Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon fallili » Mi 2. Apr 2014, 10:18

@All

In Einem muss ich Dir recht geben - die Kosmologen übertreffen "wenn's eng wird" wirklich die schlimmsten Esoteriker.
Da wird teilweise spekuliert, fabuliert und theoretisiert dass sich die Balken biegen.
Kann man ja schön machen - wer war schon vor 14 Milliarden Jahren dabei und hat zugeschaut?

Aber das heißt nicht, das alle Theorien von vornherein falsch sind.
Die Urknalltheorie kann durchaus richtig sein - viele Daten stützen sie, und das was hier im Forum als "Beweis" gegen die Urknalltheorie geliefert wird ist leider manchmal ziemlich krude.

Für mich gehört der Urknall zu "Klingt nicht ganz falsch und könnte so halbwegs stimmen".

Die mathematischen Grundlagen sie nachzuvollziehen fehlen mir natürlich - und selbst wenn ich sie hätte, könnte ich ja nur nachschauen "ob richtig gerechnet wurde" (was ich annehme). Ob dazu die logischen Überlegungen und die Annahmen dahinter wirklich stimmen, könnte ich ja noch immer nicht erkennen.

Daher kann ich auch nur ab und zu meinen Senf dazugeben wenn hier völlig unlogische Aussagen gegen diese Theorie gebracht werden (Licht hätte im Kreis laufen müssen etc.)

Aber mir geht's eigentlich ganz gut, auch wenn nun nicht sicher ist wie das Universum entstanden ist.
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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon All » Mi 2. Apr 2014, 10:40

Folgende Aussage dieses genialen Physikers.


Es ist alles nur Mathematik, und wir versuchen das zu interpretieren und auf das Universum anzuwenden. Ob das wirkliche Universum und die Natur dem entsprechen, ist eine andere Frage. Theorien können immer falsch sein.

Theorien sind grundsätzlich erst mal logisch und nie falsch, können also maximal unlogisch sein. Schon allein deshalb, weil Logik nicht zwischen falsch und richtig unterscheidet, sondern die angewandte Logik immer auf einer Annahme beruht, die in nichts bewiesen ist. Es kann also maximal die Annahme falsch sein auf der die Logik angewendet wird. Logik hat in ihrer Anwendung immer RECHT, sonst wäre sie nicht logisch.

Aber eins sollte klar sein, eine Theorie kann man nie zu 100% auf das Universum anwenden. Dieses mathematische Universum ist sowieso nur ein Spiel mit logischen Strukturen. Noch mal. Diese logischen Strukturen beschreiben das Verhältnis zwischen den Strukturen aber niemals die Struktur selbst. Damit bleibt so eine Theorie immer unvollständig.

Was man aber machen kann, ist, dass man dem Universum ganz nah auf die Pelle rückt. Dies geht aber nur über eine direkten Zugang, indem man eine Beschreibung über Wirkungen, aber ohne formalisierte mathematische Strukturen, vornimmt.
Zuletzt geändert von All am Mi 2. Apr 2014, 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon All » Mi 2. Apr 2014, 11:15

fallili hat geschrieben:@All

In Einem muss ich Dir recht geben - die Kosmologen übertreffen "wenn's eng wird" wirklich die schlimmsten Esoteriker.
Da wird teilweise spekuliert, fabuliert und theoretisiert dass sich die Balken biegen.
Kann man ja schön machen - wer war schon vor 14 Milliarden Jahren dabei und hat zugeschaut?

Aber mir geht's eigentlich ganz gut, auch wenn nun nicht sicher ist wie das Universum entstanden ist.


Das zeigt doch eigentlich deine Denkweise. Du denkst in Anfang und Ende. Das hat Struktur. Das ist gedachte mathematische Ordnung.

Das Universum selbst ist nicht entstanden. Es war immer da. Das sagt ja auch in dem Sinne Bojowald, der sich ja indirekt über die Zeit vor der Zeit äußerte.

Eigentlich ist das alles ganz einfach zu verstehen. Man ersetzt den leeren Raum, der ja für eine strukturelle mathematische Ordnung notwendig ist, mit einer Spannung. Damit hat man ein Universum, welches zeitlich unabhängig "agiert". Dass diese natürliche Spannung nicht identisch mit sich selbst sein kann und es damit zu Fluktuationen kommen muss, ist doch auch verständlich. Dass aus dieser flukturierenden sich verstärkenden und abfallenden Spannung Elektronen "rausgedrückt" werden, scheint auch nachvollziehbar. Man darf jetzt nur nicht den Fehler machen, dass man die Spannung von den Elektronen trennt. Nichts ist im Universum voneinander getrennt. Wenn man das versucht mal ganz kompakt zu sehen, dann haben die Elektronen durch die Spannung sogar einen Antrrieb, der unterschiedliche "Geschwindigkeiten" zulässt. Und schon hat man eine Elektronenwelt.

