Laserpistolen im Weltall

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Harald Maurer » Di 7. Jun 2011, 22:52

contravariant hat geschrieben:Man muss also aus dem CMBSystem in das Laserpistolensystem wechseln. Durch die Transformation der Geschwindigkeit des Messobjektes in das Laserpistolensystem bekommt man dann die Relativistische Geschwindigkeitsaddition und deshalb misst die Laserpistole auch keine 500000km/s, sondern 299xxxkm/s.


Das wäre ein großes Wunder, denn die LT transformiert lediglich die Koordinaten und nicht die gegebenen Verhältnisse oder Ereignisse. Wie sollte eine Koordinatentransformation eine Relativgeschwindigkeit, die sich auf die konstante LG bezieht (mit der wird sie ja gemessen) verändern können?
Und wieso setzt man in die Gleichungen der SRT für "v" die klassische Relativgeschwindigkeit ein, wenn sie naturgegeben gar nicht in dieser Größe existiert? Und wie würde man diese eigentlich nicht existierende Relativgeschwindigkeit messen, um sie in der Folge in die Gleichungen der SRT einsetzen zu können? Was existiert naturgegeben und was folgt bloß aus einer Koordinatentransformation?
Interessante Fragen, nicht?

Grüße
Harald Maurer
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Harald Maurer » Mi 8. Jun 2011, 08:21

Veritatibus hat geschrieben:Einige scheinen hier wirklich zu glauben, dass in allen gleichförmig gegeneinander bewegten Systemen durchweg die gleichen Naturgesetze gelten müssen. Liegt so ein Glaube in einer gewissen Naivität begründet? Oder ist das Wunschdenken?

Dieser "Glaube" liegt nicht hier vor, sondern ist allgemein eine Forderung aus dem Relativitätsprinzip!
Einstein:
„Die Gesetze, nach denen sich die Zustände der physikalischen Systeme ändern, sind unabhängig davon, auf welches von zwei relativ zueinander in gleichförmiger Translationsbewegung befindlichen Koordinatensystemen diese Zustandsänderungen bezogen werden.“
Poincaré:
„Das Prinzip der Relativität, nach dem die Gesetze der physikalischen Vorgänge für einen feststehenden Beobachter die gleichen sein sollen, wie für einen in gleichförmiger Translation fortbewegten, so dass wir gar keine Mittel haben oder haben können, zu unterscheiden, ob wir in einer derartigen Bewegung begriffen sind oder nicht.“
Wikipedia:
Das Relativitätsprinzip der Bewegung ist ein Grundpfeiler der modernen Physik. Es besagt, dass unabhängig vom Bewegungszustand die Naturgesetze für alle Beobachter dieselbe Form haben.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 8. Jun 2011, 10:36

Veritatibus hat geschrieben:Einige scheinen hier wirklich zu glauben, dass in allen gleichförmig gegeneinander bewegten Systemen durchweg die gleichen Naturgesetze gelten müssen. Liegt so ein Glaube in einer gewissen Naivität begründet? Oder ist das Wunschdenken?

Nix mit glauben. Das Relativitätsprinzip ist gleichsam ein Axiom der Physik. Zur Einhaltung dieses Prinzips auch für die Maxwellgleichungen ist die SRT entstanden.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 8. Jun 2011, 10:52

Harald Maurer hat geschrieben: Die Relativgeschwindigkeit kann nur im Bezugssystem der Laserpistole gemessen werden. Und da wird stets nur das klassische Ergebnis mit 500000 km/s herauskommen,

Prinzipiell richtig. Aber wo keine 500000km/s sind, kann sie nicht gemessen werden. Und nach SRT kann solche Geschwindigkeit im IS Laser nicht sein.

Im diskutierten Fall, wo in einem anderen IS sich zwei Objekte mit 250000km/s gegeneinander bewegen, ist laut SRT tatsächlich im IS der Laserpistole die Relativgeschwindigkeit eben nicht 500000km/s sondern 295082km/s. Das ist die Realität im IS Laserpistole und diese reale Geschwindigkeit wird sie daher auch messen.

Es geht aber gar nicht darum, was ein anderes Bezugssystem zeigt, sondern es wird die reale Relativgeschwindigkeit im BS Laserpistole gemessen. Unabhängig von jeder Theorie.
Würde sie irgendwann v>c messen, wäre die SRT im Eimer.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon contravariant » Mi 8. Jun 2011, 18:08

Ernst hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben: Die Relativgeschwindigkeit kann nur im Bezugssystem der Laserpistole gemessen werden. Und da wird stets nur das klassische Ergebnis mit 500000 km/s herauskommen,

Prinzipiell richtig. Aber wo keine 500000km/s sind, kann sie nicht gemessen werden. Und nach SRT kann solche Geschwindigkeit im IS Laser nicht sein.

