McDaniel-77 hat geschrieben:
Dinge existieren, Konzepte existieren nicht.
Abweichend zu dieser Betrachtung wäre die "Drei-Welten-Lehre" von Karl Popper, siehe zum Beispiel hier:
http://www.haraldriedel.de/html/drei-we ... eorie.htmlZitat:
[...] Damit unterscheidet er drei verschiedene Welten, denen er gleichermaßen das Prädikat von "Wirklichkeit" zuschreibt. Für "wirklich" erklärt er alle Inhalte dieser drei Welten in jenem Sinn, dass sie entweder selbst "reale materielle" Dinge sind oder kausal auf solche Gegenstände einwirken bzw. in Wechselwirkung mit ihnen stehen. Die drei Welten unterscheiden sich nach POPPER folgendermaßen:
•Gegenstände der WELT l sind alle physikalischen, materiell-energetischen Gegenstände wie Tische, Häuser, Berge, Gestirne.
•"Bewohner" der WELT 2 sind die subjektiven Erlebnisse, Vorstellungen, Gedanken und Gefühle einzelner Menschen, beispielsweise die Vorstellung eines saftigen Apfels, der Gedanke an einen gemütlichen Abend mit Freunden, Zahnschmerzen, die Stimmung beim Anhören einer singenden Amsel, die Einstellung zum Abtreibungsparagraphen oder die persönliche Beurteilung eines Parteiprogramms.
•WELT 3 umfasst "die Erzeugnisse des menschlichen Geistes" im Sinne objektiver Kulturgegenstände wie Theorien aller Art, Hypothesen, die als Herausforderung zur Überprüfung solcher Theorien dienen, Argumente, die für und gegen solche Hypothesen sprechen, Kunstwerke, Mythen, Religionen.
Daraus ergibt sich, dass die Objekte der Welt 2 (Gedanken und Gefühle einzelner Menschen) existieren, weil sie in Wechselwirkung mit den Objekten der Welt 1 (materielle Objekte) stehen: sie können darauf einwirken und sie verändern.
Wenn ich Appetit auf einen Apfel verspüre und aus diesem Grund auch einen Apfel esse, hat mein Gefühl auf die Welt 1 kausal eingewirkt und sie verändert, die ohne mein Gefühl nicht verändert gewesen wäre.
Was ich bei dieser Lehre von Popper ein bisschen schwammig finde, ist die die Unterscheidung zwischen Gefühlen und geistiger Leistung, also zwischen Welt 2 und Welt 3.
Ich tendiere für die "klassische" Betrachtung "Körper/Geist" aufgrund der eindeutig existierenden Wechselwirkung zwischen materiellen Objekten und Geist. Der Geist selbst kann sich meiner Meinung nach schwer zwischen Gefühlen und Gedanken unterscheiden lassen. Ich bin der Meinung, dass man zwischen Gefühlen und Gedanken nicht unterscheiden kann, weil alle Gedanken von Gefühlen erzeugt werden. Für mich ist die Aussage "
Ich denke, also bin ich" nicht so zutreffend wie die Aussage "
Ich fühle, also bin ich".
Viele Grüße
Jocelyne Lopez