Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon DerDicke » Mo 6. Mai 2013, 11:15

Das Wissen "das Sie nicht verstehen können" umfaßt u.a. den Regelalgorithmus des Tempomaten Ihres Autos. Trotzdem haben 50% aller Bürger so ein Ding drin und 90% hängen in D wirtschaftlich direkt oder indirekt von der Autoindustrie ab.
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 6. Mai 2013, 11:20

DerDicke hat geschrieben:Das Wissen "das Sie nicht verstehen können" umfaßt u.a. den Regelalgorithmus (Kalman Filter) des Tempomaten Ihres Autos. Trotzdem haben 50% aller Bürger so ein Ding drin und 90% hängen in D wirtschaftlich direkt oder indirekt von der Autoindustrie ab.


Mal was Neues: Ohne SRT keine Tempomaten im Auto! :mrgreen:

Genauso so vielleicht, wie ohne SRT keine GPS-Technologie? 8-) Wobei nicht einmal die Raumfahrt die Effekte der SRT braucht, geschweige denn die Autofahrer. :mrgreen:
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 6. Mai 2013, 11:23

Lübecker hat geschrieben:
Kein Land kommt ohne Sekretärinnen, Müllmänner und Handwerker aus.


Auch ohne Pleitiers?
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 6. Mai 2013, 16:39

Lübecker hat geschrieben:
Wer wurde den beauftragt im Namen der Öffentlichkeit eine Anfrage an die PTB zu stellen, wenn jemand ein persönliches Verständnisproblem hat?


Bildung, Lehre, Forschung, Steuerzahlung, Gesetzgebung sind öffentliche Sachverhalten und gehören zwangsläufig im öffentlichen Interesse aller Bürger dieses Landes. Keiner braucht "beauftragt" zu sein, um Informationen von dem Staat bei Anliegen des öffentlichen Interesses zu verlangen: Jeder Bürger ist dazu unmittelbar von dem Gesetzgeber in unserem Rechtsstaat persönlich und in seinem eigenen Namen legitimiert:

    Berliner Informationsfreiheitgesetz - § 1 - Zweck des Gesetzes :

    „Zweck dieses Gesetzes ist es, durch ein umfassendes Informationsrecht das in Akten festgehaltene Wissen und Handeln öffentlicher Stellen unter Wahrung des Schutzes personenbezogener Daten unmittelbar der Allgemeinheit zugänglich zu machen, um über die bestehenden Informationsmöglichkeiten hinaus die demokratische Meinungs- und Willensbildung zu fördern und eine Kontrolle des staatlichen Handelns zu ermöglichen.“


    Art. 20 - Grundgesetz:

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus" - Du darfst es so interpretieren: Jeder Bürger ist in unserem Land der Souverän, alle öffentlichen Stellen sind seine Dienstleister, sie schulden ihm jederzeit Rechenschaft für ihr Handeln.

Noch Fragen über unsere demokratische Gesellschaftsordnung?

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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon Ralf Maeder » Mo 6. Mai 2013, 19:35

Luebecker, ich habe mit Aufmerksamkeit deine letzten Ausfuehrungen in verschiedenen Threads gelesen. Es ist erfrischend jemanden in diesem Forum zu finden, der 1. gewillt ist konstruktiv zu diskutieren, 2. sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen laesst, 3. Sachverhalte auch relativ einfach und ausfuehrlich darlegen kann, 4. interessante Ansaetze hat, schwierige oder unverstandene Aspekte der SRT (und Mathematik) klarer zu gestalten.
Ich bedaure, dass du leider im Thread "Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?" nicht an der Diskussion teilgenommen hattest. Dort blieben mir als interessierter Laie mehr offene Fragen als Antworten, und einige neue Verwirrungen in Bezug auf die SRT.

Gruss Ralf.
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon contravariant » Mo 6. Mai 2013, 22:08

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Wenn also der Staat die Erwerbung und Vermittlung des Wissens so organisiert und strukturiert, dass kein Wissen für mehr als 99 % der Bevölkerung entstehen kann (weil 99 % der Bevölkerung kein Physikstudium absolviert), dann ist es eine unzulässige Verwendung von Steuermitteln. Man kann nicht Jahr für Jahr Milliarde von Steuergeldern verwenden, die nur zugunsten einer Minderheit von 1 % der Bevölkerung kommen. Das geht nicht, zumindest nicht in einer demokratischen Gesellschaftsordnung.

