Kurt hat geschrieben:Du grenzt den Einsatzbereich der Pistole auf ganz bestimmte Umstände ein.
Damit kannst du aber keine Differenzgeschwindigkeiten, so wie du es hier machst, erfassen.
Denn da sind die für eine brauchbare Messaussage zugrunde gelegten Umstände nicht sicher vorhanden.
Also ist die Messung unsicher und somit unbrauchbar.
Sag das mal dem Polizisten, der gerade mit seiner Laserpistole Deine Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit festgestellt hat!
Da wird kein Einsatzbereich der Pistole eingegrenzt. Der Einsatzbereich ist ihr Bezugssystem, nichts sonst, und da misst man Relativgeschwindigkeiten in Bezug zur Pistole, nichts sonst. Es gibt keine brauchbaren oder unbrauchbaren Umstände, sondern es gibt eine Laserpistole, ein anvisiertes bewegtes Objekt und die Lichtgeschwindigkeit dazwischen. Und das Objekt hat
eine Relativgeschwindigkeit zur Pistole, völlig egal, wie sich diese Relativgeschwindigkeit ergibt. Steht die Pistole am Straßenrand und das Auto fährt mit 100 km/h davon, so wird dies gemessen. Fährt die Pistole im Polizeiauto mit 50 km/h und das Auto mit 150 km/h davon, wird ebenfalls 100 km/h gemessen. Steht die Pistole am Straßenrand und das Auto nähert sich mit 100 km/h, so wird das gemessen, bewegen sich Pistole und Auto mit jeweils 50 km/h aufeinander zu, wird ebenfalls 100 km/h gemessen usw. Die Umstände spielen keine Rolle - es zählt immer nur die Relativgeschwindigkeit. Und die misst die Laserpistole stets bezogen auf sich selbst unter der Voraussetzung, dass die LG in ihrem Bezugssystem c=const ist! Ob sie sich samt ihrem Bezugssystem bezogen auf ein anderes Koordinatensystem bewegt, ist irrelevant. Daher ist die Konstruktion eines Beispiels mit Pistole und Objekt, die sich beide bewegen, verfehlt, denn besonders im Sinne der SRT befindet sich die Pistole (Beobachter!) stets im Ruhesystem. Den vielstrapazierten "bewegten Beobachter" gibt es in der SRT gar nicht!
Konstruiert man ein Beispiel mit zwei Objekten, die sich bezogen auf den CMB jeweils mit 250000 km/s aufeinander zu bewegen, um daraus das rel. Additionsergebnis zu erhalten, muss sofort einleuchten, dass das eine falsche Vorgangsweise ist, denn bezogen auf ein anderes relativ zu beiden bewegtes Bezugssystem, aus dem die Situation beurteilt wird, sind die Geschwindigkeiten ja andere. Aus einem mit 40 km/s vorbeibewegten Bezugssystem beurteilt, haben die beiden Objekte nicht jeweils 250000 km/s zueinander, sondern 210000 km/s gegen 290000 km/s! Würden aus diesem vorbeibewegten Bezugsystem die Geschwindigkeiten relativistisch addiert, ergäbe sich die Relativgeschwindigkeit mit 298044,1358 km/s und nicht mit 294914,56 km/s, wie sie sich bezogen auf den CMB ergeben würde. Die Relativgeschwindigkeit ist aber in beiden Fällen 500000 km/s. Wieso sollte das rel. Messergebnis unterschiedlich ausfallen, je nachdem, in welchem Bezugssystem die Geschwindigkeiten addiert werden?
Tut es auch nicht. Die Relativgeschwindigkeit kann nur im Bezugssystem der Laserpistole gemessen werden. Und da wird stets nur das klassische Ergebnis mit 500000 km/s herauskommen, denn woher sollte die Laserpistole denn wissen, dass sie sich statt mit 250000 km/s mit 210000 km/s bewegt???
Irgendwelche Umstände zählen nicht, denn die Laserpistole weiß nichts von "Umständen". Sie misst mittels konstanter LG die Veränderung des Abstands zum Messobjekt, und der verändert sich in beiden angeführten Fällen mit 500000 km/s. Wie diese Veränderung zustande kommt, ist gleichgültig. Die Umstände oder die Geschwindigkeiten können unterschiedlich sein, aber was zählt, ist immer nur die Relativgeschwindigkeit zur ruhend definierten Pistole. Andernfalls könnte man ja aus einem relativistisch angezeigten Messergebnis auf das Geschwindigkeitsverhältnis von Pistole zum Objekt rückschließen - dann aber müsste es sich um absolute Geschwindigkeiten handeln. Die gibt es aber nicht!
Da erhellt es sich, dass diese ganze Debatte ins Leere geht. Die Laserpistole misst die Veränderungen des Abstands zum Objekt und die Geschwindigkeit, mit welcher diese Veränderungen ablaufen. Mit dem Maßstab c konstant hin und zurück. Und da können nicht unterschiedliche relativistische Resultate herauskommen, je nach Bezugssystem oder Geschwindigkeitsverhältnis, sondern immer nur die tatsächlich vorhandene Relativgeschwindigkeit! Nur wenn sich der Messvorgang bewegt im Äther abspielen würde und c zu diesem konstant wäre, könnten sich je nach Geschwindigkeiten zum Äther Differenzen ergeben. Die sind aber so winzig, dass sie in unserem Erfahrungsbereich keine Rolle spielen.
Grüße
Harald Maurer