Lübecker hat geschrieben:Im Beispiel von Einstein gibt es kein Ruhesystem in dem Bahndamm und Zug zueinander bewegt sind. Macht schon mal einen Unterschied.
In der RSRT gibt es
nur Systeme, die
zueinander bewegt sind! Die "Ruhe" des einen oder anderen ist nur eine Definition. Nur die
Relativgeschwindigkeit ist entscheidend für die Effekte. Daher gibt es in den beiden Darstellungen keinen Unterschied, eine zeigt, wie sie sich für einen 3. Beobachter darstellen, die andere, wie sie sich ergibt, wenn sich ein Beobachter ruhend definiert und den anderen bewegt sieht - was für jeden Beobachter möglich ist.
Da scheint überhaupt der große Holzweg vorzuliegen. Es gibt ja nur
ein Ereignis, entweder beim Wärter (er absorbiert die Photonen endgültig!) ODER beim Schaffner. Ist das Ereignis
im Bahnhof, findet es beim Schaffner ja
nicht statt (er kann dieselben Phtonen ja nicht
auch absorbieren)! Definiert man den Wärter als ruhend, so findet das Ereignis bei ihm
gleichzeitig statt, und beim Schaffner ein
anderes Ereignis! Beide können doch nicht dasselbe Ereignis erleben,
wenn sie kilometerweit voneinander entfernt sind! Man kann also nur transformieren,
wo aus der Sicht des jeweils anderen dieses Ereignis, das man zuvor definiert hat (also entweder beim Wärter oder beim Schaffner), stattfindet und
nicht dieses eine Ereignis auf den anderen Beobachter übertragen, mit denselben Wellenfronten der SIgnale. Die LT kann keine Ereignisse von einem Beobachter auf den anderen übertragen, sondern nur, wo sich die Beobachter in ihrem Koordinatensystemen befinden und was ihre Uhren zeigen, wenn das Ereignis (entweder einlangende Photonen beim Wärter
ODER ANDERE einlangende Photonen beim Schaffner!) stattfindet - und bei wem es gleichzeitig stattfindet,
hängt von der Definition ab, welcher ruhend sein soll - und in dem ist das Eintreffen der Photonen dann für immer und ewig gleichzeitig. Und ist es das, ist es das
für jeden anderen Beobachter im Universum!Die Folgerung, beim Schaffner fände dieses Ereignis ungleichzeitig statt. wenn's beim Wärter gleichzeitig wäre, führt auf einen Irrweg. Denn beim Schaffner findet gar nichts statt, außer dass er
andere Photonen absorbieren wird!
Wenn beim Wärter Photonen gleichzeitig am selben Raumpunkt eintreffen, kann niemand dieses Ereignis durch einen anderen Standort anders sehen ein gleichzeitiges Eintreffen der Photonen - sondern nur von
woanders sehen! Und dieses eine gleichzeitige Ereignis am selben Raumpunkt des Wärters kann auch kein Beobachter im Universum anders messen als ein gleichzeitiges Eintreffen zweier Photonen beim Wärter! Und niemand kann nirgendwo dasselbe Ereignis erleben, weil jene zwei Photonen auf einer Linie zum Raumpunkt des Wärters liegen und jeder andere Beobachter sie je nach Standort vorher erwischen könnte und damit das Ereignis verhindert. Das nennt man Schatten!
Es ist also ein kompletter Blödsinn zu sagen, der Wärter würde die Signale gleichzeitig empfange und der Schaffner ungleichzeitig! Was der Schaffner erlebt, ist ein
anderes Ereignis! Er kann nicht dasselbe Ereignis erleben - er kann aber das andere Ereignis
beurteilen oder
messen. Und da wird sofort klar, dass sich das Ereignis selbst beim Wärter dadurch nicht verändern wird. Wenn der Wärter also darüber nachdenkt, wie der Schaffner das Ereignis erlebt - kann Ungleichzeitigkeit der Photonen gar nicht herauskommen,
weil das Ereignis ja nicht zum Schaffner wandert, sondern mit dem Wärter
verbunden bleibt. Und daher werden beide Beobachter gar keine andere Möglichkeit haben, als dieses eine Ereignis von ihren Standorten aus beide unverändert entweder zu messen oder "wahrzunehmen". Deshalb wird eine Transformation auch nichts anderes ergeben können als ein
unverändertes Ereignis.
Klassisch entsteht das Problem, dass just diese Unveränderlichkeit des Ereignisses für den Schaffner, der das Ereignis beim Wärter beurteilt zur LG v+/-v führen müsste, weil ja das gleichzeitige Eintreffen der Photonen beim Wärter mit Galileitransformation zur Sicht des Schaffners zur LG c+/-v führt, führen muss, weil sich das Ereignis selbst sich auch klassisch nicht verändern darf. Und c+/-v darf laut Postulat nicht sein. Daher wird die LT angewandt, wo die LG in beiden IS konstant bleibt -
aber das Ereignis als gleichzeitiges Ereignis an einem Raumpunkt natürlich auch!Daher wird der Wärter das Ereignis der gleichzeitig eintreffenden Photonen erleben, und der Schaffner könnte es niemals anders sehen, wahrnehmen oder messen, als an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit, die gerade mit der LT so verschoben werden, dass c konstant bleibt! Beide Beobachter werden das Ereignis selbst unverändert, also als gleichzeitiges Eintreffen zweier Photonen
beim Wärter sehen!!!!
Nachdem man das Ereignis aber
jedem Beobachter zuschreiben kann, wenn man
sein IS als ruhend definiert, und das völlig beliebig ist, kann sich auch hier dadurch gar nichts ändern. Es ist ziemlich dumm, einen Beobachter zu definieren, welcher Photonen gleichzeitig empfängt und daneben ein bewegtes IS mit Beobachter hinzuzeichnen, welcher die Photonen ungleichzeitig empfängt -
welche Photonen denn? Natürlich
andere! Und dieselben Photonen kann nur
ein Detektor detektieren und nicht die anderen!
Nun kann man natürlich so einen Versuch aufbauen, in die Mitten der IS jeweils einen Detektor hinstellen und zwei Blitze an den gleich weit entfernten Koordinatenpunkten der in der Anfangssituation sich deckenden Koordinaten auslösen. Jetzt kann es für
beide Detektoren keinerlei Unterschied geben, weil sie ja nichts definieren und keiner von ihnen ohnehin nicht dieselben Photonen wie der andere detektieren kann. Das Ergebnis muss nach SRT daher lauten, dass jeder der Detektoren die Signale gleichzeitig registrieren wird - und damit das Postulat Einsteins bestätigen müsste! Damit das auch zustande kommt, werden jene Photonen, die der ruhende Detektor misst, gleichzeitig emittiert und jene Photonen (zwei andere!) für den bewegten Detektor ungleichzeitig. Die RdG, die im Grunde nur ein Rechentrick zur Erhaltung des Postulats ist, findet stets nur an räumlich entfernten Ereignissen (an
zwei Ereignissen und niemals an ein und demselben!) statt. Im beschriebenen Versuch werden die Beobachter daher in ihren Ruhesystemen das Eintreffen zweier in gleichem Abstand emittierter Signale
gleichzeitig wahrnehmen. Und das sind dann
zwei Ereignisse! Und da kann keine Sicht eines anderen Beobachters daran etwas ändern.
Die(der) einzige Teilnehmer(in) in diesem Forum ist Trigemina, die das Spiel sofort erkannt und die richtige Antwort gegeben hat. Ganz trocken und kurz: Der Schaffner wird das Ereignis an der Koordinate soundso zur Zeit soundso wahrnehmen! Und das war's auch schon. Das
Ereignis beim Wärter - und nicht bei sich selbst!Ist einer am Bahnhof und einer im Zug und werden just im Augenblick gleicher Höhe zwei Lichtblitze so ausgelöst, dass jeder der Beobachter sie wahrnehmen kann, dann bekommt jeder sein eigenes Ereignis. Und das lautet für jeden: ihn werden zwei Signale gleichzeitig erreichen! Weil jeder andere Photonen absorbieren wird
und das Postulat in jedem der Systeme gilt!In jedem Zug kommen Lichtsignale in der Mitte an, wenn sie gleichzeitig von Vorder- und Rückwand emittiert werden, ganz gleich ob sich der Zug bewegt oder "ruht". Und in jedem Bahnhof kommen zwei räumlich entfernte gleichzeitig emittierte Photonen gleichzeitig in der Bahnhofsmitte an - ganz gleich, ob der ruhend oder bewegt gesehen oder definiert wird.
Das Postulat kann nichts anderes ergeben! In der beschriebenen Versuchssituation wird daher jeder Beobachter SEINE Signale gleichzeitig empfangen - aber die des anderen
gar nicht!
Und nur wer sich die Sache mal genau anschaut wird bemerken, dass das Postulat niemals Realität sein kann. Aber das ist eine andere Geschichte.
772 Beiträge über 78 Seiten! Unglaublich, wie lange ein Holzweg sein kann!
Grüße
Harald Maurer