, ohne jemanden auszulachen das bestätigt, was die Realso sagen, ohne darauf hinzuweisen, das es bestätigt wird und sogar die Form der Realos kritisiert. Nach dieser Gratulationskatastrophe schmeißt man sogar Deutschkenntnisse über Bord, nur damit man sich daran festklammern kann, das die Kompetenz der Antwortenden Person nicht direkt angekratzt wird.

Harald Maurer hat geschrieben:772 Beiträge über 78 Seiten! Unglaublich, wie lange ein Holzweg sein kann!

Ja auf 78 Seiten wird versucht die SRT mit Argumenten zu widerlegen, die zeigen, das man die SRT nicht verstanden hat.

Leute, das ist so ein Trivialbeispiel, und ich finde es unfaßbar, was die ""*kritik*"" da abliefert.
Lachen? Nein, ist der Zenith ist überschritten, wird es ein Trauerspiel.

Deutschkenntnisse?

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 14:10

Lübecker hat geschrieben:Es lässt sich real kein solches Experiment konstruieren. Stellt Detektor D fest, Detektor D' ist auf gleicher Höhe wie er, müssen (wie auch immer) Signale zu den Lampen laufen, welche diese Aufblitzen lassen. Das dauert Zeit und in dieser hat sich Detektor D' weiter nach recht bewegt und befindet sich somit nicht mehr auf gleicher Höhe wie Detektor D.

Die Detektoren lösen auch nicht die Blitzlampen aus, sondern die Kontakte. Da befinden sich auch die Detektoren auf gleicher Höhe.
Lübecker hat geschrieben:Nach der SRT führt eine Transformation der Raumzeitkoordinaten der Ereignisse E₁ − E₅ von S nach S' nicht zu einer Gleichzeitigkeit der E₃' und E₅'.

Die LT kann gleichzeitige Ereignisse am gleichen Raumpunkt, die demnach ein einziges Ereignis sind, nicht ungleichzeitig machen und das schon gar nicht bei Signalen, die gar nicht existieren. Welche Signale der Schaffner empfängt, gibt die LT gar nicht an, weil vom Ruhesystem Bahnhof aus ins IS Zug transformiert nur das Ereignis beim Wärter vom Schaffner beurteilt wird und irgendwelche Signale, die er selbst empfängt, gar nicht zur Sprache kommen. Da werden zwar beim bewegten Schaffner im IS Bahnhof irgendwelche SIgnale beschrieben, doch die haben mit dem zu transfomierenden Ereignis gar nichts zu tun, weil nach Transformation der Schaffner das Geschehen im Bahnhof aus seiner Sicht beschreibt und von sich selbst nichts berichtet.

Laut Postulat bewegt sich in jedem "ruhenden" IS das Licht mit c. Die Gleichzeitigkeit des Signalempfangs kann daher bei jedem der beiden IS wahlweise durch Definition vorausgesetzt werden. Damit ist der Fall schon erledigt, weil diese Definition keinen Unterschied ergeben kann. Zu sagen weil der eine die Signale gleichzeitig empfängt, empfängt sie der andere ungleichzeitig, ist von vornherein ein Verstoß gegen das Postulat. Detektoren werden daher jeweils ein Ereignis gleichzeitigen Eintreffens von Photonen registrieren. Es sind 2 Detektoren, also sind es 2 Ereignisse. Keines davon ist in das andere umgewandelt worden.

Die RdG "sieht" der Schaffner an den Bahnhofsuhren und das hat mit seinem Signalempfang gar nichts zu tun. Den misst er ja nicht, sondern er misst das Ereignis beim Wärter. Und die LT verrät dem Wärter, was der Schaffner misst. Dass der Schaffner ebenfalls gleichzeitig vom Licht getroffen wird, versteht sich lt. Postulat von selbst, weil man sich jederzeit gedankenschnell zum Schaffner gesellen kann, um ihn aufzufordern, seinen Zug als ruhend zu definieren. Was dann? Gilt erst dann c+/-v in seinem Zug? Es gilt nach Einsteins Befehl immer. Und im Ruhesystem Zug tritt die RdG gar nicht auf, also können dem Schaffner die seltsamen Zeiten, der er an den Uhren des Bahnhofsystems sehen würde, ganz egal sein. In seinem System laufen alle Uhren gleich.

