Jondalar hat geschrieben:
Grundsätzlich hat das der gute Herr P. schon korrekt ausgedrückt, er hat sich dabei nur der Sprache der Diplomatie bedient. [...] Nochmal kurz gesagt: Ja, die Verkürzung ist nicht real, und ja, die Messung desgleichen ist real
Ganz genau so habe ich es auch interpretiert.
Pössel hat sowohl meine Frage richtig verstanden, ob die Längenkontraktion in der SRT materiell sei, als auch diese Frage klar und unmissverständlich beantwortet, obwohl er versucht hat, die klare Antwort in nicht relevanten Aussagen "
diplomatisch" (

)zu verstecken:
Zitat:
Zitat Markus Pössel:
Zur Realitaet der Laengenkontraktion: Das Ergebnis einer Laengenmessung ist in der Speziellen Relativitaetstheorie keine intrinsische Eigenschaft eines Koerpers, sondern vom Bezugssystem abhaengig (denn, wie gesagt: Laenge ist relativ). Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher; die Verschiedenheit der Werte ergibt sich allein daraus, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird – ganz analog dazu, wie sich die verschiedenen Werte fuer Relativgeschwindigkeiten ergeben. Die gemessenen Laengenwerte sind selbstverstaendlich real – so real wie die Messungen von Relativgeschwindigkeiten. Es handelt sich nicht um optische Taeuschungen oder dergleichen, sondern um die Ergebnisse konkreter Messungen. [Hervorhebung durch Lopez]
Dieser einzige, klar ausgedruckte Satz hätte genügt, um meine Frage klar zu beantworten: Die bewegten Körper verändern sich nicht materiell.
Das ganze Drumherum gehört nicht zur Fragestellung und war nur da, um zu versuchen, die Botschaft sprachlich so viel wie möglich zu verklausulieren, zu verwässern und davon abzulenken. In Frankreich würden wir für dieses Verhalten die Redewendung verwenden: "
il essaie de noyer le poisson" (er versucht, den Fisch zu ertrinken

) - auch als Katz-und-Maus-Spiel zu verstehen.
Die klare Beantwortung dieser Frage ist nämlich eine schwere Prüfung für einen Relativisten wie Possel, der nicht da ist, um die Theorie zu erklären bzw. der wissenschaftlichen Wahrheitssuche zu dienen, sondern einzig um die Theorie vor Kritik zu schützen. Pössel ist nicht blöd, er hat ganz genau meine Frage verstanden und er wusste ganz genau worauf es ankommt bei einer klaren Beantwortung der Frage. Und er hatte auch gar keine Lust meine Frage zu beantworten, konnte aber nicht anders - die Umstände waren so, dass er eine Antwort geben musste. Er hat sie auch unmissverständlich gegeben:
Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher; Ein bewegter Stab verkürzt sich also nicht materiell in der SRT. Das ist das, was ich unmissverständlich von ihm hören wollte, und Pössel wusste auch von vorneherein, dass ich das von ihm hören wollte. Das ist nämlich nicht nur meine persönliche Interpretation der SRT, sondern die Interpretation aller Kritiker der Relativitätstheorie seit 100 Jahren. Und damit fällt die SRT, egal wie er die Frage beantwortet:
1. Verkürzt sich ein bewegtes Objekt nicht materiell, sind die relativistischen Effekte lediglich eine Illusion bzw. eine mathematische Fiktion, die keine Relevanz in der Natur hat. Sie gehört nicht zur Physik, sie ist bedeutungslos und überflüssig. Wie die Physiker Galeczki und Marquardt es in ihrem gemeinsamen Buch "Requiem für die Spezielle Relativität" es formuliert haben: "Sie ist nicht einmal falsch." Es gäbe auch keine physikalische Kausalität für eine materielle Verkürzung bei einer Relativbewegung zwischen zwei Objekten, die sich nicht materiell berühren: keine Wechselwirkung von Materie, keine Kollision, keine Reibungskräfte, kein Druck, nichts. SRT ad acta.
2. Verkürzt sich ein bewegtes Objekt materiell, dann ist die SRT auch im Eimer und die Äther-Theorie von Lorentz ist gültig, die eine materielle Verkürzung der bewegten Objekte im Bewegungsrichtung aufgrund des Widerstandes des Äthers postuliert. SRT ad acta.
Egal wie Pössel die Frage beantwortet hätte, wäre die SRT im Eimer. Kein Wunder, dass er keine Lust hatte, die Frage zu beantworten. Auch bei dem Physiker Peter Ripota hat er zwei Jahre später versucht, die Frage schnell aus dem Weg zu gehen und gleich den Kontakt abgebrochen, siehe:
Antwort von Dr. Markus Pössel an Peter Ripota. Seitdem hat sich Pössel meines Wissens nie wieder über die SRT geäußert, auch nicht in seiner bei Peter Ripota angekündigten Blog-Reihe bei Spektrum der Wissenschaft
"Einstein verstehen", wo es unerwünscht ist, über Einstein und die SRT zu sprechen und sich auszutauschen.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez