Scharo hat geschrieben:Trigemina hat geschrieben:„Die Relativgeschwindigkeit zwischen einem auf der Äquatorebene platzierten geostationären Satelliten und einem Beobachter auf dem Äquator ist nicht Null.“
Ah, nee! Relativ zu was ist sie denn nicht „nicht Null“??? Zum Äther?
Deine Interpretation einer Relativgeschwindigkeit von Null zwischen zwei verschieden weit entfernten Punkten eines Rotationskörpers von der Rotationsachse kann mechanisch nicht aufrechterhalten werden und macht nur für eine Translationsbewegung Sinn. Man darf die Systeme nicht durcheinander bringen und muss für jeden Abstand r (vom Koordinatenursprung 0 der Rotationsachse) ins jeweils andere System transformieren. Man könnte sonst auch gleich sagen, zwei verschieden weit entfernte Punkte r1 und r2 auf dem Rotationskörper besässen gleiche Umfangsgeschwindigkeiten um die Rotationsachse, was du so sicher auch nicht meinst und ausdrücken wolltest. Mit anderen Worten erfolgt ein Übergang von r1 nach r2 oder zweier sonstiger Punkte über ein kräftefreies Inertialsystem, welches wir als das nicht-rotierende System identifizieren wollen (Bruno würde dieses vermutlich als ’absolut’ bezeichnen).
Somit gilt für die betragsmässigen Umfangsgeschwindigkeiten zweier Punkte r1 und r2:
v1 = r1 * ω und
v2 = r2 * ω mit der Winkelgeschwindigkeit ω in rad/s.
Wir sehen sofort, dass v1 ≠ v2 ist und sich ihre Umfangsgeschwindigkeiten voneinander unterscheiden, weshalb auch nicht von einer Relativgeschwindigkeit von Null zwischen r1 und r2 gesprochen werden kann, was gänzlich im Widerspruch stünde zu den dort erfahrenen verschiedenen Beträgen der Rotationskräfte.
Der Abstandsbetrag zwischen r1 und r2 ist konstant und ändert sich nicht mit der Zeit. Der vektorielle Abstand (die Richtung sozusagen) zwischen r1 und r2 ändert sich jedoch mit der Zeit.
Die Aussage, “Die Relativgeschwindigkeit zwischen r1 und r2 betrage Null“, impliziert eine Relation innerhalb des gleichen Bezugssystems, was aber eindeutig nicht der Fall ist. Jeder Abstand r stellt ein eigenes Bezugssystem dar und muss zu Transformationszwecken ins Inertialsystem überführt werden.
Wenn also im Falle von Rotationen die Geschwindigkeitsbeträge zweier Punkte auf dem Rotationskörper miteinander verglichen werden sollen, sollte sprachlich besser der Ausdruck ’Umfangsgeschwindigkeit’ um das im mechanischen Sinne absolute inertiale Bezugssystem gesprochen werden, was solche Missverständnisse vermeidet.
Wann erlernst Du endlich die Elementarphysik?
Gruss