Die von Einstein und seinen Abschreibern geschilderte klassische Situation mit dem gegen das gleiche Licht fahrenden Schaffner, in dem der Wärter ruht, kann es in der SRT von vornherein nicht geben - weil lt. dieser Theorie niemand gegen die LG fahren kann. Und die LT transformiert keine Ereignisse ins Zugsystem, sondern sind x/t die Koordinaten für ein Ereignis, welches in IS Bahnhof gemessen wird, dann ergibt die LT die Werte, welche ein in IS' Zug ruhender Beobachter messen würde. Vom einem ungleichzeitigen oder gleichzeitigen Ereignis am Schaffner selbst erfahren wir nichts. Die Conclusio ist, dass ein gleichzeitiges Ereignis am gleichen Raumpunkt vom Schaffner nicht anders gesehen werden kann und das in umgekehrter Weise auch für den Wärter gilt, wenn er ein derartiges Ereignis am Schaffner sieht. Ein Ereignis, das im Ruhesystem Schaffner nur ein Ereignis darstellt, kann daher auch der Wärter nach SRT gar nicht ungleichzeitig sehen und daher ist die Ausgangssituation, die Einstein zur Vorbereitung seiner RdG schildert, rein klassisch. Denn nur so kann überhaupt die beschriebene Situation zustande kommen, weil da c nicht konstant ist!

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 15. Jun 2013, 15:32

Lübecker hat geschrieben:Nein, der Zug kann auch mal in einem Bahnhof halten und dann ruhen beide Ruhesysteme zueinander

Was Du nicht sagst! Ist das auch wirklich so? :lol:
Was versteht man an dem Satz "Es gibt nur zueinander bewegte Systeme" eigentlich nicht? Soll ja wohl nicht heißen, es gäbe nur bewegte Systeme, und dass Systeme zueinander auch ruhen können, weiß jedes Kleinkind.
Lübecker hat geschrieben:Deswegen gibt es klassisch auch keine RdG!

Doch, bei Einstein und Bührke offenbar schon. Sie beschreiben irgendeinen Schaffner klassisch beleuchtet mit irgendwelchen Lichtstrahlen und bezeichnen das als Relativität der Gleichzeitigkeit. Weil der Schaffner gegen das nur im Bahnhof konstante Licht fährt und die Signale mit c+/-v ungleichzeitig empfängt, im Gegensatz zum Wärter. Das ist geradezu ein Paradebeispiel für RdG in der klassischen Physik. Und da Einstein so ein Beispiel vorzeigt und dazu RdG sagt, muss es wohl auch eine Relativität der Gleichzeitigkeit schon bei Newton geben, oder nicht?
Lübecker hat geschrieben:Da im Beispiel von Einstein der Zug bewegt dieselbe Länge wie die Strecke zwischen AB hat, werden Zug und Strecke AB aus einem dritten System in den nun Bahndamm und Zug bewegt sind, nicht die gleiche Länge haben.

Was immer auch man mit dem gleichen Maßstab auf eine gleiche Länge misst, hat diese Länge zu allen anderen Längen, die mit demselben Maßstab auf die gleiche Länge abgemessen wurden, auch dieselbe Länge (ist das nicht schön formuliert? :P ). Sind die Strecken AB und Zug erstmal auf eine bestimmte Länge stehend zueinander abgemessen, ändert sich daran nichts, solange mit demselben Maßstab nachgemessen wird. Benutzt man eine andere Messvorschrift oder andere Maßeinheiten, werden sich andere Werte ergebe, ohne dass sich das Abgemessene dadurch verändert hätte. Diese Argumentiererei mit unterschiedlichen Längen gehört daher in den Kindergarten, aber nicht in die Physik.
Lübecker hat geschrieben:Alter Falter, meine Güte, sollte es nicht einfacher und kürzer beschrieben werden?

Sagst ausgerechnet Du!
Lübecker hat geschrieben:Die Zweifler behaupten aber weiter, die SRT würde behaupten, der Schaffner würde selber real wahrnehmen, wie ihn das Licht beider Blitze gleichzeitig erreicht. Das ist ganz großer Unfug, das ist keine Aussage der SRT und keine der RdG. Das ist nur eine falsche Interpretation der SRT der Zweifler.

Wärter und Schaffner haben sich im letzten Moment darauf geeinigt, es möge das Schaffnersystem ruhend definiert und jenes sein, in dem die Gleichzeitigkeit gilt. Insgeheim ist aber auch der Wärter noch der Meinung, es müsste wohl zugleich auch umgekehrt gelten. Und da hat er recht. Beide werden nach dem Versuch zu berichten haben, dass sie gleichzeitig vom Licht in ihren Ruhesystemen getroffen wurden. Und werden sagen: "Einstein hat Recht!" Und wäre einer von ihnen ungleichzeitig von Licht getroffen worden, würde er sagen "Einstein ist widerlegt!"

Und da manche Leute letzteres (je nach Glaubenseinstellung) gern sagen würden, werden auf dieser Welt immer wieder Experimente durchgeführt, die aufzeigen sollen, dass man sich unter den Versuchsbedingungen, die unseren Debatten zugrunde liegen, gegen das Licht bewegen kann, um seinen Bewegungszustand nachzuweisen, wobei von vornherein feststeht, dass das niemals gelingen darf! Und daher gibt es nur missglückte Versuche zur Lobpreisung und Beweihräucherung der SRT. 8-)

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

VorherigeNächste

Zurück zu Relativitätstheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 15 Gäste