Solkar hat geschrieben:Somit gilt in Ihrem Kalkül also
λ' ⋅ f' = λ ⋅ (1+v/c) ⋅ f = λ ⋅ f + λ ⋅ f ⋅ v/c = c + c ⋅ v/c = c + v
Ich verstehe den Sinn dieser Frage nicht, weil c+/-v generell für den Doppler-Effekt die Ursache ist, auch für den relativistischen. Gibt es eine Relativbewegung gegen das Licht, dann gibt es auch eine Relativgeschwindigkeit gegen das Licht. Die winzige Korrektur mit der ZD, die bei der Blauverschiebung seltsamer Weise im Beobachtersystem auftreten soll, kann daran nichts ändern.
Solkar hat geschrieben:Welches Phänomen resp welche Gruppe von Phänomenen?
Nur diejenigen, die mit im SI-Sytem die Einheit Js haben oder auch andere?
Auch hier verstehe ich nicht, worauf diese Frage abzielt. Vielleicht erklären Sie mir, in welcher Weise die Anwendung eines bestimmten Einheitensystems die Beurteilung eines Phänomens beeinflussen kann.
Solkar hat geschrieben:Wie erklären Sie in Ihrem Modell die erfolgreiche Durchführung von Streuversuchen z.B. in Brookhaven und Genf?
Die Beschleunigung geladener Teilchen erfolgt prinzipiell mittels elektrischer Felder, die umgekehrt werden müssen, wenn das Teilchen das Feld durchquert hat, weil es sonst zurückgezogen wird. Diese Umkehrung der Felder muss natürlich synchron mit der jeweiligen Geschwindigkeit des Teilchens verlaufen. Diese Felder entstehen aber nicht instantan und kehren sich auch nicht instantan um, sondern sind zeitabhängig und damit ist diesem Verfahren eine physikalische Grenze gesetzt. Ab einer gewissen Frequenz dieser Wechselfelder ist die Synchronisation mit der Teilchengeschwindigkeit nicht mehr möglich, weil diese Umpolung der Felder nicht mehr schnell genug erfolgen kann. Die Strecken zwischen den Elektroden oder die Längen der Resonatoren wählt man deshalb so, dass sich das elektr.Feld gerade dann umkehrt, wenn das Teilchen die jeweilige Beschleunigungsstrecke verlässt. Auch da gibt es nur begrenzte technische Möglichkeiten. Die Geschwindigkeit der mit den Feldern gekoppelten Teilchen hängt also vom möglichen Tempo dieses Feldwechsels ab und nicht von der Setzung irgendwelcher Koordinatensysteme. Und auch nicht von der Stärke dieser Felder. Ob die Teilchen aufgrund gültiger SRT die Lichtgeschwindigkeit nicht überschreiten können, ist hier gar nicht die Frage, weil es die Beschleunigungsmethode selbst ist, die der Teilchengeschwindigkeit eine Obergrenze setzt. Sie können nicht schneller sein, als die elektrodynamischen Prozesse, die sie beschleunigen. Im LINAC erreichen Elektronen auch c, weil sie praktisch mit einer em-Welle mitlaufen (Wanderwellen, Wellenreiterprinzip).
Da müsste man nun noch sehr ins Detail gehen, aber kurz gesagt gilt hier einfach das Prinzip, dass Pferde eine Kutsche nicht schneller ziehen können, als sie zu laufen vermögen...
Der Zusammenhang der auftretenden Teilchenenergie mit der Stärke der eingesetzten Felder ist offensichtlich. Pro Beschleunigungsfeld wird dem Teilchen eine Energie von qV zugeführt, wenn V die Spannung des elektr. Feldes ist. Damit ergibt sich die Energie, mit der das Teilchen am Target ankommt oder mit einem anderen Teilchen kollidiert. Die deshalb mit eV angegebene Energie wird den Teilchen also
zugeführt und erhöht sich bei Durchlauf jedes Beschleunigungsfeldes. Es ist demnach die Feldstärke bzw. die Spannung, die entscheidet, mit welcher Energie ein Teilchen aus dem Beschleuniger tritt. Es gibt ja Teilchen mit nahezu c bzw. c (Bertozzi) mit geringerer Energie und ebenso schnelle gleichartige Teilchen mit hoher Energie, und der Grund für den Unterschied kann deshalb nur in der Stärke der Beschleunigungsfelder liegen und nicht an der Geschwindigkeit. Dass man hinsichtlich der aufgenommenen Energie noch nicht alles weiß, zeigen die Messungen der Cern-Neutrinos, die theoretisch bei der Ankunft in Gransasso eine Energie von maximal 12 GeV aufweisen hätten dürfen, gemessen hat man aber Energien bis zu 40 GeV. Wenn die Energie nicht von der Geschwindigkeit abhängt, sondern von der durchlaufenen Spannung, sollte man eigentlich nicht von kinetischer Energie sprechen. Wahrscheinlich geschieht etwas mit der Ladung der Teilchen, wenn sie mit den elektrischen oder magnetischen Feldern (mit welchen sie auf der Bahn gehalten oder fokussiert werden) wechselwirken. Diese Veränderungen der Teilchen durch die Beschleunigung wird mit Massenzunahme umschrieben, dabei treten mit mc² die bekannten Probleme durch das Auftreten unendlicher Terme auf, die den Kunstgriff der Renormierung erfordern. Schon Lorentz und Abraham konnten die bei Beschleunigung der Teilchen auftretenden Effekte auf der Basis einer Äthertheorie erklären, wobei diese Effekte auf den Äther bezogen
absolut sind. Mit der scheinbaren Widerlegung des Äthers wurden diese Theorien obsolet. Die SRT erklärt die Effekte aus der Beziehung von Koordinatensystemen zueinander, was ebenso einfach wie faszinierend ist, aber auch deshalb schon falsch sein muss, weil es sich im Teilchenbeschleuniger ausschließlich um beschleunigte Bewegungen handelt und diese von vornherein absolut sind und von der Beziehung von Inertialsystemen zueinander nicht ausgegangen werden kann. Die SRT wird da zweifellos in Prozesse hineingesteckt, wo sie gar nicht hingehört. Beschleunigungseffekte sind absolut, nicht relativ. Bestenfalls befindet man sich hier im Zuständigkeitsbereich der ART, und gegen diese habe ich prinzipiell nichts einzuwenden, weil das Machsche Prinzip auch in meiner Anschauung eine fundamentale Rolle spielt.
Grüße
Harald Maurer