Im diskutierten Fall, wo in einem anderen IS sich zwei Objekte mit 250000km/s gegeneinander bewegen, ist laut SRT tatsächlich im IS der Laserpistole die Relativgeschwindigkeit eben nicht 500000km/s sondern 295082km/s. Das ist die Realität im IS Laserpistole und diese reale Geschwindigkeit wird sie daher auch messen.

Es geht aber gar nicht darum, was ein anderes Bezugssystem zeigt, sondern es wird die reale Relativgeschwindigkeit im BS Laserpistole gemessen. Unabhängig von jeder Theorie.
Würde sie irgendwann v>c messen, wäre die SRT im Eimer.

Gruß
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Danke, genau das wollte ich auch sagen. Vielleicht glauben sie dir ja eher als mir...
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Kurt » Mi 8. Jun 2011, 18:53

Harald Maurer hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Du grenzt den Einsatzbereich der Pistole auf ganz bestimmte Umstände ein.
Damit kannst du aber keine Differenzgeschwindigkeiten, so wie du es hier machst, erfassen.
Denn da sind die für eine brauchbare Messaussage zugrunde gelegten Umstände nicht sicher vorhanden.
Also ist die Messung unsicher und somit unbrauchbar.


Sag das mal dem Polizisten, der gerade mit seiner Laserpistole Deine Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit festgestellt hat! ;)


Der kriegt mich nicht weil ich so schnell fahre dass er mit der Messerei nicht nachkommt.

Harald Maurer hat geschrieben:Da wird kein Einsatzbereich der Pistole eingegrenzt. Der Einsatzbereich ist ihr Bezugssystem, nichts sonst, und da misst man Relativgeschwindigkeiten in Bezug zur Pistole, nichts sonst.


Die Pistiole kann nur das/so messen was sie -einprogrammiert- hat.
Und dabei werden ganz bestimmte Umstände vorausgesetzt.
Und diese Umstände verändern sich sobald die Pistole bewegt ist.

Harald Maurer hat geschrieben:Es gibt keine brauchbaren oder unbrauchbaren Umstände, sondern es gibt eine Laserpistole, ein anvisiertes bewegtes Objekt und die Lichtgeschwindigkeit dazwischen. Und das Objekt hat eine Relativgeschwindigkeit zur Pistole, völlig egal, wie sich diese Relativgeschwindigkeit ergibt. Steht die Pistole am Straßenrand und das Auto fährt mit 100 km/h davon, so wird dies gemessen. Fährt die Pistole im Polizeiauto mit 50 km/h und das Auto mit 150 km/h davon, wird ebenfalls 100 km/h gemessen. Steht die Pistole am Straßenrand und das Auto nähert sich mit 100 km/h, so wird das gemessen, bewegen sich Pistole und Auto mit jeweils 50 km/h aufeinander zu, wird ebenfalls 100 km/h gemessen usw.


Und das ist einfach nur falsch.
Es gibt nur einen einzigen Umstand bei dem die Pistole -richtig- misst.
Das ist der in dem sie für die Messung -präpariert- worden ist.
Jeder andere Umstand ergibt eine Fehlmessung.

Sie misst nur dann richtig wenn:

- sie zum Medium ruht
- das Medium die Weiterleitgeschwindigkeit hat/bietet die in der Pistole hinterlegt ist.
- die verwendtete Uhr ausreichend -richtig- tickt.

Jeder andere Umstand ergibt eine Fehlmessung.

Gruss Kurt
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 8. Jun 2011, 21:21

Kurt hat geschrieben:Und das ist einfach nur falsch.
Es gibt nur einen einzigen Umstand bei dem die Pistole -richtig- misst.
Das ist der in dem sie für die Messung -präpariert- worden ist.
Jeder andere Umstand ergibt eine Fehlmessung.

Du meinst das richtige. Ich hatte das ja schon beschrieben.
Die Laserpistole mißt erstmal nur Laufzeiten. Die sind immer richtig. Aus den Laufzeiten berechnet sie mit einem "eingebauten Programm" die Geschwindigkeit.
Das tatsächlich eingebaute Programm berechnet aus den gemessenen Laufzeiten die Geschwindigkeit mit dem Rechenalgorithmus für SRT, Newton, und zum Laser ruhenden Äther. Dafür ist der Algorithmus identisch. Wäre da eine Bewegung der Laserpistole im Äther, dann würde da eine falsche Geschwindigkeit berechnet. In diesem Fall müßte eine anderes Rechenprogramm eingebaut werden.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Kurt » Mi 8. Jun 2011, 22:30

Ernst hat geschrieben:Die Laserpistole mißt erstmal nur Laufzeiten. Die sind immer richtig.


