julian apostata hat geschrieben:
Worum geht es überhaupt?
Es geht darum, in einer bitterernsten Angelegenheit aus den Täuschungen herauszukommen. Gegenseitigen Verleumdung hilft da nicht, und auch der Verweis auf andere Diskussionsstränge nicht. Hic Rhodos, hic salta.
Tatsächlich gibt es keinen Wettbewerb mehr zwischen den Deutungen der meisten physikalischen Experimente - außer der Manipulationsunterstellung. Je grundsätzlicher, desto erstarrter die Deutungsmuster und desto erbitterter die Weigerung zur Diskussion, so ist die Lage. Und ein derartiges Gebahren nennt man neurotisch - auch dann, wenn die Mehrheit oder sogar alle sich so verhalten.
Aus diesem Grund kommt man wohl auch hier so schwer zu einer sachlichen Diskussion. Eine sachliche Diskussion ist ergebnissoffen und sie würde sich nicht darum kümmern, ob dieses oder jenes Lager RECHT hat. Bei einer sachlichen Diskussion geht es um Erkenntnisgewinn für alle Seiten.
Die RT-Deutung von Hafele-Keating ist umstritten, weil die Publikationen nicht vollständig dokumentieren, was die beiden Herren dort gemacht haben. Die Indizien deuten nicht daraufhin, dass hier ein grandioser RT-Beweis geliefert worden ist, sondern eher auf das Gegenteil. Es kann aber auch noch eine dritte, vierte, oder fünfte Möglichkeit geben.
Die Frage ist:
Warum gibt es Indizien beim HK-Experiment, die man so interpretieren kann, als wäre die Zeit "an sich" verändert? Da gibt es viele Antworten, hier eine Auswahl:
1. weil die SRT das so vorschreibt
2. weil die Zeit an ein Ruhesystem gebunden ist und sich außerhalb davon dehnt oder staucht
3. weil H&K manipuliert haben, um die SRT-Deutung zu stärken (bzw. ihre eigene Karriere)
4. weil Atomuhren bei Bewegung unbrauchbar werden (Erschütterungsempfindlichkeit etc.)
5. weil atomare Spektralenübergänge bei Bewegung verzerrt werden (z.B. durch Reibung an einem Hintergrundmedium)
Darüberhinaus interessiert mich schon sehr lange, ob es noch irgendwelche Argumente über die Gewohnheit hinaus gibt, die für die SRT sprechen. Ich habe bisher keine gefunden.
Aber warum verdammen so viele Menschen bereitwillig ihre eigene Intuition bei dieser Suche?
Und warum identifiziert z.B. "julian apostata" die Arbeit mit intuitiven Anschauungen als blinden Glauben daran?
Natürlich ist auch die menschliche Intuition nicht unfehlbar, genauso wenig wie der menschliche Geist. Aber die Diskussion darüber zu unterbinden ist - egal mit welchen Mitteln - selbstzerstörerisch.
Insofern freue ich mich auf anschlussfähige Argumente*!
Grüße
realitätsphysik
*Und insbesondere auf das klare Beispiel von julian apostata zur Comptonstreuung!