Hannes hat geschrieben:Begriffliche Inhalte sind schon ganz nützlich. Weiß doch dann jeder, wovon der andere dann spricht. Mit dem Begriff Trägheitskraft wird schlampig umgegangen. Scheinkraft ist da schon eindeutiger.
Aber um Begriffe geht es ja primär gar nicht.
Es geht darum, auch in komplexeren beschleunigten Bezugssystemen Relativbewegungen mathematisch exakt zu berechnen
Die Misere dürfte ihren Ursprung in der Kinematik der SRT haben,wo mit kräftefreien, gleichförmigen Bewegungen hantiert wird. Und solche Bewegungen gibt es nicht.Jede Bewegung muss von irgendeiner Kraft angestoßen werden und trägt dann die aufgenommene Energie als "Scheinkraft" mit sich.
Solche Überlegungen hatte ich auch vor vielen Jahren, als ich noch kaum was wußte über die SRT und mir nur allein Gedanken darüber gemacht habe (heute verdanke ich den Kritikern eine ganze Menge Wissen darüber, dafür danke ich Euch allen

). Ich dachte mir auch, es kann doch keine unbeschleunigte Bewegung geben: Damit ein Objekt von der Geschwindigkeit 0 (Ruhezustand) auf die Geschwindigkeit x (Bewegungszustand) kommt, muss es zwangsläufig beschleugnigt und einer Kraft ausgesetzt werden, von nichts kommt nichts. Den Zeitpunkt, wo diese Kraft aufhört auf das Objekt einzuwirken kann man von außen nicht erkennen, wenn man die Geschwindigkeit eines Objekts von A nach B misst, man kann es nur in wenigen Fällen wissen, nur bei Maschinen, zum Beispiel wenn ich im Auto sitze und von der Gaspedale runterkomme, sonst kann man in der Natur nicht erkennen, wann eine Kraft aufhört, eine Bewegung anzutreiben. Ich dachte damals nur "
dynamisch" ohne es zu wissen, das ist auch das häufigste Denken von Physiklaien bei Bewegungen im Physikalltag.
Natürlich habe ich auch relative Bewegungen spontan verstanden (obwohl ich damals auch nicht von "
Kinematik" etwas gehört hatte), wenn man zum Beispiel die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Autos berechnet, die sich entgegen fahren, ich habe mir jedoch über den prinzipiellen Unterschied zwischen den beiden Arten von Betrachtungen, der dynamischen und der kinematischen, keine Gedanken gemacht, weil man eben auch spontan die beiden Arten von Geschwindigkeiten einfach so versteht.
Und, wie Du sagst, "
Die Misere dürfte ihren Ursprung in der Kinematik der SRT haben,wo mit kräftefreien, gleichförmigen Bewegungen hantiert wird." Genau da liegt auch meiner Meinung nach die Misere: Einstein hat seine Postulate einzig für die kinematische Betrachtung von Bewegungen aufgestellt (Relativbewegungen zwischen zwei Objekten) und hat sie jedoch in seiner Theorie stillschweigend für eine dynamische Betrachtung angewandt. Einstein schwamm offensichtlich bei dem Verständnis der beiden Betrachtungen "
Kinematik" und "
Dynamik" und war unfähig, sie auseinanderzuhalten, wie auch alle Relativisten.
Dabei existieren in der klassischen Physik ganz eindeutig zwei getrennte Betrachtungen von Geschwindigkeiten, die sich deutlich unterscheiden und die man gedanklich nicht vermischen darf:
Wikipedia:
Die Kinematik ist die Lehre der Bewegung von Punkten und Körpern im Raum, ohne die Ursachen einer Bewegung (Kräfte) zu betrachten.
Ihr Gegenstück ist die Dynamik, die sich mit der Bewegung von Körpern unter Einwirkung von Kräften beschäftigt.
[Hervorhebung durch Lopez]
Als Physiklaie habe ich nie Probleme gehabt, diese beiden Betrachtungen auseinanderzuhalten, das ist für Physiklaien ganz einfach (man kennt nur die Begriffe "
Kinematik" und "
Dynamik" nicht):
- Wenn zum Beispiel auf einer Teststrecke die Beschleunigung eines Autos von 0 auf 100 km/h gemessen wird, dann ist es eine dynamische Betrachtung und man ist daran interessiert, die Kräfte zu untersuchen und zu berücksichtigen, die diese Geschwindigkeit zustande kommen lassen (Motorkraft, Reibungskräfte). Die dynamische Betrachtung ist dabei sinnvoll, sie ist sogar hier der Sinn der Sache bei der Messung der Geschwindigkeit.
- Wenn man jedoch auf der Autobahn die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Autos misst, die sich entgegen kommen, spielen die Kräfte gar keine Rolle, egal ob die Fahrer dabei den Fuß auf der Gaspedale ständig hatten oder auch nicht, das interessiert nicht. Einzig interessiert hier die Relativgeschwindigkeit zwischen den beiden, egal wie sie zustande kommt, egal ob die Objekte beschleunigt sind oder auch nicht.
Den prinzipiellen Unterschied zwischen dynamischer und kinematischer Betrachtung bei der Berechnung einer Geschwindigkeit versteht ein Physiklaie spontan, ohne die Begriffe zu kennen und ohne sich dabei Gedanken machen zu müssen. Die Misere ist nur, dass Einstein und die Relativisten es nicht verstehen...

In diesem Sinne bedanke ich mich noch einmal hier recht herzlich bei allen Kritikern, die mir geholfen haben, die SRT zu verstehen und als unsinnig zu erkennen.

Und ich wünsche auch allen Teilnehmern und Lesern des MAHAG-Forums eine schöne Weihnachtzeit und alles Gutes für das neue Jahr.
Jocelyne Lopez