.
Es gibt ja leider doch bei dem Einen oder auch Anderen noch falsches Vorstellungen zum Zwillingsparadoxon, auch mit verschuldet durch eine, mit ganz viel Wohlwollen, missverständliche Aussage von Peter Kroll:Zwillingsparadoxon » Peter Kroll » 10:48 hat geschrieben:
Und in dem System des Raumschiffes vergeht die Zeit langsamer.
Aber im Grunde und genau genommen ist seine Aussage so einfach falsch. Im Rahmen der SRT vergeht in keinem System die Zeit langsamer, und somit auch natürlich nicht im Ruhesystem des Raumschiffes. Er zeigt in seiner Grafik ein "Minkowski-Diagramm", so sagt er, aus dem Ruhesystem von Erde und Alpha-Centauri. Er spricht ja auch explizit aus der Sicht des Systems des Raumschiffes, da vergeht die Zeit natürlich wie in jedem Ruhesystem ganz normal und nicht langsamer. Es ist sogar so, dass die im Ruhesystem des Raumschiffes beide bewegten Uhren auf der Erde und Centauri für den im Raumschiff ruhenden Beobachter langsamer gehen als im Vergleich die eigene Borduhr.
Was Peter wohl meint, aber leider nicht deutlich sagte, ist, dass im Ruhesystem S der Erde die dort bewegten Uhren des Raumschiffes für die auf der Erde ruhenden Beobachter langsamer gehen. Wie gesagt, selbst mit viel Wohlwollen sind seine Aussagen so einfach falsch, er weiß es sicherlich richtig nur sagt er es falsch. Das zeigt, nur weil man etwas richtig verstanden hat, kann man das noch lange nicht auch richtig und gut verständlich erklären.
Und es wird leider nicht besser:Zwillingsparadoxon » Peter Kroll » 12:56 hat geschrieben:Und Zwilling B, der hier unterwegs ist, fliegt also hier entlang und er wird feststellen - das ist jetzt ein anderer Uhrenvergleich als wir gemacht haben, bei der Zeitdilatation - er kann ja sozusagen immer kucken, ach wie spät ist es denn jetzt gerade hier, bei diesen Uhren an denen er vorbeifliegt.
Und dann wird er feststellen, das diese Uhren schneller gehen, des anderen Systems. Nicht langsamer, sondern schneller. ...
Auch das ist so einfach falsch, Zwilling B wird seine Bordzeit, eben seine Eigenzeit im System mit der Koordinatenzeit aus dem Ruhesystem S der Erde vergleichen und er wird feststellen, dass die Uhren an denen er vorbeifliegt zunehmend mehr auf der Anzeige haben, als seine Borduhr. Das bedeutet aber eben nicht, dass die Uhren im anderen Systems schneller gehen, als im eigenen System. Was Peter hier erzählt ist so einfach nur falsch, die Uhren aus dem System S von Erde bis Centauri sind im Ruhesystem S' vom Raumschiff alle bewegt und gehen somit langsamer und nicht schneller. Und sie gehen alle asynchron, jede Uhr auf dem Weg hat zur Uhr davor einen Vorlauf von 1,07 Jahren. Im ersten Jahr seiner Reise bewegt sich das das Raumschiff in S genau 1,33 Lj und es vergehen 1,67 Jahre, im Ruhsystem S' des Raumschiffes kommt Centauri 0,8 Lj näher und auf der Uhr auf der Erde wie auch auf der Uhr auf Centauri und jeder Uhr auf seinem Weg sind nur 1 γ⁻¹ Lj = 0,6 Lj vergangen. Die Uhr zeigt für ihn auf der Erde nun 0,6 Jahre nach Abreise an, die Uhr auf die er nach einem Jahr Reise trifft zeigt aber 1,67 Jahre an, und das weil sie gegenüber der Uhr auf der Erde genau 1,07 Jahr vorgeht.
Ich habe hier ja andere Physiker wir Dr. Joachim Schulz zitiert, die in der Lage sind das Zwillingsparadoxon richtig zu erklären.
