Peter Knöpfheinz hat geschrieben:Es existiert lediglich ein einziger Augenblick (und die Zeit dieses Augenblicks geht auch noch gegen 0), in dem die Diagonale tatsächlich sichtbar ist für den ruhenden Beobachter (beim Vorbeiflug), und es existieren unendlich viele Augenblicke, an welcher die Diagonale nicht sichtbar ist oder - je nach Entfernung der bewegten Uhr - die Diagonale verzerrt ist (durch den Blickwinkel). Müsste dann der Gang der Uhr nicht konsequenterweise zu jedem Zeitpunkt einzeln und komplett unabhängig berechnet werden? Warum wird dieser eine Augenblick des Vorbeiflugs als ein "ausgezeichneter" Augenblick genutzt?
Ich halte dieses Lichtuhrschema, das nicht von Einstein stammt, schon immer für völlig ungeeignet, um damit die Zeitdilatation zu erklären. Genau genommen würde man überhaupt niemals eine Diagonale sehen, denn würde sich die Uhr so schnell bewegen, dass hinsichtlich der hohen Lichtgeschwindigkeit zwischen den Spiegeln eine Diagonale sichtbar wäre, dann könnte das Licht den davon eilenden Spiegeln gar nicht mehr folgen, denn aufgrund der Diagonalen ist ja der Weg für das Licht viel länger. Die Lichtuhr ist also Blödsinn und Ihre Einwände sind durchaus berechtigt!
Lichtuhren sind Relativitätstheorie für Dummies. Und stiften Verwirrung statt Klarheit, denn selbstverständlich laufen auch in der SRT Uhren nicht in unterschiedlichen Gangarten, sondern des Pudels Kern steckt in der Art und Weise der Synchronisation von Uhren. Bewegte Uhren laufen gar nicht langsamer, sondern sie messen andere Dauern. Also nicht der Gang von Uhren unterscheidet sich, sondern das, was sie messen! Zeit ist das, was Uhren anzeigen, sagte Einstein. Das sollte man ergänzen mit: Nicht der Gang von Uhren ist relativ, sondern das, was sie messen: die Zeit!
Und dass dies alles hinterfragbar ist, weil Uhren gar keinen Sensor für "Zeit" haben und daher auch nichts messen, sei nur so nebenher bemerkt. Nicht zuletzt deshalb wird über die SRT seit über 100 Jahren gestritten...
Grüße
Harald Maurer