Lübecker hat geschrieben:Das Licht breitet sich für beide Beobachter in beiden Systemen mit c aus, und erreicht die Enden des im System ruhenden Körpers gleichzeitig, da beide Beobachter sich auch mittig zwischen beiden Enden ihres Körpers befinden. Das Licht erreicht aber die Enden des jeweils bewegten Körpers nicht gleichzeitig.
Der Schaffner sieht wie das Licht des Blitzes beide Enden des Zuges gleichzeitig erreicht, und wie das Licht die beiden Enden des Bahndamms ungleichzeitig erreicht.
Der Wärter sieht wie das Licht des Blitzes beide Enden des Bahndamms gleichzeitig erreicht, und wie das Licht die beiden Enden des Zuges ungleichzeitig erreicht.
Es ist Dir aber schon klar, dass Du mit dieser Conclusio meine Behauptung bestätigst?! Sowohl der Schaffner als auch der Wärter sehen in ihren Ruhesystemen das Licht gleichzeitig die Endpunkte ihrer IS erreichen! Jeder "sieht" hingegen im zu ihm relativ bewegten IS ein ungleichzeitiges Ankommen des Lichts bei den Endpunkten. Ich habe von Anfang an behauptet, dass jeder Beobachter die Lichtsignale gleichzeitig wahrnimmt - das war bezogen auf das Szenario mit den 2 Blitzen. Die beiden Szenarien unterscheiden sich nämlich gar nicht!
In beiden Szenarien ergibt die LT - sowohl bei den Blitzen als auch bei der Ankunft an den Endpunkten - die Zeitdifferenz von 1,1547 s! Die Ankunft an den Endpunkten entspricht also nichts anderem als den 2 Blitzen, die man bei dieser Ankunft auslösen könnte, oder man reflektiert die Lichtimpulse mit Spiegeln in die Mitte zurück.
Wenn in beiden Ruhesystemen die Lichtsignale gleichzeitig reflektiert werden, so erreichen sie die Mitten der Ruhesysteme, wo Schaffner oder Wärter stehen, ebenso gleichzeitig! Die Szenarien sind daher identisch!
Aus den ungleichen Zeiten unmittelbar auf ein Ereignis im Ruhesystem desjenigen Beobachters zu schließen, welcher diese Zeiten am anderen IS misst, ist also offenbar falsch, denn da ergibt sich im Szenario des Blitzes in der Mitte c+/-v - und das zeigt, dass diese Vorgangsweise verfehlt ist. Wie Du endlich richtig erkannt hast! Im Szenario mit den 2 Blitzen macht man ständig den gleichen Fehler und kommt auf die Idee, der Schaffner müsste die Blitze ungleichzeitig empfangen. Mitnichten! Es gilt genau dasselbe wie im Szenario mit einem Blitz oder 2 Blitzen bzw. 1 Blitz reflektiert an den 2 Spiegeln. Jeder Beobachter, ob Schaffner oder Wärter, wird die Blitze gleichzeitig wahrnehmen, weil sie gleich dem Szenario mit 1 Blitz in jedem Ruhesystem gleichzeitig aufblitzen bzw. die Lichtimpulse gleichzeitig reflektiert werden. Kein Unterschied! Also ist meine Behauptung bestätigt. Aber jeder der Beobachter wird beim anderen Beobachter ein ungleichzeitiges Eintreffen der Lichtsignale vermuten. Sehen wird er das allerdings nicht, aber es wird überprüfbar sein mit je einem Detektor in den Systemen, die - falls das Postulat zutrifft - in beiden Systemen ein gleichzeitiges Eintreffen der Lichtimpulse in den Systemmittelpunkten registrieren werden! Weil eine Bewegung des IS nicht experimentell anhand von Lichtlaufzeiten festgestellt werden kann - wie es ja Michelson-Morley versuchten mit bekanntem Resultat!
Man kann doch nicht mit c+/-v a la Galilei oder Newton ein ungleichzeitiges Eintreffen im Bahndammsystem konstruieren und dies dann ins IS Zug transformieren! Die LT beschreibt ja die Sicht des Schaffners auf das Ereignis des Wärters! Und da kann er sich doch nicht selbst betrachten! Diesen Fehler macht man hier die ganze Zeit! c+/-v gibt es in der SRT nie und nirgends!
Grüße
Harald Maurer
