Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Harald Maurer » Do 14. Okt 2010, 14:32

Artie hat geschrieben:Wie wird den festgestellt, das die Uhren *faktisch* schneller gehen?
Etwa durch eine Messung (Beurteilung) von den Bodenstationen aus?


Nein, nicht vom Boden aus. Die Satelliten werden auch zur Verbreitung der Zeitnormale (TAI bzw. UTC) benutzt. Dadurch liegen praktisch beide Zeiten vor, die UTC und die Zeitangaben der Satellitenuhren, die von der UTC bereits erheblich abweichen. Aus der Differenz der beiden Zeitwerte wird unter anderem auch das Korrekturpolynom ermittelt, mit welchem die GPS-Uhren korrigiert werden müssen. Der unmittelbare Vergleich der verbreiteten UTC mit den Werten der GPS-Uhren zeigt, dass die am Boden vorgenommene Frequenzverstimmung weitgehend kompensiert ist durch den konkret schnelleren Gang der Uhren! Natürlich nicht ganz exakt, denn da spielen noch Uhrenfehler mit. Die korrigierte Zeitangabe (UTC-Atomzeit plus/minus des Korrekturpolynoms, das aus verschiedensten Fehlern und dem vergangenen Uhrverhalten modelliert wird) ergibt dann erst die "GPS-Zeit". Auch wenn also der schnellere Gang der Atomuhren die prophylaktische Frequenzverstimmung kompensiert, müssen die Zeitwerte laufend korrigiert werden. Die Korrekturwerte werden kontinuierlich im Almanach zu den jeweiligen Empfängern gesendet.

Artie hat geschrieben:Auch Nett, das Pound & Rebka nach Einsteins Vorhersagen rechnen.


Taten sie nicht. Sie rechneten mit Newton. Das ergibt dasselbe wie mit der ART.

Artie hat geschrieben:Wie kommst du darauf, das die *Gangänderung* jetzt konkret ist?


Weil sie es ist - und sich das leicht feststellen lässt - wie oben beschrieben. Der schnellere Gang wird bloß irrtümlich für eine Bestätigung der ART gehalten. Dieser Irrtum wird auch damit zementiert, dass man den ZD-Effekt der SRT gegenrechnet. Aber auch dieser ist nur relativ - und der Witz an der Sache ist, dass man einen Relativeffekt vom Absoluteffekt abzieht. Zum Glück ist die Pseudorange-Methode so raffiniert, dass es völlig egal ist, ob die RT existieren oder nicht, ja sogar ein Äther wäre völlig ohne Einfluss. Die Methode wurde ja in Hinsicht auf die Korrektur von Fehlern entwickelt, die allesamt wesentlich größer als jene sind, die von der RT verursacht würden.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Ernst » Do 14. Okt 2010, 14:40

Gerhard Kemme hat geschrieben: Wenn jetzt die Menge der Reellen Zahlen beschrieben wird, die nicht nur aus unendlich vielen Zahlen bestehen soll, sondern die auch zwischen zwei Zahlen wiederum unendlich viele Zahlen haben soll, d.h. es ist beliebig in wievielen Stellen zwei Reelle Zahlen übereinstimmen - immer sollen zwischen diesen beiden Zahlen noch unendlich andere Zahlen liegen, d.h. so locker hingeschrieben, wäre die Mächtigkeit von IR: unendlich^unendlich. Allerdings sind solche Mächtigkeiten ohne Realitätsbezug, d.h. pur, unbegründet ausgedacht. An dieser Stelle sollte dann nicht das große Ohweh mit Streiterei kommen, sondern es soll darauf verwiesen werden, dass es sich bei den Zahlenmengen um Modelle der Realität handelt und man somit keine grenzenlose Richtigkeit erwarten darf.

Die theoretische Mathematik ist die reine Lehre von den Zahlen. Da existiert kein "Realitätsbezug". Und zahlentheoretisch ist es selbstverständlich, daß zwischen zwei beliebigen Zahlen unendlich viele weitere Zahlen liegen. Das ist schon deshalb logisch, weil die Anzahl der Nachkommastellen unendlich groß sein kann. Unendlich!

Gruß
Ernst
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Ernst » Do 14. Okt 2010, 14:45

Harald Maurer hat geschrieben: Die Drift eines Satellitensignals würde im Fall eines senkrecht dazu wehenden Ätherwinds von etwa 300 km/s zu einer Laufzeitverlängerung führen, die zú einer Falscheinschätzung der Satellitenhöhe von rund 10 m führt.

Bei einem Ätherwind von 300km/s und einer Satellitenhöhe von 20000 km beträgt die Fehleinschätzung der Satellitenhöhe 20 km.

Gruß
Ernst
Zuletzt geändert von Ernst am Do 14. Okt 2010, 16:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » Do 14. Okt 2010, 16:35

Hallo Ernst !

Bei einem Ätherwind von 300km und einer Satellitenhöhe von 20000 km beträgt die Fehleinschätzung der Satellitenhöhe 20 km.


Aufgrund welcher Berechnung kommst du auf 20 km ?

mfg Hannes
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Harald Maurer » Do 14. Okt 2010, 17:04

Hannes hat geschrieben:Aufgrund welcher Berechnung kommst du auf 20 km ?


Ernst hat schon richtig gerechnet - aber für den Fall, dass das Sarellitensignal und der Ätherwind dieselbe Richtung haben (C+/-v)! Ich schrieb aber, "im Fall eines senkrecht dazu wehenden Ätherwinds ". Diese höchstmögliche Fehleinschätzung (20 km) der Satellitenhöhe bzw. eine Dfferenz der Signallaufzeit Laufzeit im Mikrosekundenbereich ist noch immer nicht störend, da sich die Veränderung des maßgeblichen Areals immer noch in Grenzen hält (im Extremfall ein Tausendstel des jeweiligen Durchmessers). Mit Fehlern in dieser Größenordnung wird aber ohnehin gerechnet, da das Pseudorange-Verfahren von vornherein ungenau ist und das Endresultat aus der Mathematik kommt. Außerdem muss - insbesonders wegen der dreidimensionalen Höhenmessung, ein 4. Satellit eingesetzt werden. Gute Empfänger werten sogar meist die Signale von 8 Satelliten aus. Wie man trotz all dieser Pseudostrecken und Pseudozeiten auf recht genaue Positionen (+-4 m) kommt, werde ich demnächst auf meiner Homepage schildern.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Ernst » Do 14. Okt 2010, 17:11

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Hannes hat geschrieben: Aufgrund welcher Berechnung kommst du auf 20 km ?


delta_h = h_sat * v_äther/c = 20000 * 300/300000 = 20 km

Gruß
Ernst
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » Do 14. Okt 2010, 17:23

Hallo Harald !

Ernst hat schon richtig gerechnet - aber für den Fall, dass das Sarellitensignal und der Ätherwind dieselbe Richtung haben (C+/-v)! Ich schrieb aber, "im Fall eines senkrecht dazu wehenden Ätherwinds ".


Habe ich verstanden.
Da man annimmt, dass ein nicht zu geringer Aetherwind in Richtung Sternbild Löwe
existiert, (Jupiterexperiment), müsste dieser auch bemerkbar sein,
wenn sich ein Satellit genau in Richtung Sternbild Löwe befindet.
Kann man dazu etwas sagen ?

Hannes
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon galactic32 » Do 14. Okt 2010, 18:07

Hannes hat geschrieben:Da man annimmt, dass ein nicht zu geringer Aetherwind in Richtung Sternbild Löwe existiert, (Jupiterexperiment), müsste dieser auch bemerkbar sein,

Das ist ja genau der springende Punkt.
Technisch braucht so ein Wind des Medium's nicht so einfach zu bemerken sein.
Dieser maximale absolute „Fehler“ den Ernst so völlig unkommentiert anbringt spielt bestenfalls bei komplexeren aufwändigeren Meßverfahren eine Rolle.
Für Einsteiger ist mit diesem „Fehler“ gar nichts vernünftig geklärt.
Vielleicht sollte man sich erst mal klar machen, daß „die“ technische Höhe des Satelliten, der LaufZeitDifferenz gleich wäre.
Dann muß auch noch präzise der LichtLeitWert also die LichtGeschwindigkeit unterwegs absolut konstant angenommen werden!(Zumindest im LuftFreien Raum).
Erst aus entsprechenden GegenMeßungen würden sich bei genügendem Geschick sinnvolle Aussagen zur ÄtherWindDrift ergeben.

