Verehrter Joachim Stiller,
Du solltest besser lesen: ich habe niemals geschrieben, Dingle habe unrecht. Es ging um die Art seiner Kritik, die sich als akademisch wirkungslos erwiesen hat, aus den o.g. Gründen.
Nichtsdestotrotz beobachte ich hier im Forum einen sehr faszinierenden Effekt. Sobald ein neuer Aspekt in die Diskussion getragen wird (z.B. die Wirkungsweise des Insider-Outsider-Gefälles von mir), kommen von überall her die Selbstdarsteller gekrochen und spulen ihren Film ab, egal ob es sachlich passt oder nicht. Aber bleiben wir im militärischen Bild: Sobald eine neue Wendung auftaucht, verschießen Sie ihre Standardmunition, und zwar in starker Überdosierung, egal auf welches Ziel.
Ein solche Beobachtung freut den Strategen!
Es zeigt aufs Neue, dass die RT-Diskussion nie sachlich war oder sein kann, weil sie immer eine reine Machtausübung gewesen ist. Deswegen erzielen gerade die besten Kontra-RT-Argumente die unsachlichsten Reaktionen: sachliche Kritik zwingt die Gegenseite zur Annäherung an die Wahrheit. Dafür ist der akademische Umgang Dingle ein sehr gutes Beispiel, und die Stimmung in diesem Forum ebenso.
Denn so ist die Sachlage: eine strategisch längst unterlegene Großmacht (=RT-Freunde) hält sich gegen den Kontra-RT-Untergrund taktisch so gerade eben noch über Wasser. Sobald die strategische Überlegenheit des Untergrundes sichtbar wird, beruft sich die (noch herrschende) Großmacht auf ihr letztes Mittel, nämlich ihre quantitative Größe. Das heißt konkret: das zahlenmäßig überlegen Pro-RT-Fußvolk (z.B. Trot... äh Trolle) schüttet das überlegene Argument mit Nebensächlichkeiten zu, mit ihrer Standardmunition. Das ist taktisch wirksam, aber es ist ein auf Verschleiß ausgelegtes Mittel.
In diesem Sinne bis zum nächsten Sachargument viele Grüße aus dem Labor der
realitätsphysik

, Yukterez.