Lagrange hat geschrieben:SRT ist weder erfolgreich noch nützlich. Alles ist nur eine Fehlinterpretation.
Du verwechselst da was. Interpretation ist Sache der Philosophie. Die SRT ist Teil der Physik. Das ist etwas ganz anderes.
Die Theorie sagt nicht, was die Realität ist (das wäre Philosophie), sondern wie sie sich zeigt. Die ganze RT ist sehr erfolgreich, wenn es darum geht im voraus zu erfahren, was die Messergebnisse bestimmter Experimente sein werden und sie kann sehr gut beschreiben, wie die Ergebnisse zustande kommen. Darin ist sie unübertroffen, ganz egal wie jemand das interpretieren will. Das ist der einzige Sinn und Zweck der physikalischen Wissenschaft.
Sprüche wie "bewegte Uhren gehen langsamer", die ihr so gerne wörtlich nehmt, sind nicht wörtlich zu verstehen. Das sind nur Eselsbrücken für die Berechnungen, die man anstellen muss, um rechnerisch die überprüfbaren Messwerte in einer bestimmten Situation zu bekommen.
Im Fall der zwei Zug-Uhren, die zueinander ruhen, ist eben die Bahnhofsuhr nicht in Ruhe zu diesen und das vorhergesagte, nachprüfbare Ergebnis ist, dass zwischen den zwei Uhrenvergleichen die Zug-Uhren mehr Zeiteinheiten gezählt haben als die Bahnhofsuhr. Die Mathematik der SRT sagt auch genau, wie groß der Unterschied ist.
Im Fall der zwei Bahnhofsuhren, die zueinander ruhen, ist eben die Zug-Uhr nicht in Ruhe zu diesen und das vorhergesagte, nachprüfbare Ergebnis ist, dass zwischen den zwei Uhrenvergleichen die Bahnhofs-Uhren mehr Zeiteinheiten gezählt haben als die Zug-Uhr. Auch hier sagt die Mathematik der SRT genau, wie groß der Unterschied ist.
So ist das. Und wie es jemand interpretiert ist ganz egal.
Dass jemand Schwierigkeiten mit der Interpretation hat ist normal. Es passt halt nicht zur Alltagserfahrung und ist auch nicht wirklich einfach zu interpretieren. Aber wie gesagt: Für die Wissenschaft der Physik spielt die Interpretation keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Berechnungen zu den Beobachtungen passen. Die Berechnungen der RT passen eben hervorragend.