In Deutschland haben wieviel Prozent der Bevölkerung Abitur - so rund 20%, schätze ich mal. Das heißt 80% der Bevölkerung dürfen keine Universität besuchen. Also sind Universitäten eine - Zitat - unzulässige Verwendung von Steuermitteln. Auch bekommen bei weiten nicht aller Kinder eine Gymnasialempfehlung und können somit diese nicht besuchen. Also sind Gymnasien eine - Zitat - unzulässige Verwendung von Steuermitteln. Dann kann man ja also gleich alle Gymnasien und Universitäten dicht machen. Dann sind auch die Kritiker froh, dann wird keine RThen in Deutschland mehr gelehrt.
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 7. Mai 2013, 06:28

Chief hat geschrieben:
Und wie werden die Uhren synchronisiert? Wird die Laufzeit nach L/(c+-v) oder nach L/c berechnet?


Nachstehend der letzte Stand der Informationen:

1) Der Physiker Dr. Wolfgang Engelhardt hat den Präsidenten des CERN gefragt, ob er bei der Auswertung der Daten c=const gemäß Einstein oder c+v gemäß Sagnac zugrunde gelegt hat. Der Präsident des CERN hat geantwortet, dass er c+v gemäß Sagnac nicht berücksichtigt habe, da müsste Dr. Engelhardt dafür die PTB fragen, die die Uhren synchronisiert hat:

24.04.2012 - Zitat Dr. Engelhardt im Blog von Markus Pössel:

Auf Anfrage hat mir Prof. Ereditato mitgeteilt, dass die ca. 170 Autoren des OPERA-Reports den Sagnac-Effekt bei der Datenauswertung nicht berücksichtigt haben. Der Effekt wirkt sich bei der Uhrensynchronisation noch viel stärker aus. Diese Synchronisation wurde von einem Dr. Feldmann im Auftrag der PTB besorgt, von dem nicht bekannt ist, ob er als Einziger an den Sagnac-Effekt gedacht hat. Leider weigert sich die PTB, die Adresse von Dr. Feldmann bekannt zu geben. Dr. Bauch von der PTB behauptet, Dr. Feldmann habe die Regeln der SRT, also c=const verwendet, der Präsident Prof. Göbel behauptet, Dr. Feldmann habe den Sagnac-Effekt berücksichtigt, also c =/= const angenommen. Einer Klärung dieser Fragen geht der Präsident aus dem Weg, indem er sich weigert, künftig e-mails von mir zu beantworten.


2) Am 28.06.2012 antwortete der Präsident der PTB auf meine Bürgeranfrage im Rahmen des Informationsfreiheitgesetzes, dass c=const bei der Synchronisation der Uhren zugrunde gelegt wurde, von Sagnac war keine Rede:

28.06.2012 - Zitat PTB:

Die hohe Präzision, die dort erreicht wird, ist nur möglich, indem alle relevanten Effekte von Relativitätstheorie, von Atmosphärenphysik und von der Elektronik in den Satellitenterminals berücksichtigt werden. Sie können also beruhigt sein, dort ist nichts schief gegangen.


3) Am 08.07.12 habe ich die PTB nachgefragt, ob wirklich c=const gemäß Einstein berücksichtigt wurde und nicht c+v gemäß Sagnac:

08.07.12 Zitat Jocelyne Lopez:

Die allgemein gehaltene Bemerkung von R. Wynands, dass “alle relevanten Effekte der Relativitätstheorie” berücksichtigt wurden, lässt darauf schließen, dass Dr. Feldmann das Postulat c = const, auf dem die Spezielle Relativitätstheorie beruht, angenommen hat, dass also meine Frage 1) positiv zu beantworten ist. Falls Wynands Antwort so gemeint war, bitte ich um Bestätigung. In diesem Fall hat sich Prof. Göbel getäuscht, wenn er angab, Dr. Feldmann habe den Sagnaceffekt berücksichtigt, welcher c +/- v auf der Erde zur Folge hat.


4) Am 20.07.12 antwortete der Präsident, dass das Wort "Sagnac-Effekt" in dem zur Verfügung gestellten Kalibrierungsbericht nicht enthalten ist, dafür aber "im Annex II, Punkt iii-4 wird der Sagnac-Effekt erwähnt" (hat er mit der Suchfunktion gesucht? ;) ) und dass er davon ausgeht, dass der BIPM, der die Software zur Verfügung gestellt hat, den Sagnac-Effekt zugrunde gelegt hat. Er wisse es aber nicht genau:

20.07.12 - Zitat PTB:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen über den inneren Aufbau fremder Software einfach deshalb keine weitere Auskunft geben können, weil wir selber ja auch nicht mehr wissen.


