Kurt hat geschrieben:Es ist egal wieviel Uhren du im Zug hast, es hat keinen Einfluss darauf, dass die Uhr am Bahnhof schneller taktet als die im Zug wenn der Zug bewegt ist.
Es ist nicht egal welche man vergleicht. Und es liegt nicht an einem Einfluss der Uhren aufeinander – es gibt ja keinen – sondern an ihrem räumlichen Abstand, der sich ändert (=Bewegung) oder nicht (=Ruhe).
Für einen Abstand braucht man mindestens zwei Punkte. Und nur wenn der konstant ist, dann läuft auch die Zeit an diesen Punkten synchron und man kann die Uhrzeiten an beiden Punkten mit der dritten Uhr vergleichen, die zwischen beiden Punkten bewegt erscheint:
a) Die Uhr in der Lok scheint bewegt von einem Bahnhof zum anderen. => Die Uhr der Lok zählt inzwischen ganz real weniger Takte als die Bahnhofsuhren, die beide gleich viele Takte zählen, weil sie synchron zueinander ruhen, in konstantem Abstand.
b) Die Bahnhofsuhr scheint bewegt von der Lok zum Zug-Ende. => Die Bahnhofsuhr zählt inzwischen ganz real weniger Takte als die Zug-Uhren vorne und hinten, die beide gleich viele Takte zählen, weil sie synchron zueinander ruhen, in konstantem Abstand.
Klingt komisch, ist aber so. Es liegt am geometrischen Zusammenhang von Raum und Zeit, an der Art und Weise, wie diese gemessen werden. Räumliche und zeitliche Abstände sind nicht unabhängig voneinander, wie Galilei und Newton noch meinten. Hermann Minkowski hat ihren Zusammenhang 1908 in einem berühmten Vortrag dem staunenden Publikum erklärt, mit den einleitenden Worten:
Hermann Minkowski (hervorhebung von mir) hat geschrieben:
Meine Herren! Die Anschauungen über Raum und Zeit, die ich Ihnen entwickeln möchte, sind auf experimentell-physikalischem Boden erwachsen. Darin liegt ihre Stärke. Ihre Tendenz ist eine radikale. Von Stund an sollen Raum für sich und Zeit für sich völlig zu Schatten herabsinken und nur noch eine Art Union der beiden soll Selbständigkeit bewahren.
Klingt komisch, ist aber so.