Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Mo 2. Mai 2011, 14:26

Ernst hat geschrieben:Da gibt´s gar keinen Widerspruch. Jede Welle legt in einer Periodendauer T eine Wellenlänge λ zurück. Die "durchschnittliche Wellenlänge" ist in beiden Armen unterschiedlich. Beide Wellen nehmen deshalb unterschiedlich lange Schritte. Daher legen die beiden Wellen in der gleichen Zeit k*T unterschiedliche Wege s zurück. Welle 1: s1= k*T*λ1; Welle 2: s2= k*T*λ2. So kommen die beiden Wellen zeitversetzt am Ziel an. Ganz einfach.


Nein, das funktioniert leider nicht. Wenn die Wege unterschiedlich sind, können sie sich nicht zum gleichen Zeitpunkt an ein und demselben Punkt treffen! Nehmen wir mal an, der eine (senkrechte) Strahl ist früher am Ziel, und es ist gerade ein ganzzahliges Vielfaches der Periodendauer vergangen und er hat in diesem Moment eine Amplitude, so ist der andere (waagrechte) Strahl ja noch nicht da, er ist also noch etwas entfernt und hat in dieser Entfernung seine Amplitude zum gleichen Zeitpunkt wie der andere. Damit er aber den anderen Strahl trifft, muss er den restlichen Weg noch weiterlaufen. Während er das tut, läuft aber auch der andere Strahl weiter, und wenn sie sich tatsächlich treffen, sind sie wieder zeit-und ortsgleich und haben denselben übereinstimmenden Zustand! Die ZEIT lässt sich nicht durch ungleiche Strecken überlisten, denn wenn sich die Strahlen tatsächlich treffen, haben sie immer denselben Weg und dieselbe Zeit hinter sich! Und zu einem ungleichen Zeitpunkt am ungleichen Ort kann sich bekanntlich niemand mit niemandem treffen!
Tja, diese Erklärung taugt leider nichts!

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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Mo 2. Mai 2011, 15:36

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Ganz einfach. Nachdem die Periodendauer unabhängig von der Laufzeit ist, gibt es keinen Widerspruch.

Ach so. Die Periodendauer ist aber auch unabhängig von der Wetterlage. Da gibt's auch keinen Widerspruch! Dass die Ursachen für einen Widerspruch voneinander unabhängig sind, beseitigt ja den Widerspruch nicht! Wenn´ich den falschen Schluss ziehe, dass eine Holzkugel langsamer fällt als eine gleich große Eisenkugel (weil die ja schwerer ist) und ich probier's aus und entdecke den Widerspruch zu meiner Aussage, so kann ich den Widerspruch ja nicht damit beseitigen, indem ich behaupte, die beiden Kugeln wären voneinander unabhängig. In dem Fall gibt's eine andere Lösung von Galilei.
Ich warte daher immer noch auf eine Lösung des Widerspruchs zwischen Laufzeit und Periodendauer, die voneinander unabhängig sind! Wenn die Laufzeiten am Treffpunkt eine Phasenverschiebung voraussagen, und die zeitlich konstante Periodendauer bei beiden Teilstrahlen dem widerspricht, ist die Sache ja nicht damit abgetan, dass beide Argumente voneinander unabhängig sind, denn dann sind sie nicht nur das, sondern eines der beiden muss falsch sein.

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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Mo 2. Mai 2011, 15:43

Harald Maurer hat geschrieben:Nein, das funktioniert leider nicht.

Doch, das funktioniert so.

Harald Maurer hat geschrieben:Wenn die Wege unterschiedlich sind, können sie sich nicht zum gleichen Zeitpunkt an ein und demselben Punkt treffen!

Natürlich können sie das. Jeder Strahl ist ja kontinuierlich. D.h., dass zu jeder Zeit an jedem Ort entlang eines Strahles immer eine Welle vorhanden ist. Sind zwei Strahlen an einem (selben) Ort, können sie sich dort immer zwei Wellen (genauer: Schwingungen) treffen und interferieren. Beim Detektor des MM-Interferometers haben sie nicht nur die identische Frequenz (die haben sie im MMX sowieso immer) sondern, da sie parallel (oder fast parallel) laufen, haben sie auch die selbe Geschwindigkeit und damit die selbe Wellenlänge.

