Lieber Ernst,
Du verstehst nicht, worum es geht!
Betrachte mal diese Animation.

Die em-Welle läuft zur Rückwand auf x=20 zu. Wenn das ein Spiegel ist, wird immer dann, wenn die Amplitude erfüllt ist, d.h. die hochschwingende Energie in der Wand verschwindet, die Reflexion einsetzen. Die Reflexionen erfolgen also zu den Zeitpunkten, in welchem jede dieser Amplituden vom Spiegel absorbiert wird (am Spiegel liegt dann jeweils ein "Knoten"). Diese Zeitpunkte ergeben sich aus der Kreisfrequenz (2pi/T). Definiert man den Anfang einer Reflexion z.B. bei einem Phasenwinkel von 0°, dann ist das bei jeder Reflexion so. Sie erfolgen also in der Periodendauer aneinander gereiht, somit in den Intervallen der Frequenz, die fest mit der zeitlich konstanten Kreisfrequenz in Zusammenhang steht (w=2*pi*f) . Erfolgen diese Reflexionen z.B. im zeitlichen Abstand von 1 s, so gibt es Reflexionen bei 1,2,3,4,5 usw. Sekunden. Also eine Frequenz von 1 Hz. Zwischen diesen Sekunden-Intervallen gibt es
keine Reflexion. Jede Reflexion an diesem Spiegel wird also im Takt der Kreisfrequenz jeweils bei einer Phasenlage 0° beginnen.
Wenn man nun mit c+/-v einen Zeitpunkt für eine Reflexion berechnet, dann muss dieser Zeitpunkt in den Takt der Kreisfrequenz fallen, d.h. die Rechnung muss die Zeitpunkte 1,2,3,4,5 s usw. ergeben. Denn bei 1,5 oder 2,5 oder 3,5 s usw. erfolgen ja
keine Reflexionen. Ergäbe also die Rechnung mit c+v oder c-v einen dieser nicht zutreffenden Zeitpunkte, dann ist dieser Wert falsch,
da der Spiegel eben nicht zu diesen Zeitpunkten reflektieren kann. Solche Zeitpunkte ergeben sich aber, wenn man sie einfach unter Annahme einer "Laufzeit" mit c+/v berechnet!
Ein Beispiel: Nehmen wir an, nach einer Laufstrecke von 1 LS wird ein Spiegel tatsächlich nach 1 s reflektieren, da die Welle eine Periode von T=0,01 s hat, und in diese Strecke (bei c=300000 km/s) genau 100 Perioden passen. Oder 100 Wellenlängen zu je 3000 km.
Beträgt die Geschwindigkeit eines überdimensionalen MMI im Medium sagen wir mal 400 km/s, so ergibt die Rechnung mit c+v einen Reflexionszeitpunkt nach 0,99866... s, und die Wellenlänge verlängert sich auf 3004 km bei
gleichbleibender Periodendauer. In die Strecke passen nun 99,866... Wellenlängen und eine Reflexion kann
nicht zum berechneten Zeitpunkt erfolgen! Weil zu diesem berechneten Zeitpunkt eine Amplitude gerade bei km 297396 liegt und nicht bei km 300000, wo die Reflexion zur berechneten Zeit erfolgen sollte. Diese Amplitude wird also
nach dem berechneten Zeitpunkt reflektiert werden und eine, die schon
vorher da war und bei km 300400 liegen würde, ist schon
vorher reflektiert worden.
Aber keine zu dem mit c+v berechneten Zeitpunkt!Die Energie kommt ja nicht kontinuierlich fließend beim Spiegel an, so dass jeder beliebige Reflexionszeitpunkt möglich wäre. Sondern in Intervallen, die sich aus der Periodendauer ergeben. Daher kann der Spiegel auch nur in diesen Intervallen reflektieren und nicht zu einem errechneten Zeitpunkt, zu welchem gar keine Energie vom Spiegel absorbiert werden kann!
Der Eindruck aus den üblichen Darstellungen glatt dahinfahrender Amplituden, es fahre hier ein Energiepaket unverändert dahin und könne daher jeden Spiegel treffen, der sich gerade im Weg befindet, ist ja irreführend. Denn das wäre ja ein bewegtes elektr. Feld und das gibt es in der em-Welle nicht! Die fortschreitende Wellenfront hat nur in den zeitlichen Intervallen der Periodendauer den Phasenwinkel o° ! Und daher können Reflexionen nur in diesen zeitlichen Intervallen erfolgen und nicht zu Zeitpunkten, die sich aus c+/-v ergeben! Diese Laufzeiten-Rechnerei ist daher glatter Mumpitz!
