Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon contravariant » Mi 15. Dez 2010, 22:23

Highway hat geschrieben:Ich dachte das wäre klar geworden - offenbar nicht. :(

Soweit ich das verstanden habe, ist dein Argument: Es gibt uU auch Muonen die zb. erst nach 30µs zerfallen, und deshalb kann die Lebensdauer nicht 2,2µs sein. Das ist aber ungefähr so sinnvoll wie zu sagen: Mein Opa ist 91, deshalb kann die durchschnittliche Lebenserwartung garnicht 74Jahre sein. - Die Lebensdauer und die Lebenserwartung sind Mittelwerte. Es wird dabei immer Ausreißer geben, das liegt an der Natur der Sache. Wenn man aber über hinreichend viele einzel Ereignisse mittelt, dann bekommt man trotzdem gute Ergebnisse (wenn du dir meine Simulationen anschaust, dann siehst du, dass man bei 10.000 Zerfällen bereits eine Genauigkeit von ~1% für tau bekommt).
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Gerhard Kemme » Mi 15. Dez 2010, 22:47

Ernst hat geschrieben:Meine Aussage war, wenn sich zwei gleiche Myonen begegnen, müssen sie das gleiche sehen. Das ist nicht widerlegbar. Außer man erfindet neben SRT und Klassik noch eine neue Physik.


Sprache ist zwar im Prinzip ziemlich beliebig - nimmt man die Kriterien "sinnvolle Aussage" und "Verständlichkeit" hinzu, dann ist Sprache nicht mehr beliebig. Insofern wäre es ziemlicher Unsinn die Aussage zu machen, dass zwei Myonen das gleiche "fühlen" - es wäre aber nicht viel besser nun die Aussage zu machen: "wenn sich zwei gleiche Myonen begegnen, müssen sie das gleiche sehen". Sprechen wir vom "Sehen" so muß zumindest irgendein Sensor wie das Auge oder zumindest eine Photozelle vorhanden sein. So wird bereits eine völlig andere Physik formuliert und "wir" werden sagen können, dass es eine Vielzahl von Physiken gibt.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Gerhard Kemme » Mi 15. Dez 2010, 23:02

Britta hat geschrieben:Ich meinte das so, dass im Ruhesystem des Myons auch ein Maßband mit 10km Länge ist, und das ruht im Myonen System. Dort ist am anderen Ende die Erde und kommt auf das Myon zu. Klar kommt das Maßband vom Beobachter auf der Erde mit der Erde auf das Myon zu, so wie für den Beobachter auf der Erde das Myon mit seinem Maßband auf ihn zukommt. In beiden Systemen haben wir so ein Maßband.

Nach dem RP müsste für beide Systeme dasselbe gelten. Jeder sieht das Band des anderen verkürzt. So meinte ich das.


Man kann sich steigern und um das ziemlich unbekannte Teilchen "Myon" langsam eine ganze Welt anordnen - da gibt es dann Maßbänder und Beobachter und die Maßbänder einschließlich dem Planeten Erde kommen dann auf das Myon zu - und wir blöden Kritiker fragen dann, ob die Erde mit ihrer Lufthülle auf das Myon zu kommt, damit dieses kurzlebige Teilchen zumindest seinen Fahrtwind im Medium Luft erhält. Eine solche Sprache schafft eine neue Physik, die mit Wissenschaft und "gewohnter" eventuell auch "regulärer" Physik nix zu tun hat, denn ein "regulärer" Physiker würde sagen: "In beiden Systemen stellen wir uns vor, dass es ein solches Maßband gibt" - solche Andeutungen, dass es sich um Gedankenmodelle handelt, wären Mindestvorraussetzungen an die sprachliche Umsetzung dieser Argumentationen.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon contravariant » Do 16. Dez 2010, 01:41

Highway hat geschrieben:Stimmt! Deshalb meinte ich auch das vielleicht die Stichprobe etwas zu klein ausgefallen ist.

Die Bestimmung der Mess- und statistischen Fehler zur Ermittelung der Signifiganz des Ergebnisses sind bei solchen Veröffentlichungen Standard (das bekommt man schon im ersten Semester sehr nachhaltig beigebracht, dass Messwerte ohne Angabe der Fehler sinnlos sind).

Highway hat geschrieben:An der Stelle muss ich aber passen, dazu habe ich, zumindest derzeit, keine Zahlen gefunden.

Ich auch nicht. Aber Google hat da was anderes feines ausgegraben, einen Nature Artikel frei im Netz http://ivanik3.narod.ru/TimeLifeMezon/301-305Nature.pdf. Sind Messung am CERN zur Bestimmung der Lebensdauer von bewegten Muonen. Kannst du dann ja mal lesen, ganz ohne irgendwo hingehen zu müssen.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Britta » Do 16. Dez 2010, 09:12

Chief hat geschrieben:Wie Britta vorhin festgestellt hat, liegt in beiden Systemen weder LK noch ZD vor bzw. beides ist absolut symmetrisch.

Gruß


Ich habe gar nichts festgestellt, sondern eine Frage gestellt.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Harald Maurer » Do 16. Dez 2010, 09:53

Britta hat geschrieben:Ich habe gar nichts festgestellt, sondern eine Frage gestellt.


Die Frage war gut. Wenn eine LK vorliegen sollte, dann würde das für beide BS gelten. Aber konform mit der SRT verhält sich das anders. In keinem BS könnte eine LK der Flugstrecke gemessen werden. Das Argument, die Myonen würden ihre Flugstrecke verkürzt messen und deshalb den Erdboden erreichen, ist überhaupt falsch. Das können sie nämlich nicht.
Die Längenkontraktion gilt nur für Längen, deren Endpunkte zueinander ruhen (oder sich aus Sicht des anderen BS mit derselben Geschwindigkeit bewegen). Nur dann hat die Transformation von x1 und x2 (die Endpunkte der Länge) und die Setzung von t1=t2 (gleichzeitige Messung der Endpunkte) auch den erwarteten Effekt - und das heißt auch, dass die verkürzt gemessene Länge für alle folgenden Transformationen immer dieselben Werte haben muss, da sich der Abstand zwischen den Endpunkten einer Länge aufgrund derselben Geshwindigkeit mit der Zeit nicht ändern kann. Die LK gilt also für Längen von Körpern, Stäben oder Objekten, aber nicht für Strecken, deren Längen sich mit der Zeit ändern. Die Myonen bewegen sich ja auf die Erde zu und die Entfernung verändert sich laufend. Welche Kontraktion welcher Länge sollten sie also gleichzeitig an den Endpunkten messen?
Konform mit der SRT ist, dass aus Sicht der Erde die Myonen selbst kontrahiert gemessen werden und aus Sicht der Myonen ist es die Erde, die verkürzt gemessen werden könnte. Die laufend veränderte Laufstrecke dazwischen unterliegt aus keinem BS gesehen der Kontraktion. Weil die Endpunkte dieser Strecke nicht zueinander ruhen und die Messung lt. RT Vorschrift gar nicht möglich ist.
Der Myonen-Beweis ist auf jeden Fall kein Beweis der ZD. Egal, ob man unrichtigerweise damit argumentiert, dass die LK symmetrisch sein sollte oder richtigerweise und SRT-konform feststellt, dass eine Kontraktion der Laufstrecke gar nicht gemessen werden kann, bleibt der Widerspruch bestehen, dass die Myonen in ihren Eigensystemen - in welchen sie nach 2,2 µs zerfallen - dennoch den Erdboden erreichen, weil die Laufstrecke von 10 km auf 600 m verkürzt sei. Das ist sie nicht und erschütternd ist dabei, dass sich dieser Unsinn über die Welt verbreitet hat und die "Relativisten", die mit ihren Messungen die ZD beweisen wollen, offenbar keine Ahnung von der SRT haben!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Hannes » Do 16. Dez 2010, 11:50

Hallo Harald, hallo Ernst !

…..bleibt der Widerspruch bestehen, dass die Myonen in ihren Eigensystemen - in welchen sie nach 2,2 µs zerfallen - dennoch den Erdboden erreichen, weil die Laufstrecke von 10 km auf 600 m verkürzt sei. Das ist sie nicht und erschütternd ist dabei, dass sich dieser Unsinn über die Welt verbreitet hat und die „Relativisten“, die mit ihren Messungen die ZD beweisen wollen, offenbar keine Ahnung von der SRT haben!
Grüße Harald Maurer

Es stellt sich im Laufe der Diskussion immer deutlicher heraus, dass die Relativisten
ihre eigene Theorie nicht richtig verstehen.
Nach dem RP müsste für beide Systeme dasselbe gelten. Jeder sieht das Band des anderen verkürzt. So meinte ich das. Britta

So gut sie schimpfen kann, aber sie kommt schon drauf, wo`s bei ihnen selbst hapert.
Du mauschelst ja nun endgültig alles durcheinander. Der Myonenabstand wird unkontrahiert im Erdsystem gemessen und die Zeit dilatiert. Eine halbe LT. Schlimmer gehts nicht. Das Relativitätsprinzip erschaudert.

Am ärgsten hat`s Contra erwischt.Der weiß nicht mehr, wo vorne und hinten ist.
Das Relativitätsprinzip besagt, dass die physikalischen Gesetze in jedem Inertialsystem gleich sind.

Das bedeutet doch unbedingte Symmetrie der Relativität !

Mit Gruß
Hannes
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Britta » Do 16. Dez 2010, 12:06

Highway hat geschrieben:
Britta hat geschrieben:...Ich habe gar nichts festgestellt, sondern eine Frage gestellt...


Zur Erinnerung:
Britta hat geschrieben:...Nach dem RP müsste für beide Systeme dasselbe gelten. Jeder sieht das Band des anderen verkürzt. So meinte ich das...


Wenn das eine Fragestellung sein soll, dann fehlt zumindest schon mal das Fragezeichen.


Die Frage war im Post zuvor:

Britta hat geschrieben:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:
Nein, denn im Ruhesystem des Myons bewegt sich das Maßband, denn es ruht ja im Bezugssystem der Erde. Da es sich im Bezugsystem des Myons fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, ist es dort entsprechend der LK kürzer.

Ich meinte das so, dass im Ruhesystem des Myons auch ein Maßband mit 10km Länge ist, und das ruht im Myonen System. Dort ist am anderen Ende die Erde und kommt auf das Myon zu. Klar kommt das Maßband vom Beobachter auf der Erde mit der Erde auf das Myon zu, so wie für den Beobachter auf der Erde das Myon mit seinem Maßband auf ihn zukommt. In beiden Systemen haben wir so ein Maßband.

Nach dem RP müsste für beide Systeme dasselbe gelten. Jeder sieht das Band des anderen verkürzt. So meinte ich das.



Und dann wäre noch die Bemerkung: Nur die Myonen bewegen sich mit fast c - die Erde nicht.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Do 16. Dez 2010, 12:23

Britta hat geschrieben:
Und dann wäre noch die Bemerkung: Nur die Myonen bewegen sich mit fast c - die Erde nicht.

Im Ruhesystem der Erde bewegt sich das Myon mit fast c, im Ruhesystem des Myons bewegt sich die Erde mit fast c.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Hannes » Do 16. Dez 2010, 12:38

Hallo Britta !

Und dann wäre noch die Bemerkung: Nur die Myonen bewegen sich mit fast c - die Erde nicht.


Ernst hat mir einmal geantwortet:
Und wieder grüßt das Murmeltier. Er hat aber recht gehabt.
Wenn du nicht schreibst: Relativ zu welchem Bezugssystem,ist deine
Aussage wertlos.

fb755 hat geschrieben:
Im Ruhesystem der Erde bewegt sich das Myon mit fast c, im Ruhesystem des Myons bewegt sich die Erde mit fast c.

...was schon eher zu akzeptieren ist.
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