Da jedoch der Wissenschaftler, der Einblick in dieser Software hatte, ein Mitarbeiter der PTB war (Dr. Feldmann), müsste er das genau wissen, sich bei ihm erkundigen und die Frage aus meiner Bürgeranfrage präzis beantworten. Es geht nicht, dass die zuständige und verantwortliche Behörde für die Synchronisation der Uhren beim CERN-Experiment antwortet, sie wisse nicht, wie die Uhren synchronisiert wurden... :shock:

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon julian apostata » Di 7. Mai 2013, 07:36

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Es geht nicht, dass die zuständige und verantwortliche Behörde für die Synchronisation der Uhren beim CERN-Experiment antwortet, sie wisse nicht, wie die Uhren synchronisiert wurden... :shock:


Natürlich geht das, dass Verwaltungsfachangestellte über physikalische Einzelheiten nicht Bescheid wissen.

Und die, die konkret mit der Uhrensynchronisation beschäftigt sind, werden aus verständlichen Gründen keinen Bock habe, sich mit J.LO und co auseinander zu setzen.

Das ist schlichtweg unter derem Niveau.
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon Gerhard Kemme » Di 7. Mai 2013, 07:39

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Da jedoch der Wissenschaftler, der Einblick in dieser Software hatte, ein Mitarbeiter der PTB war (Dr. Feldmann), müsste er das genau wissen, sich bei ihm erkundigen und die Frage aus meiner Bürgeranfrage präzis beantworten. Es geht nicht, dass die zuständige und verantwortliche Behörde für die Synchronisation der Uhren beim CERN-Experiment antwortet, sie wisse nicht, wie die Uhren synchronisiert wurden... :shock:


Da gibt es zwei Probleme:

Erstens sind Aussagen über die präzise Funktionsweise von Software immer nur von Leuten möglich, die ständig mit der Entwicklung und Erprobung eines solchen Programmes beschäftigt sind - nicht jeder wissenschaftliche Angestellte der PTB wird so in die Software eingearbeitet sein.

Zweitens ist es nicht so, dass der einzelne Bürger über ein Weisungsrecht gegenüber Beamten und anderen staatlich Bediensteten verfügt. Der Beamte ist an Weisungen seiner Vorgesetzten und an Vorschriften und Gesetze gebunden - aber nicht an Weisungen und Wünsche von Bürgern, d.h. er bearbeitet deren Anliegen nach dem ihm von Vorgesetzten erteilten Anweisungen und nach den erlassenen Vorschriften. Der Demokratiebegriff ist zum einen in einer globalisierten und wiedervereinigten Welt ziemlich uneinheitlich und zum anderen wäre es auch unlogisch, wenn Beamte die Wünsche der Bürger erfüllen müßten, da dann die Bürger sich mit entgegengesetzten Wünschen an die Dienststelle wenden könnten - der eine wünscht, die Behörde möge es so und so sagen und der andere möchte es dann genau anders. Das demokratische Element kommt in die praktische Arbeit des Staatsapparates durch die Politik - an dieser Stelle wird eine Vermittlung der unterschiedlichen - oftmals gegensätzlichen - Interessen und der sie tragenden Machtverhältnisse vorgenommen. Wenn die politische Ebene nach Einflußnahmen durch Bürger und deren Organisationen ihre Entscheidungen getroffen hat, kommt es zu Anweisungen an die Staatsbediensteten. Ohne eine wirksame Beeinflussung der Politik, wird es auch kaum eine Verhaltensänderung von Beamten des Höheren Dienstes, die z.B. als Referenten zu einer Thematik tätig sind, geben.
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Re: Neutrino-Experiment: Anfrage an die PTB

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 7. Mai 2013, 13:06

julian apostata hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Es geht nicht, dass die zuständige und verantwortliche Behörde für die Synchronisation der Uhren beim CERN-Experiment antwortet, sie wisse nicht, wie die Uhren synchronisiert wurden... :shock:


Natürlich geht das, dass Verwaltungsfachangestellte über physikalische Einzelheiten nicht Bescheid wissen.


Es handelt sich nicht um Verwaltungsfachangestellte, sondern um hoch qualifizierte Wissenschaftler und Experten der Synchronisation von Uhren, die die Uhrensynchronisation bei einem extrem teuren hightech Experiment vorgenommen haben. Wenn sie selbst nicht wissen, wie sie die Uhren synchronisiert haben, dann guten Tag. :roll:
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