Rudi Knoth hat geschrieben:@Frau Holle » Mo 21. Aug 2023, 10:50
Nein. Die SI-Sekunde ist zwar per Definition immer gleich, weil sie über die Lichtgeschwindigkeit definiert ist, aber aus dem gleichen Grund ist sie im direkten Vergleich in zwei relativ zueinander bewegten Inertialsystemen nicht gleich.
Das stimmt laut WIKIPEDIA nicht. Sie wird durch eine Mikrowellenfrequenz
wie hier beschrieben. Damit ist sie aus den Übergängen eines Cäsiumatoms abgeleitet.
Ja eben. Und die Vorgänge im Cäsiumatom sind von der Lichtgeschwindigkeit bestimmt, mit virtuellen Photonen etc. Alles läuft sozusagen langsamer ab im bewegten System aus Sicht des Ruhesystems, und die so gewonnene Sekunde ist länger im direkten Vergleich. Siehe auch Lichtuhr.
Rudi Knoth hat geschrieben:
Aber die Zeit der Lok ist auf der Strecke von Kurt zu Holle auch dilatiert. Denn die Uhr der Lok zeigt bei Holle 1,8 Jahre und die von Holle 3 Jahre an. Also wir haben hier ein anderes Verhältnis der Zeiten als bei Kurt und dem Zugesende
Nein, es ist doch
dasselbe Verhältnis. Im Bahnhof dauert die Durchfahrt der Uhr L über 2,4 Lj Ruhelänge von K bis H genau 3 J = γ∙1,8 J mit demselben Faktor γ = 5/3. Die Uhr L in der Lok ist entsprechend dilatiert: Im Zug dauert dieselbe Durchfahrt nur 1,8 J. Passt doch.
K sieht im Zug natürlich nicht diese 1,8 J, sondern 5 J, weil für ihn die Uhren im Zug asynchron laufen und der Zug obendrein auch längenkontrahiert ist.
Am Zug-Ende zeigt die Uhr zwar ebenfalls 1,8 J wie überall im Zug, aber das ist aus Sicht des Zuges nicht auf der Höhe von K, sondern noch 4 – 2,4/γ = 2,56 Lj von Kurt entfernt. Der Zug ist ja länger als der Bahnhof und passt nicht hinein. Für diese Distanz von E zu K braucht es im Zug noch weitere 3,2 J bis zu Kurt, wo es schließlich E = 5 J sind, was Kurt im Bahnhof bereits jetzt bei H = K = 3 J sieht.
Im Unterschied zu den Werten von L und H ist bei ihrem Treffen der Wert von E nicht invariant, nicht unabhängig vom Beobachter. Denn im Zug-System ist er 1,8 J und im Bahnhof-System 5 J. Eine Tatsache, die Daniel K. als Unsinn abtut. Es gebe keine "nicht invarianten" Werte.
Das ist das "Problem" mit der RdG: Es ist wenig intuitiv, praktisch gar nicht. Kurt sieht quasi die Zukunft des Zuges, wenn sich im Bahnhof Lok und Holle treffen, weil er nicht beim Treffen von L mit H zugegen ist, sondern woanders. Das ist nicht falsch, aber ich finde es zumindest unbequem und wenig anschaulich. Daniel K. argumentiert ausschließlich so und es stört ihn nicht im Geringsten, dass Kurt quasi in eine Zukunft schaut, ist halt so. Man müsse es so betrachten und nicht anders.
Naja, es geht sehr wohl auch anders und viel anschaulicher ohne dass es falsch wird.