Harald Maurer hat geschrieben:
Ein Beobachter kann sich in seinem Koordinatensystem aufhalten, wo er will. Willst Du z.B. festhalten, wo sich in Deinem Zimmer ein Gegenstand befindet, dann kannst Du messen - die Länge zur einen Wand des Zimmers x=3 m, zur anderen Wand -x=-2 m. die Höhe vom Boden y= -1 m, der Abstand von der Decke y = 1,5 m, und noch die zwei anderen Abstände zu den Wänden z= 2m und z=-3 m. Mit den Koordinaten x.y.und z hast Du damit den Gegenstand lokalisiert. Ist er nicht immer da vorhanden, gibst Du noch die Zeit an, zu welcher Du ihn gemessen hast t=12.00 Uhr. Dieses Koordinatensystem (der Gegenstand hat dann den Koordinatenursprung x=y=z=0, t=12.00) existiert immer, denn damit kannst Du anderen Personen mitteilen, wo und wann sich dieser Gegenstand befunden hat.
Das ist mir klar, dass man einen Raum als Basis für ein Koordinatensystem nehmen kann, also dreidimensional. Dabei ist jedoch unabdingbar, dass man irgendwelche körperliche Objekte zur Abgrenzung dieses Raums damit einbezieht (materielle Endpunkte bzw. Grenzfläche, wie Wände oder Decke), die eine mechanische Berührung mit Meßinstrumenten bieten können. Ohne diese materiellen Berührungsmöglichkeiten ist keine Messung des Raums möglich und es kann dementsprechend auch kein Koordinatensystem für diesen Raum existieren. Erst wenn dieser Raum durch materiellen Kontakt mit Meßinstrumenten gemessen wurde, bilden diese Meßdaten ein Inertialsystem, das sich nicht verändert, also ein Ruhesystem: die materiellen Längen von Objekten und die Abstände zwischen materiellen Objekten verändern sich ja weder in der klassischen Physik noch in der SRT. Jedes Koordinatensystem, das einmal gemessen wurde, ist also zwangsläufig ein Ruhesystem, da ist nicht viel zu diskutieren.
Jetzt kommt natürlich sehr häufig die Konstellation vor, dass man andere körperlichen Objekte in diesem Ruhesystem (hier "Zimmer") platziert, und zwar welche, die in diesem Ruhesystem "Zimmer" ruhen (zum Beispiel ein Wecker auf einem Tisch), oder welche, die in diesem Ruhesystem sich bewegen (zum Beispiel ein 2. Wecker, der von einem bewegten Beobachter getragen wird und durch das Zimmer wandert). Es kommt also die Konstellation extrem häufig vor, dass in einem Intertialsystem sich Beobachter befinden, die jeweils ruhen oder sich bewegen und sich an verschiedenen Orten befinden. Der Zustand der Gleichzeitigkeit des Eintreffens von zwei Blitzen bei den jeweiligen Beobachtern in diesem Inertialsystem (die Konstellation, die hier untersucht wird), kann also sowohl in der klassischen Physik als auch in der SRT nur dann durch materielle Berührung mit dem jeweiligen Meßinstrument geschehen, wenn die beiden Beobachter sich in der Mitte dieses Inertialsystems "Zimmer" befinden, da herrscht Konsens.
Joachim Schulz bestreitet aber, dass man für die Feststellung der Gleichzeitigkeit dieses Ereignis bei den Beobachtern überhaupt Beobachter braucht:
Zitat Gluon:
Liebe Frau Lopez,
ich präzisiere gerne: Zwei Ereignisse können auch gemessen werden, wenn kein Beobachter zwischen ihnen steht. Und mit entsprechend geeichten Messvorrichtungen lässt sich dann auch Gleichzeitigkeit nach einer zuvor festgelegten Definition in gegebener Genauigkeit feststellen.
Es ist mir aber völlig rätselhaft wie der Experimentalphysiker Joachim Schulz das Kunststück bewerkstelligen will, die Gleichzeitigkeit von zwei Ereignissen bei einem Beobachter in einem Inertialsystem zu messen, wenn kein Beobachter in diesem System sich befindet.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez