Ralf Maeder hat geschrieben:Ich habe heute folgendes Email an den Autoren des Buches geschickt:
"Sehr geehrter Herr Bührke,
seit ein paar Monaten interessiere ich mich für die Spezielle Relativitätstheorie und habe dazu ihr Buch "E = mc2 Einführung in die Relativitätstheorie" angeschafft.
In der 8. Auflage April 2010 auf Seite 31 schildern sie "Einsteins Zugparadoxon" und kommen zu dem Schluss, dass der fahrende Schaffner die beiden eingeschlagenen Blitze nicht gleichzeitig wahrnimmt, sondern behaupten muss, dass der vorn eingeschlagene Blitz zuerst stattgefunden und der am Zugende eingeschlagene danach.
Nun bereitet mir ihre Schlussfolgerung Schwierigkeiten. Das Licht der beiden Blitze sollte sich wegen der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit auch im fahrenden Zug mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten und infolgedessen sollte der fahrende Schaffner in seinem Inertialsystem die beiden Blitze ebenfalls gleichzeitig wahrnehmen.
Aus welchem Grund sollte es laut ihrem dargestellten Zugbeispiel dazu kommen können, dass der bewegte Schaffner den einen Blitz als früher und den anderen als später eingeschlagen wahrnimmt oder misst? Gilt die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit nicht ebenso für sein Intertialsystem? Wird von ihren die Geschwindigkeit des Zuges zur Lichtgeschwindigkeit hinzuaddiert?
Über eine Hilfestellung, die mich dazu bringt, meine Zweifel aus dem Weg zu räumen und den einfachen Sachverhalt gebührend zu verstehen, würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüssen
Ralf Maeder"
Aus urheberrechtlichen Gruenden scheue ich davor, hier die eingescannte Buchseite hinzuzufuegen.
Deshalb hier ein link zum Buch, wo ihr bitte die Seite 31 zu Rate ziehen koennt.
http://bookview.libreka.de/retailer/urlResolver.do?id=9783423330411&retid=100024#X2ludGVybmFsX0ZsYXNoRmlkZWxpdHk/eG1saWQ9OTc4MzQyMzMzMDQxMSUyRkZDJmltYWdlcGFnZT0mX19zdGI9U3VjaHRleHQ=
Ueber eine wie auch immer geartete Antwort werde ich euch berichten.
Gruss Ralf
Hier nun die Anwort vom Autoren:
"Lieber Herr Maeder,
Sie haben völlig Recht: Das Licht der beiden Blitze breitet sich wegen der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit auch entlang des fahrenden Zuges relativ zum Schaffner mit Lichtgeschwindigkeit aus. Das ändert aber nichts daran, dass sich der Schaffner in dem Zeitraum zwischen dem Aussenden der beiden Lichtblitze und dem Eintreffen beim ihm eine gewisse Zeitspanne vergeht, während der er sich auf den einen Lichtblitz zu und vom anderen fortbewegt. Deswegen treffen die beiden Lichtblitze nicht gleichzeit bei ihm ein. Stellen sie sich das Experiment im Weltraum vor, wo die Lichtblitze von zwei Sternen ausgesandt werden, die Lichtjahre voneinander entfernt sind. In diesem Fall wird sich ein Beobachter mehrere Jahre vom einen Stern weg und auf den anderen zu bewegen, bevor die Blitze bei ihm eintreffen.
Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.
MIt freundlichem Gruß,
Thomas Bührke."
Hier braucht jemand professionelle Hilfe, ich weiss nur nicht ob ich es bin oder Herr Buehrke?
Nachtrag: Wird hier etwa die sogenannte Abstandsveraenderung, die von Luebbecker erwaehnt wurde, von Buehrke zu Hilfe genommen um das ungleichzeitige Eintreffen der beiden Blitze zu erklaeren? Wenn ja, wieso wurde das nicht von uns beim Zugbeispiel erkannt?
Bin mal gespannt auf eure Meinung.
Gruss Ralf.
