Highway hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:Wie Ernst betont hat, gibt es keine stehende Welle vor der Linse (da habe ich mich kräftig vergaloppiert, weil ich annahm, die Interferenz müsse schon im Strahlenbündel vorliegen - das ist aber nicht der Fall!). Die Interferenz hat mit stehenden Wellen überhaupt nichts zu tun! Sie entsteht erst in der Ebene der Projektionsfläche - dort erst addieren oder subtrahieren sich die Amplituden, die aufgrund der unterschiedlichen Wegstrecken der (virtuellen) Lichtquellen am gleichen Ort der Projektionsfläche ankommen.
Die Interferenzbedingung muss über den gesamten Strahlengang erfüllt sein. Die Projektionsfläche kann ja im beliebigen Abstand stehen und produziert immer ein Interferenzmuster entsprechend der Interferenzbedingung:
Die Interferenzbedingungen müssen da erfülltsein wo es zur interferenz kommen soll.
Und das ist, und das darf beim MMI nur, die Projektionsfläche sein.
Jede Art von "stehender Welle" im Sinn einer -Mitkopplung oder Rückwirkung-, muss beim MMI peinlichst vermieden werden, denn das ist der Todesstoss eines Windergebnisses.
Beim Laser-MMI muss erst aufgeweitet werden weil der Strahl selber sich nicht ausreichend weitet.
Bei original-MMI, das mit der Gaslampe, war es umgekehrt, da war die Aufweitung von Haus aus vorhanden.
Highway hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:Das ergibt dann eine Erhöhung der mittleren Intensität und damit den helleren Streifen. Die Interferenz findet also nur in einer Ebene statt, wo die Interferenzbedingung erfüllt ist - eine Phasenverschiebung ist dafür die Voraussetzung.
Die optischen Wegstrecken dürfen daher gar nicht gleich lang sein, und deshalb gibt es auch den beweglichen Spiegel im MMI, mit dem man eine der optischen Wege verändert.
Wie gesagt, die Interferenzbedingung ist immer erfüllt, weil die, entsprechend dem von dir gefundenen Dokument, lediglich eine Addition der beiden Wellen nach dem Superpositionsprinzip darstellt. Ein Maximum der Intensität auf der Projektionsfläche ergibt sich natürlich nur an bestimmten Stellen (Vielfachen der Wellenlänge) welches mit dem beweglichen Spiegel via Mikrometer eingestellt wird.
Dennoch ist das ein Zustand der einer stehenden Welle vergleichbar ist, weil nach der Interferenzbedingung:
Die Interferenzbildung und Sichtbarwerdung der Ringe/Linien ist nur dann erfüllt wenn entsprechende Bedingungen vorliegen.
Das heisst dass nur da wo die Strahlen entweder schräg zueinander, oder mit unterschiedlicher Aufweitung gemeinsam auftreffen Ringe/Streifen entstehen.
Mit der optischen Weglänge hat das überhaupt nichts zu tun, auch nicht mit Vielfachem der Wellenlänge.
Es werden auch keine Wellen nach irgendeinem Prinzip addiert, es wirken beide "Wellenzustände" entsprechend ihrem Phasenzustand zur jeweils anderen.
Ein Maximum/Minimum, also die Striche/Ringe, ergibt sich an jeder Stelle am Leuchtschirm an den die Phasenlagen entsprechend auftreten.
Highway hat geschrieben:Also wenn man mich fragt, dann liegt es an der Aufweitung welche zu scheinbar verschobenen Zentren der Wellenausbreitung führt und, und an dieser Stelle habe ich einen Fehler einzugestehen als ich Chief gegenüber behauptet habe, dass hintereinander liegende Ausbreitungszentren keine kreisförmigen Interferenzmuster erzeugen würden, was natürlich so nicht richtig ist, damit kreisförmige Interferenzmuster ergibt.
Etwa nach diesem Prinzig (der blaue Balken soll die Projektionsfläche andeuten, welche die sich ausbreitende Kugelspähren, angedeutet durch die Kreise, schneidet):
Aus all dem folgt für mich immer noch eine Forderung eines stabilen Zustandes ähnlich einer stehenden Welle in der Überlagerung. Das Thema ist damit für mich noch nicht restlos abgeschlossen. Es ist, jedenfalls mir, noch nicht klar wie denn letztlich diese Stabilität zustande kommt.
Highway hat geschrieben:Ganz einfach, stabile Phasenverhältnisse an der Überlagerungsfläche.
Das setzt voraus dass beide Freqeunzen gleich sind, dass sich die Laufwege der Signale nicht verändern, dass kein "Wind" weht.
Highway hat geschrieben:
Hinzu kommt noch die Problematik, dass die summierten Wellen sich in den Eigenschaften zu den Einzelwellen nur durch sie Amplitude unterscheiden. Damit ist noch nicht erklärt warum die Summer der Amplituden Interferenz erzeugt, die Einzelwellen aber nicht. Die einzige Erklärung sie ich dafür habe: Durch die Aufweitung ergibt sich eine scheinbare Frequenzänderung weil nicht alle Wellen sich parallel zur x-Achse ausbreiten sondern in einem Winkel, was projiziert auf die X-Achse eine scheinbare Verkürzung in der Wellenlänge bedeutet, was man als "Änderung in der Frequenz" auffassen kann, zumindest wirkt es sich in der Projektionsfläche so aus.
Solange du die "Welle" siehst kanns nichts werden, denn die Wellendarstellung ist eine Darstellung/Vorstellung von Etwas das so nicht existiert.
Es ist nicht deine rote "Welle" die die Interferenz erzeugt, sondern die Phasenlagen der beidem "Lichtstrahlen" an den jeweiligen Leuchtpunkten/Leuchtkörpern zueinander die diese Leuchtkörper mehr oder weniger stark, entsprechend ihrer Phasenlage zueinander, anregen.
Gruss Kurt