Und es ist kompletter Unsinn, sich eine gerade am Sender emittierte Amplitude auszuwählen und mit c+/-v zu berechnen, wann sie am Spiegel ankommen sollte. Denn wenn diese Amplitude emittiert wird, so werden doch schon längst Amplituden vom Spiegel reflektiert! Und bei der Emission dieser Amplitude kommt ja auch bereits eine Amplitude zurück! Was denn für eine "Laufzeit" ??? Es ist also nur zu untersuchen, ob der Spiegel bei unveränderter Weglänge überhaupt zu
beliebigen Zeitpunkten reflektieren kann.
Und das kann er nicht! Das kann und wird er nur,
wenn man die Laufstrecke verändert! Und
nur dann gibt es eine Phasenverschiebung an der Gegenwelle außer jener, die durch den allfälligen Phasensprung entsteht!
Die Conclusio muss daher sein: Wenn durch die entgegen gesetzten Dopplereffekte
die Periodendauer in beiden Teilstrahlen des MMI unverändert bleibt, dann können alle Reflexionspunkte in diesem Apparat nur
abhängig von dieser Periodendauer reflektieren. Ist sie bei beiden Teilstrahlen
gleich, so reflektieren alle Spiegel alle Amplituden
gleichzeitig! Eine Laufzeitenberechnung mit c+/-v wird dadurch völlig sinnlos, weil sie falsche Zeitpunkte ergibt!
Es ist mir unbegreiflich, dass jemand mit Hirn das nicht verstehen kann! Das Wissen, dass ein Spiegel nur ganze Amplituden reflektieren wird und diese Amplituden nicht jederzeit am Spiegel eintreffen können, weil sie es eben nur im Takt der Periode können, um eine Reflexion zu verursachen, müsste eigentlich schon genügen, um dies zu begreifen! Es sind die Spiegel, die justament nicht zu einem Zeitpunkt reflektieren werden, wenn sich nach diesem mit c+/-v berechneten Zeitpunkt ergibt, dass die Welle gerade mit einem
anderen Phasenwinkel als 0° ankommen würde. Und das lässt den Spiegel vollkommen kalt, er wird zu diesem Zeitpunkt nicht reflektieren!
Phasenverschiebungen kann es deshalb nur geben,
wenn man die Weglängen zu einem Spiegel verändert. Und deswegen funktioniert ein Interferometer auch für Längenmessungen innerhalb von Wellenlängen.
Hier im Forum wurde moniert, dass Engelhardt einerseits diese Phasenverschiebung (die Michelson braucht um die Interferenz einzustellen) durch die Wegänderung am beweglichen Spiegel bewirkt und andererseits dann mit den Dopplereffekten rechnet, und das sei ein Widerspruch. Aber das ist völlig zurecht. Weil eben nur Wegänderungen eine Phasenverschiebung bewirken können. Bleiben diese Wege aber unverändert, kann trotz Drehung des Apparats aufgrund der
konstanten Periodendauer nichts mehr passieren! Die an diese Dauer gebundenen Spiegel machen jede Laufzeitrechnung mit c+/-v zunichte!
Diese Methode kann daher ein allfällig vorhandenes absolutes Medium nicht aufdecken! Und sooo ein Geniestreich ist der Michelson-Versuch also nicht. Es ist ganz im Gegenteil eine recht dumme Vorgangsweise mit der Annahme, irgendwelche unterschiedlichen Laufzeiten würden sich über die Spiegel ungeachtet der Periodendauer fortsetzen. Das ist eben nicht der Fall, und ich wusste das schon, ehe ich die Arbeit von Engelhardt in die Hände bekam. (siehe
http://www.mahag.com/srt/zeitbasis.htm ) Als ich dann das Paper von Engelhardt erhielt, habe ich mich gefreut über diese Bestätigung!
Und zum Nachdenken hier noch eine Arbeit von N.Feist:
http://www.mmk.ei.tum.de/publ/pdf/07/07fei1.pdfEs ergeben sich stehende Wellen in einem Schall-Resonator auch bei
bewegtem Medium mit bis zu 260 km/h! Gibt Dir das zu denken?
Wahrscheinlich nicht. Du wirst weiterhin alles negieren, was man
nach Michelson erfahren hat. Feist hat ja auch einen dem Michelson-Experiment analogen Versuch mit Schall durchgeführt. Das Ergebnis war ein Nullresultat. Klar doch! Da lief doch alles genau so ab, wie ich es bezogen auf das Michelson-Exp. beschreibe.
Und Highway ist hier der einzige, der das begriffen hat!
Grüße
Harald Maurer