Scheinkräfte

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ruhender Beobachter

Beitragvon Ernst » Fr 20. Jan 2012, 19:36

rmw hat geschrieben:Auf eine Zentrifugalkraft braucht ein relativ zur Scheibe ruhender Beobachter nicht zu schließen, die ist tatsächlich vorhanden. Der Beobachter ruht ja auch nicht tatsächlich.

Und wieso nicht?

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Fr 20. Jan 2012, 19:56

Chief hat geschrieben:


Das ist wieder eine "Scheinphysiker"-Darstellung. Die Kraft F' greift nicht im Schwerpunkt an
sondern unten am Berührungspunkt zwischen Straße und Reifen. Daraus erhält man FHaft=F'+FG.
Die Kräfte die im Schwerpunkt angreifen sind die Schwerkraft FG und die Zentrifugalkraft FZf (hier nicht eingezeichnet).
Die Vektorsumme dieser Kräfte ist die Kraft F die auf den Boden drückt (hier falsch eingezeichnet).

Nö, alles falsch. Es ist alles richtig eingezeichnet.
Du scheinst nicht zu wissen, daß man Vektoren ohne Wirkungsänderungen in ihrer Richtung koaxial verschieben kann.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Fr 20. Jan 2012, 20:59

Highway hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Du scheinst nicht zu wissen, daß man Vektoren ohne Wirkungsänderungen in ihrer Richtung koaxial verschieben kann.


Oh, oh... Eigentor! :shock:

Das ist ja die Begründung dafür, dass Zentripetal- als auch Zentrifugalkraft an der Masse angreifen. Das Seil, oder was es immer sein möge, ist ja nur der Mittler.

Grüße,

Highway

Nö, wird ja nur verschoben und nicht verdreht. Und ob er hier verschoben wird oder nicht; er geht ohnehin stets durch den Schwerpunkt. Hier verschiebt man ihn dahin, wo die zweite Kraft, die Schwerkraft angreift (im Schwerpunkt), und bildet die Summe. Und voiala, man hat die Zentripetalkraft.
Die Kraftwirkung bezieht sich dabei natürlich immer auf den betreffenden Körper, wenn Du das meinst. Du kannst nicht eine Tasse anheben und Deine Handkraft in die Milchstrasse verschieben.
Dann fällt die Tasse runter und der Stern alpha wird ein Stüch weggedrückt. :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4fteparallelogramm

Auf einen starren Körper wirken zwei Kräfte. Mit grafischen Mitteln lässt sich eine resultierende Kraft ermitteln, deren Wirkung auf den Körper den beiden Ausgangskräften entspricht.
1.Maßstabsgerechtes Anzeichnen der Kräfte nach Angriffspunkt, Betrag und Richtung
2.Verschieben der Pfeile entlang der Wirkungslinie zum gemeinsamen Schnittpunkt
3.Parallelverschiebung der beiden Wirkungslinien, so dass die Linie die Spitze des anderen Kraftvektors durchläuft
4.Die Diagonale des so entstandenen Parallelogramms bildet die resultierende Kraft und ersetzt die beiden Ausgangskräfte. Die entstandene Kraft lässt sich für weitere Untersuchungen wiederum entlang ihrer Wirkungslinie verschieben


Vektoraddition.png
Vektoraddition.png (11.53 KiB) 3738-mal betrachtet


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Kraft und Gegenkraft

Beitragvon rmw » Fr 20. Jan 2012, 21:52

Ernst hat geschrieben:Fq wirkt auf den Boden. Ich meine, wir sprechen hier über die Kräfte auf das Motorrad?

Richtig die Wirkung des Motorads auf den Boden, das ist die Zentrifugalkraft. Die entgegengestzte Kraft der Straße auf das Motorrad ist die Zentripetalkraft. Es gibt keinen Grund eine von beiden nicht sehen zu wollen.
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Re: Ruhender Beobachter

Beitragvon rmw » Fr 20. Jan 2012, 21:55

Ernst hat geschrieben:
rmw hat geschrieben:Auf eine Zentrifugalkraft braucht ein relativ zur Scheibe ruhender Beobachter nicht zu schließen, die ist tatsächlich vorhanden. Der Beobachter ruht ja auch nicht tatsächlich.

Und wieso nicht?

Auf eine Kraft die tatsächlich vorhanden ist braucht man nicht durch irgendwelche Überlegungen zu schließen. Und ein beschleunigtes System ist offensichtlich kein ruhendes Sytem.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Fr 20. Jan 2012, 22:33

Highway hat geschrieben: Mach ein Stück Seil dran und schon geht's.

