Also wie verhält sich das mit dieser "japanischen Widerlegung der SRT"? Betrachten wir z.B. die Situation, wie sie sich beim
akustischen Dopplereffekt verhält.
Die Wellenlängen der beiden entgegengesetzt laufenden Wellen ändern sich durch Dopplereffekt bei ruhender Quelle und bewegten Beobachter
nicht, sondern bewegen sich im bewegten Bezugssystem mit
c+v bzw. c-v, wodurch sich eben die veränderten Frequenzen ergeben.
Dass sich hier (im Gegensatz zum Dopplereffekt bei bewegter Quelle und ruhendem Beobachter)
keine Wellenlängenänderung ergibt, ist leicht beweisbar, wenn wir das Beispiel mit dem Schall durchrechnen.
c_schall = 343 m/s
v=100 m/s
f=1000 Hz
T=0,001 s
λ=0,343 m
Wir betrachten z.B. die Blauverschiebung mit
f_b=f_s(1+v/c),
und das ergibt im bewegten System
f_b=1291,5452 Hz und eine Periode von
T2=0,00077426 s.
Würden wir jetzt von einer verkürzten Wellenlänge ausgehen (das wäre λ2=0,26635 m), so ergäbe sich mit λ2*f_b die Schallgeschwindigkeit im bewegten System mit 343 m/s und wir müssten feststellen, dass die Schallgeschwindigkeit konstant bliebe, was offenbar falsch ist, weil wir wissen, dass sich der Dopplereffekt aus c+v ergibt. Rechnen wir mit der unveränderten Wellenlänge 0,343 m, die sich jedoch schneller durch den Kasten bewegt, so ergibt sich mit 0,343*1291,5452=443 m/s der richtige Wert, erwartungsgemäß c+v!
In der SRT gibt es das Medium
nicht, in welchem die Quelle oder der Beobachter ruhen könnten. Haben wir einerseits die ruhend definierte Quelle, der gegenüber sich der Kasten in Chiefs Animation bewegt, so haben wir im
Ruhesystem des Kastens eine
bewegte Quelle! Die Bewegung der Quelle führt aber zur
Änderung der Wellenlänge, weil sich nach jeder Emission eines Lichtpulses der Abstand zum Beobachter verändert und daher relativ zum "ruhenden" Kasten die LG mit c angenommen werden kann. Es wird bloß der Lichtweg für jeden Lichtpuls entweder kürzer (Blauverschiebung) oder länger (Rotverschiebung). Der relativistische Dopplereffekt wird daher beide Definitionen (Kasten bewegt sich zur Quelle, Quelle bewegt sich zum Kasten) zusammenziehen, und deshalb ist nur die Relativgeschwindigkeit der beiden Systeme
zueinander maßgeblich. Es wird aus diesen beiden Situationen quasi ein geometrisches Mittel mit f_b=f_s*sqrt(c+v/c-v) konstruiert. Damit erhielten wir bei unserem obigen Beispiel (mit c_schall gerechnet!) die Frequenz 1351,5339 Hz - und die dementsprechende Wellenlänge λ = 0,25379 m und mit λ · f natürlich c_schall=343 m/s. Bei Schall wäre das freilich falsch, denn hier haben wir das Medium und deshalb für die beiden genannten Situationen zwei unterschiedliche Formeln.
Der Japaner betrachtet die Situation daher klassisch und erhält natürlich c+/-v. Seine "japanische" Widerlegung gilt vielleicht in Japan, als Widerlegung von c=const ist sie leider unbrauchbar.
Grüße
Harald Maurer