fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:
Stimmen die Zeitanzeigen beider Uhren überein, ist das gleichzeitig.
Du legst schon wieder eine absolute Zeit deinen Überlegungen zugrunde.
Wieso? Wenn in 2 Ereignissen in einem Ruhesystem die Uhren dieselbe Zeit anzeigen, ist das etwa nicht gleichzeitig? Und zeigen sie unterschiedliche Zeiten, ist das nicht ungleichzeitig? Wo soll da in meinen Überlegungen eine absolute Zeit stecken?
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Doch, das steht fest. Transformiert man mittels LT vom Ruhesystem des Beobachters A in das Ruhesystem des Beobachters B, dann wird die Animation 1 zur Animation 2. Transformiert man mittels LT vom Ruhesystem des Beobachters B in das Ruhesystem des Beobachters A, dann wird die Animation 2 zur Animation 1.
Ja, gefällt mir gut! Aber die Bezeichnungen (gestrichen od. ungestrichen) stehen ja nicht von vornherein fest, oder?
Ernst hat geschrieben:Da werden keine Uhren verstellt. Da sind unterschiedliche Zeiten vorhanden, welche zur Veranschaulichung von den Uhren angezeigt werden. Und daher besteht natürlich zwischen den beiden Zeiten ein tatsächliches Zeitintervall mit einer tatsächlichen Verzögerung.
Da werden Uhren synchronisiert - mit einer bestimmten Methode. Daraus ergeben sich jedenfalls unterschiedliche Zeitanzeigen. Ob das nun unterschiedliche "Zeiten" sind, oder eben asynchrone Uhren, ist eine Angelegenheit der Interpretation. Zeit ist eben das, was die Uhr zeigt. Keine Uhr kann Zeit messen oder irgendwo im Weltall eine "tatsächliche Zeit" finden. Die Zeitanzeigen der Uhren sind zueinander über die Synchronisation verknüpft. "Tatsächliche Zeiten" gibt es nicht, nur Uhren!
Ernst hat geschrieben:Wenn deine nur "verstellten Uhren" vorhanden wären und keine tatsächlichen Zeitdifferenzen aufträten; wie sollte es dann zum ZP kommen
Indem man annimmt, dass nicht nur Uhren verlangsamt wg. Relativbewegung (od. verändert durch Beschleunigung) laufen, sondern dies auch alle physikalischen u. biologischen Prozesse in diesem System betrifft!
Wenn ein Blitz in die Endpunkte zweier Koordinatensysteme einschlägt, und ein Beobachter stellt fest, dass seine Uhr 0 Uhr anzeigt, und der andere sieht auf seiner Uhr (die nicht synchron mit der ersten läuft) 0,10 Uhr - wo willst Du denn eine Verzögerung von 0,10 s hernehmen, wenn der Blitz beide Beobachter erschlägt? Der Zusammenhang dieser Zeiten über die Synchronisationsmethode kann doch jederzeit aufgezeigt werden!
Fest steht, dass die Uhren unterschiedliche Zeiten anzeigen. Wie man das interpretiert, ist Geschmackssache. Wenn ein Blitz zwei Beobachter erschlägt, und sie haben unterschiedlich laufende Uhren eingesteckt, dann ist halt einer mit Verzögerung erschlagen worden. Findest Du das logisch? Als Du zwischen solchen Zeiten ein Huhn ein Ei legen lassen wolltest, haben die Relativisten protestiert und darauf hingewiesen, dass da kein Zeitintervall zur Verfügung steht, sondern nur die Uhren unterschiedliche Zeiten anzeigen. Und jetzt kann Deiner Meinung nach das Huhn ein Ei legen, zwischen dem Zeitintervall, in welchem zuerst der eine Beobachter und danach der andere Beobachter von ein und demselben Blitz erschlagen wird?
Naja, ist ja auch völlig egal, ob man die Zeitanzeigen als "tatsächliche Zeiten" sieht oder nicht.
Eigentlich wollte ich nur wissen, ob es eine Rolle spielt, wenn man von A nach B oder von B nach A transformiert und wenn, dann den Grund hiefür erfahren, wieso man eines der Systeme bevorzugen sollte. Und mit der Kugelwelle in beiden Systemen wollte ich zeigen, dass das keine Rolle spielt. Hab ich damit Recht?
Gibt es eine klare Antwort?
Grüße
Harald Maurer