Jocelyne Lopez hat geschrieben:
[...]
4) Die mathematische Verarbeitung läßt Folgerungen zu, die ohne Einbeziehung der Dimension "Zeit" hergeleitet werden und zu Absurditäten und unauflösbaren Paradoxien bei korrekter mathematischer Verarbeitung führen.
Viele der seit der Antike in der Erkenntniswissenschaft untersuchten Paradoxien lassen sich durch die Mathematik nur fiktiv auflösen und sind in der Realität unlösbar, und viele sind auch darauf zurückzuführen, dass die Mathematik die Dimension „Zeit“ nicht berücksichtigt.
Zum Beispiel kann wie gesagt das Paradoxon mit den 10 Hotelgästen und den 9 Betten nur fiktiv durch die Mathematik gelöst werden, nicht aber wegen der Komponente „Zeit“ in der Realität. Auch das berühmte „
Kreter-lügen-immer-Paradoxon“ lässt sich mit Einbeziehung der Komponente „Zeit“ lösen, das hat eine Teilnehmerin vor vielen Jahren in einer Diskussion vorgetragen, wo ich mich beteiligte, eine Lösung, die ich jedoch damals nicht kannte und worauf ich auch nicht selbst gekommen wäre.
Andere Paradoxien sind wiederum nur auf einer gezielten Täuschung der Zuhörer durch die Sprache aufgebaut, wie das berühmte Paradoxon „
Achilles und die Schildkröte“. Ekkehard Friebe hat mich vor vielen Jahren auf diese Täuschung durch die Sprache hingewiesen, die ich in meinem Blog übernommen habe:
Siehe
Achilles und die Schildkröte und die RelativitätstheorieZitat Jocelyne Lopez:
Ein Paradoxon ist immer nur scheinbar, es gibt keine Paradoxien in der Realität. Der Trick bei Achilles und der Schildkröte besteht aus einer geschickten sprachlichen Irreführung des Zuhörers bzw. Lesers und man kann ohne Mathematik das Paradoxon lösen, auch in der Antike, falls man da noch keine infinitesimalen mathematischen Rechnungen kannte: Die Aufmerksamkeit des Lesers wird von der Gesamtstrecke des Wettbewerbs abgelenkt, dafür wird sie stets auf die Teilstrecke gelenkt, die vor dem Überholungszeitpunkt liegt und wo die Schildkröte folglich immer noch einen Vorsprung hat: Man teilt diese Teilstrecke bzw. diesen Vorsprung der Schildkröte vor dem Überholungszeitpunkt unendlich auf, so daß man der Täuschung unterliegt, die Schildkröte würde ewig einen Vorsprung behalten. In Wirklichkeit hat aber Achilles die Schildkröte auf der Gesamtstrecke schon nach dem 2. Rechenschritt überholt, ohne das man es bemerkt hat. Siehe die Beschreibung des Paradoxons durch Ekkehard Friebe in seinem Forum.
Die Mathematiker dagegen versuchen mit mathematischen Infinitesimalrechnungen das Paradoxon zu lösen, das jedoch lediglich auf einer Täuschung durch die Sprache beruht.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez