Lagrange hat geschrieben:Moment mal, Periheldrehung ist der Rest, welcher nicht durch andere Himmelskörper erklärt werden kann nach der Newtonschen Theorie. Das ist nicht die gesamte Drehung.
Die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) kann die Bahn des Merkur im Wesentlichen vollständig beschreiben, insbesondere das berühmte Problem der **Periheldrehung** (die langsame Rotation des sonnennächsten Punktes der Merkurbahn), das durch die klassische Newtonsche Gravitationstheorie nicht vollständig erklärbar war. Diese zusätzliche Periheldrehung von etwa 43 Bogensekunden pro Jahrhundert, die durch die ART korrekt vorhergesagt wird, ist eines der bekanntesten Beispiele, das die Gültigkeit der Relativitätstheorie unterstreicht.
Es gibt jedoch einige Aspekte, die immer noch Gegenstand der Forschung sind, auch wenn sie keinen fundamentalen Widerspruch zur ART darstellen:
1. **Nicht-Gravitationskräfte**: Es gibt winzige Einflüsse durch Phänomene wie die Sonneneruptionen (Koronale Massenauswürfe) oder die Sonnenwind-Beeinflussung. Diese Effekte sind jedoch extrem klein und spielen für die genaue Beschreibung der Planetenbahn von Merkur kaum eine Rolle, könnten aber in extrem präzisen Modellen berücksichtigt werden.
2. **Dunkle Materie und Modifikationen der Gravitationstheorie**: Einige Theorien postulieren, dass im Sonnensystem Spuren von Dunkler Materie existieren könnten, die minimale Störungen der Planetenbahnen verursachen würden. Bislang wurden diese Effekte jedoch nicht beobachtet, und sie sind spekulativ.
3. **Quantenkorrekturen**: Es wird angenommen, dass auf extrem kleinen Skalen, nahe der Planck-Skala, Korrekturen zur ART durch eine Quantentheorie der Gravitation nötig wären. Diese Korrekturen spielen jedoch auf Planetenbahnen wie der des Merkur keine Rolle, da die Effekte bei diesen Größenordnungen verschwindend gering sind.
Insgesamt gibt es keine wesentlichen Phänomene in der Merkurbahn, die mit den heutigen physikalischen Theorien, insbesondere der ART, unerklärbar wären. Alle beobachteten Anomalien, wie die Periheldrehung, werden korrekt durch die ART beschrieben. Wenn es noch unbekannte Effekte gibt, sind sie so klein, dass sie derzeit mit den verfügbaren Messmethoden nicht nachweisbar sind.
