Liebe Trigemine,
Du bist, also, nicht imstande, eine einfache, klare Frage zu beantworten. Immerhin zeigst Du dadurch, dass meine Argumentation doch zutreffend ist, weil Schweigen eine Zustimmung ist.
„Generell gilt in als ruhend betrachteten Inertialsystemen stets die maximale Eigenzeit und –länge, während im dazu bewegten System die Längen und Zeiten kürzer sind.“
Meinst Du? Würde mich interessieren, wer das sagt? In der SRT ist so eine Behauptung nicht enthalten, dort ist absolute Symmetrie gefordert – dort gibt es keine „ruhenden“ und „bewegten“ Inertialsysteme, sondern nur gleichberechtigte, zueinander bewegte IS.
„Wie gesagt wird durch die längere Reise eine grössere Hyperfläche im Minkowski-Diagramm zurückgelegt.“
Meinst Du? Schade nur, dass in einem Minkowski-Diagramm so was nirgends zu entdecken ist. Dort ist für jeden, der solche Diagramme versteht, ablesen und erstellen kann, alles absolut symmetrisch.
„Ich lasse jetzt mal andere reden ...“
Liebe Trigeminchen, Deine Argumente sind gefragt, Du brauchst nicht die Hilfe eines Franz Embacher, Du weißt und kannst mehr. Über Embachers Unfug (Nachplapperei) haben wir hier oft genug geschrieben.
Ich brauche wirklich nicht seinen extrem fehlerhaften Ansichten in diesem Zitat zu widersprechen. Seine Argumente und getürktes MD (komisch, warum er es als Raum-Zeit-Diagramm deklariert) stellen nur ein halbwisserischen, halbkönnerischen Monolog dar. Alle Gegenargumente und richtige MD findest Du bei mir unter „Zwillingsparadoxon“
„Die Längerlebigkeit von radioaktiven Nukliden in Beschleunigeranlagen ist nicht wegzuleugnen.“
Das ist kein Argument für die SRT – das haben wir hier auch oft genug diskutiert.
Ein richtiger Physiker argumentiert so:
1. Eiserne Axiomen in der Physik:
a) Nichts geschieht ohne Wirkung. Ein Teilchen, Teilchengebilde kann weder zerfallen, noch sich umformen ohne eine Ursache, Wechselwirkung.
b) Nichts geschieht instantan, jede Wechselwirkung braucht seine Zeit.
c) Kein Punkt im Raum ist leer, eine Füllung ist immer vorhanden – ob Teilchen, ob Kraftfelder.
d) Jede Wechselwirkung geschieht mittels Kraftfelder. Die Kraftfelder übertragen aber eine Kraft mit max. c.
2. Die Schlussfolgerung aus diesen Axiomen ist:
a) Die Wahrscheinlichkeit eines Prozesses ist immer in Abhängigkeit von der relativen Geschwindigkeit der beteiligten Komponente, die miteinander wechselwirken. Das ist in gleichen Lehrbücher und Beschleunigerexperimente, die auch die SRT anpreisen, zu lesen. Kommt ein sehr schnelles Teilchen in einen Detektor, dann beobachtet man oft folgendes Resultat: Beim Eintritt im Detektor passiert für einen ds vorerst nichts, nach diesem ds zeigt sich zuerst eine dünne Spur, die stetig dicker wird bis sie abrupt verschwindet. Die Spur ist die Wechselwirkung mit dem Detektor. Die Erklärung lautet: Zuerst ist das Teilchen zu schnell, hat nicht die nötige Zeit mit den Detektorteilchen eine Umwandlung zu vollziehen. In diesem ds und entsprechend dt wird sie aber durch die Kraftfelder im Detektor abgebremst und erst jetzt hat es die nötige Zeit für die Wechselwirkung, je langsamer das Teilchen wird, desto mehr Zeit für die Durchführung des Prozesses steht zur Verfügung, deswegen wird die Spur dicker, am Ende ist das Teilchen schon so langsam, dass keine Energie für eine Umwandlung mehr zu Verfügung steht – die Spur bricht ab. Das alles zeigt die Quantennatur der Umwandlungsprozesse.
Diese Argumentation nennt man begründete physikalische Erklärung.
b) Umwandlungen, Wechselwirkungen benötigen keine, und noch weniger missverstandene, wahnwitzige SRT.
So einfach ist alles, liebe Trigeminchen. Die Behauptungen, die Myonen sollen aufgrund einer SRT-Zeitdilatation „länger leben“ bezeugen nur unverstandene SRT und Gläubigkeit an eine Elfen- und Feen-Physik.
Und die Tatsache, dass Hunderte Deppen denselben Unsinn in ihren Publikationen schreiben, bedeutet nicht, dass man sowas ernst nehmen soll. Verstand und nicht nachplappern ist gefragt.
Gruß
Ljudmil