Insgesamt gesehen, geht es jetzt gar nicht darum, ob etwas richtig oder falsch ist, sondern immer noch um eine Beschreibung des Unviersums, die verständlich ist. Das was ich jetzt beschrieben habe, kann so sein, muss es aber nicht. Daniels Realitätstheorie, die ja eigentlich keinen realen Kern in dem Sinne hat, erfüllt dieses Bedürfnis, dieses Universum zu verstehen. Wenn man also bereit ist ihm zu folgen, dann passt alles was er sagt. Das ist wichitg, es muss in unseren Kopf passen.

Das bedeutet ja nicht, dass die mechanische Sichtweise Unfug ist. Wir ziehen aus ihr einen unglaublichen Nutzen.
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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon McDaniel-77 » Mi 2. Apr 2014, 15:09

Lieber All,

exactly! Spannung ist etwas natürliches, aus meiner Sicht ist die Elementarladung der Fokus, ohne sie läuft Nichts. Die Elementarladung (Elektron) ist ein elektrisches Spannungsfeld.

Jetzt könnte man diskutieren, ob das "Feld" real existiert oder nur ein Konzept ist, schließlich besteht das Feld nicht aus kleinen Teilchen, das Elektron ist das Feld. Damit im Universum überhaupt etwas passiert, braucht man mindestens zwei Objekte, also sagen wir ein Proton und ein Elektron.

Das Elektron wird vom Proton angezogen, das Proton wird vom Elektron angezogen. Es herrscht eine Spannung zwischen den Beiden, die in einem dynamischen Gleichgewicht einen "optimalen" Wert erreichen kann. Läuft es optimal, dann entsteht ein Wasserstoffatom. Mathematiker denken nicht objektbezogen:
Bojowald hat geschrieben: Wir können jetzt zum ersten Mal mathematische Gleichungen befragen, um zu erfahren, was vor dem Urknall gewesen sein könnte. Wir sehen zumindest, dass es auch vorher ein Universum gab und dass es schrumpfte. Es zog sich auf engsten Raum zusammen, kam dann in eine heiße und dichte Phase, bis die Raumzeit wieder anfing zu wachsen.


Ich sehe das auch, dass das Universum schon immer da war. Warum sollten Elementarladungen entstehen müssen? Diese religiösen Fragen haben ihre Berechtigung, aber sie führen letztlich zu keinem Verständnisgewinn. Aus was wäre denn so eine Elementarladung entstanden? Aus dem Nichts! :D

Dann verdreht man die Wortbedeutung, um die Unlogik, die Widersprüche zu umschiffen, plötzlich ist dann Nichts nicht mehr Nichts, sondern Etwas - Vakuum-Energie, Quanten-Schaum, Vakuum-Fluktuationen.

Das Verwunderliche ist doch, dass wir aus den neuen Beobachtungen nichts gelernt haben. Der Kosmos zeigt eindeutig Plasma-Physik und Elektrizität in Reinform. Wie kann man das ignorieren!!!

Beste Grüße und komm' halt auf die 2nd Rational Physics Conference nach Salzburg am Wochenende, ich bin da!

McDaniel-77
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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon McDaniel-77 » Mi 2. Apr 2014, 15:20

Lieber fallili,

ich fand Kurt's Einwand gar nicht so abwegig, schließlich wird ja in der Gravitationskosmologie auch behauptet, dass Licht aus Photonen besteht und sich in einer Umlaufbahn um ein Schwarzes Loch befinden kann. Außerdem soll Licht angeblich durch Gravitation in seiner Richtung abgelenkt und in seiner Wirkung verändert werden (Rot-/Blauverschiebung).

Die "Lampe", die CMB-Radiation, ist schon lange aus und wenn das Licht von 13,6 Milliarden Lichtjahren Entfernung zu uns kommen soll, dann muss es auch von dort weggeschickt worden sein. Oder kann man eine Lichtquelle in 10 Lichtjahren Entfernung sehen, wenn sie nur 1 Lichtjahr entfernt ist?

Eine absurde Annahme ist doch, dass sich das Universum von uns aus betrachtet mit zunehmender Entfernung immer schneller ausdehnt. Derweil hat man nur festgestellt, dass die Rotverschiebung mehr oder weniger von der Entfernung abhängt, es gibt auch Ausnahmen - Quasare. Quasare besitzen teilweise enorme Rotverschiebungen, obwohl sie vor oder neben, also in direkter Nachbarschaft von einer Galaxie stehen, welche eine erheblich geringere Rotverschiebung aufweist.

Man rechnet dann herum und findet für die Quasare eine gewaltige Entfernung, gleichzeitig hat man aber das Problem, dass man sie sehr gut leuchten sieht. Dann postuliert man unglaubliche Strahlungsleistungen (Helligkeiten) von Billionen an Sonnenleuchtkräften - da man das 1/r²-Prinzip noch nicht ignoriert hat ;-).

