julian apostata hat geschrieben:Wir waren jetzt immerhin so weit, dass du mir zugestimmt hast, dass sich obiges Zwischenergebnis aus der LT ermitteln lässt.
Ich habe Dir insoferne zugestimmt, dass sich dies mit der von Dir angewandten Methode ermitteln ließ. Das heißt nicht, dass ich diese Methode für richtig halte. Da es um die Feststellung der ZD an der Atomuhr geht, ist ja nicht verständlich, wieso Du die Zeitpunkte der Stoppuhr-Starts, die im Bezugssystem der Stoppuhr gleichzeitig erfolgen, in die Bezugssysteme der Stoppuhren transformieren willst.
Die Orte und Startzeitpunkte der Stoppuhren wurden an zueinander ruhenden Uhren festgelegt. Ungleichzeitig würden die Starts von einem Bezugssystem aus wahrgenommen werden, welches sich relativ zu dieser ruhenden Uhrenanordnung bewegt. So ein Bezugssystem haben wir aber nicht.
Die Relativität der Gleichzeitigkeit tritt nur in
zueinander bewegten Inertialsystemen auf und natürlich nicht, wenn Bezugssysteme zueinander ruhen! In relativ zueinander bewegten BS deshalb, weil die Synchronisation von Uhren mit Lichtsignalen im ruhenden BS zwar dort die Uhren synchron laufen lässt, im dazu relativ
bewegten BS aber ebenfalls c=const angenommen wird und daher in diesem BS die Synchronisation misslingt, weil in diesem System sich die Uhren gegen das Lichtsignal bewegen. Werden Uhren zueinander in einem BS ruhend synchronisiert und dies von einem zu diesem Vorgang
nicht relativ bewegten BS aus beurteilt, so ist die Gleichzeitigkeit in beiden BS gegeben. Ohne Relativbewegung zweier Bezugssysteme
gibt es kein v ! Wenn sich die Beziehung der Zeiten zueinander in mit v bewegten Bezugssystemen lt. LT aus
dt=dt'+(v/c²)dx' / sqrt(1-v²/c²)
ergibt, was setzt Du denn dann für v ein, wenn keine Relativbewegung vorliegt? Wir haben bei der
vorbereitenden Synchronisation der Uhren jedenfalls
noch gar kein v !
Dazu nochmal die Synchronisationsmethode: 5 Uhren bestehend aus Atomuhr und 4 Stoppuhren sind in einer Reihe aufgestellt und zwar in solchen Abständen, dass die Stoppuhren nach erfolgter Synchronisation gleichzeitig starten und entsprechend dem Verhältnis ihrer Geschwindigkeiten zu den Strecken
im BS der Atomuhr diese gleichzeitig erreichen. Dabei muss völlig einleuchtend sein, dass die beim Start auf Null gestellten Stoppuhren nicht spontan auf irgendeine andere Zeitanzeige springen!
julian apostata hat geschrieben:Nr 1 startet bei t’=-0,943s (Atomuhr)t=-0,888s
Nr 2 startet bei t’’=-0,866s (Atomuhr)t=-0,75s
Nr 3 startet bei t’’’=-0,745s (Atomuhr)t=-0,555s
Nr 4 startet bei t’’’’=-0,553s (Atomuhr)t=-0,305s
Das ist eine nicht nachvollziehbare Vermischung der Bezugssysteme. Die Atomuhr läuft in ihrem Bezugssystem bis 0,834 s, eben zu jenem Zeitpunkt, an dem der Start aller Stoppuhren gleichzeitig erfolgt. Das ist aber auch in den Bezugssystemen der Stoppuhren noch gleichzeitig, denn erst
nach erfolgter Synchronisation aller Uhren auf die Einstellung Null setzen sich die Stoppuhren in Bewegung. Die RdG tritt ja erst ein, wenn es ein v gibt, und nicht vorher. Und das v gibt es erst
nach dem Start. Das zu transformierende Ereignis wäre nur jenes, das aufgrund der Geschwindigkeiten nach dem Start der RdG unterliegt, und das ist das Zusammentreffen aller Uhren! Wir wollen aber die Zeitdilatation wissen, welche an der Atomuhr sichtbar wird. Also muss die Atomuhr die bewegte gegenüber den Ruhesystemen der Stoppuhren sein!
Man kann die Situation daher nicht im ruhenden Atomuhr-System analysieren, sondern muss von den Stoppuhr-Systemen aus ins nun jetzt bewegte Atomuhr-System transformieren, um zu erfahren, wie dort der Zeitpunkt der Uhren-Zusammenkunft gemessen wird.
Wenn Du also die Startzeitpunkte bereits relativierst, obwohl noch gar keine Relativbewegung vorliegt, ist das schon von vornherein falsch, weil alle Uhren ruhend zueinander synchronisiert wurden. An der Gleichzeitigkeit der Starts in allen Bezugssystemen kann deshalb gar kein Zweifel bestehen. Eine Relativgeschwindigkeit, die erst
nach dem Start wirksam wird, kann ja nicht auf den Startzeitpunkt zurück wirken.
Relativ gleichzeitig wird aber das Zusammentreffen der Uhren sein. Transformiert man vom Ruhesystem der Atomuhr aus dieses Ereignis, erfährt man, dass dieses im Atomuhr-System gleichzeitige Eintreffen der Stoppuhren in den BS der Stoppuhren nicht gleichzeitig erfolgen kann. Da schlägt die RdG zu, weil die Stoppuhren aufgrund ihrer Bewegung ihre Synchronizität zur Atomuhr, die sie beim Start noch hatten, verlieren. Doch die Fragestellung in diesem Experiment lautet, welche Zeitdilatation zeigt die Atomuhr an, wenn die Uhren zusammenkommen, wenn sie gemäß Relativitätsprinzip als die bewegte angesehen wird. Dazu muss man das Ereignis von den Bezugssystemen der Stoppuhren aus beurteilen bzw. berechnen.
Alles was ich hier schreibe, kann natürlich auch falsch sein. Sagen wir deshalb, Deine Methode sei der richtige Weg, denn ich möchte schon erfahren, was bei deiner Vorgangsweise herauskommt!
Grüße
Harald Maurer