Harald Maurer hat geschrieben:Nehmen wir mal an, der eine (senkrechte) Strahl ist früher am Ziel, und es ist gerade ein ganzzahliges Vielfaches der Periodendauer vergangen und er hat in diesem Moment eine Amplitude, so ist der andere (waagrechte) Strahl ja noch nicht da, er ist also noch etwas entfernt und hat in dieser Entfernung seine Amplitude zum gleichen Zeitpunkt wie der andere. Damit er aber den anderen Strahl trifft, muss er den restlichen Weg noch weiterlaufen. Während er das tut, läuft aber auch der andere Strahl weiter, und wenn sie sich tatsächlich treffen, sind sie wieder zeit-und ortsgleich und haben denselben übereinstimmenden Zustand! Die ZEIT lässt sich nicht durch ungleiche Strecken überlisten, denn wenn sich die Strahlen tatsächlich treffen, haben sie immer denselben Weg und dieselbe Zeit hinter sich! Und zu einem ungleichen Zeitpunkt am ungleichen Ort kann sich bekanntlich niemand mit niemandem treffen!
Tja, diese Erklärung taugt leider nichts!

Deine Erklärung taugt nichts, weil sie unsinnig ist. Eine Welle ist keine Schwingung. Eine Schwingung hängt nur von der Zeit ab. Eine Welle hängt vom Ort und der Zeit ab.
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Mo 2. Mai 2011, 16:03

Harald Maurer hat geschrieben:Ach so. Die Periodendauer ist aber auch unabhängig von der Wetterlage. Da gibt's auch keinen Widerspruch! Dass die Ursachen für einen Widerspruch voneinander unabhängig sind, beseitigt ja den Widerspruch nicht! Wenn´ich den falschen Schluss ziehe, dass eine Holzkugel langsamer fällt als eine gleich große Eisenkugel (weil die ja schwerer ist) und ich probier's aus und entdecke den Widerspruch zu meiner Aussage, so kann ich den Widerspruch ja nicht damit beseitigen, indem ich behaupte, die beiden Kugeln wären voneinander unabhängig. In dem Fall gibt's eine andere Lösung von Galilei.
Wenn das eine vom anderen unabhängig ist, kann das eine dem anderen nicht widersprechen. Die Laufzeit ist von der Periodendauer völlig unabhängig. Das einzige, das die beiden gemein habe ist, dass sie als Zeit in Sekunden gemessen werden. Daher kann die Periodendauer der Laufzeit nicht widersprechen und die Laufzeit auch nicht der Periodendauer. Außerdem habe ich dir in meinem Post erklärt, dass es auch Lösungen der Wellengleichung gibt, die nicht periodisch sind und daher gar keine Periodendauer haben, jedoch sehr wohl eine Laufzeit. Hier zum Nachlesen noch einmal:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:PS.: Ich bitte darum, dass der Terminus der Schwingung klar vom Terminus der Welle unterschieden wird! Die Wellengleichung in kartesischen Koordinaten für den leeren Raum wird durch jede zweimal stetig differenzierbare skalare Funktion f(x) in der Form f(x - c * t) bzw. f(x + c * t) gelöst (c .. Ausbreitungsgeschwindigkeit, woraus folgt: Laufzeit Delta_t = Strecke L / c). Das muss nicht notwendiger Weise eine periodische Funktion (Schwingung) sein. Dafür (für die periodische Funktion) muss zusätzlich die Bedingung f(t) = f(t + n * T) erfüllt sein (n .. eine ganze Zahl, T .. Periodendauer).

* Die Ausbreitungsgeschwindigkeit c ist eine physikalische Eigenschaft.
* Die Periodendauer ist durch die Randbedingung (z.B. Sender) bestimmt und kann von der Ausbreitungsgeschwindigkeit unabhängig gewählt werden.


Harald Maurer hat geschrieben:Ich warte daher immer noch auf eine Lösung des Widerspruchs zwischen Laufzeit und Periodendauer, die voneinander unabhängig sind! Wenn die Laufzeiten am Treffpunkt eine Phasenverschiebung voraussagen, und die zeitlich konstante Periodendauer bei beiden Teilstrahlen dem widerspricht, ...

