Hannes hat geschrieben:Ich erachte den spontanen radioaktiven Atomzerfall keineswegs nur als Zufall.
Wahrscheinlich vermindern sich die Kräfte, die den Atomkern zusammenhalten
durch Abgabe von Schwingungen (so wie wenn etwas abkühlt).
Diese Kräfte dürften durch ein Zyklotron aufgefrischt werden., sodass der "Abkühlvorgang"
verlangsamt ist.
Sehr gut gedacht, Hannes! Du bist ganz nah dran...
Die verlangsamte Zerfallszeit radioaktiver Nuklide im Speicherring hat mit Zeitdilatation bzw. SRT überhaupt nichts zu tun. Um die geladenen Atome im Speicherrring "auf Trab" zu halten, wird ihnen kontinuierlich enorme Energie zugeführt. Ihre längere "Lebensdauer" hängt gar nicht unmittelbar mit ihrer hohen Geschwindigkeit zusammen, sondern mit den starken elektrischen und magnetischen Feldern, mit welchen sie
beschleunigt bzw. auf der Bahn gehalten werden. Da der Zerfall der Radionuklide in erster Linie ein
Betazerfall ist, also durch die Abgabe von Elektronen zustande kommt, hängt ihre Zerfallszeit davon ab, wie schnell (oder ob überhaupt) Elektronen das Atom verlassen können.
Ein Radionuklid lebt also länger, wenn die Elektronen mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zerfallsenergie nicht mehr das Atom verlassen können. Dann ist ein Beta-Zerfall nicht möglich, und die Atome bleiben stabil. Für ein ionisiertes oder gar "nacktes" Atom hingegen ist ein Beta-Zerfall leichter möglich - und es zerfällt schneller.
Wegen dieses Umstands können "nackte" Atome ein wesentlich kürzeres Leben als mit Elektronen "bekleidete" Atome haben. Nuklide im Speicherring, beschleunigt und gesteuert durch starke em-Felder, nehmen hingegen sogar zusätzlich Elektronen auf! Sie zerfallen deshalb wesentlich langsamer oder womöglich gar nicht, ehe die Energiezufuhr aufhört.
Die Behauptung, die Zeitdilatation wäre die Ursache, ist bloß eines der vielen Propagandamärchen, das man aber nur dann glauben muss, wenn man von der Hochenergiephysik keine Ahnung hat
Grüße
Harald Maurer