Natürlich ist es so, dass die Rotverschiebung auf die Plasma-Zusammensetzung des Quasars zurück zuführen ist. Der Quasar ist wirklich in der Nähe der Galaxie (Gasbrücken belegen dies) und folglich ist seine Leuchtkraft wieder im grünen Bereich! Alles wird gut, alles fließt ;-).

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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon Yukterez » Mi 2. Apr 2014, 15:30

Aus was wäre denn so eine Elementarladung entstanden? Aus dem Nichts!

Solange Teil und Gegenteil gleichermaßen entstehen, hast du zu jeder Zeit insgesamt nichts. Materie, Energie (auch die dunkle), Raum und Zeit ergeben insgesamt immer Null, also liegt Sein oder Nicht Sein immer im Auge des Betrachters.

Oder kann man eine Lichtquelle in 10 Lichtjahren Entfernung sehen, wenn sie nur 1 Lichtjahr entfernt ist?

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Aufgrund der Endlichkeit der Schallgeschwindigkeit kannst du sogar jemanden hören der längst weg ist, und da die Lichtgeschwindigkeit auch nicht unendlich ist, geht das natürlich auch mit Lichtquellen.

Deine Bedenken zerstreuend,

Yukterez
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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon All » Mi 2. Apr 2014, 16:26

Yukterez hat geschrieben:
Solange Teil und Gegenteil gleichermaßen entstehen, hast du zu jeder Zeit insgesamt nichts. Materie, Energie (auch die dunkle), Raum und Zeit ergeben insgesamt immer Null, also liegt Sein oder Nicht Sein immer im Auge des Betrachters.


Und wo entstehen Teil und Gegenteil? ;)
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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon Kurt » Mi 2. Apr 2014, 16:29

McDaniel-77 hat geschrieben:Quasare besitzen teilweise enorme Rotverschiebungen, obwohl sie vor oder neben, also in direkter Nachbarschaft von einer Galaxie stehen, welche eine erheblich geringere Rotverschiebung aufweist.


Wie gesichert ist das?

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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon Kurt » Mi 2. Apr 2014, 16:39

Yukterez hat geschrieben:
Oder kann man eine Lichtquelle in 10 Lichtjahren Entfernung sehen, wenn sie nur 1 Lichtjahr entfernt ist?

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Aufgrund der Endlichkeit der Schallgeschwindigkeit kannst du sogar jemanden hören der längst weg ist, und da die Lichtgeschwindigkeit auch nicht unendlich ist, geht das natürlich auch mit Lichtquellen.

Deine Bedenken zerstreuend,


Du immer mehr Bedenken zu verarbeiten/akzeptieren hast.

Überleg doch mal, 1/2 Milliarden nach Beng wird Strahlung von Lichtquellen erzeugt.

Das Universum war damals x LJ -breit-.
Inzwischen hat es sich 14 Milliarden Jahre aufgebläht, und zwar beschleunigt.

Es expandiert als wesentlich schneller als c.

Wie soll denn das damals erzeugte Licht je zu uns kommen wenn es viel langsamer ist als sich das Universum aufbläht!

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Re: Aktuelle Standard-Theorie-News rational interpretiert

Beitragvon fallili » Mi 2. Apr 2014, 18:52

@Kurt
Du hast das Konzept eines expandierenden Raumes nicht verstanden. Ehrlich gesagt - ich auch nicht wirklich - aber es geht darum, das sich nix "bewegt" im üblichen Sinn, sondern der Raum an sich dehnt sich aus.
Daher gibt es auch keine "Geschwindigkeitsbeschränkung".

Wenn (nur mal als Beispiel) der Raum in einer Sekunde von 100 km Durchmesser auf 1 Milliarde km Durchmesser expandieren würde - wäre das erlaubt und dennoch "bewegt" sich da nix mit einem vielfachen von c.

Wenn etwas auf unserer Welt größer wird, dann bewegt es sich zwar im Normalverständnis "irgendwohin", aber bei einem expandierendem Raum gibt es kein "irgendwohin".
Das Universum ist das Universum und damit gibt's ja keinen Platz "außerhalb" in den es expandieren kann - es wird "an sich" größer.

Du siehst schon an meinen holprigen Versuchen, dass ich es auch nicht wirklich erklären kann - aber es ist auch schwer zu verinnerlichen, dass der Raum an sich expandiert.

Vielleicht hilft auch ein anderes Beispiel:
2 Ameisen sitzen auf einem Luftballon der aufgeblasen wird. Der Abstand zwischen beiden wird immer größer (und zwar beliebig schnell, je nachdem wie schnell man so einen Luftballon aufblasen könnte) obwohl keine der Ameisen sich "bewegt" sondern beide nur weiterhin "da sitzen".
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