Und dann hievst Du ihn hoch?
Mann Highway :!:
Wozu hab ich das Bild verlinkt :?: Hier sind zwei Vektoren zu addieren. F ' und Fg. Die verschiebt man in den Schnittpunkt. Das ist hier der Schwerpunkt und dann macht man das Parallelogramm. Die Summe ist die Zentripetalkraft.
Must noch ne mediale Mathevorlesung über Vektoren absolvieren. ;)

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Fr 20. Jan 2012, 22:35

Chief hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:...
Du scheinst nicht zu wissen, daß man Vektoren ohne Wirkungsänderungen in ihrer Richtung koaxial verschieben kann.


Du scheinst nicht zu wissen, dass es verschiedene Arten von Vektoren gibt! :mrgreen:


Weiß ich. Hier sind's Kraftvektoren. Du hast wiedermal keine Ahnung. Ist Dir neu, die Verschiebung, nicht wahr?

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Re: Kraft und Gegenkraft

Beitragvon Ernst » Fr 20. Jan 2012, 22:42

rmw hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Fq wirkt auf den Boden. Ich meine, wir sprechen hier über die Kräfte auf das Motorrad?

Richtig die Wirkung des Motorads auf den Boden, das ist die Zentrifugalkraft. Die entgegengestzte Kraft der Straße auf das Motorrad ist die Zentripetalkraft. Es gibt keinen Grund eine von beiden nicht sehen zu wollen.

Die sind doch beide eingezeichnet. Nur ist die übliche Bezeichnung für die Kraft auf den Boden nicht Trägheitskraft. Das spielt aber keine Rolle. Du schreibst doch selbst "Wirkung auf den Boden". Das ist doch dann keine Wirkung auf das Motorrad. Und dann schreibst Du "Die entgegengestzte Kraft der Straße auf das Motorrad ist die Zentripetalkraft". Ist ja auch richtig.
Aber dann wirkt doch auf das Motorrad nur die eine Kraft, die Zentripetalkraft.

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Re: Kraft und Gegenkraft

Beitragvon Ernst » Fr 20. Jan 2012, 22:46

Chief hat geschrieben:Fast richtig.

Bei Dir ist gar nichts richtig. Weil Du von Bezugssystemen keine Ahnung hast und die zum 333. mal verwechselst.
.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Sa 21. Jan 2012, 12:16

Chief hat geschrieben:Aber es ist zu spät für Dich. Ich fürchte, Du hast dich selbst diskreditiert.

Nee, hat er nicht. Der ganze Text in diesem Link lautet:
"Zur Berechnung von Winkeln und Kraftbeträgen tut man sich oft leichter, wenn man die der Zentripetalkraft FZ entgegengesetzt gerichtete Trägheitskraft FZF betrachtet. Diese Trägheitskraft F = m·a scheint der beschleunigte Motorradfahrer zu spüren. Man nennt diese Scheinkraft Zentrifugalkraft FZF."

"Nun erkennt man auch wieder gut das Kräfte- und Drehmomentengleichgewicht im beschleunigten Motorrad.
Der Bodendruckkraft FB, die man in eine zum Boden senkrechte und eine zum Boden parallele Komponente zerlegen kann, wirkt die Kräftesumme aus Zentrifugalkraft FZF und Gewichtskraft FG entgegen. Diese Kräftesumme ist gegengleich der Bodendruckkraft und hat dieselbe Wirkungslinie wie diese.

Die parallel zum Boden gerichtete Komponente der Bodendruckkraft kann nie größer sein als die maximale Haftkraft der Reifen auf der Unterlage".

Da hier angesprochen wird, was der Motorradfahrer zu spüren scheint und vom Kräfte- und Drehmomentgleichgewicht im beschleunigten Motorrad die Rede ist, handelt es sich um eine Beschreibung der Kräfte im Bezugssystem Motorrad. Da wird zur Beurteilung der Kräfteverhältnisse ja die Zentrifugalkraft angesetzt (d'Alembert). Daher auch die einleitende Formulierung: "Zur Berechnung von Winkeln und Kraftbeträgen tut man sich oft leichter, wenn man die der Zentripetalkraft FZ entgegengesetzt gerichtete Trägheitskraft FZF betrachtet. Diese Trägheitskraft F = m·a scheint der beschleunigte Motorradfahrer zu spüren. Man nennt diese Scheinkraft Zentrifugalkraft FZF."

Es wird also immer noch nicht verstanden, dass die Einführung einer Zentrifugalkraft zum Zweck, die Verletzung des Trägheitssatzes zu umgehen, vom Bezugsystem abhängt.

Grüße
Harald Maurer
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