hmpf hat geschrieben:Frau Holle hat geschrieben:...
Auf diese Weise richtig verstanden klären sich
die vermeintlichen Widersprüche deiner Spektren reibungslos auf und deine Behauptung, dass Re-Emission eine Erfindung von Verschwörern sei um eine Kühlung zu leugnen ist als unsinniges Hirngespinst entlarvt.
Dann nennen Sie doch einfach mal die „vermeintlichen“ Widersprüche.
Das können Sie nicht, weil Sie keine Spektren lesen können.
Spektren lesen ist offenbar nicht so dein Ding. So unterschlägst du den Unterschied zwischen Emisionsspektrum und Absobtionsspektrum, oder kennst ihn gar nicht.
Im Eröffnungsbeitrag vermischst du bewusst oder unbewusst beide Arten von Spektrum, und das führt dann prompt zu den vermeintlichen Widersprüchen, an denen deine Argumentation scheitert. Gehen wir das mal im Einzelnen durch...
hmpf hat geschrieben:Nun (Satelliten-)Spektren dieser Art gibt es seit ca. 1970:

Wie man sieht, strahlt da etwas massiv bei 15 µm.
Der Erdboden kann es nicht sein, ...
Das ist richtig und unbestritten, wurde dir hier im Faden auch mehrfach bestätigt: Nicht der Erdboden strahlt direkt bis 70 km Höhe, sondern das CO2 der oberen Atmosphärenschicht nahe der Tropopause. Niemand hat das je bestritten, auch kein vermeintlicher "CO2-Theologe". Die kühlende Wirkung der Treibhausgase in der Höhe ist gut verstanden und gut dokumentiert.
Der entscheidende Punkt ist hier: Abb 4 ist ein
Emisionssprektrum. Es zeigt die Intensität derjenigen Strahlung, die in 0 m Höhe (blau) und in 70 km Höhe (rot) ankommt. Aus welcher Höhe sie emittiert wurde geht daraus
nicht hervor, aber es ist klar, dass z.B. die 15 µm-Strahlung der roten Kurve nur aus der oberen Atmosphäre stammen kann (die der blauen Kurve natürlich vom Erdboden):
hmpf hat geschrieben:... da ja die Atmosphäre die Strahlung des Erdbodens außerhalb des blauen Atmosphärischen Fensters (8 bis 13 µm) zu 100 % absorbiert [...]
Was also strahlt da auf der 15 µm-CO2-Bande?
Was da strahlt (rote Kurve) ist bekanntlich das CO2 in der Atmosphäre, und zwar wie gesagt nur das CO2 der obersten Schicht. Die Begründung lieferst du ja mit dem darauf folgenden
Absobtionsspektrum in Abb.1. Es beweist, dass
direkt vom Erdboden nichts in 70 km Höhe gelangen kann, weil so gut wie alle 15 µm-Strahlung der tieferen Schichten nach kurzer Weglänge (ca. 1 m) bereits wieder absorbiert ist.
Bewusst oder unbewusst – jedenfalls erwähnst du mit keiner Silbe, dass natürlich auch das CO2 der tieferen Schichten eine 15 µm-Strahlung emittiert und nicht bloß absorbiert. Nur ist es eben so, dass diese Strahlung nicht
direkt bis 70 km Höhe gelangen und die Erde verlassen kann. Sie bleibt sozusagen in der dichten Atmosphäre gefangen, wird laufend in alle Richtungen emittiert und wieder absorbiert, Stichwort Re-Emission.
hmpf hat geschrieben:
Abb. 1 zeigt bei 15 µm 0 % Transmission.
So ist es. Gezeigt wird 100%
Absobtion. Im Unterschied zu Abb. 4 oben ist Abb. 1 ein
Absobtionsspektrum. Es zeigt, wieviel Strahlung
direkt vom Erdboden
nicht in große Höhe gelangt, nämlich praktisch 100%. Die
Absobtionskurve wird für CO2 ja auch separat gezeigt. In Unterschied zu Abb 4 ist hier natürlich von vorne herein bekannt, aus welcher Höhe die zu messende Strahlung stammt. Sie stammt direkt vom Erdboden und ist in großer Höhe eben nicht mehr messbar.
hmpf hat geschrieben:Die Bestrahlung der Erde durch die Sonne erfolgt bei ca. 0,5 µm (siehe Abb. 1).
Die thermische Abstrahlung der Erde erfolgt bei ca. 11 µm (siehe Abb. 4).
Das CO2 absorbiert bei 15 µm 100 % der Erdstrahlung.
Also kann die bei 15 µm in Abb. 4 gemessene Strahlung ausschließlich vom CO2 selbst stammen.
In der Atmosphäre kann jedoch außer CO2 kein anderes Gas bei 15 µm Licht emittieren.
Das ist richtig. Nur muss man a) unterscheiden von
welchem CO2 – also aus welcher Höhe – die im All gemessene 15 µm-Strahlung stammt und b) muss man einräumen, dass die
absorbierte 15 µm-Strahlung in tieferen Schichten dort auch wieder
emittiert und nach kurzem Weg erneut absorbiert wird, die
Energie also sozusagen in der Atmosphäre zirkuliert und somit die Durchschnittstemperatur am Boden mit bestimmt, u.a. durch Kollisionen von CO2 mit anderen Molekülen etc.
Schließlich ist es
Energie, welche auf diese Weise in der Atmosphäre verbleibt und diese nicht direkt verlassen kann. Mit der Strahlungsintensität misst man nur Leistung in Watt, aber nicht die Energie der Atmosphäre in Wattsekunden. Diese ergibt sich erst mit einem Zeitfaktor, nämlich mit der Dauer des Verbleibens innerhalb der Atmosphäre.
hmpf hat geschrieben:Diese kühlt - wie jede Strahlung - ihre Quelle und das sind die emittierenden CO2-Moleküle.
Somit kann zusätzliches CO2 in der Atmosphäre diese nur stärker kühlen und nicht erwärmen. Somit ist die Behauptung, zusätzliches CO2 würde den Planeten erwärmen, physikalischer Unfug.
Das ist nun der entscheidende Fehlschluss.
Richtig ist vielmehr: Weil die
nicht ins All gestrahlte 15 µm-Strahlung in der Atmosphäre länger zirkuliert und ihre
Energie die Temperatur am Boden mitbestimmt, erhöht sich die Durchschnittstemperatur mit steigender CO2-Konzentration.
Im Übrigen kratzt diese ganze Betrachtung ohnehin nur an der Oberfläche vom Treibhauseffekt, denn bekanntlich wird der nicht ausschließlich vom CO2 bestimmt, sondern hauptsächlich von Wasserdampf und noch von anderen Treibhausgasen, wobei das ganze Zusammenspiel ziemlich komplex und auch noch nicht vollständig verstanden ist.
Das Argument der Sättigungsthese jedenfalls, dass mehr als 100% Absorbtion durch CO2 nicht möglich ist und die Temperatur daher nicht steigen könne ist eine von den Messdaten längst widerlegte, naive Milchmädchenrechnung.
Die Natur strebt zwar ein Strahlungsgleichgewicht mit konstanter Durchschnittstemperatur an, aber das nur wird dann dauerhaft erreicht, wenn sich die Zusammensetzung der Atmosphäre nicht mehr ändert. Durch die Aktivität von inzwischen mehr als 8 Milliarden Menschen wird sie aber permanent geändert. Es werden zunehmend mehr Treibhausgase eingebracht. Das ist nun mal Fakt und die Messdaten von CO2 und Temperatur sprechen für sich.