Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Di 28. Jul 2009, 16:08

Bruno hat geschrieben:Die Relativgeschwindigkeit ist die vektorielle Differenz der Absolutgeschwindigkeiten, so steht es bin jedem Mechanik-Lehrbuch. Nun kommt Ernst und behauptet ernshaft, die Relativgeschwindigkeit sei nach der Emissionstheorie unabhängig von den Absolutgeschwindigkeiten von Quelle und Beobachter.

Was ist denn da so schwer zu verstehen. Für ein einzelnes Objekt im ätherfreien Raum (Quelle oder Empfänger) ist keine Absolutgeschwindigkeit definierbar. Es gibt in einem solchen Raum keine Absolutgeschwindigkeit, weil kein Bezugspunkt existiert, auf welchen man die Absolutgeschwindigkeit beziehen könnte.

@Harald
aber gegenüber einem bewegten Beobachter ist deren Geschwindigkeit nicht invariant.

Es gibt nicht den "bewegten Beobachter". Es gibt nur den gegenüber der Quelle "relativbewegten Beobachter". Und bei einer Relativgeschwindigkeit v sieht der einen von v/c abhängigen Dopplereffekt (bei Emission und bei SRT in unterschiedlicher Quantität)

Gruß
Ernst
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » Di 28. Jul 2009, 19:27

Bruno hat geschrieben:Wieso altert der tatsächlich bewegte Zwilling langsamer, der tatsächlich ruhende Zwilling aber nicht, wenn es doch nach der esoterischen Theorie aus Schilda nur Relativbewegung gibt? Das ist doch paradox!

Der Haken daran ist die ungleichzeitige Änderung der Relativgeschwindigkeit (die Beschleunigung des einen Zwillings) aus den Bezugssystemen der beiden Zwillinge, auch Relativität der Gleichzeitigkeit genannt.

Warum geht eine nach Westen bewegte Uhr langsamer als eine nach Osten bewegte Uhr (Hafele/Keating-Experiment), wenn Bewegung nach der esoterischen Theorie eines Jahrtausendgenies aus Schilda immer relativ ist? Das ist doch sehr merkwürdig!

Die Relativgeschwindigkeiten der Flugzeuge sind in Bezug auf das nicht-rotierende Inertialsystem der Erde verschieden, aus dem heraus der Sagnac-Effekt sowohl klassisch als auch relativistisch behandelt werden kann.

Gruss
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » Mi 29. Jul 2009, 00:03

Chef hat geschrieben:Mir ist nicht bekannt dass Sagnac-Effekt relativistisch behandelt werden kann...

Sollte es aber. Siehe hier:
http://www.mahag.com/FORUM/forum.php?gr ... =250#11763 Trigemina, 04.09.2008 01:09:47

Bruno hat geschrieben:Wenn weltfrende Esoteriker und Sektenanhänger nicht mal zwischen Absolut- und Relativbewegung unterscheiden können, dann kann dabei nur unphysikalischer Unsinn herauskommen.
Dieselben Leute können auch nicht mal zwischen absoluter Zeit und relativer Dauer unterscheiden und wollen mit ihrem Unwissen die klassische Physik widerlegen.

Danke für diesen Vortrag. Ich entnehme daraus, dass du deine eigene unten stehende Frage viel besser erklären und berechnen kannst als ich es im hier getan habe:

http://www.mahag.com/FORUM/forum.php?gr ... =200#11707 Trigemina 30.08.2008 12:30:55

Warum geht eine nach Westen bewegte Uhr langsamer als eine nach Osten bewegte Uhr (Hafele/Keating-Experiment), wenn Bewegung nach der esoterischen Theorie eines Jahrtausendgenies aus Schilda immer relativ ist? Das ist doch sehr merkwürdig!


Gruss
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mi 29. Jul 2009, 08:00

Chris hat geschrieben:Was wäre, wenn in 10 Miliarden Jahren Entfernung ein Stern explodieren würde.
Ein Beobachter auf der Erde entdeckt dann später das Leuchten und fliegt (aus irgend einem Grund) dem Licht entgegen.
Da der Stern ja lange vor der Entstehung der Erde zerstört worden ist. Kann es ja keine Relativbewung Erde-Stern geschweige denn Raumschiff-Stern geben.
Der Insasse im Raumschiff wird aber trotzdem einen Dopplereffekt sehen.
Der Effekt kann in dem Fall doch nur von der Relativbewegung Raumschiff-Licht kommen, oder irre ich mich da?