Die zeitlich konstante Periodendauer hat mit der Phasenverschiebung nichts zu tun und kann damit einer Phasenverschiebung nicht widersprechen.

Nehmen wir an, wir haben zwei Signale S1 und S2:

S1 = A1 * sin(ωt + φ1) und S2 = A2 * sin(ωt + φ2)

Die beiden Signale haben damit eine Phasenverschiebung zueinander von φ2 - φ1. Was hat diese Phasenverschiebung mit der Periodendauer T = 2π/ω zu tun?
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Mo 2. Mai 2011, 16:38

@Harald:

Ich habe einen Verdacht, wo dein Missverständnis liegen könnte. Nehmen wir an, wir haben eine vorlaufende ebene harmonische Welle:

W(x,t) = sin(kx - ωt) = sin(2π/λ (x - c t))

Betrachten wir nun diese Welle am Ort x=x0 so ist

W(x=x0,t) = sin(kx0 - ωt) = sin(φ0 - ωt) = -sin(ωt - φ0) mit der zeitlichen Periodendauer T = 2π/ω.

Betrachten wir nun diese Welle zu einem bestimmten Zeitpunkt t=t1 so ist
W(x,t=t1) = sin(kx - ωt1) = sin(kx - φ1) mit der örtlichen "Periodendauer" (= Wellenlänge) λ = 2π/k.

Diese beiden "Periodendauern" sind voneinander insofern unabhängig, als die zeitliche Periodendauer nur von der Frequenz f bzw. Kreisfrequenz ω abhängt, die örtliche "Periodendauer" λ jedoch von der Frequenz (Kreisfrequenz, zeitlichen Periodendauer) und der Ausbreitungsgeschwindigkeit λ=c/f. D.h., dass selbst wenn die zeitliche Periodendauer überall gleich ist, die örtliche "Periodendauer" sich ändern kann, darf und muss, wenn sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit ändert.
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mo 2. Mai 2011, 17:51

Harald Maurer hat geschrieben: Nein, das funktioniert leider nicht. Wenn die Wege unterschiedlich sind, können sie sich nicht zum gleichen Zeitpunkt an ein und demselben Punkt treffen! ...Die ZEIT lässt sich nicht durch ungleiche Strecken überlisten, denn wenn sich die Strahlen tatsächlich treffen, haben sie immer denselben Weg und dieselbe Zeit hinter sich! Und zu einem ungleichen Zeitpunkt am ungleichen Ort kann sich bekanntlich niemand mit niemandem treffen!
Tja, diese Erklärung taugt leider nichts!

Deine Einschätzung taugt nichts.
Sie treffen sich nicht zum gleichen Zeitpunkt :!: Wenn sie es täten, dann wäre ja kein Ätherwind vorhanden. Bei Ätherwind treffen sie sich niemals zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort :!:

Gleichzeitig erzeugte Wellen: Wenn die langsamere eintrifft, ist die schnellere schon durch. Aber Wellen laufen ja auf beiden Bahnen stetig ins Ziel. Die langsamere trifft daher gleichzeitig mit einer schnelleren ein, welche später erzeugt wurde als die langsame. Dieser Differenz der Erzeugungszeit Δt entspricht die räumliche Phasendifferenz Δφ =Δt*2pi/T (T Periodendauer) . Sie zeigt sich quantitativ beim Drehen des MMIs, da sich dann die Verhältnisse umdrehen. Die Phase Δφ schiebt von + nach -. Die Breite der Verschiebung 2Δφ ist der Meßwert.

Was ist denn daran unverständlich. fb.. hat wohl recht, Du verwechselst Schwingung mit Welle; ich hatte es Dir auch schon gesagt. Der Weg einer Welle ist nicht nur von der Periodendauer sondern auch von der Wellenlänge abhängig.
Und daß Du die Phase des räumlichen Winkelabstand verwechselst mit der zeitliche Phasen der erzeugenden Schwingung, hatte ich Dir auch schon geschrieben.