Und die UmlaufBahn der Satelliten müsste perfekt bekannt sein, und es ist leicht zu erahnen, daß die „Flug“-Körper keine perfekten Kreise oder Eillipsen vollziehen.
Wären mal ein paar Schätzungen anzugeben allein um wieviel Kilometer Abweichung ein VenusTransit oder der Mond beim vorbeiziehen auf den "Orbit" verursacht!

So weit mal Gruß
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Harald Maurer » Do 14. Okt 2010, 20:06

Hannes hat geschrieben:Da man annimmt, dass ein nicht zu geringer Aetherwind in Richtung Sternbild Löwe
existiert, (Jupiterexperiment), müsste dieser auch bemerkbar sein,


Ja, aber nur mit einem eigenen, darauf abzielenden Experiment! Nicht mit dem GPS. Das liegt daran, dass die Laufzeit gar nicht genau gemessen werden kann. So sind die Satellitenuhren nur im Bereich von +- 1 ms mit der Systemzeit synchron. Da Satelliten- und Empfangsuhr ausserdem nicht wirklich übereinstimmen und die Geschwindigkeit des Signals aufgrund unterschiedlichster Effekte nicht gleich der Lichtgeschwindigkeit ist, bildet das Produkt aus T c nur die Pseudoentfernung ab. Differenzen im Bereich von µs werden daher nicht direkt gemessen, sondern iterativ ermittelt. Der Code, dessen Verschiebungsschritte (Korrelation) die Entfernung anzeigen sollen, ist aber selbst schon 300 km lang und man kann deshalb die Gesamtstrecke gar nicht ausmessen, sondern geht von einer Grundentfernung aus 7 ms aus (Mindestentfernung), die dem Ergebnis aus den Iterationsschritten hinzu gerechnet wird. Das ermöglicht eine Genauigkeit der Positionsbestimmung nur im Bereich von 10 bis 15 Metern. Eine Reduzierung dieses Meßfehlers wird dann im Empfänger mittels statistischer Methoden vorgenommen. Wie gesagt, ist +- 4 m als Ergebnis das Höchste der Gefühle. Noch genauere Werte erzielt man mit dem DGPS, in welchem eine Referenzstation, deren Standort genau bekannt ist, zwecks Korrektur hinzugenommen wird. Auch hier wird keine genaue Entfernungsmessung zum Satelliten im µs-Bereich durchgeführt. Das wäre aber notwendig, wäre die Feststellung einer Ätherdrift das Ziel!

Ohne all die Korrekturmaßnahmen und Fehlermodellierungen hätte das GPS nur eine Genauigkeit im Bereich von 50 bis 100 Metern. Die zugrunde gelegte Entfernungsmessung zum Satelliten ist deshalb nie genau genug, um Höhendifferenzen aufzuzeigen. Daher auch die Bezeichnung Pseudorange. Eine allfällige Höhendifferenz, aus welchem Grunde auch immer, geht in diesem Verfahren einfach unter.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » Do 14. Okt 2010, 20:43

Hallo Harald !

Da man annimmt, dass ein nicht zu geringer Aetherwind in Richtung Sternbild Löwe existiert, (Jupiterexperiment), müsste dieser auch bemerkbar sein,
Ja, aber nur mit einem eigenen, darauf abzielenden Experiment! Nicht mit dem GPS. Das liegt daran, dass die Laufzeit gar nicht genau gemessen werden kann.


Da die maßgebenden offiziellen Stellen auch nicht sonderlich an einem
die SRT widerlegenden Experiment interessiert sein dürften, wird es wohl
schon aus finanziellen Gründen ein solches nicht geben.
Es bleibt nur mehr die bescheidene Frage, ob es zumindest Hinweise auf eine Meßbarkeit des Aetherwindes im Zusammenhang mit Satelliten gibt.

Mit Gruß
Hannes
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