Du irrst Dich nicht. Du beschreibst genau die Situation, die Smoot et.al nachgewiesen hat: die Absolutbewegung der Erde gegen den Mikrowellen-Hintergrund. Aus der Dopplerschen Verschiebung des Lichts, gegen das sich die Erde bewegt, errechnet sich eine Geschwindigkeit von 371 km/s in Richtung des Sternbilds Löwe.
Diese Entdeckung ist deshalb bedeutsam, weil das Licht, nämlich diese Mikrowellenstrahlung, aus unterschiedlichsten Quellen stammt (nach der gegenwärtigen Kosmologie soll es sogar ein "Echo des Urknalls sein"), aber dennoch symmetrisch in gleichem Ausmaß doppler-verschoben ist. Die Ursache für den Doppler-Effekt kann daher nicht die Relativbewegung zur Lichtquelle und die Zeitdilatation sein. Smoots Messungen widerlegen daher die SRT bereits eindeutig (er spricht daher auch von einer "New Ether-Drift").
Der Doppler-Effekt kommt dadurch zustande, dass je nach Bewegungsrichtung mehr oder weniger Photonen gemessen werden - was nichts anderes impliziert, als dass diese Photonen unterschiedliche Relativgeschwindigkeiten augrund der Erdbwegung haben müssen. Nur deshalb konnte Smoot auch die Geschwindigkeit der Erde berechnen.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Hannes » Mi 29. Jul 2009, 10:00

Hallo Bruno !

    Wieso gilt das Relativitätsprinzip für nichtrüttelnde Eisenbahnen, jedoch nicht für nichtrüttelnde Flugzeuge, in denen der Uhrengang von der Absolutbewegung und Richtung abhängt?

.....und wieso lassen sich eingefleischte Relativisten solche Behauptungen gefallen ?Die müssten doch als Erste gegen die Schlussfolgerung von Hafele/Keating Feuer schreien.

Mit Gruß Hannes
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Chris » Mi 29. Jul 2009, 10:18

Hallo und vielen Dank für die Bestätigung meines Beispiels.
Das Vorhandensein der Hintergrundstrahlung war mir zwar vorher schon bekannt, aber es war mir nicht bewusst, daß diese Entdeckung quasi ein KO-Kriterium für die SRT darstellt.
Gibt es denn von Seiten der Relativisten keine SRT-compatible Erklärung für dieses Phänomen?
Grüße
Chris
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » Mi 29. Jul 2009, 12:35

Bruno hat geschrieben:Wieso gilt das Relativitätsprinzip für nichtrüttelnde Eisenbahnen, jedoch nicht für nichtrüttelnde Flugzeuge, in denen der Uhrengang von der Absolutbewegung und Richtung abhängt?

Wenn die Messdauer des Experiments klein gegenüber der Erdrotation ist, kann der Sagnac-Effekt unberücksichtigt bleiben und der schüttelfreie Zug mit guter Näherung als Quasi-Inertialsystem angesehen werden. Bei einer Erdumrundung des Zuges wäre dies genauso wie bei den Flugzeugen des Hafele-Keating-Experiments, nicht mehr der Fall.

Offensichtlich hast Du das "ABC der Relativität" noch nicht ganz verstanden.

Ganz offensichtlich!

Merkst Du wirklich nicht, wie blödsinnig die "Relativitättheorie der Absolutbewegung" dieses Sektenanhängers und Esoterikers aus Schilda ist?

Nein, mir fallen immer wieder logische, nachvollziehbare und gute Gründe ein, vermeintliche Paradoxa und sonstige Kuriositäten zu erklären.

Bruno hat geschrieben:
Hannes hat geschrieben:Hallo Bruno !
Wieso gilt das Relativitätsprinzip für nichtrüttelnde Eisenbahnen, jedoch nicht für nichtrüttelnde Flugzeuge, in denen der Uhrengang von der Absolutbewegung und Richtung abhängt?
.....und wieso lassen sich eingefleischte Relativisten solche Behauptungen gefallen ?Die müssten doch als Erste gegen die Schlussfolgerung von Hafele/Keating Feuer schreien.

Vermutlich wird uns Trigemina nun erklären, dass Bewegung nach Newton immer auf den absolut ruhenden Äther bezogen wird und erst Einstein im Wunderjahr der Popphysik entdeckt hat, dass es den absolut ruhenden Äther und absolute Bewegung nicht gibt und Relativbewegung deshalb immer auf ein Inertialsystem bezogen werden muß.

Wie bereits aus dem Link zu H&K meines letzten Beitrags hervorgeht, bezieht sich die SRT strenggenommen auf Inertialsysteme, weshalb Relativbewegungen auf einem rotierenden Körper auf sie (die Inertialsysteme) bezogen werden und ins rotierende Bezugssystem zurücktransformiert werden müssen, um die Effekte darin korrekt wiederzugeben.

Gruss
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mi 29. Jul 2009, 14:51

Bruno hat geschrieben:Das verstehe ich nicht, weil es dem Impuls- und Schwerpunktsatz widerspricht:

Für ein einzelnes Objekt im ätherfreien Raum (Quelle oder Empfänger) ist die Absolutgeschwindigkeit mit dem Impuls- und Schwerpunktsatz bestimmbar.

Ist die Relativgeschwindigkeit zwischen Subjekt und Objekt Null, dann ist auch die Absolutgeschwindigkeit von Subjekt und Objekt in einem abgeschlossenen System Null.

Ist die Relativgeschwindigkeit zwischen Subjekt und Objekt bekannt, dann kann man die Absolutgeschwindigkeit von Subjekt und Objekt in einem abgeschlossenen System berechnen, weil die Absolutgeschwindigkeit des Gesamtschwerpunktes Null ist.

m1 * v1 = m2 * v2

(m1 + m2) * (v2 - v1) = 0

Dazu muß man nur Gleichungen mit zwei Unbekannten lösen können.


Das ist, bezogen auf unser Problem, die abenteuerlichste Version zur Definition einer Absolutgeschwindigkeit. Und hat natürlich hier keine Relevanz, allein schon deshalb, weil der Kosmos kein abgeschlossemes System ist. Meinst Du im Ernst, die Massen von Quelle und Beobachter hätten auf die beobachtete LG irgendeine Bedeutung?

Gruß
Ernst
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Hannes » Mi 29. Jul 2009, 19:55

Hallo Bruno !

    ich meine:
    - Wenn die Masse der Quelle genügend groß ist, dann wird die Lichtgeschwindigkeit in seiner Nähe so gering, dass sie das Gravitationsfelde der Quelle nicht verlassen kann.
    - Wenn die Masse des Beobachters genügend groß ist, dann wird die Lichtgeschwindigkeit in seiner Nähe so gering, dass sie den Beobachter nie erreichen kann.

Deine Aussage ist sehr interessant, ich kann mich aber noch nicht hineindenken.
Dass bei genügend großer Masse (schwarzes Loch) das Licht nicht entkommen kann, ist mir ein Begriff.
Du berechnest ein schwarzes Loch also mit dem Brechungsindex.
Dass andererseits bei genügend großer Masse kein Lichtstrahl das schwarze Loch
erreichen kann, ist für mich ein neuer Gedanke.
Ich weiß wohl, dass man mittels Lasertechnik einen Lichtstrahl auf Radfahrer-
geschwindigkeit reduzieren kann und sogar ein Photon in einer Laserfalle einschliessen kann .

Aber ich lasse mich gerne von dir belehren,denn man soll nie auslernen.
Ich möchte dich daher um eine genaue Erklärung bitten.

Mit Gruß Hannes
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Hannes » Mi 29. Jul 2009, 21:45

Hallo Bruno !

    Das Licht wird nicht wie ein Körper von der Gravitation angezogen, sondern wie eine Welle gebeugt. Deshalb wird es in der Nähe eines Gravitationszentrums nicht schneller, sondern langsamer.

Danke für deine Antwort.Es ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass wir es mit der Wellennatur des Lichtes zu tun haben.

Mit bestem Gruß Hannes
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