Gruß
Ernst
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 2. Mai 2011, 18:34

Ernst hat geschrieben:
Gleichzeitig erzeugte Wellen: Wenn die langsamere eintrifft, ist die schnellere schon durch. [...] Die langsamere trifft daher gleichzeitig mit einer schnelleren ein, welche später erzeugt wurde als die langsame. [...] Die Breite der Verschiebung ist der Meßwert.

Ich stelle mir eben gemäß diesem Szenario vor, wenn die Breite der Verschiebung der Meßwert ist, dass diese Verschiebung nur ganz kurz bzw. ganz schwach vom Helligkeitsunterschied ist und daher kaum messbar im Interferenzmuster auf der Projektionswand abgebildet werden kann: Nur, wenn diese Verschiebung das Antreffen einer Welle ganz alleine abbildet (= die 1. schnelle Welle, die ein Vorsprung gegenüber der 1. langsameren Welle hat). Danach kann sich meiner Meinung nach diese Verschiebung nicht mehr im Interferenzmuster bemerkbar machen, weil nach der 1. schnellen Welle, die allein ankommt, immer gleichzeitig eine schnelle und eine langsame Welle zusammen ankommen. Die Verschiebung kann also nicht über die ganze Länge des Interferenzmusters sich bilden, sondern nur schwach am Anfang.

Könnte jemand vielleicht ein Originalbild des Interferenzmusters auf der Projektionswand beim MM-Experiment posten? Ich glaube, dass würde hilfreich für die Interpretation sein und auch für die Vorstellung, was in diesem Bild überhaupt gemessen wird. Ich habe mir das Interferenzmuster bis jetzt als runden Lichtfleck vorgestellt, aber offensichtlich handelt es sich um Lichtstreifen.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Mo 2. Mai 2011, 21:31

Ernst hat geschrieben:Sie treffen sich nicht zum gleichen Zeitpunkt Wenn sie es täten, dann wäre ja kein Ätherwind vorhanden. Bei Ätherwind treffen sie sich niemals zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort

Nicht? Wenn sich zwei Wellenzüge treffen, dann ist das nicht der gleiche Zeitpunkt und nicht derselbe Ort? Ist ja verblüffend! Wenn zwei Autos um 15 Uhr auf der Kreuzung zusammenknallen, dann ist es nicht der gleiche Zeitpunkt und derselbe Ort? Da staun' ich aber. Du scheinst immer vom Gedanken erfüllt zu sein, es müssten die Startwellen sein, die einander treffen sollten. Also ich würde schon sagen, dass es dieselbe Zeit und derselbe Ort ist, wenn sich zwei Strahlen an einem Punkt zur gleichen Zeit treffen.
Ernst hat geschrieben:Gleichzeitig erzeugte Wellen: Wenn die langsamere eintrifft, ist die schnellere schon durch. Aber Wellen laufen ja auf beiden Bahnen stetig ins Ziel. Die langsamere trifft daher gleichzeitig mit einer schnelleren ein, welche später erzeugt wurde als die langsame. Dieser Differenz der Erzeugungszeit Δt entspricht die räumliche Phasendifferenz Δφ =Δt*2pi/T (T Periodendauer)

Wenn die langsamere mit einer schnelleren eintrifft, welche später erzeugt wurde, geht der Zeitversatz ja verloren! Wenn gleichzeitig erzeugte Wellen sich am Strahlteiler treffen, haben sie einen Zeitversatz zueinander, weil der senkrechte früher kommt als der waagrechte. Wenn der waagrechte Strahl aber eine Welle trifft, die später erzeugt wurde, ist dieser Zeitversatz ja futsch. Denn der Vorsprung des senkrechten Strahls ist durch eine spätere Absendung ja aufgehoben... Das ist doch genau die Zeitkompensation, die ich auf meiner MM-Seite beschreibe! Wie kommst Du bloß auf die Idee, der Zeitversatz bei der Erzeugung wäre dann am Treffpunkt noch vorhanden?
Bild
Die Differenz der Erzeugungszeit kann bis zum Umlenker doch nur erhalten bleiben, wenn in der Folge beide Strahlen gleich schnell laufen. Dann ist diese Differenz immer noch da. Wenn der senkrechte Strahl seinen Vorsprung, den er bei gleichzeitiger Absendung hätte, aber durch spätere Absendung vernichtet, läuft er deshalb ja nicht schneller als bei gleichzeitiger Absendung und der Vorsprung ist weg! Das ist doch genau das, was ich aus den ungleichen Treffpunkten am Umlenker geschlossen habe. Der waagrechte Strahl trifft nicht den gleichzeitig abgesendeten Wellenzug, sondern einen später abgesendeten! Der hat ja dann den Vorsprung nicht mehr!
Ernst hat geschrieben:Du verwechselst Schwingung mit Welle; ich hatte es Dir auch schon gesagt. Der Weg einer Welle ist nicht nur von der Periodendauer sondern auch von der Wellenlänge abhängig.

