fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Das ist ein anderer Versuchsaufbau.
Nein, es ist ein und derselbe. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Schaffner die SIgnale gleichzeitig wahrnehmen wird, weil die Anfangssituation für jeden Beobachter identisch ist und keiner durch Lichtexperimente auf seinen Bewegungszustand schließen kann. Wenn der Schaffner weiß, dass die Lichter an den Enden des Zugs aufleuchten, weil diese Enden selbst dies synchronisieren, kann er an der Gleichzeitigkeit dieser Lichtsignale keinen Zweifel haben und für ihn gilt das Postulat, also wird er sie gleichzeitig wahrnehmen. Und annehmen, dass der Wärter die SIgnale ungleichzeitig empfängt, oder das auch sehen wird.
Überdies habe ich in meinem Szenario mit den Berührungskontakten die Bedingung für das Aufleuchten der Lichtquelle so bestimmt, dass jede Lampe nur dann aufleuchtet, wenn sie von beiden der jeweils an den Endpunkten der IS angebrachten Kontakten berührt wird. Deine ansonsten beeindruckende Animation (in der allerdings im IS Bahnhof der bewegte Zug nicht kontrahiert ist, im IS Zug das Bahnhofsystems aber schon), kann daher nicht funktionieren. Die Kontraktion ist gegenseitig, und weist schon dadurch darauf hin, dass es sich um einen Messeffekt handeln muss. Wäre sie real, würden die Lampen gar nicht aufleuchten, weil die Situation, dass zugleich beide Kontakte die Lampe berühren, gar nicht eintritt.

Dazu schrieb ich: "Kontakte an den Endpunkten der zueinander bewegten "Systeme" sorgen dafür, dass die Blitzlampen nur blitzen, wenn beide Kontakte die Lampen berühren." Unter dieser Voraussetzung würde in Deiner Animation im Zugsystem überhaupt keine Lampe aufleuchten. Mit "beide Kontakte" meinte ich beide Kontakte links und beide Kontakte rechts, die Lampen leuchten also nur auf, wenn alle vier Kontakte die Lampen berühren. SInd es nur die beiden von einem IS, dann leuchten die Lampen nicht. Und nach Deiner Animation würden die Lampen nur im ruhenden System S aufleuchten, im IS S' hingegen nicht - was natürlich eine absurde Situation wäre.
Nichts spricht dagegen, dass es der Schaffner ist, welcher die SIgnale gleichzeitig sieht, denn das Bahnhofsystem ist nicht absolut und kann das Licht nicht festgenagelt haben und mitnehmen. Die Beschreibung des Szenarios aus dem Ruhesystem des Schaffners samt seiner Wahrnehmung gleichzeitiger SIgnale muss daher zulässig sein. Ist es das nicht, dann haben wir die klassische Situation mit bevorzugtem IS Bahnhof und lediglich angepasster LG in beiden IS, wobei die RdG nur das klassische c+/v verhindert. Nach dem Postulat muss das Licht vom Moment des Aufleuchtens beider Lampen konstant in die Mitte beider IS ziehen. Weil nicht feststeht, zu welchem IS das Licht "gehört", ehe nicht irgendeines der IS ruhend definiert ist. Sind Detektoren in der Mitte jedes IS, erhebt sich eben die Frage: was messen sie? Entscheiden sie sich für den Bahnhofswärter oder den Schaffner? Wer darf die Lichtsignale gleichzeitig sehen?
Grüße
Harald Maurer