galactic32 hat geschrieben:Na, frag doch fairerweise auch nach deiner Zentripetalkraft, nachdem das Seil durchtrennt wurde.
Ist diese dann futsch etc.?
Ja. Wenn das Seil futsch ist, ist auch die Zentripetalkraft futsch!
Chief hat geschrieben:Die Zentrifugalkraft - also die "Gleichgewichtskraft" - hat Fendt einfach verschwiegen!
Nein, hat er nicht. Es gibt keine! Fendt:
Die Gesamtkraft dieser beiden Kräfte (Vektoraddition!) ist die nach innen zur Drehachse gerichtete Zentripetalkraft. Nach der Vektoraddition gibt es eben nur die nach innen gerichtete Zentripetalkraft. Aus welcher Vektoraddition sollte denn eine Kraft radial nach außen resultieren???
rmw hat geschrieben:Die Zentrifugalkraft zieht nach außen, sie ist die Folge der Massenträgheit. Ist ja auch offensichtlich.
Auch hier gilt die obige Vektoraddition. Es ist schon richtig, dass der Eindruck einer nach außen gerichteten Zentrifugalkraft eine Folge der Massenträgheit ist (deshalb "Trägheitskraft"), aber eine tatsächliche Komponente radial nach außen gibt es nicht. Oder man zeige mir mal, aufgrund welcher Vektoraddition eine solche Komponente
resultieren würde! Auch im rotierenden BS existieren nur Zentripetalkraft und Massenträgheit, und die ist eben mal tangential gerichtet und nicht radial nach außen. Aus der Vektoraddition kann in beiden BS keine radial nach außen gerichtete Kraft begründet werden, weil es überhaupt keinen Vektor gibt, der so nach außen gerichtet wäre, dass sich ein radial nach außen gerichteter Vektor ergäbe!
Im rotierenden Bezugssystem aber, in welchem die Zentrifugalkraft eingeführt wird, zeichnet man deren Vektor einfach hin, ursachenlos und aus keiner Vektorrechnung stammend! Mit dieser scheinbaren Kraft kann man dann Phänomene erklären, die der Beobachter im rotierenden BS wahrnimmt, und Newtons Trägheitssatz aufrecht erhalten, der ja ohne die Einführung der Scheinkraft im rotierenden BS nicht gilt. Diese Ursachenlosigkeit oder mangelnde Berechenbarkeit der Zentrifugalkraft mittels Vektoren führt eben dazu, dass man irriger Weise meint, die Zentrifugalkraft wäre eine Reaktionskraft auf die Zentripetalkraft. Und das ist der Fehler, den viele Autoren in ihren Büchern zementieren!
Grüße
Harald Maurer