Ja, und von der Geschwindigkeit. Die Wellenlänge passt sich aber an die jeweilige Geschwindigkeit an, sodass jeder Wellenzug seine Strecke mit derselben Dauer zurücklegt. Deswegen stimmen ja die Perioden der Welle zeitlich überein. Jeder Wellenzug ist nichts anderes als quasi eine Uhr, die mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zwar unterschiedliche Strecken zurücklegt, aber dabei unverändert tickt! Selbstverständlich haben zwei solcher Uhren, wenn sie sich treffen, dieselbe Zeigerstellung. Wenn eine dieser Uhren später gestartet ist, hat sie dennoch dieselbe Zeigerstellung, weil ja auch auf der früher gestarteten inzwischen die Zeit weiter gelaufen ist. Wenn jeder Wellenzug seine Periode gleichzeitig mit den Wellenzügen des anderen Strahls wiederholt, also in denselben Zeitintervallen seine nächste Periode beginnt, stimmen doch alle Perioden jedes Strahls in diesen Intervallen zeitlich überein und natürlich auch zu jedem Zeitpunkt dazwischen! Wenn irgendeiner dieser Zeitpunkte auch mit dem Ort übereinstimmt, kann doch jeder der Wellenzüge, die sich gerade treffen, nur dasselbe tun, also denselben Zustand haben. Sie tun doch alles zu gleichen Zeitpunkten! Das ändert sich ja nicht, bloß weil sie sich treffen. SInd sie am gleichen Ort - ganz egal wie sie dahin gekommen sind - machen sie nach wie vor alles zur gleichen Zeit! Ihre Periodendauern laufen ja synchron vom Start weg! Wenn sich zwei Wellenzüge am gleichen Ort zur gleichen Zeit treffen, ist diese Synchronizität ja immer noch vorhanden. Für beide läuft doch dieselbe Zeit ab!
Du musst diese Synchonizität auf die Situation im MMI übertragen. Zwei Strahlen, die gleichzeitig ihre Perioden aneinanderreihen, kreuzen sich an einem Punkt gleichzeitig! Was wird sein? Auch hier ist ihre zeitliche Synchronizität ja vorhanden! Wenn beide auf ihren Wegen alles gleichzeitig getan haben, dann tun sie es auch am Kreuzungspunkt, weil hier ja dieselbe Zeit vorliegt! Der Zeitpunkt ist doch in diesem Moment bei beiden derselbe. Und sie tun ja zu gleichen Zeitpunkten dasselbe! SIe können sich gar nicht so kreuzen, dass ihr Zustand unterschiedlich wäre, weil der Zeitpunkt übereinstimmt. Und sie waren bis zu diesem Zeitpunkt ja synchron zueinander. Wieso sollten sie es plötzlich nicht mehr sein?
Was fb... von sich gegeben hat, ist bloß ein Beispiel einer Erklärung, die nichts erklärt. Das sind allgemeine Betrachtungen über Wellen und deren Phasenwinkel etc. und es geht auf die Situation im MMI gar nicht ein, denn hier sind die Fakten ja schon gegeben. Dass die Periodendauer konstant ist, liegt ja schon auf dem Tisch. Wir kennen die Geschwindigkeiten, die Wellenlängen und wissen daraus, dass die Perioden den gleichen Takt haben. Sie sind also ohne Zweifel zeitlich synchron. Wenn sie sich kreuzen, kreuzen sie sich entweder beide mit einem Maximum, oder mit einem Minimum oder mit irgendeinem Zustand dazwischen. Weil jeder dieser Zustände zur gleichen Zeit existiert! Und natürlich auch dann, wenn diese gleiche Zeit mit einem gleichen Ort zusammen fällt.
Wer das nicht begreift, braucht Nachhilfe im logischen Denken!

