fallili hat geschrieben:
Yepp Jondalar - genau das ist der "springende Punkt".
Zitat:
kommt man nicht an der Tatsache vorbei, dass der im Zug schräg fallende Regen trotzdem in der gleichen Zeit auf dem Boden landet. Größerer Weg, gleiche v, wie mag man das erklären?
Bei Licht hat man eben experimentell keine größere Geschwindigkeit als c feststellen können.
Aus dem unverständlichem
"großer Weg, gleiche v" ist ein eigentlich genauso intuitiv unverständliches
"Zeit und Länge werden je nach Bewegungszustand unterschiedlich" geworden.
Ob eine Theorie brauchbar ist, hängt ja nicht davon ab ob ich damit glücklich bin und alles verstehe, sondern nur davon, ob die Voraussagen mit den Beobachtungen übereinstimmen. Und seit 100 Jahren stimmen die Aussagen eben.
Naja, nach Deiner (relativistischen) Auffassung muss dann aber der Regen den der Zug sieht auch schon bei 100 Km/h starken relativistischen Effekten unterliegen. Ich sehe im Gegensatz zu Harald einen eklatanten Zusammenhang zwischen der Lichtuhr und dem fallende Regen. Bei beiden wird eine scheinbare Beobachtungstatsache zu einer realen, physikalischen Gegebenheit verbogen. Weder der Regen fällt schräg, noch das Licht in der Uhr läuft schräg. Das sind Beobachtungen, die der Kategorie "scheinbare, optische Täuschungen" unterliegen und haben beide nichts mit der Realität gemein.
Man hat übrigens auch experimentell im fahrenden Zug keine größere v für Regen feststellen können - trotzdem behaupten fast alle Leute der Regen würde schräg fallen. Der Kernpunkt bei der Lichtuhr und beim Regen ist doch der, dass sich alle zwanghaft vorstellen MÜSSEN, dass der Beobachter im Zug das was er sieht als physikalische Tatsache interpretieren darf. Dass dem nicht so ist, kann man eben mit einem Ball und einem daran besestigten Fähnchen erkennen. Der Ball würde im Regen auch schräg fallen, aber das Fähnchen würde senkrecht nach oben stehen. Daran könnte der im Zug befindliche Beobachter klar feststellen, dass er sich gegen den Regen bewegt und könnte seine Situation richtig einschätzen.
Der Fehler liegt also nicht in den Formeln und den Beobachtungen, sondern in der Interpretation der Beobachtungen. Einen zur Erde senkrecht fallenden Regen im Zug plötzlich als REAL schräg fallend bezeichnen zu dürfen ist absurd. Genauso absurd ist die Lichtuhr und alle danmit verbundenen fiktionalen "Tatsachen" wie eben ZD, LK usw. Du kannst ja mal, wenn Dir langweilig ist, mit Hilfe der RT-Formeln ausrechnen, wie schnell der Regen fallen müsste, wenn er tatsächlich bei einem mit 100 Km/h fahrenden Zug schräg fallen würde und den Boden in gleicher Zeit erreicht, wie der senkrechte Regen.
Das "großer Weg, gleiche v" ist auch nicht unverständlich. Es ergibt sich daraus, dass man keine fiktionalen ISse erfindet und jeden gleichberechtigt behandelt, sondern den Tatsachen ins Auge sieht, dass der Regen senkrecht zur Erde fällt und der Zug sich gegen die Erde und den Regen bewegt. Dann muss die Regenfall-v nicht konstant sein und weder Zeit, noch Raum irgendwelche Kapriolen schlagen. Unverständlich wird dagegen durchaus, wie man aus einem ganz banalen Ereignis - der Regen fällt senkrecht zur Erde - ein Konstrukt wie ZD/LK usw aufbauen kann. Noch unverständlicher, wie tatsächlich seit 100 Jahren diese Beobachtungsinterpretationsfehler ungefiltert weitergegeben werden und bis heute heftig und heiss verteidigt werden.
Jetzt mal Hand aufs Herz Fallili, WELCHE Voraussage, die eindeutig andere Ergebnisse liefert als mit klassischen Theorien, hat sich denn mit WELCHER Beobachtung als richtig erwiesen? Ich meine damit auch nicht diese Voraussagen, die sich auch alternativ erklären lassen, nur um da sicher zu gehen, dass Du mir nicht die alle um die Ohren haust. Also, WAS KONKRET wäre nicht ohne RT erklärbar? Abgesehen davon, dass die RT auch nur darum so lange "stimmt" weil man überall kosmologische Konstanten, DM, DE usw eingeführt hat, UM die Voraussagen halten zu können. Also, ohne unbekannte Faktoren, ohne auch mit anderen Theorien erklären zu können - sag mir EINE Voraussage, die man auch so beobachtet hat.
Herzliche Grüße