Ausgehend von

- Uhr ist OK
- Signalerfassung ist OK

ergibt sich eine Laufzeit des Signals.
Erst wenn eine Differenz von zwei Laufzeiten vorliegt, die Wartezeit zwischen den Messungen bekannt/OK ist, liegt eine zu verrechnende Zahl vor.

Diese nun mit einer -vermeintlichen- Ausbreitungsgeschwindigkeit, der Signalleitgeschwindigkeit im Medium, verrechnet/ins Verhältnis gesetzt, ergibt den gewünschten/gesuchten Wert des "Geprüften".

Dieser Wert kann nur stimmen wenn neben der fehlerfreien Erfassung der Differenzzeit auch noch sichergestellt ist dass die angenommene Weiterleitgeschwindigkeit im Medium tatsächlich vorhanden war.
Und zwar in Bezug zur Messeinrichtung selber.

Wenn nun die Messeinrichtung bewegt ist, und zwar gegen das Medium, dann entsteht ein Messfehler.
Denn die ermessenen Laufzeiten stimmen nicht mehr mit den angenommenen Umständen überein.
Somit ergibt sich ein falsches Ergebnis.

Da es sich um eine Zweiwegmessung handelt ergibt sich grundsätzlich eine längere Signallaufdauer wenn die Signalquelle/Senke gegen das Medium bewegt war.
Das ergibt einen Fehler in der Differenzerfassung (Delta der beiden Laufzeiten) und somit in der anschliessenden Auswertung und Umrechnung auf die Geschwindikeit des "Probanten".

Der Fehler der längeren Signallaufzeit aufgrund der bewegten Messeinrichtung ist zwar in beiden Messungen vorhanden, kompensiert sich jedoch nicht aus weil die Messungen unterschiedlich lange dauern.
Einzig wenn der "Prüfling" sich mit gleicher Geschwindigkeit in der gleichen Richtung bewegt(e) ergibt sich ein richtiges Ergebnis.
In allen anderen Fällen nicht.

Um das zu berücksichtigen ist die vorhandene Differenzgeschwindigkeit zu kennen und in die Verrechnung einzubeziehen.
Es reicht nicht aus einfach den Differenzwert vom gemessenem Wert abzuziehen/hinzuzurechnen, denn es liegt ein grundsätzlich falsches Ergebnis vor dass damit nicht korrigierbar ist.

Gruss Kurt
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Do 9. Jun 2011, 13:46

Kurt hat geschrieben: Einzig wenn der "Prüfling" sich mit gleicher Geschwindigkeit in der gleichen Richtung bewegt(e) ergibt sich ein richtiges Ergebnis.

Auch dann nicht. Der klassisch in der Laserpistole verwendete Algorithmus zur Berechnung der Prüflingsgeschwindigkeit aus den Laufzeiten versagt bei Messungen im klassischen Äther. Die Konfiguration erinnert ja dann an die Verhältnisse bei MM. Ein Polizeilaser im Äther müßte den (erweiterten) Meßmodus des MM verwenden.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Kurt » Do 9. Jun 2011, 16:37

Ernst hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben: Einzig wenn der "Prüfling" sich mit gleicher Geschwindigkeit in der gleichen Richtung bewegt(e) ergibt sich ein richtiges Ergebnis.

Auch dann nicht. Der klassisch in der Laserpistole verwendete Algorithmus zur Berechnung der Prüflingsgeschwindigkeit aus den Laufzeiten versagt bei Messungen im klassischen Äther. Die Konfiguration erinnert ja dann an die Verhältnisse bei MM. Ein Polizeilaser im Äther müßte den (erweiterten) Meßmodus des MM verwenden.


Hallo Ernst, ich sehe jetzt nicht wo sich ein Widerspruch zu meinem Satz ergeben könnte.
Die Laser-Pistole missts nicht anders als eine die mit Schall misst.
Sie geht von einem Medium aus, auch wenn das nirgends geschrieben steht, denn anders ist eine Signalübertragung nicht möglich.
Wenn sich die Pistole und der Prüfling gleich im Medium bewegen gibts keinen Messfehler.
Man kann es auch so formulieren: Tritt Doppler auf wenn die Pistole bewegt ist ist die Messung falsch.
Wenn in Bewegung gemessen wird herrschen/entstehen die gleichen Umstände wie im MM-Arm.
Die Laufdauern sind länger.
Ist aber ohne Bedeutung wenn beide Messungen identisch sind, also gleichen Wert (kein Doppler) ergeben, also Null Differenz.


Gruss Kurt
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