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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mo 2. Mai 2011, 22:33

Harald Maurer hat geschrieben:Wer das nicht begreift, braucht Nachhilfe im logischen Denken!

Nachhilfe braucht der, welcher das einfache Prinzip, welches hier nun schon ellenlang beschrieben wurde, immer mit dem gleichen Irrtum aushebeln möchte. Du siehst einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Sie treffen sich nicht zum gleichen Zeitpunkt Wenn sie es täten, dann wäre ja kein Ätherwind vorhanden. Bei Ätherwind treffen sie sich niemals zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort

Nicht? Wenn sich zwei Wellenzüge treffen, dann ist das nicht der gleiche Zeitpunkt und nicht derselbe Ort? Ist ja verblüffend! Wenn zwei Autos um 15 Uhr auf der Kreuzung zusammenknallen, dann ist es nicht der gleiche Zeitpunkt und derselbe Ort? Da staun' ich aber. Du scheinst immer vom Gedanken erfüllt zu sein, es müssten die Startwellen sein, die einander treffen sollten. Also ich würde schon sagen, dass es dieselbe Zeit und derselbe Ort ist, wenn sich zwei Strahlen an einem Punkt zur gleichen Zeit treffen.

Die Rede ist von gleichzeitig erzeugten Wellen! Und diese gleichzeitig erzeugten Wellen treffen sich nicht am gleichen Ort. Können sie nicht, weil die eine der anderen auf Nimmerwiedersehen wegläuft.

Ich versuchs nochmal mit einem Vergleich. In einem Stadionrunde auf 400m starten auf einer Startziellinie nebeneinander zwei Mannschaften. Eine in rotem und eine im blauen Dress. Jede Mannschaft schickt alle 50s einen Läufer mit gleicher Startnummer los. Die Roten laufen die Runde auf einer hürdenfreien Strecke in 50s, die blauen sind deutlich langsamer auf einer hürdenbewehrten parallelen Strecke mit 100s. Erstmal ist klar, daß gleichzeitig gestartete Läufer am Ziel nicht gleichzeitig eintreffen können. Wie laufen sie nun ein. Nach 50s Rot_1, nach 100s Rot_2/Blau1, nach 150s Rot_3/Blau2, nach 200s Rot_4/Blau3, nach 250s Rot5/Blau4 etc. Das ist eine Phsenversatz am Ziel von konstant einem Läufer.

Irgendwann werden die Hürden auf der blauen Bahn eine nach der anderen allmählich weggeräumt. Die blauen werden schneller und der Versatz an Ziel wird kleiner. Bis nach Abbau aller Hürden am Ziel Rot und Blau nun mit gleicher Starnummer einlaufen.

Irgendwann danach werden allmählich die Hürden auf der roten Bahn aufgebaut. Allmählich treffen die Roten mit gleicher startnummer am Ziel später als die gleichnumerieretn blauen ein. Bis dann nach Aufbau aller Hürden einlaufen 12000s Rot559/Blau600, 12050s Rot600/Blau601 etc. Wieder Phasenversatz ein Läufer, allerdings nun umgekehrt.

Haben nun die Läufer keine Nummern, so ist die Phasenschiebung dennoch feststellbar. Nämlich durch die allmählich Verschiebung der einlaufenden Läufer gegeneinander während des Ab- und Aufbaus der Hürden.

Hoffentlich sind die Hürden nicht zu hoch.

Gruß
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Mo 2. Mai 2011, 22:53

Chief hat geschrieben:Falsch, bei Reflexion an einem Spiegel (an einem optisch dichterem Medium) tritt ein Phasensprung von 180° auf.


Ja, das ist ja bekannt. Das ist bei beiden Strahlen der Fall, und schon vor hundert Beiträgen hatten wir (jedenfalls Ernst und ich) uns darauf geeinigt, dass die Phasensprünge deshalb irrelevant sind.

Aber das ist alles gar nicht so wichtig, wie die synchrone Periodendauer!

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