Die Sache mal richtig erklärt, betrachten wir vier Uhren auf dem Weg von der Erde zu Centauri, ruhend in S, aber aus S':Wir haben die Uhr U₀ auf der Erde, dann 1,33 Lj weiter die U₁ welche gegenüber der U₀ in S' genau 1,07 Jahre mehr anzeigt, dann die U₂ welche gegenüber der U₁ in S' genau 1,07 Jahre mehr anzeigt, dann die U₃ welche gegenüber der U₂ in S' genau 1,07 Jahre mehr anzeigt.
(U₀) x₀ = 0,00 Lj; t₀ = 0,00 J ➞ Erde
(U₁) x₁ = 1,33 Lj; t₁ = 1,07 J
(U₂) x₂ = 2,67 Lj; t₂ = 2,13 J
(U₃) x₃ = 4,00 Lj; t₃ = 3,20 J ➞ Centauri
Beim Start und der Beschleunigung geht die Uhr auf Centauri für den Zwilling im Raumschiff in seinem Ruhesystem schon 3,20 Jahre vor, seine Reise dauert 3 Jahre und in der Zeit zählt die Uhr U₃ auf Centauri genau 3 γ⁻¹ Jahre = 1,80 Jahre hoch, und zeigt so dann 5 Jahre an. Die Uhr auf der Erde zeigt genau 1,80 Jahre an. Die Uhr im Raumschiff nenne ich mal
U'₀0.
U'₀ ➞
0 Jahre ⇒
U₀ = 0,00 J | U₁ = 1,07 J | U₂ = 2,13 J | U₃ = 3,20 J 1.
U'₀ ➞
1 Jahre ⇒
U₀ = 0,60 J | U₁ = 1,67 J | U₂ = 2,73 J | U₃ = 3,80 J 2.
U'₀ ➞
2 Jahre ⇒
U₀ = 1,20 J | U₁ = 2,27 J | U₂ = 3,33 J | U₃ = 4,40 J 3.
U'₀ ➞
3 Jahre ⇒
U₀ = 1,80 J | U₁ = 2,87 J | U₂ = 3,93 J | U₃ = 5,00 J Hier kann man nun genau aus dem Ruhesystem des Raumschiffes sehen, wie die unterschiedlichen Uhren auf dem Weg abgelesen werden, jede geht als bewegte Uhr dilatiert für den Raumfahrer, und zählt ein einem Jahr Bordzeit nur 0,60 Jahre dazu addiert sich aber für jedes Jahr immer noch der Vorlauf von 1,07 Jahren. Also nur durch diesen Vorlauf zeigt die Uhr bei Centauri die 5 Jahre an, die Uhr auf der Erde zeigt nur 1,80 Jahre an, so wie es sich auch aus der SRT für eine bewegte Uhr ergibt, 3 γ⁻¹ Jahre = 1,80 Jahre.
Erst wenn der Astronaut wieder beschleunigt und so aus seinem Ruhesystem S' in das von Erde und Centauri wechselt, nach S, zählt die Uhr auf der Erde ganz schnell von 1,80 Jahre auf 5 Jahre hoch.
Soweit erstmal hier für heute, ich habe mir heute Nacht an dem Deckel einer Dose Nüsse den linken Daumen über 3 cm Länge recht tief aufgeschlitzt, sehr unschön, geblutet ohne Ende, aber gut verbunden und habe keine Schmerzen, was mich freut und etwas wundert, aber was das Schreiben auf der Tastatur angeht, behindert mich das doch sehr, meine Geschwindigkeit beträgt wohl aktuell nur noch 25 %, wenn überhaupt. Da ich noch ein paar andere Beiträge beantworten will, muss das hier so erstmal für heute reichen, ich bin nicht wirklich zu frieden und hätte das gerne weiter ausgeführt und noch hier und da den Beitrag ergänzt und überarbeitet. Hole ich aber die Tage nach, hoffe das heilt schnell.
Das ist der Weg ...